Eine Mitarbeiterin eines medizinischen Labors führt Coronatests durch (Quelle: dpa/Waltraud Grubitzsch).
Video: Abendschau | 05.03.2020 | Max Kell | Gespräch mit Livia Merla | Bild: dpa/Waltraud Grubitzsch

Gesundheitsverwaltung - 15 Coronavirus-Fälle in Berlin bestätigt

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Berlin hat sich laut Gesundheitsverwaltung auf 15 erhöht. Unter anderem wurde eine Person positiv getestet, die im Bezirksamt Reinickendorf arbeitet. Die beiden neuen Infizierten hatten Kontakt zu bereits bekannten Fällen.

Was Sie jetzt wissen müssen

Die Zahl der registrierten Corona-Infektionen in Berlin ist auf 15 gestiegen. Das hat die Gesundheitsverwaltung am Donnerstag dem rbb bestätigt. Hinzu gekommen sind ein Mann aus Pankow und eine Frau aus Tempelhof-Schöneberg, wie die Gesundheitsverwaltung auf Anfrage von rbb|24 konkretisierte. Beide hatten Kontakt zu bestätigten Fällen. Der Mann gehört zu den Kontaktpersonen des 22-Jährigen, der als erster bestätigter Coronavirus-Fall Berlins gilt. Näheres zur erkrankten Frau ist nicht bekannt.

Noch am Nachmittag hatte die Verwaltung eine Mitteilung verschickt, die die zu dem Zeitpunkt bekannten 13 Fälle auflistete: Demnach sind acht Männer und fünf Frauen aus den Bezirken Mitte, Marzahn-Hellersdorf, Tempelhof-Schöneberg, Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow mit dem Coronavirus infiziert.

Am Morgen war bekannt geworden, dass einer der infizierten Menschen im Bezirksamt Reinickendorf arbeitet, wie der Amtsarzt des Bezirkes rbb|24 sagte. Zu Alter und Geschlecht machte er keine Angaben.

Die Person wurde am Donnerstagmorgen positiv getestet und zu Hause isoliert, da derzeit nur leichte Krankheitssymptome wie bei einer Erkältung aufgetreten sind. Die Kontaktpersonen der infizierten Person werden derzeit ermittelt und in eine 14-tägige häusliche Quarantäne geschickt.

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hatte am Donnerstag im Abgeordnetenhaus zudem über drei weitere Fälle informiert.

Mittwoch waren es noch acht Fälle

Zuvor war das Virus bei zwei Frauen aus Berlin-Friedrichshain und einem Mann aus Pankow nachgewiesen worden. Das hatte die Senatsverwaltung für Gesundheit am späten Mittwochabend bekanntgegeben. Der Mann wurde zu Hause isoliert, wie es in einer Mitteilung heißt. Die zwei Frauen wurden ebenfalls jeweils häuslich isoliert. Beide hatten mit dem zuerst bekannt gewordenen Fall, einem 22-Jährigen aus dem Bezirk Mitte, in einem Großraumbüro zusammengearbeitet. 

Gesundheitssenatorin Kalayci hatte bereits am Dienstag gesagt: "Wir sind in einer Anfangsphase der Pandemie."

Zwei Wochen hustend im Büro

Damit hängen nun drei Fälle mit dem ersten Coronavirus-Fall beruflich zusammen. Wie ein Arbeitskollege des 22-Jährigen im Gespräch mit rbb|24 schilderte, soll der Mann zwei Wochen lang hustend im Büro gesessen haben. Er wird mittlerweile isoliert und im Charité Campus Virchow Klinikum behandelt.

Kalayci: KV hatte keinen Pandemieplan

Angesichts fehlender Hygieneartikel und Mundschutzmasken in Berliner Arztpraxen warf Gesundheitssenatorin Kalayci der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) vor, nicht für Pandemiepläne gesorgt und damit die Materialnot verursacht zu haben.

Der stellvertretende Vorsitzende der KV Berlin, Burkhard Ruppert, sagte dem rbb, das sei nicht die Aufgabe der KV, sondern gehe in den Bereich des Katastrophenschutzes und sei damit Aufgabe des Landes. Ruppert betonte in der rbb-Abendschau, es habe jetzt keinen Sinn, über Schuldzuweisungen zu diskutieren. Man müsse dafür sorgen, die Ärzte zu schützen, damit sie noch in Wochen tätig sein könnten. "Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn sich die Ärzte massenhaft anstecken und dem Gesundheitssystem entzogen werden", sagte Ruppert.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Mittwoch eingeräumt, dass es bei medizinischer Schutzausrüstung zu "Knappheiten" komme. Deshalb gelte ab sofort ein Exportverbot für Atemmasken, Handschuhe oder Schutzanzüge. Zudem werde medizinische Schutzausrüstung nun zentral für Arztpraxen, Krankenhäuser sowie für Bundesbehörden beschafft und auf Lager gehalten.

FAQ zum Umgang mit dem Coronavirus

  • Ich fürchte, infiziert zu sein. Was tun?

  • Was passiert mit möglichen Infizierten?

  • Was passiert mit Kontaktpersonen?

  • Welche Kapazitäten haben die Kliniken?

  • Welche Reisebeschränkungen gibt es?

  • Wie viele bestätigte Fälle gibt es?

  • Ist das Virus meldepflichtig?

  • Was ist das Coronavirus?

  • Woher kommt das Virus?

  • Wie kann ich mich anstecken?

  • Wie ansteckend ist das Virus?

  • Wer ist besonders gefährdet?

  • Wie funktioniert der Test?

  • Was sind die Symptome?

  • Wie kann ich mich schützen?

  • Welche Behandlung gibt es für Infizierte?

  • Gibt es Immunität gegen das Virus?

  • Wie hoch ist die Sterberate?

18 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 18.

    Danke an alle Kommentierer hier, scheint ja endlich mal Vernunft einzukehren.

  2. 17.

    Ganz richtig!
    Die Hysterie und Panikmache, sowie das ungefilterte mediale Getue ist nervig. Von der Schweinepest, die ja kurz vor Deutschland war spricht keiner mehr.
    Einfach Hygiene einhalten!

  3. 16.

    Weil die Behörden diese Informationen nicht herausgeben; weil sie die Menschen wahrscheinlich auch nicht erinnern, wo sie in den letzten 10 Tagen (zB) waren. Ernsthaft: Wissen Sie genau, wo Sie am Montag ganz genau waren?

  4. 15.

    Warum veröffentlichen sie nicht, wo und wann die Infizierten waren, dann wissen andere, ob sie sich möglicherweise in der Gegend befinden, da die Symptome später auftreten und es dann zu spät ist

  5. 14.

    Es ist schon sehr verwunderlich wie manche irgendwelchen neuen „Zahlen“ entgegenhecheln. Was spielt es denn für Sie für eine Rolle ob 15 oder 20 Personen von knapp 4 Millionen Einwohnern ein bestimmtes Virus tragen (was nicht bedeutet dass die alle krank sind)? Benötigen Sie etwa einen kontinuierlichen Anstieg um Ihre persönliche Panik am Laufen zu halten?
    Ich begrüße es jedenfalls, dass die Medien mal einen Gang runterschalten was die Corona-Hysterie betrifft. Danke dafür auch dem RBB.

  6. 13.

    Guter Kommentar!

    "Ja, man kann durchaus Vorräte anlegen, um zwei Wochen zu Hause gut versorgt zu sein. Zwei Wochen, nicht sechs Monate. Denn eine Quarantäne kann eben doch jeden treffen. Auf diesen Fall vorbereitet zu sein ist durchaus sinnvoll. Das Nudelregal leer kaufen muss man dafür noch lange nicht,"

    die Nudelregale& Co. werden in den Supermärkten allerdings auch bereits bei der genannten zwei Wochen Vorsorgeversorgung leer sein, wenn es wie geschehen innerhalb einer/zwei Wochen geschieht. Hier rächt sich die just in time "Lagerhaltung". Die Märkte sind selber gar nicht auf einen erhöhten Bedarf eingerichtet. Die haben nur noch das vorrätig, was eben an normalen Tagen gekauft wird. Jeder Kauf darüberhinaus muss selber erst geordert werden.

    Es braucht also gar keine "Extremhamsterer", um die Regale leerzufegen.

  7. 12.

    Carina, super Beitrag.
    Wenn ich noch anmerken darf, gestern kam die Meldung, dass in Deutschland bereits 200 Menschen an Grippe verstorben sind.
    Und wir reden hier über 15 positiv getestete Menschen, ohne akute Lebensgefahr.

  8. 11.

    Danke Carina, für den guten Kommentar. Unterschreibe ich alles. Bleiben sie alle schön gesund.

  9. 8.

    Wie stehen eigentlich Ärzte und Pflegekräfte zum Thema?

    ... ich finde es recht bedenklich, wenn Infizierte - vor Allem schwerer Erkrankte - auf Normalstationen bzw. Intensivstationen unter Quarantäne gestellt und behandelt werden.

    Sogenannte ISO-Zimmer werden von jenen Pflegekräften betreut, die z.B. nachts auch weiterhin noch Patienten in bis zu 20 weiteren Krankenzimmern betreuen müssen (dank Pflegenotstand). Zwar tragen pflichtbewusste Pflegekräfte in den ISO-Zimmern Kittel, Handschuhe, Mundschutz ... doch weiß jeder Pflegende, wie eilig man es hat, um allen Patienten gerecht werden zu können. Ein Übertragungsrisiko ist insofern besonders tragisch, weil es sich bei den anderen Patienten meist um einen gefährdeten Personenkreis ("Vorerkrankungen") handelt.

    Wäre es nicht möglich und wichtig, kleinere Stationen eigens für die derzeit infizierten Menschen zu eröffnen, die dann jeweils von Pflegekräften betreut werden, die in den nächsten Wochen nur hier arbeiten?

  10. 5.

    Vielen Dank für Ihre Wort!!
    Ganz besonders wichtig und noch einmal zu betonen: Ja Desinfektionsmittel sind knapp. Mittlerweile auch in medizinischen Einrichtungen. Sie deshalb aus Arztpraxen und Krankenhäusern zu stehlen, ist selten dumm.
    Man stelle sich vor: eine tiefe Schnittwunde bei Dosenöffnen... Aber im Krankenhaus/in der Praxis kann einem nicht adäquat geholfen werden, da das Personal nicht desinfizieren kann.... Blöd. Vor Corona gerettet aber an einer Blutvergiftung durch Hamster in Dose verstorben.
    Man kann übrigens auch in Quarantäne eine Blinddarmentzündung bekommen, in der Wanne ausrutschen oder von der Leiter fallen. Bei allen Szenarien wärs doch irgendwie ganz geil wenn die Ärzte und Pfleger saubere Hände hätten oder? Oder wenn die Unterlage auf der man nach dem Coronapatienten liegt vorher desinfiziert worden wäre...
    Und es wäre natürlich von Vorteil wenn medizinisches Personal sich selbst schützen könnte um dann überhaupt vor Ort zu sein... Sorry heute kein Blinddarm wir haben keine Ärzte keine Schwestern und kein Desinfektionsmittel...
    Wobei - - das könnten sie zu OP dann ja auch mitbringen - von den 12 Litern sind ja vielleicht noch 11,95 Liter übrig.
    Soweit.
    Grüße an den Menschenverstand.

  11. 4.

    Warum werden die Zahlen nicht aktualisiert???
    Veraltete Angaben machen das Problem nicht kleiner!!

  12. 3.

    Danke, Carina, für diesen besonnenen Kommentar. Allerdings melden sich meist nur diejenigen in Kommentaren zu Wort, die eine extremere Meinung vertreten. Das Mittelfeld schweigt sich eher dazu aus. Daher könnte schon der Eindruck der Extreme entstehen. Wenn man im Alltag unterwegs ist, auch in den Öffis, bekommt man doch einen relativ entspannten Eindruck. Zumindest ist mir seit tagen niemand mit Mundschutz mehr begegnet.
    Ja, heute erst wieder erlebt: stellt sich ein Mann an eine Supermarktkasse, hustet erst ein paarmal kräftig über das Laufband (und die darauf liegenden Waren der Person vor ihm) und danach noch ein paarmal in seine Hand, bevor er zum Trennstab greift und seine Bazillen oder Viren auch darauf verteilt. So sollte es nicht sein!

  13. 1.

    Manchmal hat man das Gefühl, es gibt nur noch die Extrem-Hamsterer oder die Ignoranten. Das gesunde Mittelmaß scheint immer mehr abhanden zu kommen.

    Ja, man kann sich zumindest regelmäßig und gründlich die Hände waschen. Das sollte man gerade während der Grippewelle sowieso tun. Ja, man kann sich ab und an auch mal die Hände desinfizieren. Schadet nicht, wenn man es nicht zu oft macht. Nein, man muss nicht literweise Desinfektionsmittel bunkern.
    Ja, man sollte bitte in die Armbeuge, ein Taschentuch, den Jackenkragen husten/Niesen. Das sollte nun wirklich selbstverständlich sein. Wenn ich sehe, wie viele Menschen erst kräftig in die Hand niesen und einem eben diese dann entgegen strecken ...
    Ja, man kann durchaus Vorräte anlegen, um zwei Wochen zu Hause gut versorgt zu sein. Zwei Wochen, nicht sechs Monate. Denn eine Quarantäne kann eben doch jeden treffen. Auf diesen Fall vorbereitet zu sein ist durchaus sinnvoll. Das Nudelregal leer kaufen muss man dafür noch lange nicht, Konserven für zwei Wochen kann man auch sehr gut stückchenweise in den nächsten Monaten noch essen.

    Also bitte, liebe Menschen: alles mit Maß, Mitte und Vorsicht. Rücksicht auf Mitmenschen hat noch niemandem geschadet. Auch wenn man nicht zur Risikogruppe gehört gibt es doch schöneres als krank zu Hause zu liegen. Hört auf den Krankenhäusern Desinfektionsmittel zu klauen - sie brauchen es dringender als ihr. Und bitte hört auch auf, komplett Ignorant zu sein. "Ich änder nichts" ist okay, wenn man sowieso schon auf die Grundlagen der Hygiene achtet. Aber auch ihr würdet euch freuen, wenn jemand Rücksicht auf euch nimmt :) in diesem Sinne: bleibt alle gesund! Ob nun Erkältung, Grippe, Corona oder sonst was ...

Nächster Artikel

Das könnte Sie auch interessieren