Ostprignitz-Ruppin - Landrat warnt vor Scheitern der Übernahme von Impfzentren

Das Kulturhaus mit angrenzender Sporthalle nahe dem Bahnhof Am Bürgerpark. (Quelle: dpa/Soeren Stache)
Audio: Antenne Brandenburg | 14.06.2021 | Ralf Reinhardt | Bild: dpa/Soeren Stache

Ende Juli sollen die vom Land Brandenburg organisierten Impfzentren geschlossen werden. Landkreise und Kommunen können diese aber in Eigenregie weiterbetreiben. Der Landrat von Ostprignitz-Ruppin sieht aber noch zu viele Hürden.

Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin erwägt, über Juli hinaus das bislang vom Land Brandenburg geführte Impfzentrum in Kyritz weiterzubetreiben. Das hat Landrat Ralf Reinhardt (SPD) im rbb betont. Allerdings sieht er auf dem Weg dorthin noch zahlreiche Barrieren und übt scharfe Kritik an der Landesregierung und an der Kassenärztlichen Vereinigung (KVBB) Brandenburg.

Reinhardt: "Hier wird Bürokratie über alles gestellt"

Reinhardt habe angesichts freier Kapazitäten im Impfzentrum in Kyritz spontane Impftermine ohne Voranmeldung ermöglichen wollen, doch daraufhin habe die KVBB mehrere bereits zugeteilte Ärzte abberufen, sagte der Landrat dem rbb. Begründet worden sei dies mit zu wenigen vergebenen festen Terminen. "Wir haben eine gemeinsame Aufgabe, und hier wird die Bürokratie über alles gestellt. Die Bürokratie im Sinne von 'es soll eine Trennung der Impfstränge beachtet werden'." Also ob die Kommune, die Kassenärztliche Vereinigung oder ob eine Arztpraxis impfe. Da dürfe auf keinen Fall geimpft werden, wenn Impfstoff von jemand anderem zur Verfügung gestellt werde. "Dass wir an so einen Punkt kommen, regt mich maßlos auf", sagte Reinhardt dem rbb.

Er finde es "skandalös, dass diese Art der Bürokratie dazu führt, dass wir schlimmstenfalls Impfungen nicht durchführen können." Mit diesen Praktiken werde der Weiterbetrieb solcher Impfzentren nicht nur erschwert, "sondern kann ganz schnell unmöglich werden. Da stellt sich die Frage, ob die Übernahme der Impfzentren überhaupt vom Land gewollt ist", betonte Reinhardt im rbb-Gespräch.

Auch Landkreis Uckermark will Impfzentrum übernehmen

Neben dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin will auch die Uckermark ab August das Impfzentrum in Prenzlau weiterbetreiben. Landrätin Karina Dörk (CDU) sagte bereits im Mai dem rbb, die Haus- und Fachärzte in der Uckermark schafften die Impfungen nicht allein. Im Juni wolle der Kreistag über eine Übernahme des Impfzentrums entscheiden, kündigte sie an.

Aus dem Brandenburger Innenministerium hieß es derweil am Montag, neun der elf Impfzentren würden ab August von Kommunen und Landkreisen weiterbetrieben. Darauf habe man sich geeinigt. Nun gehe es darum, einen lückenlosen Übergang sicherzustellen. Die Impfzentren in Oranienburg und Elsterwerda (Elbe-Elster) werden dagegen am 31. Juli vom Netz gehen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 14. Juni 2021, 10 Uhr

Was Sie jetzt wissen müssen

Nächster Artikel