Eine Mitarbeiterin der Berliner Tafeln verteilt in Berlin Obst (Quelle: dpa/Stefan Schaubitzer)
Video: Abendschau | 16.03.2020 | Ulli Zelle | Bild: dpa/Stefan Schaubitzer

Lieferung für Bedürftige möglich - Berliner Tafeln und Arche-Standorte schließen

Bedürftige in Berlin trifft die Corona-Krise besonders hart: Sowohl die Ausgabestellen der Tafel als auch die Standorte der "Arche" schließen bis auf weiteres. Für viele könnte es ohne diese Lebensmittelangebote finanziell eng werden.

Was Sie jetzt wissen müssen

Wegen der Corona-Krise schließt die Berliner Tafel sämtliche Ausgabestellen in der Hauptstadt. Das sagte eine Sprecherin am Montag dem rbb. So sollen ehrenamtliche Mitarbeiter und Bedürftige geschützt werden. Die Tafel bespreche jedoch einen Notfallplan für besonders Bedürftige.

Die Schließung soll im Auftrag des Senats auch der Katastrophenschutz helfen. Am Monatagnachmittag waren auf der Internetseite der Tafel zunächst noch zehn Ausgabestellen eingetragen, die diese Woche eigentlich Lebensmittel ausgeben sollten. 

Normalerweise engagieren sich rund 1.600 Ehrenamtliche bei den Tafeln, viele von ihnen sind älter und gehören zur Risikogruppe. Wegen der Corona-Krise hatte die Berliner Tafel bereits seit Anfang des Monats einen Rückgang an Lebensmittelspenden registriert. Es sei davon auszugehen, dass dies eine Folge von Hamsterkäufen sei, sagte eine Sprecherin.

"Arche" schließt ihre 25 Standorte

Zusätzlich zu den Tafeln in Berlin werden wegen der Corona-Krise die mehr als 25 "Arche"-Standorte in Deutschland spätestens von Mittwoch an geschlossen. Jeden Freitag solle dann in Abstimmung mit den jeweiligen Behörden neu entschieden werden, teilte das christliches Kinder- und Jugendwerk "Die Arche" am Montag mit. Derzeit werde über WhatsApp, Social Media und telefonisch Kontakt zu den betroffenen Familien aufgenommen, um sie darüber zu informieren.

In den "Arche"-Einrichtungen erhalten nach eigenen Angaben bundesweit mehr als 4.000 sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche in der Regel ein warmes Mittagessen und Hausaufgabenhilfe sowie Spiel-, Sport- und Ferienangebote.

Auslieferung von Obst und Gemüse, Brot und Hygienartikeln

Gründer der Initiative ist der Berliner Pastor Bernd Siggelkow, der 1995 in Berlin-Hellersdorf eine erste "Arche" für arme Kinder ins Leben rief. Weitere Standorte gibt es unter anderem in Potsdam, Hamburg, Warschau und in der Schweiz.

Da durch die Schließungen das Mittag- und Abendessen in den "Arche"-Häusern ausfalle und sich die Familien somit selbst versorgen müssten, werde es für sie finanziell eng. "Daher liefern wir ab sofort haltbare Lebensmittel, aber auch frisches Obst und Gemüse, sowie Brot und Hygieneartikel an die Familien kostenlos aus", erklärte der Verein. Die Auslieferungen würden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der jeweiligen Arche- Standorte übernehmen. Zudem würden die Kinder bei allen schulischen Themen telefonisch beraten und unterstützt.

Sendung: Inforadio, 16.03.2020, 15:45 Uhr

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6 Kommentare

  1. 6.

    Für viele hat die Armut in Ostdeutschland mit der Wende begonnen.

  2. 5.

    So wird wohl von den Tafel-Bedürftigen niemand am Coronavirus sterben. Aber alle werden verhungern.

  3. 4.

    Da hat Oldenburg leider Recht. Almosen gibt die Sozialgemeinschaft nur äußerst widerwillig. Betteln ist sogar verpönt und Mitleid für die meisten ohne Einkommen, ob nun durch Arbeit oder sonst, ist nur rudimentär vorhanden.

    Aber dafür hätten wir ja eigentlich einen Staat, der nicht auf das Mitleid seiner Bürger angewiesen ist um den Armen zu helfen. Tja, leider hat der Staat die Wohlfahrt nicht direkt im Grundgesetz als Grundrecht verklausuliert, obwohl es das erste Gesetz des Staates ist. So hat man das noch vor 13 Jahren Verwaltungsbeamten in der Ausbildung beigebracht. Ich fürchte, die GroKo hat da viel zerstört an Grundlagenverständnis und alles den Vereinen aufgehalst, wie in Amerika. Und das hatte man damals noch großspurig abgewiesen...auch die USA haben ein Sozialhilfesystem. Nun ziehen die Privaten sich zurück und alle schauen in die Röhre!

  4. 3.

    GG, Art. 14 Eigentum verpflichtet und soll dem Allgemeinwohl dienen. Sollten tatsächlich die Bürgerrechte drastisch eingeschränkt werden, dürften Aufstände die Folge sein. Andere Frage: Wo will man ca. 600.000 Obdachlose unterbringen und versorgen?

  5. 2.

    Tja es gibt keinen Rechtsanspruch auf Almosen !

    Es sollte uns allen eine Mahnung sein einen funktionierenden Sozialstaat wiiederherzustellen, der sowas wie die Tafeln überflüssig macht...

  6. 1.

    Das ist furchtbar für die Schwächsten unter uns. Man muss Möglichkeiten zum Weitermachen finden! Vielleicht mit Schülerinnen und Schülern?

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