Symbolbild: Eine Person benutzt ein Smartphone (Quelle: dpa/Leung Cho Pan)
Bild: dpa/Leung Cho Pan

Messengerdienst - Warum Telegram eine große Rolle bei der Verbreitung von Verschwörungsmythen spielt

Momentan erreichen Fake-News und Verschwörungsmythen rund um das Corona-Virus ein Millionenpublikum. Dabei spielt der im Vergleich zu anderen Anbietern kleine Messengerdienst Telegram eine große Rolle. Warum? Von Efthymis Angeloudis

Ob in Social-Media-Kanälen und Messenger-Diensten oder auf den Straßen von Berlin: Das Coronavirus dient Verschwörungsanhängern und Rechtsextremisten weltweit als Sammelruf, um ihre kruden Theorien in die Öffentlichkeit zu tragen. In vereinfachten und deswegen verlockenden Erklärungen wird mal Christian Drosten, mal Angela Merkel vorgeworfen wegen eines "ungefährlichen Grippevirus" Panik zu schüren, um die Impfpflicht durchzusetzen. Bill Gates soll angeblich die Pandemie instrumentalisieren, um daraus Profit zu schlagen, oder sogar die Weltherrschaft an sich zu reißen [tagesschau.de].

Neben den beliebten Social-Media- und Video-Plattformen Facebook und Youtube, verbreiten die Anhänger dieser Verschwörungstheorien ihre Thesen immer häufiger über Telegram. Sie nennen sich "Corona-Rebellen", "Volksaufstand ID-2020" oder "Widerstand 2020" [ndr.de] und folgen Prominenten, wie dem Vegan-Koch Attila Hildmann oder Ken Jebsen. Warum aber nutzen sie gerade den aus Russland stammenden und in Dubai ansässigen Messenger-Dienst, um ihre Theorien zu propagieren, wenn man zum Beispiel über Youtube ein weitaus größeres Publikum erreichen könnte?

Telegram setzt seinen Nutzern keinerlei Grenzen

"Das liegt in der Funktion und in der Nutzungsweise der App", erklärt Kira Ayyadi von der Amadeu-Antonio-Stiftung. Das Monitoring-Team der Stiftung beobachtet auf Telegram unter anderem klassisch rechtsextreme und rechtsterroristische Gruppen. Diese seien tatsächlich auf beinahe allen Social Media Plattformen zu finden. Telegram werde aber immer beliebter. "Hier behindert kein Algorithmus die Verbreitung von menschenfeindlicher Propaganda. Im Dark Social, also auf Telegram, greifen keine Kontrollmechanismen", sagt die Forscherin rbb|24.

Die Inhalte kommen in den unterschiedlichen Gruppen-Funktion ungefiltert und direkt auf dem Smartphone an. "Die Nutzer*innen fühlen sich hier sicherer - 'unter sich' - da es sich bei Telegram um einen halböffentlichen Raum handelt", sagt Ayyadi.

Telegram setzt der Meinungsäußerung seiner Nutzer also keinerlei Grenzen. Das betont das Unternehmen auch auf seiner Website, wie der Bayerische Rundfunk recherchierte [br.de]. Dort ist zu lesen: "Terroristische (zum Beispiel ISIS-bezogene) Bots und Kanäle werden von uns blockiert, jedoch werden wir keinesfalls Nutzer daran hindern, auf friedliche Weise alternative Meinungen zum Ausdruck zu bringen."

Auch ISIS benutzte Telegram

Das machte Telegram auch bei IS-Terroristen beliebt. Über den Messenger-Dienst warb der IS um Anhänger und teilte seine Propaganda. Hier hatte Telegram jedoch letztendlich Einsehen: Der Dienst startete, auf Druck von Europol, im Dezember 2019 eine Kampagne, um Konten der IS-Nutzerbasis zu entfernen. IS-Channels können gemeldet werden und wurden anschließend gelöscht. Die Initiative des Unternehmens war Insidern zufolge effektiv [wired.com].

Schnittmengen zwischen Rechtsextremen und Anhängern von Verschwörungstheorien

Gegen Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker ist der Anbieter der App bis jetzt allerdings nicht vorgegangen. Beide Gruppen dürfen weiterhin uneingeschränkt die Dienste des Messengers nutzen. Dabei ist dies nicht die einzige Gemeinsamkeit. "Es gibt zahlreiche Schnittmengen dieser Szenen", sagt die Forscherin der Amadeu-Antonio-Stiftung. Die rechtsextreme Szene mit Neonazis, Reichsbürgern, "neuen" Rechten und völkischen Siedlern sei auch schon extrem heterogen.

Ein bindendes Element beider Szenen sei allerdings ihr Antisemitismus [tagesschau.de]. "Der mag beim klassischen Rechtsextremismus deutlicher zu Tage treten, als bei Verschwörungsideolog*innen, die ihren Antisemitismus eher verklausuliert äußern, doch beide Formen sind extrem gefährlich." Weitere Gemeinsamkeiten seien Medienfeindschaft, Elitenfeindschaft, sowie ein einfaches "Gut-gegen-Böse"-Denken.

"Menschen sind bereit, Waffengewalt einzusetzen"

Doch was schreiben Anhänger von Verschwörungstheorien auf Telegram. Kira Ayyadi und das Monitoring Team der Amadeu-Antonio-Stiftung beobachten mit Sorge, dass sich in extrem kurzer Zeit sehr viele lokale Gruppen auf Telegram gebildet haben, die Proteste gegen die Regierung organisieren. Die Sprache, die diese Gruppen benutzen, sei extrem radikal. "Wir lesen, dass Menschen bereit sind, Waffengewalt einzusetzen, vermeintlich um Freiheiten zurück zu bekommen und auch, dass sie bereit sind ihren eigenen Tod in Kauf zu nehmen", sagte Ayyadi gegenüber rbb|24. "Wir beobachten auf Telegram, dass sich hier Menschen in extrem kurzer Zeit radikalisieren - das ist sehr erschreckend."

Was ebenfalls auffalle, seien die Abonnenten-Zuwächse bei Kanälen von zentralen Aktivisten und Aktivistinnen rund um eine neue Querfront-Bewegung. "Die Inhalte sind meist problematisch, weil sie Desinformationen beinhalten, oder Antisemitismus und Rassismus verbreiten und zu Gewalt aufrufen." Diese Aufrufe gelangen direkt auf die Smartphones der Nutzer – und zwar in dem Moment, in dem sie gepostet werden. Auch deshalb ist Telegram gerade für Mobilisierungen und für das Schüren von Hass sehr beliebt. Der direkte, ungefilterte Zugang ist dafür perfekt.

Warum ist Telegram so beliebt?

Ein weiterer Grund für die Beliebtheit von Telegram sind Gruppen und Channels. Während es bei WhatsApp keine Channelfunktion gibt und der Messenger Gruppen auf 256 Mitglieder begrenzt hat [br.de], können sie bei Telegram über bis zu 200.000 Mitglieder verfügen. Channels wiederum, in denen wenige schreiben und der Rest nur mitliest, können sogar unbegrenzt viele (und anonym bleibende) Follower haben.

"Einige User haben ein geschlossenes verschwörungsideologisches Weltbild"

Natürlich seien nicht alle Nutzer dieser Plattform radikal. "Es kommt auf die Gruppen an, in denen die User*innen drin sind." Auch hier müsse man zwischen den Gruppen unterscheiden. Akteure der rechtsextremen Szene hätten bereits ein geschlossenes Weltbild. "Hier bedarf es professioneller Deradikalisierungsarbeit. Wenn wir aber von den User*innen sprechen, die besonders momentan auffallen und die die Abonnenten-Zahlen von verschwörungsideologischen Kanälen in die Höhe schnellen lassen, können wir diese nicht alle über einen Kamm scheren", erklärt Ayyadi.

"Die Menschen in diesen lokalen Anti-COVID19-Schutzmaßnahmen Gruppen sehen wir ja auch auf den zahlreichen Demonstrationen." Einige von ihnen hätten sicherlich bereits ein geschlossenes verschwörungsideologisches Weltbild. Doch bei Menschen, die diese Ideologien noch nicht so verinnerlicht haben, lohne sich der Diskurs. Das Wie und Wo sei allerdings wichtig. "Wir sollten immer beachten, dass wir menschenfeindlichen Positionen keine Plattform bieten."  

Hetze, Beleidigungen oder Verleumdungen sind nicht von Meinungsfreiheit gedeckt

Diese Plattform erhalten Menschenfeinde stattdessen auf Telegram. Während Facebook, Youtube und Twitter zumindest versuchen, Hetze, Holocaust-Leugnung und gefährliche Falschinformationen zu identifizieren und zu entfernen, können diese auf der App problemlos geteilt und veröffentlicht werden. Dabei werden Hetze, Beleidigungen oder Verleumdungen laut dem Grundgesetz, auf das sich viele der Anti-COVID19-Gruppen beziehen, nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt.

"Social Media-Plattformen sind mittlerweile Big-Player und haben eine gesellschaftliche Verantwortung", glaubt auch Kira Ayyadi. "Wir dürfen nicht vergessen, dass Verschwörungserzählungen tödliche Konsequenzen haben können." Aber eine Lösung, wie das Schüren von Hass oder die Verabredung von Straftaten auf Telegram verhindert werden könnte, sei bisher jedoch leider noch nicht in Sicht.

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25 Kommentare

  1. 25.

    franzmannzini23:
    ""Fragen zu stellen, wäre ja gut und wichtig" Als Bürger ist es mir leider nicht möglich direkt Fragen zu stellen, ich muß mich darauf verlassen das dies Politiker, Medien oder große Lobbyverbände tun. Dies ist jedoch nur unzureichend oder garnicht erfolgt. Kommuniziert wurde lediglich ein einziges Ziel "Flatten the curve". Was das eigentlich für unsere Volkswirtschaft bedeutet, für die nächsten Jahre, hat man dem Bürger nicht erklärt."

    Das wurde doch alles lang und breit in allen Medien diskutiert und erläutert! Sind Sie blind und taub?

    Und es wurde auch lang und breit erklärt, was die Alternative ist: Keine Maßnahmen > Gesundheitssystem bricht zusammen > Ausbruch der Pandemie > Arbeiter werden massenhaft krank > Volkswirtschaft bricht zusammen

    Die Alternativen sind also "Zusammenbruch" der Volkswirtschaft mit Lockdown und wenig Toten oder mit Zusammenbruch des Gesundheitssystems und vielen Toten wie in Italien und N.Y.!

  2. 24.

    "Im Dark Social, also auf Telegram" ist für mich einer der Sätze, die mir in dem Artikel überhaupt nicht passen.
    Telegram ist ein Messenger wie WhatsApp, Threema und Signal auch. Und nur, weil ihn nicht jeder kennt, ist er nicht automatisch "Dark". Artikel wie diese sind schuld daran, dass etablierte Messenger wie WhatsApp, die tonnenweise Metadaten zu Facebook und Konsorten pumpen, wohl nie verschwinden werden - einfach nur, indem potentielle Alternativen schlecht gemacht oder in ein düsteres Licht gerückt werden...
    Finde ich nicht in Ordnung!

  3. 22.

    Ich finde es schrecklich, dass durch diese unklar finanzierte Dienste Meinungsbilder gefestigt werden, die nur Panik verbreiten.

  4. 21.

    Nur weil Faschos in der U Bahn fahren, ist die U Bahn nicht unbedingt faschistoid und auch nicht die Nutzung der U Bahn macht mich zum Faschisten.

  5. 20.

    "den aus Russland stammenden und in Dubai ansässigen Messenger-Dienst" Dann sollen die Nutzer doch nach Russland oder Dubai gehen, wenn es da so toll ist.

  6. 19.

    Eine gute kurze Erklärung zu Telegram. Was aber - wie ich empfinde - fehlt, ist ein Hinweis, dass für Menschen aus Russland ein verschlüsselter und unregulierter Messenger einen besonderen Wert hat. In Russland sind die großen Internetdienste meines Wissens vom Staat kontrolliert. Nur Telegram nicht, weil es von Exilrussen aus dem Ausland betrieben wird und sich somit der staatlichen Kontrolle entzieht. Die dortigen Behörden versuchen den Messenger immer wieder zu blockieren, dies aber insgesamt erfolglos.
    Man kann es wohl als eine traurige Ironie bezeichnen, dass Telegram in unserer Gesellschaft gegen demokratische Überzeugungen eingesetzt wird. Denn obwohl die Gründer von Telegram aus Russland abstammen, stehen sie unseren westlichen Werten wohl derzeit näher, als sie es dem autokratischen System in ihrem Heimatland tun.

  7. 18.

    "Fragen zu stellen, wäre ja gut und wichtig" Als Bürger ist es mir leider nicht möglich direkt Fragen zu stellen, ich muß mich darauf verlassen das dies Politiker, Medien oder große Lobbyverbände tun. Dies ist jedoch nur unzureichend oder garnicht erfolgt. Kommuniziert wurde lediglich ein einziges Ziel "Flatten the curve". Was das eigentlich für unsere Volkswirtschaft bedeutet, für die nächsten Jahre, hat man dem Bürger nicht erklärt. So hart es klingt, hier hätte man parlamentarisch abwägen müssen. Lockerungsorien, Verschwörungstheorien, Querfrontgeschwafel, Ministergeplänkel, u.a. sind alles Nebenkriegsschauplätze für die Beschäftigung des einfachen Geistes. Als Tim Mälzer bei Lanz die Stimme stockte und er den Tränen nahe war, kann ich nur sagen, so geht es mir jeden Tag, mit Tränen.

  8. 14.

    Fragen zu stellen, wäre ja gut und wichtig. Das ist aber nicht teil der Art von Verwörungstheorien. Letztere bieten erstens ihre ganz eigene Wahrheit an und zum Anderen behaupten sie, die Träger*innen ihrer Ideologie seien aufgeklärt. Die Überlegenheit und Omnipotenzfantasie in dieser Selbstinszenierung ist das Gefährliche. Das die vorgebliche Suche nach Fakten gar nicht erst geführt wird, sondern dogmatische Behauptungen aufgestellt werden, ist Wesensmerkmal bei Verschwörungstheorien wie auch bei Rechtsextremismus. Und wenn man denn tatsächlich, ernsthaft fragt, dann muss man mit unbequemen Antowrten auch leben, inklusive Nichtwissen auch aushalten. Man weiß noch nicht alles über das Virus, Punkt. Deswegen sind Politiker*innen und WIssenschaftler*innen gefordert, gut zu kommunizieren. Nur weil das manchmal misslingt, sich Länderchefs etwa im Alleingang konkurrierend gebärden in erst Eindämmungs-, dann Lockerungswegen, erwächst daraus keine Verschwörung.

  9. 13.

    Mist, wieder eine beliebte Plattform gefunden, die bisher nicht reguliert und kontrolliert wird und auch nicht den "seriösen" Unternehmen wie Facebook gehört. Das muss sich ändern! Es geht ja nicht, dass jeder seinen Stuss von sich geben darf. Wo sind wir denn hier? Das muss unterbunden werden!

  10. 12.

    Vielleicht sollten die Verantwortlichen einfachmal ihre Informationspolitik überdenken. Auch die Medien gehen alles andere als objektiv mit der Geschichte um. Im Januar, als auf Youtube Videos kursierten, in denen gewarnt wurde, dass das Virus viel gefährlicher sei als man uns erzählt, wurde dies auf geradezu hetzerische Weise ins Reich der Verschwörungstheorien verortet. Nun passiert das Gleiche mit der gegenteiligen Meinung.
    Was für ein Glück, dass Reichsbürger und Rechte auf dem Demos gesichtet wurden. Da braucht man sich nicht weiter mit dem Thema beschäftigen. Sind alles rechte Spinner! Zack, erledigt.

  11. 11.

    Ja klar, es ist ja schließlich der Job der Medien, über Diffamierungen und Gruppen bzw. Netzwerke, die solche verbreiten, zu berichten :)

    Man stelle sich vor (achtung, Folgendes ist rein fiktiv),
    ich würde mich auf die nächste Demo stellen und behaupten, Frank ist gar kein Mathematiker sondern ein Geheimdienstler, der uns mit vergifteten Code-Wörtern assimilieren will, die sich in unser Hirn pflanzen und uns willenlos machen.... und die Menge würde mir zujubeln und mich bestätigen... na darüber sollte doch auf jeden Fall berichtet werden, oder?
    Aber selbstverständlich sollte man meine Aussage nicht pauschal in Zweifel ziehen oder gar "Verschwörungstheorie" nennen, bevor sie nicht offiziell falsifiziert ist. Weil, wer weiß - vielleicht ist ja was dran? Ich hab schon eine Idee, welches das Code-Wort sein könnte. Zum Glück bin ich geschützt gegen solche Angriffe, denn ich trage immer ein grünes Band am linken großen Zeh.

  12. 10.

    „Wenn unsere Politiker nicht schlüssig erklären warum diese Maßnahmen notwendig sind und nur auf Militärfahrzeuge mit Särgen hinweisen = Angst- und Panikmache.“

    Es ist Ihnen zwei Monate lang lang und breit erklärt worden – nicht nur von Politiker_innen, sondern auch von Wissenschaftler_innen und Journalist_innen. Wenn Sie es trotzdem noch immer nicht verstanden haben, sollten Sie aufhören, die Schuld dafür bei Anderen zu suchen. Oder anders: Was man nicht einsehen will, das wird einem niemand erklären können.

    Warum ziehen denn bei dieser „Angst- und Panikmache“ so grundverschiedene Länder wie Deutschland, Indien, Argentinien, Großbritannien, Südafrika, Spanien, Türkei usw. alle an einem Strang? Selbst tief verfeindete Staaten wie Russland und Polen, China und Taiwan? Hat die „Neue Weltordnung“ bereits begonnen, und nur die Freiheitskämpfer Trump und Bolsonaro stemmen sich noch dagegen? Wer das glaubt, kann sich doch über die Bezeichnung „Wirrköpfe und Spinner“ nicht beklagen.

  13. 9.

    Richtig, sehr gut geschrieben! Die öffentlich-rechtlichen Medien werden sich trotzdem nicht daran halten und weitere Diffamierungen veröffentlichen.
    Aber wehe, es ist andersrum!

  14. 8.

    Es ist keine Aufklärung, wenn ich sage:
    - Telegram benutzte der IS, die Rechten, böse Menschen...
    Wenn unsere Politiker nicht schlüssig erklären warum diese Maßnahmen notwendig sind und nur auf Militärfahrzeuge mit Särgen hinweisen = Angst- und Panikmache.
    Dann ist es nicht weiter erstaunlich, das Menschen die Fragen haben,
    sich woanders Antworten suchen.

  15. 7.

    Eine Messenger-Dienst ist nicht Schuld an den Inhalten, die mit ihnen verbreitet werden. Schuld an der Verbreitung von obskuren, Gesellschaft schädigenden, kriminellen Inhalten sind die Nutzer! Die Gründe für die Empfänglichkeit von Verschwörungstherien sind vielfältig. Den Hauptgrund sehe ich in der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung der letzten 20 Jahre ausgehend von den politischen Rahmenbedingungen. Man muss heutzutage schon rational denkend gefestigt sein, um sich aus dem politischen Alltagsgeplänkel, der immer schwächeren Bildungspolitik, dem immer weniger selbstständigen Denken und den immer höheren Anforderungen der politischen Vorgaben, um was Otto Normal sich alles im Alltag kümmern soll... Der Mensch ist ein bequemes Tier und sucht nach einfachen Antworten. Wer es nicht gewohnt ist, Hintergründe selber zu suchen, rational zu denken, für den sind einfache Antworten vorgefertigt und frei Haus per Messenger-Dienst von Verschwörungsleuten eine bequeme Erklärung.

  16. 6.

    Je mehr Aufklärung über solche Strömungen, desto besser.
    Jeder der noch einen halbwegs funktionierenden Kopf zwischen den Ohren hat sollte sich genau darüber informieren, von wessen Theorien er/sie sich beeindrucken lässt oder gar einfangen lässt.

    Und jeder, der kann, sollte den Mund aufmachen und den Wirrköpfen (um mal eine der harmloseren Bezeichnungen zu verwenden) Grenzen aufzeigen, anstatt wegzuschauen.
    Nicht mit uns!

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