Ein Fallermittler des Gesundheitsamtes Neukölln in der Blaschkoallee verfolgt am 22.10.20 Kontakte von Corona-Infizierten telefonisch nach. Alle Dokumente mit persönlichen Daten wurden unkenntlich gemacht (Quelle: rbb|24 / Schneider).
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Corona-Kontaktnachverfolgung in Neukölln - Am Apparat

Gemessen an der Einwohnerzahl hat Neukölln gerade die zweitmeisten Corona-Neuinfektionen im Land. Inmitten des Sturms arbeiten Fallermittler im Gesundheitsamt daran, Infizierte und ihre Kontakte rechtzeitig zu warnen - bevor sie andere anstecken. Von Sebastian Schneider

Der Kollege macht Pause, aber sein Telefon nicht. Michael Biastoch geht ran. "Gesundheitsamt Neukölln, Biastoch, guten Tag?", fragt er, ein magerer Mann ganz in Schwarz gekleidet, der viel jünger aussieht als 37 Jahre. Am Apparat ist an diesem frühen Donnerstagnachmittag der Arbeiter C., angestellt in einer Fleischfabrik: Er solle sich melden, ein Kollege sei positiv getestet worden, und er selbst nun auch, sagt C.

Biastoch geht das Protokoll durch: Hat C. Symptome? Wenn ja, welche und wann traten sie auf? Wo er arbeite und wann er das letzte Mal dort gewesen sei? C. ist 39 Jahre alt, "ganz gesund, ein junger Mann", beteuert er, man kann es durch den Lautsprecher hören. Heute habe er noch in der Fabrik gestanden, es gehe ihm gut.

"Tut mir leid, aber Sie müssen trotzdem zwei Wochen in Quarantäne", antwortet ihm Biastoch und hört als nächstes Geräusche am anderen Ende der Leitung. C. ist verheiratet und hat mit seiner Frau vier Söhne. Auch sie müssen alle zuhause bleiben. Biastoch kündigt an, dass er ein Abstrichteam vorbeischicken könne, Kollegen in Schutzanzügen, die den Rest der Familie testen könnten. C. scheint sich in sein Los zu fügen, er bleibt freundlich. "Vier Kinder haben Sie. Mensch, da ist bestimmt immer was los, oder?", fragt Michael Biastoch noch, ein bisschen Smalltalk. Akzeptanz schafft man auch damit.

Der Fallermittler notiert C.s Angaben in einem Vordruck, später landen sie in einer Software, alles erscheint dann auf den zwei Bildschirmen vor Biastochs Tastatur. "Kommt immer drauf an, wie man mit den Leuten redet. Wenn wir erklären, warum wir das jetzt so machen, zeigen die meisten Verständnis – und manchmal muss man eben trotzdem eine Ansage machen", sagt Biastoch. Wirklich kontrollieren lässt sich nicht, wer die Quarantäne am Ende einhält. Ohne Eigenverantwortung geht es nicht.

Manche legen einfach auf

Fallermittler wie Michael Biastoch arbeiten in Teams von sieben bis zehn Mitgliedern. Die Pandemie hat Leute zusammengewürfelt, die sonst wohl keine Kollegen geworden wären: Manfred, der kurz vor der Rente steht und bisher Wohnberechtigungsscheine ausgestellt hat. Michael, der lange studierte, drei Abschlüsse hat und vom Bezirksamt rüberkam. Er sei froh, dass er sich hier beweisen könne, sagt er. Und Sophie*, die im zweiten Semester Biotechnologie studiert und sich beim Robert-Koch-Institut um eine Stelle als "Containment Scout" beworben hat, weil an der Uni wegen Corona eh nichts ging.

Alle Ermittler sitzen nicht in einer Art riesigem Callcenter, wie man sich das vorstellen könnte, sondern verteilt an mehreren Standorten im Bezirk. Hier an der Blaschkoallee liegen die Räume im Souterrain des ehemaligen Krankenhauses Britz, einem weitläufigen, mehr als 120 Jahre alten rotgeklinkerten Bau. Schritte auf hellgrünem Linoleum, vom Flur gehen die Büros ab. Alle Türen stehen offen, die Fenster sind gekippt. Im Auge des Sturms wirkt die Stimmung ruhig und konzentriert, trotz des Stimmengewirrs und Telefongeklingels.

Man hört Arabisch, Türkisch, Englisch durch die Flure, meistens Deutsch. Die Sprachbarriere sei bei den Anrufen selten ein Problem. "Entweder finden wir im Haus einen Kollegen, der uns schnell helfen kann. Oder die Kinder der Familie sprechen gut Deutsch und übersetzen dann. Einen Dolmetscher brauchen wir fast nie", erzählt Biastoch. In seinem Büro hängen Neonröhren an der Decke, auf den beiden Schreibtischen stehen Kaffeetassen mit der Aufschrift "Pandemiestab 2020" und dem Neuköllner Wappen. An einer Pinnwand in der Ecke hängt ein Zettel, auf den jemand mit rotem Filzstift geschrieben hat: "Heute ist ein schöner Tag."

Seelentröster

Labore und Arztpraxen melden jeden positiven Getesteten dem Amt, dort werden die Fälle dann auf die Ermittler verteilt. Links sitzt Biastoch, rechts seine Kollegin Sophie Kutscher*. Sie nutzen alte, schwarze Nokia-Diensthandys. Wenn sie anrufen, bedeutet das nie gute Nachrichten. Es gibt Menschen, die deshalb einfach auflegen, erzählen sie, und danach nicht mehr rangehen. Aber es hilft nichts. Die Quarantäne-Anordnung bekommt jeder nochmal per Post - darin steht genau, von wann bis wann man zuhause bleiben muss und an welche Regeln er sich zu halten hat.

Andere Infizierte machen sich Sorgen, haben Angst, ob sie nun schwer erkranken. Deshalb sind die Fallermittler auch ein bisschen Seelentröster. "Machen Sie sich nicht so viel Stress, das wird alles wieder. Konzentrieren Sie sich darauf, dass Sie wieder gesund werden", sagt ein Kollege mit rheinländischem Optimismus in der Stimme. Gemessen an den Zahlen, die den Druck auf die Ermittler immer größer werden lassen könnten, geht es überraschend menschlich zu.

Protokoll

"Das kann ich Ihnen noch nicht sagen, wann das geht. Es ist ja noch kein Impfstoff da."

"Jetzt hab ich die Tochter dran, die Elvira, richtig?"

"Ich hör Sie schon husten. Sie haben Symptome, oder?"

"Kommen wir nun zu Ihren privaten Kontakten. Leben Sie alleine?"

"Yes I do. Thanks for calling me back!"

"Sie sind sich also seitdem schon nochmal nahegekommen. Wie heißt denn Ihr Freund?"

"Haben Sie einen Brief von uns bekommen oder warum rufen Sie an?"

"Wie war der Name noch gleich?"

"Folgendes: Für Sie gibt’s eine Quarantäne und zwar bis zum 25. Sie kriegen noch einen Bescheid."

Mehr hat nur das Berchtesgadener Land

Sie könnten sofort sagen, wann sie merkten, dass es wieder ernst wurde, heißt es von mehreren Mitarbeitern. Bis zum Ende des Sommers sei alles beherrschbar gewesen. Dann gab es einen Ausbruch in einer Kneipe. Dann kamen die Reiserückkehrer, mehrere große Hochzeiten, der Schulbeginn. Selbst ein einziges infiziertes Kind brachte den Ermittlern tagelang Arbeit – sie mussten die Eltern jedes Mitschülers oder anderen Kleinkindes abtelefonieren. Inzwischen übernehmen das die Schulen und Kitas notgedrungen selbst.

Sie haben hier im letzten halben Jahr viel improvisieren müssen, so lange an der internen Software geschraubt, bis sie passte. Bis heute hat jeder Bezirk seine eigene. Die Arbeit wuchs und auch die Zahl der neuen Kolleginnen und Kollegen im Gesundheitsamt, aber das eine konnte mit dem Tempo des anderen bald nicht mehr Schritt halten.

Nun schwappt die zweite Welle übers Land und bis sie sich in Neukölln wieder bricht, wird noch einige Zeit vergehen. Hipster in Bars und Raves in der Hasenheide, riesige Familienfeiern von Neuköllnern mit arabischen und türkischen Wurzeln - die Zeit dieser Schuldzuweisungen ist lange vorbei. "Es gibt keine Möglichkeit der Lokalisation, wir wissen nicht mehr aus welcher Ecke die Infektionen kommen", sagt der Gesundheitsstadtrat Falko Liecke in einer ZDF-Sondersendung [zdf.de], er gibt momentan fast täglich Interviews. Sein Bezirk liegt deutschlandweit auf Platz zwei der Hotspots, 245 Neuinfektionen innerhalb der letzten Woche, gerechnet auf 100.000 Einwohner. Mehr hat nur das Berchtesgadener Land. "Wir laufen buchstäblich auf dem Zahnfleisch, weil die Neuinfektionen einfach nicht nachlassen", sagt der CDU-Politiker Liecke.

115 neue Fälle jeden Tag - mit je bis zu 40 Kontaktpersonen

An der Blaschkoallee steht die interne Ampel längst auf Tiefschwarz. Biastoch sagt, momentan schafften sie es noch, Fälle nicht länger als einen Tag liegenzulassen. 81 Ermittler arbeiten in Neukölln, es sollen bald 40 weitere dazukommen. Die Bundeswehr unterstützt das Neuköllner Gesundheitsamt bereits mit 28 Soldaten, die Daten ins System tippen - Quarantäne verordnen dürfen sie nicht. Mit Laien alleine geht es nicht, es fehlt an Fachpersonal, es gibt nicht genügend Bewerber - das Problem hatten die Ämter schon vor Corona. Bis ein Gesundheitsaufseher fertig ausgebildet ist, vergehen drei Jahre.

Den Amtsärzten bleibt nichts mehr anderes übrig, als die Verantwortung an Bürger zu delegieren, so wie es in anderen Ländern bereits praktiziert wird. Infizierte sollen ihre Kontakte selber benachrichtigen, diese müssen dann in Quarantäne. Den Bescheid für den Arbeitgeber können sie beim Gesundheitsamt anfordern.

Es wäre leicht, den Ämtern Kontrollverlust vorzuwerfen, aber am Ende ist es einfache Mathematik: In der vergangenen Woche kamen in Neukölln jeden Tag durchschnittlich 115 Infektionen dazu. Pro Tag schaffen die Ermittler hier zwischen vier und sechs Fälle - je nachdem wie viele Kontaktpersonen sie dafür anrufen müssen. An jedem positiv Getesteten hängen zwischen fünf und 20 bekannte weitere Gefährdete, in Extremfällen 40. Dazu kommen die Anrufe bei Infizierten, die bereits in Quarantäne sind. Die Ermittler müssen sich erkundigen, wie es den Betroffenen geht und ob sie Symptome entwickelt haben.

Und umgekehrt rufen diese ihre zuständigen Betreuer im Büro an, weil sie Fragen haben. Sie haben ständig Fragen. Ob sie Bus fahren dürfen zum Beispiel. Oder spazieren gehen. Oder jetzt wieder arbeiten können, denn sie seien doch fit. "Manchmal fällt es schon schwer, seinen Ärger herunterzuschlucken", sagt Sophie Kutscher.

Die wichtigen Dinge in Nebensätzen

Es ist oft Detektivarbeit, vieles erfährt man erst in Nebensätzen. Man kann die Leute nicht zwingen, die Wahrheit zu sagen. Manchen ist peinlich, wo sie sich gestern Nacht rumgetrieben haben. Andere schweigen, um den Gastgeber einer großen Feier nicht preiszugeben. 250 Leute waren da, 30 standen auf der Gästeliste. "Ach, ich fand die Hochzeit eh nicht gut", rutschte einer Kontaktperson heraus, so erzählt es Sophie Kutscher, und plötzlich wussten sie überhaupt erst, dass es eine Hochzeit war, bei der sich da mehrere angesteckt hatten.

In einem anderen Fall erzählte erst eine infizierte Person von einem Abend Mitte Juli in einer Neuköllner Bar. Dann erinnerte sich eine andere in einem anderen Bezirk an die gleiche Bar, am gleichen Abend. Erst nach mehreren Fällen bekamen die Ermittler die Verbindung hin, den "Missing link", wie Kutscher sagt. Am Ende hatten sich im Brauhaus "Neulich" mehr als 20 Menschen infiziert, die Hälfte entwickelte später Covid-Symptome. Die Gästeliste der Kneipe war lückenhaft. "Erst durch unser Nachhaken ist das hinterher Stück für Stück rausgekommen. Wir hatten auch Glück, dass die Gäste und die Betreiber am Ende kooperativ waren", sagt sie.

Fälle wie einen Barbesuch oder eine Familienfeier aber kann man, sobald man den Auslöser entdeckt hat, heute relativ gut eindämmen. Inzwischen stecken sich die meisten Betroffenen in ihren Familien an. Das ist in Neukölln nicht anders als im Rest des Landes. Das Telefon kann bei jedem klingeln, die Einschläge rücken näher. Die Anrufe bei Betroffenen und deren Rückfragen sind dabei nicht die einzigen Dinge, die die Ermittler Zeit kosten. Manchmal müssen sie auch bei anderen Behörden und Arztpraxen nachforschen.

Zwei Fallermittler des Gesundheitsamtes Neukölln verfolgen am 22.10.20 Kontakte von Corona-Infizierten nach und sprechen gerade über eine Fallakte. Alle Dokumente mit persönlichen Daten wurden unkenntlich gemacht (Quelle: rbb|24 / Schneider).
Michael Biastoch (links) und sein Kollege Manfred (rechts) müssen einen Fall in einer Arztpraxis klären. | Bild: rbb|24 / Schneider

"OK, Micha"

Biastochs Kollege Manfred zum Beispiel, klein, stabil, weißer Schnauzbart, stapft in die Kaffeeküche und regt sich fürchterlich über eine Arzthelferin auf. Seinen bayerischen Zungenschlag hört man jetzt deutlich heraus. Ein älterer Infizierter, gerade aus der Quarantäne entlassen, möchte zu seinem Hausarzt, wegen einer anderen Erkrankung. Es ist dringend. Die Arzthelferin aber fordert zuerst einen negativen Coronatest von dem Mann. "Wir können doch nicht am Ende einer Quarantäne Leute testen, die gar keine Symptome haben", schimpft Manfred. Den Mann treffe keine Schuld. Manfred greift sich eine Banane, rupft ihre Schale runter und beißt hinein. Kurz darauf zerknüllt er die Schale. Im Radio spielen sie Bryan Adams: "Everything I do, I do it for you".

Michael Biastoch ruft die Praxis an. Er ist gelernter Sozialarbeiter, er trennt Konflikte in Ebenen und hat gelernt, nicht auf die Lautstärke des Gegenübers hochzudrehen. Wie fast in jedem Fall ist es komplizierter, als es zunächst schien. Der 81-jährige Patient hatte offenbar doch noch Symptome. "Ja, da verstehe ich Sie natürlich", sagt Diplomat Biastoch in den Hörer, die Stimmung im Raum wird sofort ruhiger. Er einigt sich mit der Arzthelferin, wie mit dem Patienten weiter verfahren wird. Manfred darf nochmal kurz Dampf ablassen. Die Sache ist durch. "Du hast ja vollkommen recht. Es sind vernünftige Menschen. Okay, Micha", sagt der befriedete Manfred und Biastoch geht zurück an den Schreibtisch.

Ein paar Fälle mehr gehen doch immer

Fragen von Kollegen zu beantworten, zu deeskalieren, seine Botschaft bei Leuten durchzubringen, die ihn am liebsten zum Mond schießen würden - das alles kostet auch Biastoch Kraft. "Es gibt Tage, da steht das Telefon nicht still, klingelt 20, 30 Mal. Da habe ich abends überhaupt keine Lust mehr, mich noch zu unterhalten", sagt er.

Die Ermittler versuchen, sich nicht inmitten des ganzen Wirbels zu verlieren, sie achten aufeinander. Fragen, wie es dem anderen geht, quatschen einen Moment, nehmen sich ein paar Fälle ab, wenn es irgendwie geht. Meckern über besserwisserische Lehrer, bockige Nachteulen, Aluhüte. Sie versuchen dann, es mit Humor zu nehmen. Es gelingt ihnen nicht immer.

"Mit dieser Negativität und dem Unverständnis umzugehen, die einem da entgegenschlägt, ist nicht leicht", sagt Sophie Kutscher. Aber genauso schwer sei es, sich von seiner Verantwortung abzugrenzen. "Ich fühle mich manchmal schlecht, wenn ich einen freien Tag nehme. Ich könnte in der Zeit ja ein paar Fälle mehr abklappern, könnte jeden Tag zwölf Stunden bleiben. Es ist theoretisch nie genug", sagt sie.

Das Neuköllner Gesundheitsamt in der Blaschkoallee, im Souterrain arbeiten Fallermittler, die Corona-Kontaktpersonen nachverfolgen. An der Blaschkoallee sind auch andere Ämter wie beispielsweise das Standesamt untergebracht, 22.10.20 (Quelle: rbb|24 / Schneider).Bis die Fallzahlen so niedrig sind, dass man Kontakte nicht mehr nachverfolgen muss, werden die Räume in der Blaschkoallee noch gebraucht.

"Schön zu wissen, dass es nicht von Dauer ist"

Was es für die Kontaktnachverfolgung bedeuten würde, wenn das Virus ein Ermittlerteam erwischt, wollen sie sich hier lieber nicht vorstellen. Die Abstrichstelle des Gesundheitsamts wenigstens ist auf dem gleichen Gelände. Bisher hatten sie Glück, niemand hat sich infiziert. Sophie Kutscher sagt, sie sei extrem vorsichtig, treffe draußen kaum jemanden, Berufskrankheit.

Kutschers Vertrag endet in wenigen Wochen. Dann war sie ein halbes Jahr lang Fallermittlerin. Sie wolle sich wieder auf ihr Studium konzentrieren, es geht weiter. Höchstens Teilzeit könne sie sich vorstellen. Biastoch sagt, er könne sich den Tag schon ausmalen, an dem er hier rausspaziere, weil er nicht mehr gebraucht werde. Wenn das alles überstanden sei. "Es ist sehr intensiv und ich mache diese Arbeit wirklich gerne. Aber es ist auch schön zu wissen, dass das hier nicht von Dauer ist", sagt er.

Vor dem Fenster harkt ein Gärtner gelbes Laub zusammen, es ist ein leuchtender Herbsttag. Erstmal gehen die Ermittler davon aus, dass sich die Zahlen noch verdoppeln werden. Bis Ende 2021, schätzt Michael Biastoch, müssten sie hier noch weitermachen. Mindestens.

* Name geändert

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Beitrag von Sebastian Schneider, rbb|24

29 Kommentare

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  1. 29.

    "In Norwegen hat man früher alte Menschen von den Klippen gestoßen" super Idee. Ich befürchte, Sie irren sich, was mein Alter angeht. Ich bin noch etliche Jahre von der Rente entfernt. Aber Alter, DARUM geht es in dem Artikel und in meinem Kommentar gar nicht. NIEMAND in Quarantäne darf die Wohnung verlassen und zum Arzt oder Apotheker gehen, egal wie alt er ist. Entweder es holt ihn der Krankenwagen oder der Leichenwagen. Aber niemals ein Taxi oder der Bus! Es gibt auch keine Krankschreibung UND demzufolge keine Gesundschreibung. Nur eine Anzahl an Tagen, die man daheim bleiben muss. Danach darf man alles. Egal ob man dann schon 14 Tage hustet oder fiebert. Absolut blödsinnige Regeln.

  2. 28.

    Toni, hätten die Convidioten mit den afd-Leuten und Rechtsradikalen nicht so nen Stunk gemacht, um alle zu durchsuchen, vor allem, kurz vor dem vor nem Impfstoff. Man trifft sich in Berlin, um den Virus im Bundesgebiet, sogar teils aggressiv, weiterzugeben, sah man jeweils 1,5 bis 2 Wochen nach den Demos, wie da die Kurve hoch ging.
    Mal logisch denken, nicht PROViNZIAL.DE lebt vom Weltmarkt. Die Betriebe durften arbeiten, aber, der Weltmarkt war auch dicht, das lag an keinem kurzen Lockdown bei uns, auch nicht an Hygiene ,Masken und Abstand. Weniger Arbeit, weniger Lohn. Die Geschäfte, Gaststätten durften öffnen. Die Geschäfte beklagen: kaum Kundschaft. Tja, ist ein Kreislauf. Konsum ist zurück gegangen.
    Und Sie wollen ein Viertel der Bevölkerung isolieren, weil ein bisschen Maske tragen, Rücksicht, für Sie zuviel sind? Haben Sie ein psychisches Problem? Dafür gibt es Spezialisten, die Alten scheinen keines zu haben, auch nichts mit derAtmung. Lockdown? Danke Convidioten

  3. 27.

    Es ist schon vermessen hier zu suggerieren "... Alte von Klippe stürzen, geht nicht mehr, dann macht es das Virus.."
    Wirtschaft : in Ihrem provenzialen Denken ... Die Wirtschaft lebt vom Weltmarkt, konnten nie voll arbeiten, weil die ganze Welt zu warr, das liegt nicht an Maske oder Abstand und Hygiene in DE. Export funktioniert nicht? Weniger Arbeit und Geld, weniger Gastszattenbesuche, das aber auch aus Vorsicht.
    Einen eventuellen Lockdown haben wir Scharfmachern, wie dem Qurde"denker" Ballweg, seinen engen Kontakten zu Rechtsextremisten (denn alleine bekommt er es nicht hin, musste sich ja "Partner" suchen, die auch gegen den Staat, die Menschen, sind, bettelt jetzt schon für private Spenden auf sein Privatkonto), wie man liest.

  4. 26.

    So so Carla,
    ".. In Norwegen hat man früher alte Menschen von den Klippen gestoßen." Sowas ziehen Sie, als Argumentation, in Erwägung?

    Früher, früher... So, meine Gegenargumentation. Früher, auch in Deutschland, wurden Leute, die auch schon nur vermeintlichen Unsinn, im Volk verbreitet haben, wurden als Hexen verbrannt. Was Sie hier propagieren ist nicht nur vermeintlicher Unsinn. Es ist noch kein Jahrhundert her, da gab es auch sehr sehr Lösungen für Leute, die bewusst der Volksgesundheit schaden und Blödsinn propagierten.

    Ok, Sie haben in einer Demokratie das Recht der freien Meinungsäußerung, aber, was zu weit geht geht zu weit.

    In Ihrer provenzialen Einstellung verkennen Sie in Sachen Wirtschaft, es ist eine weltweite Pandemie, die exportierende Wirtschaft kann auf Grund, weil weltweit vieles dicht ist, nicht voll produzieren, Absatz.
    ...

  5. 25.

    Die Alten isolieren, dann die Jungen uneingeschränkt so machen lassen, wie bisher, weil diese nicht gefährdet sind und weil diese die Wirtschaft am Leben halten. So geht das Argument, denke ich.

    Es beinhaltet die Annahme, dass nur Alte gefährdet sind. Es beinhaltet die Annahme, dass Gefährdete klar von Ungefährdeten getrennt werden können. Es beinhaltet die Annahme, Alte seien unwichtig für die Wirtschaft. Kurz - es ist ein Käse-Argument und zugleich Ausdruck einer Unsolidarität in der Gesellschaft, die mich traurig macht.

    Alte isolieren? Es wird doch gerade von den Nicht-So-Schlimm-Leuten oft behauptet, die psychischen Folgen von Isolation bei einem Lockdown seien schlimmer als Corona selbst, aber nun sollen die Alten isoliert werden?

    Wohlwollend kann man Argument vielleicht als missglückten Lösungsversuch einer schwierigen Situation interpretieren.
    Disclaimer: Meine recht rüstigen Eltern sind beide über 80. »Aha, Jens! Nur deshalb!« - »Nö, auch.«

  6. 24.

    Rein logisch betrachtet ist das Quatsch. Ältere sind eine Teilmenge aller. Wenn ich die Alten isoliere und versorge ist das immer noch besser als alle zu isolieren und die Wirtschaft kollabieren zu lassen. Lieber 75 Prozent ohne Risikofaktor halten den Laden am Laufen als alle machen gar nichts mehr.

  7. 23.

    Viele junge Frisöre vergessen, dass auch die Haare älterer Menschen noch wachsen. Die jungen Dummen von heute übersehen, dass Wirtschaft nicht funktioniert, wenn keiner konsumiert. Sie unterschätzen die vielen rüstigen Alten, die durch ihren Konsum die Wirtschaft ankurbeln. Es gibt nicht nur bedauernswerte 80jährige Demenzerkrankte. Ab wann beginnt überhaupt alt, wenn Menschen heute bis 67 ganz normale Arbeitnehmer sind?

    Wir können keine Linie ziehen, die Alten nach rechts und wegsperren, die jungen nach links und einfach mal machen lassen. Hochhaus, 12 Stockwerke, 48 Haushalte. Wo verläuft hier die Linie?

    Zur Weihnachtszeit werden wir im Lockdown hocken, weil Verharmlosung nicht Lösung, sondern Teil des Problems ist.

  8. 22.

    Carla, die Jungen haben den Alten nicht nur ihr Leben, sondern auch ihren Wohlstand zu verdanken. Noch eines, falls sie es noch nicht begriffen hsben: es ist eine weltweite Pandemie. Deutschland ist Exportland. Was meinen Sie denn, warum seit dem Lockdown Autokonzerne und andere längst nicht vollkraft fahren? Weil die Märkte auf der Welt auch nicht voll offen sind. Der Markt fehlt. Das liegt nicht an DE.
    Ach noch eines, Sie empfehlen Risikogruppen zu Hause zu bleiben? Gehen Sie für die Einkaufen? Zählen übrigens 21 Mill. Deutsche zu. Ein Viertel der Bevölkerung. Nur weil Sie keine Maske tragen wolle, damit der Lippenstift besser zur Geltung kommt? Und zum Schluss, keiner Firma, keiner Kneipe nutzt es was, wenn nach und nach das Personal wg. unkontrollierte Krankheit ausfällt. Schließung auf Weisung, da gibt es Geld, schließung wg. Krankheit keins. Sie haben v. Wirtschaft und Strukturen null Ahnung

  9. 21.

    Bitte vergessen Sie aber nicht, dass zur Zeit ausschließlich Politik für Rentner, Risikogruppen und Gutverdiener mit sicheren Jobs gemacht wird, die endlos Kurzarbeitergeld erhalten.
    Weiß jemand, ob es gerade bei Agenturen für Arbeit und Jobcentern große Projekte für Pflegehelfer gibt?
    Auf der anderen Seite gibt es gerade ganz große Verlierer:
    Heute und für die Zukunft:
    - Kinder
    - Mütter
    - Familien
    - Selbständige
    - Bühnenkünstler
    - Jugendliche
    Es erfolgt nicht mal ein Ausgleich - sondern eher noch Maßregelungen und Tipss für Erziehung und wie man korrekt Restaurants führt.
    Die Politiker, die dies gerade zu verantworten haben, müssen den Schaden 2021 nicht auslöffeln.
    Aber ich sage Ihnen was: Die Generation von Eltern und Kindern werden im nächsten Bundestagswahlkampf den Lastenausgleich einfordern, der ihnen zusteht. Und der wird gewaltig sein.

  10. 20.

    Dann bleiben sie zu Hause und schützen sich. Es wird ihnen auch nichts bringen, wenn die Wirtschaft kollabiert oder die Inflation so stark greift, dass ihre Rente nichts mehr wert ist. Denken sie auch an die jungen. Das Lebensalter und die Qualität sind seit Jahrzehnten weiter gestiegen. Sie profitieren davon. Wenn heute 20 jährige die Schulden abbauen müssen, sind sie, mit Verlaub, nicht mehr da. In Norwegen hat man früher alte Menschen von den Klippen gestoßen. Das Land hat es nicht hergegeben, sie zu versorgen. Wir leisten dies heutzutage. Dann kann man aber auch fordern, diejenigen nicht zu überlasten, die das System finanzieren. Ansonsten kommen wir sehr schnell an den Punkt, an dem dies nicht mehr gehen wird. Und dann haben sie ein echtes Problem.

  11. 19.

    ... Der Grund der Anstrengungen der Convidioten, die Herdenverseuchung durchzuführen, gerade vor einem Impfstoffff... Wenn das Gesundheitssystem am Limit ist und könnte man auf das "Versagen des Merkel-Regimes" schimpfen, Stimmung machen.
    Die Convidioten sind zu einem Großteil Schuld am möglichen Lockdown. Die haben es provoziert.
    Sie tun gerade so, als ob nur über 80-jährige betroffen wären, von schwerem Krankheitsverläufen und an covid 19 sterben. Das Grundgesetz schützt jeden, auch Convidioten, dann erst recht alte, Schwache, wie Kinder und Alte, müssen geschützt werden.

  12. 18.

    Lisa,
    mit 80 kann man gehen? Sehr perfide, Ihr Gedankengang. In meiner Verwandtschaft gibt es einen 93-jahrigen,wandert fährt Fahrrad, ist im Leben sehr aktiv, mit 70 ging er ins Internet, hält so seine Fremdsprachenkenntnisse auf dem Laufenden. Er hat, durch solche Leute, wie Sie, wenig Chancen sich zu schützen. Die Alten haben den Wohlstand aufgebaut, von dem auch Sie heute leben. Die haben nicht im arbeitsfähigem Alter in der sozialen Hängematte gelegen
    Bei HIV hatte man selbst die Möglichkeit sich zu schützen, nicht ungeschützt durch die Gegend vö.., die Möglichkeit hat man bei covid 19 nicht in dem Maße. Meine Frage:Warum drängen die Convidioten, gerade jetzt, wo in absehbarer Zeit ein Impfstoff kommt, so darauf, die Herdenverseuchung durchzuführen, habs selbst erlebt, teils aggressiv und versuchter Gewalt? Das Gesundheitssystem zu überfordern? Solchen Leuten könnte man wünschen, dass wenn sie was haben, Unfall oder so, dass dann halt mal kein Bett frei ist...

  13. 17.

    Toller Artikel, interessant zu lesen, schön geschrieben. Ich habe jetzt noch mehr Respekt vor den Mitarbeitenden dort und bin froh, dass sie da sind. Vielen Dank.

  14. 16.

    Zitat:"Aber wenn man 80 ist, kann man auch gehen" ach ja?
    Ich finde, junge Diabetiker sollte man nicht mit Insulin versorgen. Jahrzehnte lang würden sie sonst überleben und das Gesundheitssystem belasten. Unverantwortlich. Die hätten sich schließlich selbst schützen können.

    Ich bin älter als das Lisa-Vornamen-Alter.

    Ich möchte mich mit GARnix anstecken. Und nicht daran krepieren, weil ich in Quarantäne nicht zum Arzt gehen darf.
    Einen derartig menschenverachtenden Ansatz hatte damals auch Herr Mißfelder. Keinen Hüftersatz für Menschen über 70. Dass er selbst nichtmal 40 werden würde, hat er auch nicht gedacht... Möge es Ihnen wenigstens nicht so ergehen...

  15. 15.

    Hüftarthrose. Schmerzmittel und KG-Rezept. Ist glaube ich etwas anderes, als an Corona zu erkranken. Sollte frau differenzieren können. Rewe und Edeka hat bei Coronazeiten Lieferzeiten von Wochen. Weil ja auch sonst keiner auf die Idee mit dem Liefern gekommen ist...

    Ich habe selbiges Ende März durchgespielt. Es war unmöglich, zu irgendeinem Arzt zu kommen bzw eben nicht dort hinzugehen und dennoch behandelt zu werden. Das ist schlicht nicht möglich und nicht erlaubt. Oder möchten SIE neben Erkrankten im Bus sitzen oder im Wartezimmer??

    Es ist faktisch nicht erlaubt, sich behandeln zu lassen.

  16. 14.

    Da könnten sie recht haben. Geopfert wird derzeit vor allem die Zukunft der Jugend. Die nächsten Jahrzehnte werden bitter. Die hohen Schulden werden durch hohe Steuern oder Inflation beseitigt. Wenn das System nicht ganz kollabiert bis dahin. In Kampanien gab es schon schwere Unruhen. Die Leute wissen einfach nicht mehr von was sie leben sollen im lockdown. Wie Aristoteles schon sagte. Armut ist die Mutter von Kriminalität und Revolution. Und wir bemühen uns gerade sehr darum ein riesiges Potential zu schaffen für Auseinandersetzung

  17. 13.

    In Sachen am Leben halten um jeden Preis bei jedem Alter schauen sie mal die schwedische gesundheitspolitik und die Akzeptanz dieser in der Bevölkerung.

  18. 12.

    Die Pandemie wird jetzt eh völlig ungehindert ihren Lauf nehmen und das ist auch ok. Denn das Virus ist nicht der Killer wie man anfangs dachte. Wer in den 80ern HIV hatte, ist zu knapp 100 Prozent verstorben. Wer heute 20 ist hat ein Risiko für covid vergleichbar mit dem im Verkehr zu sterben. Wir haben uns daran gewöhnt, medizinisch fast alles zu können. Aber wenn man 80 ist, kann man auch gehen und muss nicht noch qualvoll wochenlang an einer Maschine hängen. Wir verdrängen nur immer mehr den Tod. Sind dafür zb auch bereit Billionen neuer Schulden aufzunehmen. Die Rente der ganzen Leute, die jetzt nach Schutz rufen, ist eh bald wertlos. Mein Freund wurde Montag getestet. Das Ergebnis kam nach 5 Tagen. Genau so lange wie die Quarantäne gedauert hätte. Da kann man das testen auch gleich völlig lassen! Bis dahin hätte es eh jeder bei uns gehabt bzw hätte er ein kh aufgesucht. Die ganzen Maßnahmen sind mittlerweile völlig schizophren. Eigentlich freue ich mich, dass es jetzt völlig unkontrolliert wird. Das gesundheitssystem wird nicht kollabieren. Bitte mit den Daten beschäftigen! Aber was garantiert den Bach runtergehen würde: die Wirtschaft und damit die Existenz von Millionen vor allem junger. Aber vermutlich müssen die ganzen älteren erst brotsuppe Löffeln und auf der Straße sein, bevor sie merken dass Eigenschutz besser ist als ein Land und eine Gesellschaft zu ruinieren und damit ihre eigene Grundlage. Denn ohne Mos auch nix los in der Rentenkasse.

  19. 11.

    Und Jens, Lockdown, den befürworten ja die Convidioten offensichtlich, machen ja alles dafür, dass sich möglichst viele infizieren, "oh Gott, Maske, da will man lieber den Lockdown"... Die Convidioten, so scheint es, führen mit dem Virus Krieg gegen den Staat.

  20. 10.

    Falls es hier immer noch ein paar naive Lockdown Befürworter gibt, die tatsächlich denken ein paar Wochen alles runterfahren und alles ist wieder gut, dazu sagt der letzte Satz eigentlich alles und das denke ich auch bis mindestens Ende 2021.
    Daher müssen wir anfangen mit dem Virus, wie mit der Influenza zu leben und das ist auch ziemlich gut möglich, wenn man endlich die 90% Ansteckungsgefahr, sprich unbelüftete Innenräume, angehen würde.

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