Erwarteter Anstieg von Corona-Patienten - Charité will Betrieb auf "reines Notfallprogramm" einschränken

Die Berliner Charite am 02.11.2020 (Bild: imago images/Reiner Zensen)
Bild: imago images/Reiner Zensen

Die Berliner Charité erwartet mehr Covid-19-Patienten und schränkt deshalb den Betrieb in anderen Bereichen deutlich ein. Ab Montag gibt es zunächst keine planbaren Eingriffe mehr. 300 Betten werden nicht mehr belegt, um Personal umverteilen zu können.

Die Berliner Charité wird ab Montag ihren Betrieb in mehreren Stationen deutlich einschränken und sich auf Corona-Patienten und sonstige Notfälle konzentrieren. Der Vorstand Krankenversorgung, Ulrich Frei, erklärte am Donnerstag, bislang habe es eher mäßige Einschränkungen der klinischen Versorgung gegeben. In den kommenden 14 Tagen würden die Aktivitäten aber auf "ein reines Notfall-Programm" reduziert.

Das Zurückfahren des Betriebs auf ein Notfall-Programm über Weihnachten und den Jahreswechsel bedeutet nach Freis Worten, dass es zunächst keine planbaren Eingriffe mehr geben wird und dass die Bettenbelegung um mindestens weitere 300 Betten reduziert wird. Notfälle werden nach Klinikangaben weiterhin behandelt und Tumoroperationen durchgeführt. Es gebe keine Einschränkungen für die Rettungsstellen.

Fehlendes Personal gilt als Kernproblem

Zur Begründung sagte Frei: "Ein wichtiger Grund ist, dass wir nicht umhin kommen, unsere Covid-Intensivkapazität weiter zu steigern, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden." Das sei nur möglich, wenn weitere Betten in der stationären Pflege geschlossen oder zusammengelegt werden, um Personal umverteilen zu können. Fehlendes Pflegepersonal gilt derzeit in der Pandemie bundesweit als ein Kern-Problem. Frei betonte, dass Ärzte und Pflegekräfte der Charité "nicht nur in der Intensität, sondern auch in der anhaltenden Dauer Ungewöhnliches" leisteten.

Frei zufolge waren in der vergangenen Woche in der Charité noch viele Betten mit Patienten mit anderen Erkrankungen als Covid-19 belegt. Über das Zurückfahren des Betriebs seien die Klinikdirektoren am Donnerstag informiert worden. Nach einer Verordnung der Berliner Gesundheitsverwaltung waren viele große Berliner Krankenhäuser bereits seit Anfang November zum Verschieben der sogenannten elektiven Eingriffe angehalten.

Charité übernimmt vor allem schwere Covid-19-Fälle

Die Charité mit ihren drei Standorten in Berlin übernimmt vor allem die schweren Covid-19-Fälle, versorgt aber auch Betroffene auf Normalstationen. Sie ist Europas größte Uniklinik.

Bereits am vergangenen Wochenende hatte die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) vor einer Verschärfung der Situation in den Kliniken gewarnt. "Die Grenze des Machbaren rückt immer näher", sagte BKG-Sprecherin Barbara Ogrinz

Sendung: Abendschau, 17.12.2020, 19:30 Uhr

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24 Kommentare

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  1. 24.

    Genau so meinte ich es, danke Ihnen. Eben weil wir sonst die Problematik bekommen können, dass die Krankenhäuser der Lage nicht mehr Herr werden; daher wohl leider die „Notwendigkeit“ dieser Art von Berichterstattung. Ich habe mich auch gerade gefragt, was das jetzt mit Verschwörungstheorien zu tun hat... naja sei es drum. Ich kann nur sagen, dass ich einen einen Beruf ausübe in dem ich stets und ständig mit dem Thema in Berührung komme und die aktuelle Lage in mehreren Krankenhäusern kenne. Ja, es werden mehr - aber noch keine Unmengen, die nicht mehr zu bewältigen wären. Lassen Sie uns alle natürlich hoffen, dass dies nicht geschieht. Ob es einigen gefällt oder nicht - Medien haben verdammt viel Macht um Menschen zu lenken - vielleicht in dem Fall halt gerechtfertigt um einfach den Ernst der Lage zu verdeutlichen, wie gesagt. Dennoch behalte ich mir das Recht vor, mir selbst über bestimmte Situationen ein Bild zu machen, ganz nüchtern, sachlich und diplomatisch.

  2. 23.

    "Ein so genannter Querrichter." --- Oh Gott! Gott bewahre mich Atheisten vor sowas!

  3. 22.

    Die neuesten Zahlen zeigen was für die beiden kommenden Wochen ansteht. Das ist der Preis für das letzte Konsumwochenende und die letzten unaufschiebbar wichtigen Demos. Also bitte , wer a sagt muss dann auch b sagen. Vielleicht kommt ja noch ein Volltrottel von Richter der eine Sylvester Demo bewilligt für Freiheiten, die aber auch gar niemand jemals in Frage gestellt hat. Ein so genannter Querrichter.

  4. 21.

    Regen Sie sich bitte NICHT aus falschem Grund auf. Patientenverteilung auf die Behandlungsstätten, die noch freie Kapazitäten haben ist eine normales, seit Jahren praktiziertes Verfahren. Es hat weder was mit Pandemie, noch mit Frau Kalyaci zu tun (deren Rolle ich hier überhaupt nicht verstehe, es ist weder das Ergebnis ihres Wirkens, noch kann oder sollte sie es beeinflussen). Aber so sind halt die Politiker, dass sie öffentlichkeitswirksam gerne etwas anbieten wollen.
    Viel interessanter finde ich die Amnesie der Gesundheitssenatorin, die am 23.03. vor die Presse trat und verkündete: bis Ende des Jahres WERDEN WIR die Zahl der Intensivbetten in Berlin verdoppeln. Und sofort ans Werk ging um eine Krankenhaus für Halbgesunde auf dem Messegelände für zig Millionen zu errichten, eine Investitionsruine ohne Personal und Intensivkapazitäten. Der Bestand an Intesivbetten hat sich hingegen nicht erhöht. Das ist ein Grund sich aufzuregen.

  5. 20.

    Uralt... Fakten kann man nicht verdrängen. Wer Wahrheiten nicht aushält, der dreht sich Verschwörungstheorien hin. Sie sind auch so eine Pippi Langstrumpf

  6. 19.

    Ich kann Ihren Unmut gut verstehen, ob mir deshalb jedes Mittel recht ist um Stimmung zu machen, vage ich zu bezweifeln.
    Solidarität und Hilfsbereitschaft ist ein wichtiger Punkt, das steht außer Frage, jedoch muss man sich auch im klaren sein, welche Folgen eine Entscheidung u. U. hat. Patienten von einem "Hotspot" in den anderen zu verlegen, macht aus meiner Sicht wenig bis keinen Sinn. Hätte man sich vor einer Verlegung der Patienten nach Berlin einmal in z.B. in Brandenburg (LK Uckermark, LK Märkisch-Oderland oder LK-Havelland) umgeschaut, wäre man darauf gestoßen, das dort noch verhältnismäßig viele Kapazitäten gewesen wären (auch ITS Betten). Corona Patienten die nicht intensivpflichtig sind zu verlegen, ist schön und gut, aber was passiert, wenn es ihnen plötzlich schlechter geht? Ich hoffe sehr, das Sie meiner Couleur nicht begegnen werden, da ich selbst für Patienten aus "Brandenburg" alles geben würde um ihnen zu helfen! Frohe Weihnachten und bleiben Sie gesund!

  7. 18.

    "Frag nicht, was Dein Land für Dich tun kann - frag, was Du gegen Corona tun kannst!" Wenn man nach Asien schaut, machen die genau das besser. "Social distancing" mußte dort "nicht erst erklärt werden".

    "Notfallprogramm" heißt halt, daß Du mit verschlissenem Knie oder "abgelaufener" Hüfte keinen Operationstermin bekommst: "Dann läufste halt ma' nich! Is' auch besser für die Gesellschaft!" Dein Auge hängt raus? Da haben wir den Hausmeister angelernt, der hat unglaubliches Geschick beim Augenreindrücken.

    Man kann die Sparpolitik im Gesundheitswesen kritisieren. Daß dieses System an seine Grenzen kommt, liegt aber im größten Teil an dem verantwortungslosen Umgang der Gesellschaft mit der Pandemie.

  8. 17.

    kann ich nur voll zustimmen geht mir genauso. Gestern bei Maybrit Illner waren gute Vorschläge wie man es zukünftig machen könnte. Aber man hat gemerkt das die Politik in Vertretung vom MP Saarland das nicht wollen inkl. Herr Lauterbach. Diese setzen weiter auf die Mittelalterlich Keule des Lockdowns. Naja werden wir mal sehen wie weit Sie damit kommen und immer mehr der Bevölkerung einfach nicht mehr mit machen

  9. 16.

    Ach schon wieder so ein süßer Panik Mensch, zu ihrer Information, Leichen wurden schon immer in Kühlcontainern gelagert.
    Langsam hat man den Eindruck dass Verschwörungstheorien und Corona bekloppte mittlerweile auch auf der anderen Seite, der Lockdown Befürworter, beherrscht.
    Gibt's den wirklich keine normalen Menschen mehr die sachlich nüchtern, aber natürlich mit dem entsprechenden Ernst der Lage an die Sache gehen.
    Pragmatisch gesehen, da jetzt kein Personal nachkommen wird, müssen wir massiv die über 70 jährigen schützen, alles andere an Maßnahmen wird nichts mehr bringen.

  10. 15.

    Genau, die Zahlen verschweigen und im Notfall keine Hilfe bekommen wäre definitiv besser.....

  11. 14.

    Ich behaupte, das Einige jetzt nicht dort wären, wenn wir schon, was durchaus möglich gewesen wäre, seit Anfang Dezember geimpft hätten.
    Dieses Warten auf Brüssel wird uns spätestens Weihnachten auf die Füße fallen.
    Gott bewahre.

  12. 13.

    Ich muss mittlerweile sagen, das die Presse und die Politik dafür gesorgt hat, das mir die Zahlen egal sind. Jeden Tag ein neues Verbot und eine neue höchstzahl haben mich abgestumpft.
    Weniger wäre un dem Fall mehr gewesen.

    Jeden Tag kommt auch in der Presse das 85% der Toten über 70 sind. Warum um Gottes Willen wird diese Sparte nicht mehr geschützt? Die Zahlen werden nicht sinken, wenn sie das nicht tun, allein in MOL sind laut Lageolan die Hälfte der Infizierten in Pflegeheimen...da nützt der Lockdown gar nichts, außer das andere in den Ruin getrieben werden.

  13. 12.

    Das hat nichts mit Verschwörungstheorien zu tun, das den Bürgern Angst gemacht werden sollte. Hat keiner Angst, macht keiner mit.
    https://www.focus.de/politik/deutschland/aus-dem-innenministerium-wie-sag-ichs-den-leuten-internes-papier-empfiehlt-den-deutschen-angst-zu-machen_id_11851227.html

  14. 11.

    Ihre Verschwörungstheorie dürfen Sie gerne mal in einem Krankenhaus Ihrer Wahl überprüfen.... Unglaublich. Wer ist denn ihrer Meinung nach der Initiator des „Modus Operandi“?

  15. 10.

    Ich habe heute eine Grafik im TV gesehen (ARD), wonach es bereits sogar schon die Personen über 70 Jahre sind, die die Gruppe der meisten Toten bildet. Vor allem aber muss man sich klar machen, WIE die Leute sterben, die im Krankenhaus sterben, nämlich völlig einsam und isoliert. Sie kommen auf die Corona-ITS und sehen ihre Familien bis zu ihrem Ende, oft nach wochenlanger Liegedauer, nie wieder, sind komplett alleine. Und alle um sie herum nur im Schutzanzug, das Menschliche in unserem Wesen unkenntlich machend. Gerade für ältere Menschen, die häufig von Hause aus schon so wehr- und schutzlos sind, eine furchtbare Lage.

  16. 9.

    Ganz Unrecht hat er nicht. Sicherlich ist es (leider) möglich, dass das Gesundheitssystem komplett kollabiert und sämtliche Kapazitäten erschöpft sind. Diese Situation haben wir momentan aber zum Glück noch nicht. Ist Ihnen mal aufgefallen, dass derlei Meldungen seit geraumer Zeit publiziert werden? Seit mind. 8 Wochen - bis dato. Demnach müsste dann schon alles hier komplett zusammengebrochen sein denn man hörte und las täglich Schlagworte wie „Überlastung“ oder „Belastungsgrenze“. Leider ist aber genau das anscheinend der Modus Operandi in dieser Krise um auch den letzten Corona-Maßnahmen-Verweigerer dazu zu bewegen, sich doch bitte an die einfachsten Maßnahmen zu halten. Es muss so dargestellt werden damit auch der letzte den Ernst der Lage kapiert. So ist zumindest mein Eindruck. Manchmal nervt mich diese Berichterstattung ebenso, obgleich ich die Angst vor einem Kollaps selbstverständlich verstehen kann, versuche aber, zwischen diesem ganzen Schwarz/Weiß die Grautöne zu erkennen.

  17. 8.

    Eklig Deine Einstellung... es geht nicht nur um Todesfälle. Erkrankung und intensiv reichen schon aus, um die Belastung in den KH in ein unerträgliches Maß zu bringen. Das Personal ist ebenfalls betroffen. Das fährt übrigens mit der BVG ....

  18. 7.

    Lieber "Stefan54",
    wenn in Südbrandenburg keine ITS-Bett verfügbar ist, PAtienten ausgeflöogen werden müssen,
    Berlin aber - so Scheisse die Lage auch ist - noch Kapaziten hat,
    Stand heute gut 100 ITS Betten, dann ist es NORMAL Unterstützung anzubieten.
    Wären in Tegel zwei Jumbos gecrasht, wären auch Patienten ins Brandenburger Umland gekommen.
    Diese LAstenverteilung ist zwingend nötig.

  19. 6.

    Ach Stefan54, Dir ist doch wirklich jedes Mittel recht, um Stimmung zu machen. Als wenn Solidarität und Hilfsbereitschaft nicht mehr zählen. Leute Deiner Couleur möchte ich nicht in verantwortlicher Position sehen.

  20. 5.

    @Adrian 4,
    So kann man auch ausdrücken das man keine Ahnung hat was eine pandemische Lage ist.
    Für Ihren Vorschlag ist es deutlich zu spät , das ist keine Panikmache sondern die Realität.

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