Am Späti in Weißensee - "Wenn ich nicht arbeite, bin ich an der Ostsee"

Do 19.12.24 | 17:02 Uhr
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Grafik:Ein beklebtes Eisreklameschild in Nahaufnahme.(Quelle:rbb)
Bild: rbb

Die meisten Berliner wohnen außerhalb des Rings. Zwei rbb|24-Reporter sprechen dort Leute am Späti an und fragen, was sie umtreibt. Heute: eine Berlinerin, die eigentlich immer arbeitet.

rbb|24 will mit den Gesprächsprotokollen, die "Am Späti" entstanden sind, Einblicke in verschiedene Gedankenwelten geben und Sichtweisen dokumentieren, ohne diese zu bewerten oder einzuordnen. Sie geben die Meinungen der Gesprächspartner wieder.

Wer: Berlinerin, die im Wissenschaftsmanagement tätig ist
Alter: 44 Jahre
Uhrzeit: 17:09 Uhr
Gekauft: nichts, nur etwas zur Post gebracht
Woher: von der Arbeit
Wohin: zum Einkaufen
Späti: ein Späti in einer Seitenstraße in Weißensee. Vor dem Geschäft laden zwei Bänke zum Verweilen ein.

 

Bevor wir ins Gespräch kommen, möchte sie die Rahmenbedingungen abklären. Zunächst antwortet sie eher kurzsilbig, aber durchaus freundlich.

Mein Jahr war sehr voll. So wie 2023 auch - ist nichts Spannendes passiert. Ich arbeite einfach den ganzen Tag. Wenn ich nicht arbeite, bin ich an der Ostsee. Die Arbeit ist spannend – meistens.

Ich arbeite im Wissenschaftsmanagement. Im Prinzip geht es darum, die Wissenschaft mit Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu verbinden. Das, was die Wissenschaft an Wissen generiert, in die Gesellschaft zu bringen - nicht nur für die Schublade, sondern wirklich auch ins Handeln zu gehen. Im Prinzip eine Plattform zu bieten, dass Wissenschaft mit Politikern ins Gespräch kommt. Zum Beispiel machen wir parlamentarische Veranstaltungen, wo Wissenschaftler ihre Forschung vorstellen, wo Politiker da sind, die dann im Idealfall etwas mitnehmen und es in den Wahlprogrammen oder in ihre Aktion miteinfließen lassen.

Es ist anstrengend, aber ich mache das gerne, sonst würde ich es nicht machen. Sonst würde ich nicht den ganzen Tag arbeiten. Wenn man in diesem Bereich arbeitet und etwas bewirken will, dann ist es, glaube ich, immer so – an Work-Life-Balance glaube ich in diesem Bereich überhaupt nicht.

Sie vergewissert sich noch einmal, wie ihre Antworten präsentiert werden. Über die Arbeit möchte sie nicht noch detaillierter sprechen, damit man keine Rückschlüsse auf ihre Person ziehen kann. Wir sprechen über das vergangene Jahr, über persönliche und berufliche Highlights.

Ach, ich denke an ganz viele Sachen - an Urlaub und an Wanderungen auf einem Gletscher und am Meer. Daran, wenn ich mal Zeit habe, mich mit Freunden zu treffen. Mir fallen aber durchaus mehr negative Highlights ein.

Zum Beispiel die Wiederwahl von Mister Trump. Das hatten wir vor acht Jahren schon mal. Es ist einfach unvorstellbar, wie Menschen diese Person erneut wählen können. Das zeigt, wie viele unzufriedene Leute es gibt, denen es aus meiner Sicht hauptsächlich um sich selber geht und nicht um die Gesellschaft. Wenn es denen um die Gesellschaft ginge, würden sie niemanden wie Herrn Trump wählen. Das zeigt, dass man es mit Wissenschaft und Fakten viel, viel schwieriger hat als mit Meinungsmachern und schwarz-weiß Lösungen.

In Deutschland sind wir ja auch schon mittendrin. Wenn ich keine Hoffnung hätte oder nicht optimistisch genug wäre, dass da noch eine Chance ist, würde ich auch meine Arbeit nicht mehr machen.

Gut, und dann das, was am gleichen Tag wie Trumps Wiederwahl passiert ist, natürlich. Morgens Mister Trump, abends die Regierung. Wie Angela Merkel es letztens gesagt hat – ich habe ihre Partei noch nie in meinem Leben gewählt und werde es auch nicht tun. Aber Frau Merkel war ein anderes Kaliber und ihr Punkt "Männer" hat es ziemlich genau auf den Punkt gebracht.

Ich bin optimistisch, dass es die AfD in den nächsten Jahren nicht schaffen wird, an die Macht zu kommen. Ich glaube noch an die Demokratie. Ich glaube nicht, dass sie akut gefährdet ist, aber wenn wir jetzt anfangen, die AfD mit in die Regierung zu nehmen – manche sagen ja, dass man es ausprobieren sollte - da sehe ich eine Gefahr, die Demokratie durchaus auszuhöhlen.

Die Probleme sind komplex, aber viele Leute wollen sich mit der Komplexität nicht auseinandersetzen. Politik ist auch nicht ganz unschuldig, wenn sie es nicht schafft, komplexe Sachverhalte verständlich für alle Leute rüberzubringen. Wenn man sich dann Informationen raussucht, die nur das eigene Weltbild untermauern, dann kommt man da auch gar nicht raus.

Sie spricht schnell, nimmt sich jetzt aber etwas mehr Zeit für die Antworten.

Ob ich gerne in Weißensee wohne? Ich sage mal so, ich würde lieber an der Ostsee wohnen. Aber grundsätzlich wohne ich ganz gerne in Berlin und Weißensee ist auch in Ordnung. Ich bin in Mitte geboren, aufgewachsen in Treptow, Weißensee, Prenzlauer Berg.

Die Stadt ist inzwischen viel zu voll. Viel zu viele Autos. Zu viele Menschen. Die Infrastruktur kommt mit der Menge an Menschen und Autos nicht hinterher. Das ist das Negative. Trotzdem: Wenn ich in einer anderen Stadt in Deutschland leben müsste, dann wäre es nur Hamburg. Hamburg hat für mich Großstadtcharakter, ist auch recht weltoffen - obwohl es nicht an Berlin rankommt – aber ich bin, wie gesagt, Berlinerin. Hamburg hat einfach dieses Nordische. Aber sonst müsste ich nicht unbedingt in der Stadt leben – berufsbedingt ist es aber natürlich sinnvoll.

Fürs nächste Jahr wünsche ich mir, dass es ganz, ganz viele Leute gibt, die im Februar Parteien wählen, die aus meiner Sicht Deutschland voranbringen. Nicht in eine Richtung der Gesellschaft, wo es einfach um Egoismus geht, sondern um eine Gesellschaft, die sich um Probleme kümmert.

Es gibt Klimaprobleme, es gibt Umweltprobleme, die muss man anpacken, auch wenn es unangenehm ist und jeder sich vielleicht auch ein bisschen zurücknehmen muss. Es gibt für alle diese Probleme durchaus Lösungen - nicht von heute auf morgen, aber man kann sie angehen – von ganz vielen Seiten. Jeder Einzelne - die Politik, die Wirtschaft - muss mit anpacken und dann kriegt man das hin.

Es ist jetzt kein Weltuntergangsszenario, aber so wie es im Moment aussieht – sagen wir mal so – ist es eben noch optimierungsbedürftig.

Am Ende sprechen wir noch einmal über das Format. Es ist ihr wichtig, dass sie alles richtig formuliert hat – das kenne sie auch aus ihrem Job.

Das muss ich jetzt vielleicht einfach mal aus der Hand geben.

Das Gespräch führte Jonas Wintermantel, rbb|24

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14 Kommentare

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  1. 14.

    Die riesige Aufgabe besteht wohl darin, wissenschaftliche Erkenntnisse über physikalische Gegebenenheiten nicht abstrakt, sondern im Zuge eines Wissenschaftsmanagements konkret und anschaulich zu formulieren, auch, ein "Netz" mit Menschen zu schaffen, die dafür offen sind.

    Die einen sind bis zur Halskrause eingebunden in eingeschliffenen Organisationsstrukturen, denen sie nicht entkommen können oder wollen. Anderen ist das alles wiederum zu viel: Selbst drei Wochen knackiger Winter wird dann als GEGENargument gegen die Erderwärmung aufgeboten, obwohl kein Wissenschaftler das jemals ausgeschlossen hat, dass es INSGESAMT höheren Temperaturen im Sinne größerer Ausschläge noch kälter werden kann. Bei Corona war es ähnlich.

    Wo selbst Minister und Staatssekretäre mitunter Schwierigkeiten haben, Mittelwerte und Spannbreite (Varianz) auseinanderzuhalten und dass ein Mittel bei ungeheurer Spannweite vglw. wenig aussagt, da fühlen sich dann offensichtlich auch Bürger strapaziert.

  2. 13.

    Er ist eine Art Lehrer und übersetzt wissenschaftliche Erkenntnisse effizient und gewinnbringend hier für die Politik. Damit die wiederum darauf basierend bessere Politik machen können. Er versucht so lose Enden miteinander zu verbinden.

    Physikalisch versucht er einfach den Wirkungsgrad im Staatswesen zu steigern.

  3. 11.

    Ich habe nicht verstanden, was Wissenschaftsmanagement ist, gibt es eine einfache Erklärung?

  4. 10.

    Ich wünsche mir mehr solcher Gespräche. Immer wieder erhellend."
    Insbesondere die Reaktionen darauf.
    Die mal wieder zeigen-es gibt nichts von dem sich die einschlägig Interessierten nicht beleidigt fühlen könnten.

  5. 9.

    Ich kann die Angst vor einer "Aushöhlung der Demokratie" nachvollziehen. Allerdings sehe ich da nicht nur die "AfD" als Problem. Insgesamt scheint mir die deutsche Politik und Gesellschaft vielfach rückschrittlich und primitiv zu agieren: Man prügelt mit Ängsten und Schlagworten aufeinander ein und bildet Lager. Dabei haben wir echt große Aufgaben: Einige Stichworte sind Wärme- und Energiewende, Verkehrsoptimierung, Wohnkosten, Pflege, Bildung, Arten- und Naturschutz, Nachhaltigkeit statt Endlos-Wachstum, globale Gerechtigkeit... - Nur leider gibt es kaum gemeinsame Lösungsansätze. Und erst recht kaum sachliche, wissenschaftliche Annäherungen. Statt dessen viel Geschrei, Besserwisserei und Gezänk; oft sogar um Pillepalle. Das Schlimmste aber ist: Die Leute fallen wieder und wieder auf Leute mit Scheinlösungen herein. Und die tragen nicht nur Blau.

  6. 8.

    "Die Probleme sind komplex, aber viele Leute wollen sich mit der Komplexität nicht auseinandersetzen. Politik ist auch nicht ganz unschuldig, wenn sie es nicht schafft, komplexe Sachverhalte verständlich für alle Leute rüberzubringen. Wenn man sich dann Informationen raussucht, die nur das eigene Weltbild untermauern, dann kommt man da auch gar nicht raus."
    Sie fühlen sich ertappt und angesprochen? Komisch, ich finde, Sie hat das recht vorsichtig umschrieben. Sie wollte Sie bestimmt nicht triggern.

  7. 7.

    Das müsste Sie doch erfreuen, dass man hier frei wählen darf. Ich persönlich kenne aus Russland diese Möglichkeit nicht. Und das meint Sie eben auch, hier darf man den Fortschritt frei wählen, Parteien, die das Land voran bringen. In Russland war das leider nie so, Diktatoren lassen freie Wahlen nicht zu, da geht es um Machterhalt einer Einzelperson. Da darf man weder etwas sagen, wie Sie es hier gerade tun, noch ein weißes Blatt Papier hochhalten, da darf man nur still sein und die Meinung Putins nachkäuen.

  8. 6.

    Der Ring ist gar nichts.
    ICC ist auch am Ring - aber kein Zentrum.
    Der Ring ist Blödsinn.

  9. 4.

    Ein sehr angenehmes Interview mit einer intelligenten Dame die offensichtlich den Mut und die Hoffnung nicht verloren hat. Es müsste mehr Menschen ihres Schlages geben. Selbst der "Ersatzwohnsitz" ist sehr angenehm.

  10. 3.

    Eine kluge Frau mit der richtigen Sichtweise auf die Dinge.

  11. 2.

    Ich fasse mal zusammen: wer nicht links wählt, ist nur noch nicht in der Lage, die Komplexität der Probleme zu durchschauen. Deshalb muss "die" Politik diesen Leuten alles nur richtig erklären, am besten in leichter Sprache.
    Dann klappt es auch mit dem richtigen Wahlverhalten.
    Ich wünsche mir mehr solcher Gespräche. Immer wieder erhellend.

  12. 1.

    Und wenn ich nicht arbeite, bin ich in der Bar. Die Ostsee ist mir zu überlaufen, da wollen alle hin.