Coronavirus-Kontrollen in Brandenburg - Alle Mitarbeiter des "Tropical Islands" negativ getestet

Innenaufnahme Tropical Islands aus der Vogelperspektive (Foto: imago/Weisflog)
Audio: Antenne Brandenburg | 02.03.2020 | | Bild: imago stock&people

Ein Mann, der kürzlich zu Gast im Freizeitbad "Tropical Islands" war, ist am Coronavirus erkrankt. 104 Mitarbeiter wurden in der Folge getestet - für alle liegt nun das Ergebnis vor: Sie sind nicht infiziert.

Was Sie jetzt wissen müssen

Alle 104 Mitarbeiter des Freizeitbads "Tropical Islands" in Krausnick (Dahme-Spreewald) haben seit Montagabend Gewissheit: Sie sind nicht mit dem Corona-Virus infiziert. Das haben die Tests der Berliner Charité ergeben, wie der Dezernent für Soziales, Jugend, Gesundheit und Kultur des Landkreises Dahme-Spreewald, Carsten Saß, dem rbb bestätigte.

Die Mitarbeiter hatten an dem freiwilligen Test teilgenommen, nachdem in der vergangenen Woche bei einem Mann aus Nordrhein-Westfalen das Virus nachgewiesen worden war, der zuvor im "Tropical Islands" zu Gast war. Da alle 104 Mitarbeiter negativ getestet wurden, soll ein ursprünglich geplanter, zweiter Test nun nicht mehr durchgeführt werden.

Infizierter war mehrere Tage im Bad

Nach Angaben des Brandenburger Gesundheitsministeriums war der Infizierte in einer insgesamt fünfköpfigen Gruppe zwischen dem 20. und 23. Februar Badegast in dem Freizeitbad. Die Gruppe suchte nach eigenen Angaben nur die große Badehalle auf, im Sauna- und Wellnessbereich habe man dagegen keine Zeit verbracht, hieß es. Der Infizierte habe nach eigenen Angaben nur zu Mitarbeitern engeren Kontakt gehabt, hieß es in der vergangenen Woche.  

Charité sieht Besuch der Halle als unproblematisch

Der Badebetrieb lief weiter. Laut Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher hatten sich die Behörden unmittelbar nach Bekanntwerden der Ereignisse mit dem Virologen der Berliner Charité, Christian Drosten, in Verbindung gesetzt. Er habe erklärt, dass die Badehalle vom Luftvolumen, von der Luftzirkulation und der Außentemperatur her vergleichbar mit einem Freibad im Sommer sei.

Laborkapazitäten in Brandenburg erweitert

Ebenfalls am Montagabend wurde der erste Coronavirus-Fall aus Brandenburg gemeldet. Es handelt sich um einen Mann, der von einer Reise aus Südtirol zurückgekehrt war. Am Montagabend wurde bekannt, dass zwei weitere Personen in Berlin an dem Virus erkrankt sind. Auch hier handelt es sich um einen Mann aus Mitte und um eine Frau aus Marzahn-Hellersdorf.

In der Nacht zu Montag war der erste Fall in Berlin bekannt geworden. Ein 22-jähriger aus dem Bezirk Mitte sei zunächst wegen anderer Symptome in die Notaufnahme des Virchow-Klinikums gekommen, teilte am Montag Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci mit. Weil die Charité seit einer Woche bei Grippetests auch einen Corona-Test mitlaufen lasse, sei das Virus am Sonntag bei ihm entdeckt worden.

Der junge Mann werde seit der Nacht in der Charité behandelt und isoliert, sein Zustand sei den Umständen entsprechend gut. Mittlerweile haben man 60 Kontaktpersonen ausfindig gemacht, darunter Mitbewohner, Freunde und Kollegen des Mannes, aber auch die Eltern aus NRW sowie mehrere Charité-Mitarbeiter. Sie alle stünden unter Quarantäne.

Unterdessen sind in Brandenburg die Laborkapazitäten für den Test auf das Corona-Virus erweitert worden. Nach Cottbus bietet nun auch ein Labor in Frankfurt/Oder die Untersuchung an. Damit können Brandenburger Ärzte und Krankenhäuser auf den zeitaufwändigen Transport der Proben in die Berliner Charité verzichten. Dort war es in den vergangenen Tagen zu Engpässen gekommen.

FAQ zum Umgang mit dem Coronavirus

  • Ich fürchte, infiziert zu sein. Was tun?

  • Was passiert mit möglichen Infizierten?

  • Was passiert mit Kontaktpersonen?

  • Welche Kapazitäten haben die Kliniken?

  • Welche Reisebeschränkungen gibt es?

  • Wie viele bestätigte Fälle gibt es?

  • Ist das Virus meldepflichtig?

  • Was ist das Coronavirus?

  • Woher kommt das Virus?

  • Wie kann ich mich anstecken?

  • Wie ansteckend ist das Virus?

  • Wer ist besonders gefährdet?

  • Wie funktioniert der Test?

  • Was sind die Symptome?

  • Wie kann ich mich schützen?

  • Welche Behandlung gibt es für Infizierte?

  • Gibt es Immunität gegen das Virus?

  • Wie hoch ist die Sterberate?

Sendung: Abendschau, 02.03.2020, 19:30 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Glückwunsch zu einer so guten recherche! Das habt Ihr aber super gemacht. Stärkt enorm meinen bisherigen Eindruck in unsere jetzige Presse. Momentan wurden 14 Mitarbeiter, trotz Bitte einen Test durchzuführen, noch gar nicht getestet. Aber immer schön die Durchhalteparolen rüberbringen. Alles sicher, Ansteckungsgefahr: mäßig. Die Krankenhäuser sind katastrophal vorbereitet, Hausärzte können gar nicht helfen, usw. Aber rumprügeln auf denjenigen welche 10kg Reis mehr einkaufen, weil sie gesunden Menschenverstand besitzen.

  2. 1.

    Und was ist mit den Leiharbeitern die dort arbeiten und auch im übrigen Berlin/Brandenburg eingesetzt werden?

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