Berliner Gesundheitsämter - "Das ist ungefähr das Gegenteil von Digitalisierung"

Fr 26.02.21 | 21:20 Uhr | Von Sabine Müller
  47
Mitarbeiter des Gesundheitsamtes Mitte mit Gesichtsschutzschirm telefonieren im Lagezentrum des Gesundheitsamt Mitte (Bild: dpa/Britta Pedersen)
Bild: dpa/Britta Pedersen

Bis zu diesem Wochenende sollen eigentlich alle deutschen Gesundheitsämter die einheitliche Corona-Software "Sormas" einführen. Bundesweit klappt das nicht, das ist längst klar. In Berlin angeblich schon - doch die Realität sieht anders aus. Von Sabine Müller

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) klang mächtig stolz, als sie vor knapp zwei Wochen im Gesundheitsausschuss über die "gute Situation" in Berlin referierte. Da machten gerade Zahlen die Runde, bundesweit wolle nicht einmal jedes zweite Gesundheitsamt die Corona-Kontaktnachverfolgungs-Software "Sormas" einführen, mit der Daten über Stadt- und Landesgrenzen hinweg ausgetauscht werden können. Für Berlin meldete Kalayci dagegen 100 Prozent Erfolgsquote, alle zwölf Bezirke führten "Sormas" ein, sagte sie. Acht arbeiteten schon mit der Software, vier seien noch in der Einführungsphase.

Doch in der Praxis zeigt sich, dass nicht 100 Prozent der Berliner Gesundheitsämter hinter dem Projekt stehen.

Gelobt und gehasst

Auf der einen Seite gibt es die glühenden Verfechter von "Sormas", wie Nicolai Savaskan, den Amtsarzt von Neukölln. Er sieht "Sormas" als den großen Wurf, die Software, die alle 375 Gesundheitsämter in Deutschland in der Lage versetzt, untereinander zu kommunizieren: "Wenn man sich anschaut, was uns 'Sormas' beschert, dann ist das quasi einmalig in der Geschichte der öffentlichen Gesundheit, weil wir jetzt die Möglichkeit haben, mit einer Lösung ins 21. Jahrhundert zu treten."

Auf der anderen Seite gibt es Amtsärzte wie Patrick Larscheid aus Reinickendorf, der "Sormas" für einen Rückschritt gegenüber dem System hält, das er benutzt: "Diese Software ist überhaupt nicht besser als das Vorhandene und keiner versteht so recht: Wieso sollen wir ein System, mit dem wir alle zu arbeiten trainiert sind, tauschen gegen ein anderes System, das wir gar nicht wollen, das wir aber politisch gezwungen sind zu benutzen?"

Larscheid nutzt "SurvNet", eine Software des Robert-Koch-Instituts (RKI), und lobt, die könne viel mehr als "Sormas" vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung. Sie erlaube zum Beispiel viel genauere Eingaben etwa zu Virus-Mutationen und sie habe Schnittstellen zu anderen wichtigen Software-Systemen, die "Sormas" fehlten. Dort sehe Datenübertragung in ein anderes System so aus, dass ein Mensch händisch an der Tastatur Eingaben machen müsse.

"Das ist aus unserer Sicht so ungefähr das Gegenteil von Digitalisierung", kritisiert Larscheid. Nicolai Savaskan betont, "Sormas" bekomme diese Schnittstellen bald, und er lobt, als Open-Source-Software könne "Sormas" von jedem Gesundheitsamt so umprogrammiert werden, wie es vor Ort gebraucht werde. Außerdem sei das Programm auf mobilen Endgeräten einsetzbar, gut, um etwa vor Ort einen Corona-Ausbruch nachzuverfolgen: "Wenn die Hygienekontrolleure ein Tablet haben, dass sie damit unterm Arm zum Ausbruchsort fahren können, dort die Analysen machen und gleichzeitig die Datendokumentation vor Ort betreiben können."

"'Einführen" ein dehnbarer Begriff

Den Reinickendorfer Amtsarzt Patrick Larscheid überzeugt all das nicht. Er macht sehr klar, dass er nicht vorhat, sich und seine Mitarbeiter auf "Sormas" umzuschulen und die Software in seinem Gesundheitsamt zu nutzen. Dass Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci freudig verkündet hatte, auch der Bezirk Reinickendorf habe eine Absichtserklärung unterschrieben, "Sormas" einzuführen, quittiert er mit einem Grinsen. Natürlich könne man Absichten erklären, das sei nicht verboten und "Einführung", das sei doch ein dehnbarer Begriff. Larscheid betont, er wolle "verantwortliches Arbeiten" in einer akuten Stress-Situation und das schließe aus, mitten in einer Pandemie das Arbeitsgerät umzustellen. "Das ist nicht klug", so Larscheid.

"Sormas" als Revolution für die Zukunft?

Währenddessen denkt der Neuköllner Amtsarzt Nicolai Savaskan bei "Sormas" schon längst über einen Einsatz nur im Infektionsschutz hinaus nach. Er sagt, würde sich wünschen, dass mit der Software mittelfristig alle fünf Bereiche der Gesundheitsämter vernetzt werden, also auch Kinder- und Jugendmedizin oder die Betreuung chronisch kranker Menschen. Da liefen zurzeit nicht nur bundesweit, sondern selbst in einzelnen Gesundheitsämtern viele verschiedene Software-Varianten parallel. Seine Vision sieht so aus, "dass wir eben dieselbe Sprache in einem Gesundheitsamt sprechen". Das ist sozusagen die große Verheißung bei "Sormas".

Der Reinickendorfer Patrick Larscheid zweifelt den Nutzen einer solchen Komplettvernetzung an, es gebe gut funktionierende Systeme und keine Notwendigkeit, jetzt alles auf den Kopf zu stellen oder wegzuwerfen. Auch vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung kommt keine Zustimmung für Savaskans große "Sormas"-Träume. Für eine solche Ausweitung gebe es keinerlei Pläne, sagte eine Sprecherin dem rbb.

Zum aktuellen "Sormas"-Einführungsstand sagt die Sprecherin, inzwischen hätten etwa 250 der 375 deutschen Gesundheitsämter die Software installiert. Wie viele dieser Ämter auch tatsächlich mit "Sormas" arbeiten, dazu gibt es allerdings keine genauen Zahlen.

Was Sie jetzt wissen müssen

Beitrag von Sabine Müller

47 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 47.

    Ich habe geschrieben: Oben und/oder unten, meint: von Bundesgesundheitsminster bis Gesundheitsamtsleiter. Ich kann von außen nicht beurteilen, wie und durch wen der Beschluss der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin vorbereitet wurde, was da abgestimmt und geklärt wurde und was nicht, wie die Umsetzung organisiert ist. Ich kann auch nicht die Arbeit der Ämter als Insider beurteilen oder SORMAS bzw. andere IT-Lösungen bewerten. Keine Ahnung, ob und wer recht hat. Ich stelle aber den Widerspruch fest zwischen mehrfachen Beschlüssen aller Regierungschefs unsers Landes und örtlicher Verweigerungshaltung. Das geht nicht! Die Bewältigung der Pandemie geht nicht mit Beamten-Mikado.

  2. 46.

    Ist Kleinstaaterei bei einer bundesweiten Pandemie zielführend?

    Das hier wurde von der Bundeskanzlerin und den Regierungschefs der Länder, darunter Hr.Müller, am 19.01. und 10.02.21 beschlossen: "Die Länder werden durch entsprechende Vorgaben sicherstellen, dass künftig alle Gesundheitsämter SORMAS und DEMIS nutzen. Der Bund wird die dafür erforderlichen technischen Ressourcen bereitstellen. Bis Ende Februar soll SORMAS in allen Gesundheitsämtern installiert werden." Lesen Sie die Beschlüse bitte durch, passt nicht alles hier in 1000 Zeichen.

    Würden Sie nicht erwarten, dass vorbereitet und umgesetzt wird, was alle Regierungschefs des Landes gemeinsam beschließen?

  3. 45.

    Rischtisch... der Bezirksämter und nicht die eines größenwahnsinnigen Amtsarzt, der seine Kompetenzen überschreitet.

  4. 44.

    Sie haben es ja immer noch nicht kapiert... Infektionsschutz ist und bleibt Zuständigkeit der Kommunen, in Berlin der Bezirksämter. Das wurde aber nun schon das ganze Pandemiejahr durchgekaut. Und auch kritisiert. Aber es ist so.

  5. 43.

    Die MP-Konferenz hat das nur EMPFOHLEN, da die Entscheidungshoheit für die eingesetzte Software bei den Landkreisen und Bezirksämtern liegt ! War kürzlich in der Wirtschaftswoche nachzulesen ...

  6. 42.

    Danke. Genau so habe ich #2 gemeint. Was bildet sich der Mann ein, wer er ist?

  7. 41.

    Das mit XP war scherzhaft als Antwort gemeint.
    Eine JRE kann als virtueller Computer unabhängig vom OS locker genutzt werden - ist ja auch Sinn der Sache. Lediglich die Laufzeitumgebung muss auf dem verwendeten Betriebssystem installiert sein. Bei Java kein Problem. Für die Nutzung von Sormas sind minimale Vorgaben zu erfüllen. https://www.sormas-oegd.de/sormas-covid-19-nutzen/
    Will man jedoch einen eigenen Server aufsetzen, wirds etwas umfangreicher. Anstelle der JRE muss das JDK verwendet werden. Dies ist aber hier nachlesbar, inkl. Anleitungen etc.
    https://github.com/hzi-braunschweig/SORMAS-Project/blob/development/SERVER_SETUP.md
    Die Bedenken hinsichtlich der EJBs teile ich.

  8. 40.

    Sie fordern, das Köpfe rollen sollen ! Würde das auch auf Teile oder sogar der gesamten Bundesregierung zutreffen oder nur für nachgeordnete Führungsebenen ?

  9. 39.

    Wir haben eine Pandemie nationaler Tragweite und kein Einzel-Problem in irgendeinem Berliner Bezirk. Alle Ministerpräsidenten beschließen, dass deshalb bundesweit ein einheitliches System genutzt werden soll und wird. Und trotzdem glaubt jeder dritte Amtsleiter, er könne machen was er will. In jedem Unternehmen würden Köpfe rollen. Oben und/oder unten.

  10. 37.

    Das war die passende Antwort auf "Vielleicht sollten Sie sich selbst entlassen, dann wär auch gut !"

    Und ich muß mir hier noch ganz andere Dinge gefallen lassen, irgendwann ist einfach mal gut.

  11. 36.

    na dann kann die dritte welle ja kommen wenigstens die gesundheitsämter sind vorbereitet.

  12. 35.

    Im Grunde war das ganz einfach : Mit Beginn der zweiten Welle wurden die Probleme mit der Nachverfolgung auf Basis selbstgebauter Lösungen immer größer. Sormas existierte, war jedoch nicht zentral an COVID-19 angepasst. Nächstes Problem : Sormas läuft auf Linux, während die Verwaltungen für ihre Fachverfahren eine Windows-Umgebung haben. Im November gaben die Gesundheitsminister die Empfehlung zur Einführung von SORMAS, und es wurden auch Serverinstanzen mit Sormas bereitgestellt. Nur dauerte das eine Weile und mittlerweile surften wir auf der zweiten Welle. Die GAs hatten genug mit der Personalaquise und Einarbeitung zu tun und die IT-Abteilungen waren auch eingeschränkt, weil Home-Office und Schulen auch zu betreuen waren. Der Bund hat mittlerweile auch ein elektronisches Patiententagebuch für die GAs lizensiert, dass den MAs eine Menge Nachverfolgungsanrufe ersparen kann. Dazu kommen etliche andere Softwarelösungen, die jetzt nach und nach integriert werden...

  13. 34.

    Na ich tippe mal auf politischen Willen und fehlende Praxiskenntnisse. Auch ein Onlineantrag hilft den Mitarbeitern/ innen nicht,wenn die Daten nicht automatisch ins Fachverfahren übernommen werden sondern händisch eingegeben werden müssen. Sieht in der Außenwirkung ( ohne Internainfos) aber toll aus und ist eben politisch gewollt.

  14. 33.

    "Entlassen und gut ist" und "Ein Amtsarzt hat das nicht zu entscheiden, wenn er 100x Recht hat" ist in meinen Augen extrem anmaßend und überheblich ! "

    Ich kann da keine Überheblichkeit von mir erkennen, das ist einfach meine Meinung und das zweite eine folgerichtige Feststellung. Der Mann wird von Steuergeldern bezahlt und hat seine Arbeit zu verrichten und nicht um mit Starallüren seine eigene Ziele zu verfolgen.

    "Und er wird wohl nichts ohen Rücksprache mit seinem GA-Leiter machen." Da bin ich mit nach dem Auftritt in der "heute-show" absolut nicht sicher. Der Mann ist ein Selbstdarsteller ala Boris Palmer. Das kann er gerne machen, wenn er in die Politik geht, als Amtsarzt nicht. Da überschreitet er deutlich seine Kompetenzen.

  15. 31.

    Softwareneustarts laufen nie problemlos, es liegt an Programmierfehlern, Bedienerfehlern, Verständnisfehlern für die Erfordernisse des Sachgebietes und an einer lockereren Einstellung der Programmierer zur neuen Software. In den 80ern hatte der Programmierer noch den Ehrgeiz, fehlerlose Programme abzuliefern, heute herrscht die Updatekultur, wenn’s nicht passt. Auch die Probleme der Integrierung von verschiedenen Programmen zu einem System werden unterschätzt. Zu der neuen Softwaredatenlieferung braucht man neue Bediener, die die Software im Schlaf auch unter Termindruck beherrschen und daran fehlt es meistens auch. Es wäre bestimmt ein Vorteil gewesen, wenn anfangs eine Umstellung der Zettelwirtschaft in ein vom RKI vorgegebenes Standard-Excelmodell vollzogen worden wäre. Der Vorteil bei Excel, es gibt eingefuchste Mitarbeiter. Und ein einheitlicher Modellstandard hätte die Zusammenführung der Daten erleichtert. Denn Standardisierung reduziert die Komplexität dieses Prozesses.

  16. 29.

    Es wird also mitten in einer Ausnahmesituation der Gesundheitsämter ein neues Programm eingeführt, um während dieser Ausnahmesituation besser miteinander kommunizieren zu können. Klar ist, dass das zunächst doppelte Belastung (Schulungen, Bugs, Nachprogrammieren usw.) bedeuten würde, selbst wenn die Schnittstellen schon da wären. Man kann also davon ausgehen, dass das Programm den Zweck, schneller und effektiver zu sein inkl. Austausch mit anderen Ämtern, erst nach der Pandemie erfüllen kann. Heißt, es stellt keinen Fortschritt in der derzeitigen Situation dar, dürfte die Arbeit gar verlangsamen.
    Ich habe keine konkrete Vorstellung, was das sein könnte, aber folgerichtig muss es einen anderen Grund für die Einführung gerade jetzt mit Wirkung nach der Pandemie geben. Hat jemand eine Idee?

  17. 28.

    Zum Thema Überheblichkeit zwei Zitate von Ihnen :

    "Entlassen und gut ist" und "Ein Amtsarzt hat das nicht zu entscheiden, wenn er 100x Recht hat" ist in meinen Augen extrem anmaßend und überheblich !

    Nun zum fachlichen : Sormas ist nicht schlecht, insofern hat auch der Neuköllner Amtsarzt Recht. Die Migration von einem bestehenden System zu Sormas ist aufgrund von verschiedenen Datenmodellen äußerst schwierig, auch weil Sormas im Moment etwas hinterher hing, was die Erfassung von Imfungen und Virus-Mutationen anging. Auch verschiedene andere Sachen wie Briefanreden für Bescheide waren noch nicht an deutsche Verhältnisse angepasst.
    Auf Herrn Larscheidt herumzuhacken ist einfach nur bescheuert. Der musste vor Ort Lösungen finden, wie alles zu stemmen ist, da war kein D.Kalayci behilflich. Und er wird wohl nichts ohen Rücksprache mit seinem GA-Leiter machen.

  18. 27.

    Nein, Sormas hat keinen Installer für Windows, würde vielleicht machbar sein, aber da brauchst du einen, der sich gut mit Application Servern und der Absicherung auskennt. Bin nicht der größte Crack, aber es hat schon acht Stunden auf meiner Linux-WS gebraucht, bis es rund lief und ich entwickele schon mehr als 25 Jahre unter Unix/Linux.
    Ich bezweifle, dass jede IT-Abteilungen der Landkreise und Bezirke Leute haben, die das können und obendrein Ahnung von EJBs mit allem drum und dran haben...

  19. 26.

    „ Dieses Land ist am Ende.“
    Was für eine doofe Aussage. Dieses Land braucht Menschen, die solidarisch sind und anpacken, keine Neunmalklugen.

  20. 25.

    Was sind Sie den für ein „sonstwohin“-Loch. Können Sie andere Meinungen nicht auch mal gelten lassen, auch wenn sie Ihnen nicht gefällt.

  21. 24.

    Von „keine Ahnung“ und „Senf“ haben Sie ja ganz schön viel dazu gegeben. Die Corona-App wird sehr gut genutzt und ständig weiter verbessert.

  22. 23.

    „... die Digitalisierung wurde in Berlin verschlafen.„
    Das ist doch kein Wunder bei der „geht doch noch“ und „ früher war alles besser“ - Mentalität der Amtsleiter/Beamten.

  23. 22.

    Die Pandemie wirkt wie eine Lupe und stellt Probleme vergrößert dar,die schon vorher bestanden. Das gilt auch ganz besonders für die Gesundheitsämter. Sowohl für die technische als auch für die personelle Ausstattung. Jetzt zu glauben, dass ein nun auf die Schnelle zur Verfügung gestelltes Computerprogramm würde auf wundersamme Weise eine schnelle Hilfe statt zusätzliche Arbeitsbelastung in mitten der Krise sein,ist naiv.
    Die von Frau Kalayci oft freudig verkündeten Neuigkeiten bestehen nicht selten höchstens in der Theorie aber nicht in der Praxis. Leider.

  24. 21.

    Genau da liegt das Problem! Man hat 20 Jahre lang, nicht nur die GA, an den Rand des Zusammenbruchs gespart. Landos. "dicker Pulli" Sarrazins und Wowis Erbe. Das wird etliche Millionen kosten. Noch schlimmer aber ist neues Personal zu bekommen. Das was in unseren Ämtern noch arbeitet ist bestenfalls dritte Wahl.

    Und wenn dann noch solche Selbstdarsteller wie der Larscheid hinzukommen...

  25. 20.

    Programmiersprache ist Java. Windows XP, 32 Bit und Java ME SDK 3.0.5 läuft.
    Jippieh Berlin ist gerettet.
    Moment ... "von jedem Gesundheitsamt so umprogrammiert werden, wie es vor Ort gebraucht werde" upsi. Das geht doch in die Hose, oder? "
    Das wars - wir sind verloren.





  26. 19.

    Völlig richtig und es macht auch in dieser Situation keinen Sinn,die mitten in der Pandemie sowieso überlasteten Mitarbeiter auch noch Schulungen zum neuen Programm und zusätzlichen händischen Eingaben überzuhelfen.
    Es ist ja nicht so,dass neue Hardware oder Software im laufenden Betrieb installiert werden,ohne die Mitarbeiter am weiterarbeiten zu hindern. Insofern kann man jetzt mit solchen Projekten nur Sand im Getriebe sein und deshalb ist es Vorort wichtig ,den Aufwand gegen den Nutzen abzuwegen,was P.L. in Rdf macht.

  27. 18.

    Wer mit Kugelschreiber und Papierzetteln gegen eine Pandemie ankämpft, kann auch mit einer Fliegenklatsche nach Afghanistan in den Einsatz ziehen und hätte womöglich ähnlich durchschlagenden Erfolg. Dieses Land ist am Ende. Es macht sowieso jeder nur noch was er will. Die Politiker werden bei den Wahlen die Quittung für ihre Leistung erhalten.

  28. 17.

    Eins hat die Pandemie doch deutlich gezeigt: es gibt in Good Old Germany im Gesundheitswesen riesige Baustellen auf allen Ebenen. Dies zu reformieren dürfte für die Verantwortlichen in den nächsten Jahren eine Mammutaufgabe werden. Ich hoffe für uns alle das es gelingt.

  29. 16.

    Ein Amtsarzt hat das nicht zu entscheiden und wenn er 100 x recht hat... Und offensichtlich gibt es Amtsärzte, die das genau anders sehen.

    Und ihre überhebliche Art können sie sich sonstwo hinstecken!

  30. 15.

    Es gibt Gegenden auf dieser Welt, wo es weder Gesundheitsämter noch regelmäßig Strom gibt. Im Vergleich dazu ist die Berliner Verwaltung doch schon recht fortschrittlich.

  31. 14.

    Grummel, Sie haben überhaupt keine Ahnung.
    Herr Larscheid hat Stand jetzt recht : Sormas kann Fälle verwalten und auch Kontaktketten darstellen. Für die Fallverwaltung haben die GAs mittlerweile eigene Lösungen. Der Masterdatensatz liegt aber in jedem Fall im Survnet vom RKI, Survnet kann auch mit den Laboren kommunizieren. Die Schnittstelle zwischen Sormas und Survnet befindet sich deutschlandweit in 5 GAs im Testbetrieb. Weil das GA Reinickendorf alles im Survnet hat, müssten die Datensätze doppelt eingegeben werden, denn die Meldung ans RKI erfolgt via Survnet. Sormas wird seine volle Wirksamkeit frühestens ab März entfalten und Nutzen bringen, wenn es auch die elektronischen Patiententagebücher bedienen kann.
    @Berliner : Vielleicht sollten Sie sich selbst entlassen, dann wär auch gut !

  32. 13.

    Wir schaffen es einfach nicht mal Dinge anzufassen die am Schluss auch funktionieren. Das wird letztlich wie mit der Corona APP. Schweineteuer und kaum genutzt. Das Problem ist, dass jeder seinen Senf dazugeben kann und am Ende keine Ahnung hat.

  33. 12.

    Bei dem Titelbild zum Artikel erkennt man die wahre Digitalisierung der Gesundheitsämter: es gibt kaum welche! PCs und Laptops welche sich geteilt werden müssen. Keine digitalen Akten. Keine Smartphones für Mitarbeiter, max. Handys, und damit meine ich wirklich die 20 Jahre alten Knochen. Egal ob Gesundheitsamt oder andere Ämter, die Digitalisierung wurde in Berlin verschlafen. Da ist so eine Software, welche auf vereinzelten Rechner läuft nur nebensächlich. Es erschüttert mich, was in dem letzten Jahr dazu unternommen wurde bzw. wie wenig.

  34. 11.

    Optimistisch anzunehmen, dass diese Umstellung in den Ämtern schon vollzogen wurde.

  35. 10.

    Damals gab es noch Lochkarten und bestenfalls einen Klappercomputer. Heute steht offensichtlich den Behörden ein Windows 3.1 PC mit 2,6Gb zur Verfügung. Beim Umzug innerhalb Berlin musste ich Ausdrucke mitbringen und Abfragen von Daten aus anderen Bürgerämtern scheint nicht zu funzen. Post kommt nie an. Keine Elektronische Aktenführung, Briefe und Faxe verschwinden. In Oder Spree ist es jedoch genau so. Erst gestern kam auf meine Beschwerde nach Monaten die Antwort. Ein persönlich abgegebener Brief sei nicht angekommen. Wozu gibt's IT Abteilungen und Beauftragte. Fazit Briefe an Behörden lasse ich nur noch per Gerichtsvollzieher zustellen. .

  36. 9.

    Man könnte aber mal ein Programm ausprobieren, das eine Aufgabe löst und dabei keine eingetretene Wege verfolgt. Im IT-Bereich wären die positiven Beispiel dazu nahezu Legion.
    Aber hey ... das könnte doch so'n Mensch, der an "geht doch noch" verzweifelt festhalten will, auchmal probieren. Die Anforderungen werden grösser. Da haben ein altes Programm und ein verstaubter Amtleiter sehr viel gemein.

    ... und ehrlich SORMAS ist ja nicht vom Himmel gefallen. Es stellt sogar eine "Jedermann-Testumgebung" für lau zur Verfügung. Ach ja ... der Amtsleiter .....

    Ausnahmefehler in Brain.exe ist politisch keine Lösung.

  37. 8.

    Läuft Sormas denn auf XP? Und hier der nächste Fehler: "Source-Software könne "Sormas" von jedem Gesundheitsamt so umprogrammiert werden, wie es vor Ort gebraucht werde" upsi. Das geht doch in die Hose, oder?

  38. 7.

    Es kann nicht sein das lokale Gesundheitsämter unterschiedliche Systeme nutzen. In jedem Produkt findet man ein Haar in der Suppe, aber wichtig ist ein einheitliches Programm. Ständiges Nörgeln hilft hier nicht weiter

  39. 6.

    Immer, naja, fast immer, wenn ich lese "Berlin hat", "Berlin beabsichtigt", usw. kommt es mir vor, als wäre ich Komparse in "Ewig grüsst das Murmeltier".
    Mich würde es echt freuen, wenn es endlich mal "Wumms" macht und die Politik auf Anhieb was hinbekommt. Leider zieht sich das Murmeltier aber, mehr oder weniger, durch alle Parteien.

  40. 5.

    Solange es solche arroganten Amtsärzte gibt, die eigentlich Sormas nicht wollen und damit den Fortschritt boykottieren, werden wir auch die Gesundheitsämter nicht flott kriegen. Der Mann gehört weg!
    Lieber rbb, gibt es eigentlich auch noch andere Amtsärzte, oder kennt Ihr nur den einen. ;-)

    Als Beispiel: nach der Wiedervereinigung haben wir in unserer Firma alles auf den Kopf gestellt und mußten neue Soft- und Hartware installieren und lernen.

    Bestimmte Situationen erfordern bestimmte Maßnahmen!

  41. 4.

    Echt? Die haben umgestellt? Deswegen sind die mit der Kontaktnachverfolgung jetzt doppelt so schnell...

  42. 3.

    Ich wette, es ging in den Ämtern genauso zu, als man von Wählscheibe auf Tastentelefon umstellen sollte.

  43. 2.

    "Den Reinickendorfer Amtsarzt Patrick Larscheid überzeugt all das nicht. Er macht sehr klar, dass er nicht vorhat, sich und seine Mitarbeiter auf "Sormas" umzuschulen und die Software in seinem Gesundheitsamt zu nutzen. Dass Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci freudig verkündet hatte, auch der Bezirk Reinickendorf habe eine Absichtserklärung unterschrieben, "Sormas" einzuführen, quittiert er mit einem Grinsen."

    Was bildet sich der Mann eigentlich ein? Entlassen und gut.

  44. 1.

    Es sollte von allerlei Rausch und von allerlei Allmachtsphantasien gelassen werden. Das Computerprogramm ist nichts anderes als die Wiederspiegelung der Befehlsstruktur, die ihm unter jeweils spezifischen Voraussetzungen gegeben wurden.

    Kein Programm kann alles, immer nur etwas anderes.

Nächster Artikel

Das könnte Sie auch interessieren