Kommunen und Landkreise übernehmen - Neun Impfzentren in Brandenburg sollen bestehen bleiben

Audio: Antenne Brandenburg | 14.06.2021 | Torsten Sydow

Wochenlang wurde in Brandenburg verhandelt, jetzt steht das Ergebnis fest: Neun der elf bislang vom Land betriebenen Impfzentren werden über Juli hinaus von den Kommunen weiterbetrieben. An dem Vorhaben gibt es aber auch Kritik.

Ein Großteil der Impfzentren in Brandenburg soll erhalten bleiben. Neun der elf der Zentren, die die Kassenärztliche Vereinigung (KVBB) betreibt, werden spätestens zum 1. August von den Kommunen übernommen, wie der Staatssekretär im Innenministerium, Markus Grünewald am Montag im Innenausschuss des Landtages mitteilte. Nur die Stadt Oranienburg und Elsterwerda (Elbe-Elster) werden demnach die jeweiligen Zentren nicht übernehmen.

Jetzt soll an lückenlosem Übergang gearbeitet werden

"Das ist eine gute Nachricht für die KVBB", sagte ihr Sprecher Christian Wehry. Nun müsse mit allen Verantwortlichen gesprochen werden, um einen lückenlosen Übergang zu gewährleisten. Bei dem Impfgipfel am 10. Mai hatte die KVBB für alle Impfzentren in ihrer Regie den weiteren Betrieb bis zum 31. Juli zugesagt.

Das Innenministerium hatte in der vergangenen Woche auf Informationen zur Zukunft der Impfzentren gedrängt, um eventuell frei werdende Kapazitäten zeitnah in andere Impfstränge umleiten zu können.

Landrat sieht managelnde Flexibilität vor Ort

Der Landrat von Ostprignitz-Ruppin, Ralf Reinhardt (SPD), sieht noch große Problemen bei der Übernahme von Impfzentren. Im Gespräch mit dem rbb beklagte er, die KVBB und die Landesregierung erschwerten mit ihren bürokratischen Anforderungen die Impfarbeit vor Ort.

Reinhardt wollte eigenen Angaben zufolge im Impfzentrum in Kyritz wegen freier Kapazitäten auch ohne Terminvergabe impfen lassen, doch die KVBB habe dort letztlich ihre Impfärzte abgezogen wegen zu wenig vergebener fester Termine. Er finde es "skandalös, dass diese Art der Bürokratie dazu führt, dass wir schlimmstenfalls Impfungen nicht durchführen können".

Mit diesen Praktiken werde der Weiterbetrieb solcher Impfzentren nicht nur erschwert, "sondern kann ganz schnell unmöglich werden. Da stellt sich die Frage, ob die Übernahme der Impfzentren überhaupt vom Land gewollt ist", betonte Reinhardt im rbb-Gespräch.

Impftempo in Brandenburg nimmt zu

Unterdessen sind zuletzt in Brandenburg so viele Menschen geimpft worden wie noch nie innerhalb einer Kalenderwoche: Binnen sieben Tagen wurden mehr als 111.000 Menschen erstmals gegen das Coronavirus geimpft, mehr als 85.000 Menschen im Land erhielten ihre Zweitimpfung, wie das Brandenburger Innenministerium am Montag mitteilte. 100.000 Impfungen wurden in dieser Rekordwoche in Praxen durchgeführt, 61.000 in Impfzentren und die übrigen in Krankenhäusern sowie durch mobile Impfteams.

Seit Beginn der Impfkampagne haben in Brandenburg 1.180.066 Menschen eine Erstimpfung erhalten (46,8 Prozent der Bevölkerung), 623.983 Menschen sind vollständig geimpft (24,7 Prozent).

Sendung: Brandenburg aktuell, 14. Juni 2021, 19:30 Uhr

Was Sie jetzt wissen müssen

4 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 4.

    Also gerade auf dem platten Land könnte man viel mit mobilen Impfteams erreichen. Gezielt ankündigen, Ort X wird dann und dann geimpft usw. Karrt den Stoff zu den Menschen und wartet nicht, dass sie zu euch kommen.

  2. 3.

    Maria, sie waren wohl eine der Erstgeimpften???Dann könnte ich auch so reagieren.

  3. 1.

    Wow Brandenburg! Jetzt haben wir den 14.Juni. Seit Dezember wird geimpft, warum erst jetzt?! Man hätte sich viel Ärger ersparen können!

Nächster Artikel