Video | Dr. Julia Fischer erklärt - Wie sich die Immunität nach Corona-Infektion und -Impfung unterscheiden könnte

Mi 03.02.21 | 18:12 Uhr
Dr. Julia Fischer, Ärztin und rbb-Moderatorin (Bild: rbb)
rbb
Video: rbb|24 | 03.02.2021 | Material: rbb spezial | Bild: rbb

Noch gibt es einige Unsicherheiten bezüglich der Impfung. Eine häufige Frage: Wie unterscheidet sich eigentlich die Immunität nach einer Corona-Erkrankung von der nach einer Impfung? Ist es nicht besser, die Erkrankung durchzumachen? Und: Sollte ich mich deswegen vielleicht lieber nicht impfen lassen, wenn ich in der Vergangenheit bereits an Covid-19 erkrankt war?

Gewisse Immunität nach Corona-Infektion wird angenommen

Die Ständige Impfkommission empfiehlt aktuell, dass Genesene vorerst nicht geimpft werden sollten. Hintergrund ist aber nicht, dass die Immunität nach einer Erkrankung besser wäre als nach einer Impfung – oder dass die Impfung für Genesene als gefährlich eingestuft würde. Vielmehr geht die Stiko davon aus, dass Genesene vorübergehend über einen gewissen Schutz vor einer erneuten Erkrankung verfügen. Und weil der Impfstoff aktuell knapp ist, sollten Menschen, die noch keinerlei Antikörper haben, ihn zuerst bekommen.

Auf lange Sicht erachtet die Stiko eine Impfung aber auch für Covid-19-Genesene für notwendig. Denn wie lange die Immunität nach der Krankheit hält, lässt sich aktuell nicht sicher sagen. Das scheint von Person zu Person zu variieren. Offenbar hält die Immunität länger, je mehr Virus eine Person bei der Infektion abbekommen hat, je heftiger die Erkrankung war und je jünger die erkrankte Person war.

Immunität nach Impfung könnte lang anhaltender sein

Zwar ist auch im Falle der Impfung noch nicht klar, wie lange die Immunität andauert. Aber: In den Studien produzierten Geimpfte mindestens die gleiche, meistens sogar eine größere Menge Antikörper als Genesene. Das spricht dafür, dass die Immunität nach Impfung besser und lang anhaltender sein könnte als nach der Erkrankung.

Anders als bei einer Infektion, deren Verlauf stark variieren kann, wird bei einer Impfung immer die gleiche Dosis gegeben – die Immunnantwort ist konstanter. Und: In den Impfstoffstudien war die Impfung bei Genesenen genauso wirksam und verträglich wie bei Personen, die noch nie erkrankt waren.

Vermehrte Impfreaktionen nach kürzlich zurückliegender Infektion möglich

Die Stiko hält es für plausibel, dass es bei einer Impfung nach einer erst kürzlich zurückliegenden Corona-Infektion zu vermehrten Impfreaktionen – wie etwa Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit und Fieber – kommen kann. Deswegen empfiehlt sie eine Impfung aktuell erst sechs Monate nach durchgemachter Erkrankung.

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