Dr. Julia Fischer erklärt den mRNA-Impfstoff. (Quelle: rbb)
Video: rbb|24 | 15.01.2021 | Material: rbb Spezial | Bild: rbb

Video | Dr. Julia Fischer erklärt - So funktioniert der mRNA-Impfstoff gegen Corona

Was viele beim Thema Corona-Impfung beunruhigt, ist, dass die Technologie der mRNA-Impfstoffe als neu gilt. Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna sind die ersten am Menschen zugelassenen Impfstoffe dieser Art. Was viele aber nicht wissen: So neu ist die mRNA-Technologie gar nicht.

Corona-Pandemie beschleunigte Forschung an mRNA-Methode

Wissenschaftler forschen bereits seit mehr als 20 Jahren an mRNA-Impfstoffen. Tierversuche lieferten schon früh Erfolge, allerdings gab es ein Problem: mRNA ist sehr instabil, oft ging sie gleich nach der Injektion kaputt. Erst in den letzten zehn Jahren und nochmal beschleunigt durch das weltweite Interesse während der Coronapandemie gelang es, die mRNA unversehrt in die menschlichen Zelle zu bringen: Fettmoleküle schützen sie auf ihrem Weg wie ein Briefumschlag einen Brief.

mRNA-Impfstoffe trainieren Immunsystem

Weil mRNA-Impfstoffe deutlich kostengünstiger sind und sich viel schneller produzieren lassen als herkömmliche Impfstoffe, gibt es auch längst Patientenstudien zu anderen Infektionskrankheiten wie Grippe, Tollwut oder Zika. Außerdem hoffen Wissenschaftler, mit mRNA-Impfstoffen eine Waffe gegen Krebs in der Hand zu haben: Wenn Zellen entarten, erkennt das eigene Immunsystem sie nicht mehr. mRNA-Impfstoffe können es aber wieder darin trainieren, sodass es die entarteten Zellen bekämpft.

Hoffnung, auch andere Krankheiten zu lindern

Klinische Versuche an Patienten mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs verlaufen äußerst vielversprechend. Und schließlich hofft die Wissenschaft auf einen Einsatz gegen Autoimmunkrankheiten. Erst kürzlich erwies sich ein mRNA-Medikament in Tierexperimenten wirksam gegen Multiple Sklerose. Die Fortschritte mit der mRNA-Technologie nähren also die Hoffnung, zukünftig eine Vielzahl von Infektionskrankheiten und chronischen Leiden lindern zu können.

Sendung: rbb Spezial, 14.01.2021, 20:15 Uhr

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