ARCHIV - 17.08.2020, Berlin: Anis Mohamed Youssef Ferchichi, bekannt als Rapper Bushido, sitzt zu Beginn eines Prozesses gegen den Chef einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie in einem Gerichtssaal des Landgerichts. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Bild: dpa/Paul Zinken

Prozess gegen Abou-Chaker unterbrochen - Bushido mit Coronavirus infiziert

Der Prozess wegen der mutmaßlichen Erpressung von Bushido vor dem Berliner Landgericht ist unterbrochen worden. Der 42-jährige Rapper hat sich nach eigenen Angaben mit dem Coronavirus infiziert. Noch am Montag hatte er vor Gericht ausgesagt.

Der Berliner Rapper Bushido hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte der 42-Jährige am Dienstagabend auf Instagram mit. Er habe Symptome, schrieb er in einer Story auf seinem Account [instagram.com].

Der Prozess gegen vier Mitglieder des Abou-Chaker-Clans, denen eine Erpressung des Musikers vorgeworfen wird, wurde unterbrochen. Das Berliner Landgericht sagte den für Mittwoch angesetzten Verhandlungstermin ab. Für diesen Tag war eine Befragung Bushidos durch die Verteidigung geplant. Jetzt wolle man mit dem Gesundheitsamt und Arbeitsmedizinischen Zentrum das weitere Vorgehen besprechen, sagte eine Gerichtssprecherin.

Bushido sagte noch am Montag vor Gericht aus

Bushido hatte noch am Montag seine Aussage vor Gericht fortgesetzt. Im Saal 500 waren an dem zwölften Verhandlungstag mehr als 50 Personen anwesend.

Im Kriminalgericht in Berlin-Moabit gilt Maskenpflicht. Auch während der Verhandlung trugen alle Prozessbeteiligten sowie Zuschauer im Saal einen Mund-Nasen-Schutz. Richter, Staatsanwälte, Verteidiger sowie Bushido als Zeuge nahmen ihre Maske lediglich zum Sprechen ab.

Laut Gerichtssprecherin können die bei dem Termin am Montag anwesenden Justizbediensteten jetzt aber selbst entscheiden, ob sie vorsorglich in Quarantäne gehen wollten.

"Nehmt die Sache ernst"

In der Erklärung Bushidos auf Instagram hieß es: "Auch wenn ich alle Vorgaben sehr ernst genommen habe, habe ich heute einen positiven Corona-Test erhalten. Nehmt die Sache ernst und achtet auf eure Mitmenschen." Vor dem Hintergrund zahlreicher Verschwörungsmythen, die im Netz kursieren, auch unter einigen Künstlern aus der Unterhaltungsbranche, schreibt er: "Ich konnte euch Aluhüte noch nie verstehen."

Bushido, der mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi heißt, ist in dem seit August laufenden Prozess am Berliner Landgericht Nebenkläger und Zeuge. Er soll im Dezember 2017 und Januar 2018 bedroht, beschimpft, eingesperrt und mit einer Wasserflasche sowie einem Stuhl attackiert worden sein.

5 Kommentare

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  1. 5.

    Die beste Nachricht die ich je über diesen Proll Rapper gehört habe!

  2. 3.

    Gute Besserung! Und das gilt für alle an Corona Erkrankten. Und #1 Richard, Sie sind also der Meinung, dass alle Corona Erkrankten selbst Schuld sind?

  3. 2.

    Wenn man Familie mit Kitakindern beispielsweise hat, kannste dich an die Regeln halten so viel du willst. Also nicht so schnell Urteilen, Richard!

  4. 1.

    "Auch wenn ich alle Vorgaben sehr ernst genommen habe, habe ich heute einen positiven Corona-Test erhalten", hieß es in der Erklärung Bushidos"
    Nööh, hat er scheinbar nicht. Denn sonst wäre er nicht infiziert.

    In gewissen Kreisen denkt man scheinbar nach wie vor, man braucht keine Maske. Und es wird sogar auch geduldet.
    Und die Justiz macht sich wieder noch ein Stück unglaubwürdiger in den Augen der Bevölkerung.
    "Arafat Abou-Chaker kommt ohne Maske zum Gericht – und durch damit"
    https://www.bz-berlin.de/tatort/menschen-vor-gericht/arafat-abou-chaker-kommt-ohne-maske-zum-gericht-und-durch-damit

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