Archivbild: Ein Schüler schreibt am 20.05.2020 während der Deutsch-Abitursprüfung in der Sporthalle des Albert-Einstein-Gymnasiums; auf seinem Kapuzenpulli steht geschrieben: "Corona hAbi - Zuhause geblieben, trotzdem bekommen." (Quelle: dpa/Felix Kästle)
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Interview | Elternsprecherin in Berlin - "Schule und Abitur sind zum Lottospiel geworden"

Elternsprecherin im Corona-Jahr zu sein ist eine echte Herausforderung. Vom Aufwand her "fast ein Zweitjob", sagt Susanne Dietrich. Deren Tochter geht auf ein Berliner Gymnasium und soll bald Abitur machen - obwohl vollkommen unklar ist, wann und wie.

rbb|24: Frau Dietrich, Sie sind Elternsprecherin an einem Berliner Gymnasium, an dem ihre Tochter in diesem Frühjahr Abitur machen soll. Nimmt Sie die Arbeit als Elternsprecherin derzeit sehr in Anspruch oder läuft das eigentlich wie immer?

Susanne Dietrich: Ich bin seit fast sechs Jahren immer wieder Elternsprecherin und Gesamtelternvertreterin und es läuft überhaupt nicht wie sonst. Es bedeutet zwar immer ein bisschen Arbeit, aber seitdem es Corona gibt, hat das fast die Ausmaße eines Zweitjobs angenommen. Wir Elternvertreter werden ja auch als Kontakt von den Lehrern "benutzt", um Aufgaben, Entscheidungen und Neuigkeiten an die Eltern und Schüler weiterzutragen. Das ist sehr zeitraubend. Es sind derzeit in der Woche mindestens fünf Stunden.

Sind sich die Eltern denn weitgehend einig, was sie für die Schüler wollen oder gibt es viel Hin und Her?

Das ist sehr unterschiedlich. Jetzt hatten wir gerade eine Art Patt-Situation, die am vergangenen Wochenende (8./9./10.1.) aufkam. Denn der Berliner Senat hat da ja die Entscheidung, ob die Abschlussklassen im Präsenzunterricht beschult werden sollen, an die Schulleiter und Elternvertreter weitergereicht. Wir haben da dann also eine Doodle-Umfrage unter den Eltern gestartet, um deren Feedback einzuholen. Da haben fast alle Eltern des Abschlussjahrgangs mitgemacht. Die Abstimmung war leider im Ergebnis nicht besonders eindeutig. Es gab eine leichte Mehrheit der Eltern, die die Kinder trotz aller Widrigkeiten lieber wieder beschult hätten. Ein etwas kleinerer Teil wollte das auf keinen Fall. Dann wurde in Abstimmung mit Schülern, Schulleitung und Elternvertretern entschieden, in der Woche vom 11. bis 15.1. weiter Distanzunterricht zu machen. In der Folgewoche ist ein Präsenztag angedacht. Das soll aber am 19.1. anhand der Infektionszahlen final entschieden werden.

Viele Eltern sind unter Druck, wenn jetzt – in diesen letzten acht Wochen vor dem Abitur – keine Beschulung durch Präsenzunterricht stattfindet. Denn der Senat hat zwar beschlossen, dass nur in prüfungsrelevanten Fächern Klausuren geschrieben werden - doch es stellt sich ja die Frage, wie die Lehrer in den anderen Fächern dann ohne Präsenzunterricht zu Noten kommen wollen. Das ist eine existenzielle Frage, weil dieses Semester voll in die Abiturnote miteinfließt.

Ich verstehe Sie richtig: Jede einzelne Berliner Schule entscheidet gerade selbst, ob die Abiturienten Präsenzunterricht haben oder nicht?

Ja, das hat jede Schule in Absprache mit den Elternvertretern für sich selbst entschieden. Der Schulleiter hat die Entscheidung dann mit der Schulaufsicht abgesprochen. Die Schulaufsicht winkt diese Entscheidungen aber natürlich durch, weil man dort natürlich genau so im Wind und Regen steht wie die Schulen auch.

Da hier in Berlin ein Zentralabitur geschrieben wird, haben doch Schüler, deren Schulen sich für Präsenzunterricht entschieden haben, dann aber schon einen Vorteil gegenüber denen, die weiter allein zuhause sitzen?

Ja, das ist so. Wirklich zentral ist das nun in diesem Jahr dann nicht mehr.

Das heißt, je nachdem, wie gut ein Schüler darin ist, autodidaktisch zu lernen, je größer ist jetzt seine Chance auf ein gutes Abitur?

Das kann man so sagen. Die Schüler haben natürlich immer die Möglichkeit, in den Sprechstunden mit den Lehrern und Tutoren Fragen zu stellen, aber das ersetzt natürlich nicht, was Lehrer im Präsenzunterricht an Wissen an die Schüler vermitteln.

Wie geht es den Schülern damit?

Meiner Tochter geht es damit sehr gut, weil sie das gut kann und super klarkommt. Aber ich kriege mit, dass es Mitschüler gibt, die wirklich richtig baden gehen. Das kann man wirklich so sagen. Schon im ersten Lockdown war das ja ähnlich. Das Ergebnis war, dass etwa 15 Prozent der Schüler sich dazu entschlossen haben, das Schuljahr freiwillig zu wiederholen, weil sie keine Chance für sich sahen, das Abi in einer guten und geeigneten Form zu machen.

Was wären aus Ihrer Sicht Lösungen für die Situation mit den Abiturienten?

Fairer wäre, wenn jetzt ganz schnell beschlossen würde, dass die Schüler ein halbes Jahr mehr Zeit bekommen und das Abitur erst im nächsten Winter stattfindet. Oder man spricht einfach über 13 und nicht zwölf Jahre. Anders ist es für mich kaum denkbar. So wie der Online- und Fernunterricht läuft, wird das nie funktionieren. Das fängt doch schon damit an, dass nicht jeder Schüler ein Gerät hat, um zuhause teilzunehmen. Etwa ein Drittel der Schüler macht das über das Smartphone, weil sie zuhause keinen Rechner haben.

Oder die Abitur-Richtlinien für dieses spezielle Abitur müssen geändert werden. Sodass es eben statt eines zentralen Abiturs schulgenauer wird. Dass die Schulen selbst eventuell die Abi-Aufgaben stellen – je nachdem, wie der Unterricht stattfinden konnte.

Haben Sie ein gewisses Verständnis dafür, wie der Senat agiert oder fühlen Sie sich da total im Stich gelassen?

Der Senat hat die Schulen und auch die Eltern und Schüler ganz klar im Stich gelassen. Was da läuft, spricht von einem wahnsinnig schlechten Management und ist total verantwortungslos. Bei der Entscheidung, ob Präsenzunterricht stattfinden soll oder nicht, waren übrigens die Lehrer die einzigen, die überhaupt nicht vom Senat gefragt wurden. Bei uns an der Schule hatte uns der Schulleiter dann erklärt, dass die Lehrer eine Entscheidung für Präsenzunterricht durchaus mit Sorge gesehen haben – wegen des Ansteckungsrisikos. Aber sie wurden – als diejenigen, die von den Entscheidungen neben den Schülern direkt betroffen sind - offiziell eben gar nicht mit einbezogen. Da versagt der Berliner Senat wirklich auf ganzer Linie.

Haben Sie denn für die Haltung dieser Lehrer Verständnis?

Ich bin da hin- und hergerissen. Ich hätte als Elternteil eher dazu tendiert, den Präsenzunterricht stattfinden zu lassen. Trotzdem kann ich auch den Standpunkt der Lehrer verstehen, die das nicht wollen. Aber was ich nicht verstehe ist, warum man die Lehrer nicht dazu verpflichten kann, ordentlichen Online-Unterricht zu machen. Da hat doch die Politik auch versagt. Das hätte nach dem ersten Lockdown sofort gesetzlich festgelegt werden müssen. Aber es gibt da keine Richtlinien und jeder Lehrer kann für sich entscheiden, was er bereit ist zu machen. Da hat nicht einmal die Schulleitung eine Handhabe.

Es ist eine Art Lottospiel. Wer Glück hat, an einer guten Schule mit ambitionierten Lehrern zu sein, für den läuft es. Und wenn nicht, dann nicht.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Das Interview führte Sabine Priess, rbb|24

Sendung: Abendschau, 14.01.2021, 14 Uhr

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40 Kommentare

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  1. 40.

    Sehr geehrter Herr Müller,

    vielleicht verstehe ich Ihren Sarkasmus nicht oder Sie meinen es wirklich ernst.
    Warum ist die Elternzeit ein Tariflohn-Fluchtmodell? Wieso maßen sich zum größten Teil immer Männer an, über Schwangerschaft, Elternzeit etc. zu urteilen? Elternzeit ist kein Urlaub, sondern Erziehungszeit - ein 24 Stundenjob. Im Vergleich zu der Betreuung von Säuglingen + Kleinkindern ist der Gang auf die Arbeit ein Kinderspiel. Ich bin notgedrungen nach 3 Monaten "Elternzeit" (übrigens unbezahlt) wieder arbeiten gegangen und weiß, wovon ich rede.
    Und dann wieder diese leidige Diskussion darum, warum die Allgemeinheit die Kinderkosten (teilweise) tragen soll. - Ganz einfach - Kinder sind ein "Allgemeingut". Oder wer, glauben Sie, pflegt Alte und Kranke, arbeitet in der Zukunft und zahlt in Zukunft die Steuern, Rentenbeiträge o.ä. , um Ausgaben auch für Kinderlose zu finanzieren?
    Also ein klares "ja" auf Ihre Frage - Kinder unterstützen die eigenen Eltern - UND andere.

  2. 39.

    Das Ringen um Zeit...
    Denjenigen, die vorschlagen, man (oder alle) solle(n) halt ein Jahr wiederholen, möchte ich zu bedenken geben, dass dies im letzten Schuljahr vermutlich auch schon einige getan haben - und jetzt nicht besser dastehen.

    Mein Sohn will nur noch irgendwie sein aktuelles Jahr (11. Klasse) durchbekommen und dann wahrscheinlich abgehen. Fachhochschulreife hätte er dann immerhin, wenn er im Anschluss z.B. ein FSJ macht. Angesichts der Tatsache, dass er seit fast einem Dreivierteljahr gefühlte Schulferien hat und von seiner Schule so gut wie nichts kommt, kann ich ihm das nicht verdenken.

  3. 38.

    Früher haben ja auch Leute ihr Abi auf dem Zweiten Bildungsweg im Fernlehrgang gemacht. Da gabs dann eben Studienbriefe zum Bearbeiten und Zurückschicken. Das hätte man jetzt genau so regeln können, dann hätten nämlich alle eine Chance. Auf Teufel komm raus alles auf digital umzustellen, ist für alle, Schulen und Schüler, doch nur Stress, weil der (MIss)erfolg immer von Technik und technischem know-how abhängt. Digitalkompetenz ist zwar nett, hilft aber in keiner Abschlussprüfung weiter. Es würde aber sehr wohl helfen, wenn man solide gelernt hätte, Arbeitsblätter abzuarbeiten, Texte zu erfassen etc. Sich Randnotizen zu machen, Wichtiges zu unterstreichen. Was auf einem normalen Rechner alles nicht geht. Man sollte physische Lehrmittel nicht unterschätzen. Wenn man will, geht alles. (Zumal viele Lehrkräfte ihre Blätter eh auf Halde haben und alljährlich wieder benutzen.)

  4. 37.

    ... dann fällt eben 1 Jahr aus. Mann kann da ja auch die Theorie vorziehen. Ich will Ihnen mal sagen, wie das bei mir/uns ablief. Wir haben in 2 Jahren das gesamte Portfolio der Firma gelernt in läppischen 2 Jahren. Heute lernt man einen winzigen Teil davon in 3 Jahren. Finde den Fehler.

  5. 36.

    ... da muss gar nichts mehr her. 1 Lehrer unterrichtet online 5 Klassen und 3 Lehrer beantworten/ managen Fragen. Da haben wir sogar 1 Lehrer gespart. Plattformen gibts verschiedenste.
    Ich selbst hatte heute ein online Meeting mit 312 Teilnehmern, klappt prima.
    Wenn man will, findet man wege. Wenn nicht, Ausreden.

    Zur Elternzeit möchte ich mich lieber nicht äußern, das würde nicht gut ankommen. Nur soviel bei uns geht jetzt 1 Mutter in selbige. Alle anderen müssen die Arbeit mit machen und schieben teils Überstunden. Anlernen geht nicht da zu speziell und für die Dauer jemand anderen zu finden ist quasi unmöglich.

  6. 35.

    Betriebe werden keine Azubis aufnehmen, weil die irgendwo SITZEN oder STEHEN müssen zum ARbeiten, unter 1,5m Abstand, oder sollen die im Kämmerchen mit dem Kopierer und Drucker ihr Leben fristen und nix lernen? Wie früher, geh ma Bier holn? Man KANN nicht ausbilden, wenn es untersagt ist, die Leute einzuweisen. Azubis und Praktikanten waren die ersten, die im Frühjahr gehen mussten und kamen als letzte wieder zurück.

    Aber heute sind natürlich ALLE Azubis noch in den Betrieben und die Praktikanten auch. Das wird sich hoffentlich ab morgen ändern. Keiner will noch nen halbwüchsigen Typen mit den Beenen unter dem gleichen Schreibtisch bei sich sitzen haben... sorry.

    Und ja, ist beschissen, aber was nützt mir nen Azubi, wenn die Omma tot ist?????

  7. 34.

    Lieber Matthias, sind sie im Schulsystem tätig oder in Elternzeit?
    Ich ja, beides. Lehrerin in Elternzeit. Und ihre Gedanken sind einfach nicht umsetzbar! An meiner Schule gibt es teilweise 4 zügige Jahrgänge und keine Lehrer, denn es wird rotiert. Oder wo sollen mit einmal 4 Lehrer für nur eine Schule herkommen, ganz zu schweigen von hundert Schulen dann? Eine Klasse verabschieden, eine neue bekommen... wie soll das gehen, wenn keine Klasse geht?
    Mit den Kitas das gleiche. Kinder werden eingeschult, neue Kinder kommen. Was ist daran nicht zu verstehen, dass es nicht funktioniert, indem man einfach sagt: das Jahr soll einfach wiederholt werden? Und dass die Politik mir 2 oder 3 Jahre Elternzeit sponsert???... habe leider kein TUI oder Lufthansa auf dem Klingelschild zu stehen.
    Abgesehen davon gibt es mittlerweile eine sehr renommierte Studie zu den Folgen dieser Politik für unsere zukünftige Generation!
    Es gibt bereits Betriebe, die angekündigt haben dieses Jahr keine Auszubildenden aufzunehmen, weil diese keinen gleichwertigen Abschluss haben. Ich finde es wahnsinnig traurig und beschämend, was alles auf den Rücken unserer Zukunft rücksichtslos abgeladen wird.
    https://edoc.rki.de/handle/176904/7549

  8. 33.

    Warum muss Elternzeit eigentlich bezahlt werden ? Wieder ein Lohntarif-Flucht-Modell. -Werden die Eltern nicht später von den Kindern unterstützt ? - Ja, stimmt, zur Familie gehören immer Kinder und Eltern. - Ein Kind hört auf Kind zu sein, wenn seine Eltern Tod sind.

  9. 32.

    Hallo Mathias,

    bei ihren Denkansätzen pflichte ich ihnen bei. Das sehe ich genauso.

    Schön Grüße und gesund bleiben!

  10. 31.

    Die Idee finde ich richtig.
    Ich sehe das genauso.
    Haben Sie eine Antwort darauf bekommen?

  11. 30.

    Das ist genau diese unangenehme Art und Weise, eine Gedanken sofort im Keim zu ersticken.
    Und es ist der Grund, weshalb man immer in den ausgefahrenen Gleisen bleiben wird.
    MrFox und kurz danach ich haben ja gar nicht behauptet, der Weisheit letzten Schluss zu kennen.

    Stattdessen poltern Sie los, die anderen hätten nur die Problematik nicht verstanden. Diskussion beendet.
    Wie wär's denn mal mit richtig zuhören und vielleicht sogar nachdenken?

    Eine Idee ist doch nicht nur dann gut, wenn sie problemlos umsetzbar ist.

    Ihre Frage, wer den Eltern die Elternzeit bezahlen soll, mutet angesichts der aktuellen Summen, mit denen die Bundes- und Landesregierungen hantieren, schon fast lächerlich an.

  12. 29.

    Lehr- und Ausbildungspläne entstauben ? Lesen, Schreiben, Rechnen, Mitgefühl, Rücksichtnahme, Musizieren bei Musikern, Malen, Theaterspielen, Fahrerlaubnis bei Busfahrern, Anatomie bei Physioterapeuten, schneiden und nähen bei Chirurgen, Physik bei Ingenieuren, Chemie im Labor, soviel unnützes Wissen, Denken bei Wählern und Politikern, Wir können soviel Zeit einsparen. - Nun Gut, Archäologen und Historiker können sich auch später mit den ausgestorbenen Volksgruppen zwischen Alt-Jütland und den Alpen beschäftigen.

  13. 28.

    Hallo Ich, ja genau. Aber haben Sie denn eine Alternative im Gepäck, was man machen könnte, um sich nicht anzustecken und gesund zu bleiben?

  14. 27.

    Das sehe ich z.T. auch so. Aber fairerweise muss man auch sagen, dass man hinterher natürlich immer schlauer ist ...

  15. 25.

    Hallo Mareen,

    das ist mir schon bewusst. Mal etwas persönliches: als ich in der 6. Klasse in der Grundschule war (Mitte 90er) reichte bei uns die Klassenkennung bis „f“, mit einer Klassenstärke von ca. 31-33 Schüler, in einer 3 zügigen Schule mit Außenstelle. Fachräume wurden zu Klassenräumen...Nicht schön, ging aber...

    Ich denke, dass angesichts von 9 Mrd. für Lufthansa und co auch für Eltern das ein oder andere Erziehungsjahr noch finanziert werden könnte. Na gut, meine Idee ist auch nur ein Vorschlag.

  16. 24.

    MrFox, ich glaube sie verstehen die Problematik so gar nicht leider. WO sollen die Lehrer herkommen,wer soll 4 erste Klassen, egal ob mit 6 oder 7 Jahren eingeschult, unterrichten und wo sollen die Kinder sitzen? Und ein Kind geht in neuen Bundesländern selten erst mit 3 oder 4 Jahren in die Kita. Wer bezahlt den Eltern 2 oder 3 Jahre die Elternzeit? Sie? Von Luft und liebe lassen sich keine Miete und Verpflegung bezahlen.

  17. 23.

    Hallo Mareen,

    man kann ja entscheiden ob mit 6 oder 7 eingeschult wird. Eine Spanne gibt es doch auch beim Start in der Kita, mit 3 oder 4. Hilft es nicht auch etwas bei der Entwicklung, wenn mal etwas mehr Zeit ist und nicht so ein Druck dahinter ist? Bleiben Sie gesund! Grüße nach MOL

  18. 22.

    Ihren Gedanken hatte ich auch und schon gegenüber der GEW geäußert.

    Alle Schüler wieder holen das Schuljahr. Die Schulanfänger des Jahres 2021 beginnen die Schule erst im Jahr 2022.

    Vorteile:
    (1) Das aktuelle Schuljahr könnte relativ locker weiterlaufen und die verschiedenen Formen (Home Schooling, Präsenzunterricht, Freizeit) anbieten.
    (2) Es besteht Hoffnung, dass das neue, zu wiederholende Schuljahr ab September '21 mehr oder weniger "normal" ablaufen könnte.
    (3) Die sog. Corona-Jahrgänge hätten in der Zukunft nicht das Stigma, dass ein Teil ihrer Ausbildung nicht ganz so gut war. Im Gegenteil, durch die Wiederholung des Schuljahres würden die Schüler*innen vielleicht sogar als besonders gut ausgebildet gelten.
    (4) Den aktuellen Bemühungen würde man den ganz großen Druck nehmen.

    Als Nachteil ist natürlich das "verlorene" Jahr zu benennen.
    Aber ausnahmslos ALLE Menschen werden irgendwann über das Jahr 2020 als verlorenes Jahr sprechen.

  19. 21.

    Dass diesen Jahrgängen ein Jahr in der „Rentenkasse“ fehlt, da gebe ich ihnen Recht. Bleibt noch die Gretchenfrage: Was für ein Stigma werden diese Jahrgänge haben, wenn jetzt besondere Prüfungen oder die Noten anders berechnet werden? „CoronaAbi“ oder „MSA light“? Und wenn man in den 30igern oder jünger ist, kann man auf das jährliche Schreiben der Rentenversicherung getrost verzichten. Dass ich mich m Alter trotz guter Arbeit auf Grundsicherung angewiesen sein werde müssen die mir nicht jedes Jahr mitteilen.

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