Hunderte Bewohner betroffen - Wohnblock in Berlin-Neukölln unter Corona-Quarantäne

Mo 15.06.20 | 22:57 Uhr
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Video: Abendschau | 15.06.2020 | Christian Titze

In einem Wohnblock in Berlin-Neukölln wurden mehrere Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet. Hunderte Menschen stehen nun unter Quarantäne. Wie sich die Infektionen ausgebreitet haben, kann nicht mehr nachvollzogen werden.

Hinweis: Dieser Beitrag wird nicht mehr aktualisiert. Den neuesten Stand zur coronabedingten Quarantäne in Neukölln finden Sie hier.

Fast ein ganzer Wohnblock ist im Norden von Berlin-Neukölln unter Quarantäne gestellt worden. Das bestätigte Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) am Montag rbb|24 auf Anfrage. "Wir haben ein auffälliges Infektionsgeschehen und versuchen Maßnahmen zu treffen um dieses einzudämmen", sagte Liecke. Über den Fall berichtete zuerst die "B.Z.".

Betroffen seien mehrere Aufgänge des Wohnblocks zwischen der Harzer und der Treptower Straße. Bisher wurden 52 dort lebende Personen positiv auf das Coronavirus getestet, so Liecke. Die Infektionszahl stammt allerdings vom Freitag. Man warte auf weitere Laborergebnisse, außerdem sollen im Laufe der Woche die Bewohner der betroffenen Blockteile durchgetestet werden. Die Zahl der positiven Fälle könnte sich also noch erhöhen.

Am Montagabend berichtete die Deutsche Presse-Agentur von 54 Corona-Fällen. Für die Tests sind sechs mobile Teams in Neukölln im Einsatz. Eine infizierte Person, der Pfarrer einer Pfingstgemeinde, müsse stationär im Krankenhaus behandelt werden, sagte Liecke.  

Infektionsgeschehen kann nicht mehr nachvollzogen werden

Von der Quarantäne seien Hunderte Bewohnerinnen und Bewohner betroffen, dabei habe es auch schon ein paar Ausreißer gegeben, so Liecke. "Wir versuchen aber das über Informationen und Aufklärung zu lösen". Das Gesundheitsamt werde bei der Kommunikation auch von sozialen Trägern und Sprachmittlern unterstützt. Wie sich die betroffenen Personen angesteckt haben, kann laut Liecke nicht mehr nachvollzogen werden.

Allerdings gebe es die Vermutung, dass über den Pfarrer der Gemeinde auch in anderen Bezirken Berlins Infektionen ausgelöst wurden, jedoch nicht im gleichen Umfang wie in Neukölln. "Ich will nicht ausschließen, dass es Verbindungen gibt durch Menschen, die sich kennen", so Liecke. Aber ob es tatsächlich so sei, könne man nicht sagen. Laut Liecke war am Montagnachmittag ein Gespräch mit dem Senat und den Amtsärzten geplant, bei dem die weitere Vorgehensweise besprochen werden soll. Das Bezirksamt Neukölln will am Dienstagvormittag über die Vorkehrungen informieren.

Auch zwei Schulklassen unter Quarantäne

Auch zwei Neuköllner Schulklassen, die zum Teil von Schülern und Schülerinnen besucht werden, die im betroffenen Wohnblock leben, wurden unter Quarantäne gestellt und getestet. In einer Grundschule wurde ein positiver Fall nachgewiesen, in einer Oberschule hatten sich ein Schüler und eine Lehrerin infiziert. Die Oberschulklasse kann inzwischen wieder zur Schule gehen.  

Der Sprecher von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) sagte: "Wir haben heute eine Besprechung mit Amtsärzten in der Senatsgesundheitsverwaltung gehabt. Wir haben uns schildern lassen, wie in Neukölln vorgegangen werden soll und erläutert bekommen, dass es sich um unterschiedliche Ethnien handelt." Nach Angaben des Neuköllner Amtsarztes gehe es um bislang 51 Infektionsfälle. 

Sendung: Abendschau, 15.06.2020, 19:30 Uhr

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