Modellversuch - 100 Arztpraxen in Berlin bieten ab nächster Woche Corona-Impfungen an

Eine Frau wird gegen das Coronavirus geimpft. (Quelle: dpa/Hendrik Schmidt)
Bild: dpa/Hendrik Schmidt

Seit langem wird diskutiert, ab wann auch Hausärzte Corona-Impfungen durchführen können. Nun wird diese Perspektive in Berlin konkreter: Womöglich schon in wenigen Tagen könnte es in Praxen losgehen, zunächst aber nur bei einem Bruchteil der niedergelassenen Ärzte.

Die ersten Berliner Arztpraxen bieten ab der kommenden Woche Corona-Impfungen an. Das teilte die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin am Donnerstag mit.

Nach Inkrafttreten der neuen Impfverordnung sind in der Anfangsphase den Angaben zufolge rund 100 Praxen beteiligt, darunter Hausarztpraxen und solche mit Schwerpunkt auf Diabetologie und Onkologie. Im nächsten Schritt sollen der KV zufolge flächendeckend alle Arztpraxen einbezogen werden. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Gesundheit gibt es in Berlin 3.000 hausärztliche Praxen, daneben 4.000 fachärztliche Praxen.

Praxen laden zu Impfungen ein

Die KV Berlin geht nach eigenen Angaben davon aus, dass in den Praxen in der Startphase der Astrazeneca-Impfstoff genutzt wird und je nach Lieferaufkommen weitere Impfstoffe folgen. Wer geimpft wird, entscheide sich nach den Vorgaben der Impfverordnung. Die 100 Modellpraxen laden laut KV ausschließlich solche ihrer Patienten ein, die an einer entsprechenden chronischen Erkrankung leiden und zwischen 18 und 64 Jahre alt sind.

Am Mittwoch hatte sich die Bund-Länder-Runde darauf geeinigt, dass Hausarztpraxen ab Ende März in die Impfstrategie einbezogen werden. Damit folgen die Ministerpräsidenten dem Vorschlag des Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU), der ab kommender Woche eine Pilotphase starten will.

Die Berliner KV begrüßte, dass der Gesetzgeber mit der Änderung der Impfverordnung den Weg für das Impfen in den Praxen frei mache. "Wir sind vorbereitet und freuen uns, dass sich bereits viele Praxen bei uns gemeldet haben, die beim Impfen dabei sein wollen", teilte der KV-Vorstand mit. Derzeit liefen die Vorbereitungen noch, die KV rechnet aber damit, bis Ende der kommenden Woche mit dem Impfen in den Modellpraxen starten zu können.

Brandenburg peilt noch im März 50 Praxen an

Brandenburg hat bereits am Mittwoch damit begonnen, die ersten Corona-Schutzimpfungen durch niedergelassene Ärzte in Praxen vorzunehmen zu lassen. Mit dem Modellprojekt will das Land im Kampf gegen das Coronavirus sein Impf-Ziel von 70 Prozent bis Ende des Sommers erreichen. Zunächst sollen im Modellversuch vier Praxen in Brandenburg mit Impfungen an den Start gehen: in Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark), Pritzwalk (Prignitz), Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) und Wittenberge (Prignitz).

Noch im März soll nach Angaben des Gesundheitsministeriums und der Kassenärztlichen Vereinigung (KVBB) das Angebot auf rund 50 Praxen erweitert werden. Geplant ist, dass die Ärzte die Termine selbst an ihre Patienten vergeben.

Sendung: Abendschau, 04.03.2021, 19:30 Uhr

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36 Kommentare

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  1. 36.

    Ihr Berliner seid doch gut dran. Mal gründlicher lesen was andere geschrieben haben. Einfach mal KVB anrufen und wahrheitsgemäß sagen was ihr Arzt bestätigte. Kümmern sie sich; wir sind hier nicht in den USA. Da kommen sie zur Spritze wie die Jungfer zum Kind. Lesen sie mal bei t-online. Was haben wir nur verbrochen, dass es hier soooo anders ist. ?

  2. 35.

    wird interessant, ob ich als priorisierte Person oder einfach so, wenn der Impfstoff für alle freigegeben wird, schneller an einen Termin komme.
    Lasst uns uns selber anmelden, ihr bekommt es nicht auf die Reihe, die priorisierten Gruppen einzuladen.

  3. 34.

    Nein, das stimmt in diesem Fall hier nicht. Im Artikel steht, dass die 100 Praxen IHRE Patienten einladen. Das läuft hier also nicht über die Krankenkasse. "Die 100 Modellpraxen laden laut KV ausschließlich solche ihrer Patienten ein, die an einer entsprechenden chronischen Erkrankung leiden und zwischen 18 und 64 Jahre alt sind."

  4. 33.

    Warten Sie einfach ab,vin wem Sie eine Einladung bekommen,denn OHNE geht sowieso nix egal wo Sie geimpft werden können.
    "Die 100 Modellpraxen laden laut KV ausschließlich solche ihrer Patienten ein, die an einer entsprechenden chronischen Erkrankung leiden und zwischen 18 und 64 Jahre alt sind.,"

  5. 32.

    Bitte nicht " ümpfen" sondern "impfen". Sieht nicht nur besser aus, sondern klingt auch besser.

  6. 31.

    Wir haben einen wirklich sehr guten Hausarzt, der auch Internist ist. Das würde der uns aber nicht antun: Mit glühender Nadel impfen. So etwas macht ja nicht mal ein Pferdedoktor. So- nun glüht ihr Kopf ! Sind sie echt Arzt-so richtig mit Studium und so ? Hauptsache das Geld stimmt und so . Wenn das ihre Patienten wüßten...und so.

  7. 30.

    Die Ärzte laden ja nicht selbst ein sondern die KV verschickt anhand der Abrechnungsdaten Impfeinladungen an die berechtigten Patienten.

  8. 29.

    In Brandenburg gibt man täglich 20 000 € für die Erarbeitung eines Impfmanagements aus. Steuergelder. Was macht eigendlich das Gesundheitsministerium so am Tag ? Hausärzte und Polikliniken sind doch bekannt. Anfragen, abstimmen, liefern mit Kurier in Kühlboxen. Kühlschrank hat doch jeder Arzt. Ist doch mit Astrazeneca fast wie Grippeschutzimpfung. Ich war so naiv und dachte die haben sich schon ganz zeitig einen Kopf gemacht. Ist es in Polen auch so kompliziert und teuer ?

  9. 28.

    An alle, die´s interessiert:
    Eine gute Informationsquelle ist immer noch die Homepage der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin (kvberlin).
    Dort sind viele Informationen, wann, wo, wie, und wer in Arzpraxen geimpft wird, hinterlegt:

    https://www.kvberlin.de/fuer-patienten/corona/corona-impfungen

  10. 27.

    Ich lese immer von der Kassenärztlichen Vereinigung / Berlin. Nach wie vor stellt sich mir die Frage, ob und wie Privatversicherte überhaupt berücksichtigt werden. ... Und noch eine Frage: Woher erhält der Hausarzt eine Info, ob Patienten bereits geimpft wurden oder bereits einen Termin gebucht, aber noch nicht geimpft wurden ?Gibt es da eine Synchronisation zwischen KV und den Hausarzt ? Und warum werden nur 100 Arztpraxen vorbereitet ? Sind das alles überwiegend Fachärzte ???? Oder auch Allgemeinmediziner ?

  11. 26.

    . . . und woher oder wie erfährt man, welche Arztpraxen die Corona-Impfung anbieten ? Wer sind denn die "hundert" Arztpraxen ?

  12. 25.

    kompletter Murks, ich würde nach PLZ ümfen"
    Oder nach Hausnummern: Alle Nummern, die sich ohne Rest durch 7 teilen lassen. Außer Montags, dann wird nach Führerschein-Nummer geümft.

  13. 24.

    Endlich. Eine absolut richtige Entscheidung, die Hausärzte impfen zu lassen. Sie beweisen in jedem Jahr, dass sie ohne großes Theater Millionen Menschen impfen können. Meine 80jährige Nachbarin hat ohnehin gesagt, sie will warten, bis ihr Hausarzt sie impfen darf. Und so ist es natürlich. Die Menschen, gerade die älteren, vertrauen einfach ihrem Hausarzt.

  14. 23.

    Unklarer, irreführender Bericht. Zuerst ab nächster Woche, dann bis zum Ende nächster Woche. Suggeriert, als wenn es gleich los geht. Wichtig die Worte: Womöglich, ab und bis Ende. Alle wissen, dass es ein Impfchaos gibt. Blödes Kompetenz Gehabe ist wichtiger als Action. Völlig irrsinnige Öffnungsperspektiven. Wir haben doch alle kapiert, dass vor Pfingsten nicht viel passieren wird.

  15. 22.

    „Wir sind auf einem guten Weg“ sagte der Minister gegenüber der BILD"
    Ja natürlich, wir schaffen das, auch wenn es am Anfang etwas ruckelt! :-(
    "Ab 2024 sollen auch Reisen zugelassen werden."
    Supi, dann können wir den anderen Ländern endlich wieder zeigen wer morgens am schnellsten die Handtücher auf der Liege hat! Ironie off
    Ich kann nur im Interesse aller Bürger hoffen das unsere Ärzte das besser mit dem impfen hinbekommen als die Politiker mit der Impfstoffbeschaffung.

  16. 21.

    wer kontrolliert eigentlich, wen die Ärzte einladen? Also dass auch wirklich die aktuellen Impfgruppen dran kommen? Wie soll das laufen? Oder sind es dann doch wieder die Spetzln und die SchwiMus?

  17. 20.

    Lieber "Eiskalle",
    wir Ärzte sind nicht zwingend blöd und unorgansisiert.
    Im letzten Herbst wurden 22 Mio Menden gegen Grippe geimpft, in 8-10 Wochen.
    warum sollen wir das mit Corona nicht schaffen.
    Und wir sind als Praxisbesitzer doch auch Kleinstkapitalisten.
    Ehrlich, wenn die Bezahlung stimmt (und die Impfzentren sind bestimmt nicht billig), dann impfen wir in Extra-Sprechstunden oder am Wochenende bis die Nadel glüht.

  18. 19.

    Ja ich würde gerne impfen!!!!
    Ich kanns als Kinderarzt, kann versprechen am Wochenende sicher 2x150 Impfungen mit meinem Team zu machen.
    Wer erlaubt mir das?
    Wer liefert mir die Impfdosen?
    Wie wird bezahlt?
    Wenn das Morgen geregelt ist, fange ich nächste Woche an.

  19. 18.

    Ja ich würde gerne impfen!!!!
    Ich kanns als Kinderarzt, kann versprechen am Wochenende sicher 2x150 Impfungen mit meinem Team zu machen.
    Wer erlaubt mir das?
    Wer liefert mir die Impfdosen?
    Wie wird bezahlt?
    Wenn das Morgen geregelt ist, fange ich nächste Woche an.

  20. 17.

    Rüdersdorfer kennen diese Straße natürlich auch. Habe mir dort stets meine Schuhe und Sandalen gekauft. Und im IFA-Laden die Pappe und mehrere S 50 Mopeds. Noch heute gefragt bei Jugendlichen. Gruß nach Fw.

  21. 16.

    Zum einen kommt der Hausarzt ins Haus, ansonsten werden für Besuche in Artzprxen Krankentransporte bewilligt und durchgeführt.
    Da aber die Impfung eines Leistung des Bundes ist, fühlen sich viele Krankenkassen nicht dafür verantwortlich, bettlägerige in die Impfzentren zu bringen. Ein Taxi kann diese Leistungen aber meist nicht erbringen.
    Auch der sog. Telebus ist für medizinische Termine nicht zuständig.

  22. 15.

    Die Impfordnung ist kompletter Murks, ich würde nach PLZ ümfen, denn Wohngegenden stecken sich in erster Linie an.

  23. 14.

    Verstehe das ewige Gezetere nicht, jeder Schlauberger denkt es besser zu können. Nervig

  24. 13.

    Wie werden diese bettlägerischen Menschen denn sonst medizinisch versorgt? Man muss doch immer mal zu einem Arzt oder?

  25. 12.

    In Israel wird bei IKEA geimpft und in Brandenburg startet ein Modellversuch bei ein paar Hausarztpraxen. Frau Nonnemacher finden Sie den Fehler...echt traurig.

  26. 10.

    Zitat:"Die 100 Modellpraxen laden laut KV ausschließlich solche ihrer Patienten ein, die an einer entsprechenden chronischen Erkrankung leiden und zwischen 18 und 64 Jahre alt sind."

    Es ist ja nicht so, dass ich nicht jedem gönne, eine Impfung zu bekommen, egal welchen Alters, mit/ohne Vorerkrankungen, "systemrelevanter Beruf" usw..
    Aber denken die da oben auch mal an die bettlägerigen aus der Prio-Gruppe 1 und 2?
    Na klar, die liegen zu Hause in ihren Betten, haben außer zu den Pflegekräfte (wurden ja geimpft) keine Kontakte. Wozu also impfen? Ach ja, es ist noch nicht klar, ob geimpfte vielleicht doch überträger sind und besuche von den Familien gibt es ja auch noch.
    Es ist schon traurig, wie mit den Menschen umgegangen wird, die sich selbst nicht wirklich mehr helfen können.

  27. 8.

    Der ist gut aber da fehlt noch was...
    Die MPK ist besorgt .... He. Lauterbach mahnt vor der 12. Welle :D

  28. 7.

    Einfach mal die Zahlen zu den Grippeschutzimpfungen suchen. Da werden Millionen Nadeln innerhalb weniger Wochen gedrückt, ohne Ministerpräsidentenkonferenz, einfach so im alltäglichen Praxisgeschehen.

  29. 6.

    Jip .... bin ich voll dabei. Bei dem derzeitigen Chaos sind wir Pfaumenpfingsten noch nicht geimpft. Noch dazu weil ständig Änderungen der Impfreihenfolge erfolgen.

  30. 5.

    Ein Armutszeugnis für Deutschland ist diese Laberei um die Impfung. Andere Länder sind so gut wie durch und die superschlauen Deutschen labern immer noch über das wer und wie. Bürokratischer geht es nicht und der Impfstoff reicht sowieso vorn und hinten nicht. Die Hausärzte kennen ihre Patienten am besten. Sie impfen doch auch sonst ihre Patienten. Dabei ist das Impfen die Lösung aus der Krise. Wenn das so weiter geht gibt es bald keinen Einzelhandel mehr. Dann sieht es in den Innenstädten traurig aus. So wie in unserer Eisenbahnstraße. Barbarshops, Dönerbuden, Telefonshops, Banken und Versicherungen in der Überzahl.
    Einfach schlimm. Da bummelt niemand mehr.

  31. 4.

    Deutschland 2023...: Eilmeldung. Inzwischen sind 25% der Bevölkerung geimpft. Ab 2024 sollen auch Reisen zugelassen werden. Der Minister für Impfwesen sagt, es werde mit Hochdruck an der Verteilung der Impfstoffe gearbeitet. Nachdem die WHO 2022 Deutschland gemahnt habe, wurde das neue Ministerium für Impfwesen gegründet. Seit dem konnten die Impfraten jeden Monat um ca. 1% gesteigert werden. „Wir sind auf einem guten Weg“ sagte der Minister gegenüber der BILD

  32. 3.

    Dito ging mir genauso. Langsam hab ich das Gefühl, das ist Absicht. So dumm kann doch niemand sein.
    Das wird mit Frau Nonnemacher nichts, echt nicht. Seit drei Monaten versucht diese Frau irgendwie was zu Stande zu kommen. Ich hab gedacht, 4 Praxen, die wollen uns Versch....... Tja, wer rot, grün wählt kann jetzt sehen was dabei raus kommt.



  33. 2.

    Da lasse ich mich mal überraschen wie die Impfungen in Arztpraxen von stattfinden soll neben den normalen Dienst. Hoffentlich kein Chaos.

  34. 1.

    Wenn es den DLF nicht gäbe sähe es viel trüber aus in der Medienwelt. Über das Pilotprojekt mit den 4 Praxen lacht bestimmt die halbe Welt. Sputet eich; seid nicht so lahm. Jeder Hausarzt weiß was er zu tun hat. Aber was ist nun mit den Ü 80, die über 116117 eine Sondernummer mitgeteilt bekommen haben ? Sollen die ewig in der Warteschleife hängen ? USA impfen wie ein Weltmeister und hier darf man sich ein Schnelltest verpassen lassen. Was habt ihr nun konkret vor ? Habe so fest daran geglaubt, dass ich im März geimpft bin.

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