Eine Frau läuft an einer Berliner S-Bahn vorbei am 29.08.2020 (Bild: imago images/Jan Huebner)
Bild: imago images/Jan Huebner

"Coronik" für Berlin und Brandenburg - Wie sich das Coronavirus in der Welt verbreitet

Ende 2019 treten erste Fälle einer rätselhaften Lungenkrankheit im chinesischen Wuhan auf. Von dort breitet sich das neue Coronavirus über die ganze Welt aus - und verändert auch Berlin und Brandenburg. Ein Protokoll.

Seite 8 von 11

März 2020

  • 31. März: Die Zahl der Infektionen in Deutschland ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts auf 61.913 gestiegen. Die Zahl der Todesfälle infolge der Covid-19-Erkrankung nahm demnach um 128 auf 583 zu. "Ich möchte alle Menschen bitten, diese Krankheit ernst zu nehmen", sagt der RKI-Präsident Lothar Wieler. Aus einer Studie gehe hervor, dass nur 41 Prozent der Deutschen Covid-19 für gefährlich hielten.
  • 31. März: Im Zuge der Krise müssen etliche Unternehmen in die Zwangspause. Bis zum Wochenende haben in Berlin 22.600 Unternehmen Kurzarbeit angezeigt, in Brandenburg 14.400. Die Bundesagentur rechnet in den kommenden Tagen und Wochen mit einer weiteren Zunahme der Zahlen. Ein Novum in Berlin und Brandenburg.
  • 31. März: Bisher galt die Ansage, dass die von Bund und Ländern beschlossenen Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote bis Ostern gelten. Nun verlängern mehrere Landesregierungen die Regeln wie erwartet auch Berlin und Brandenburg.
  • 31. März: Die Umbauarbeiten auf dem Messegelände für die neue provisorische Corona-Klinik beginnen. Nun sind zunächst 500 statt 1.000 Betten in der Berliner Messehalle 26 vorgesehen.
  • 30. März: In Italien deuten die offiziellen Zahlen auf einen deutlichen Rückgang der Neuerkrankungen hin. Das Katastrophenschutz-Ministerium meldet 101.739 Fälle, ein Anstieg von 4.050 - der niedrigste Wert seit dem 17. März. Inzwischen sind 11.600 Infizierte gestorben.
26.03.2020, Berlin: Der Rudolph-Wilde-Park am Rathaus Schöneberg ist am Donnerstagnachmittag voller Menschen (Quelle: dpa / Annette Riedl).
Als die ersten warmen Frühlingstage kommen, fällt es vielen Menschen schwer, zuhause zu bleiben - doch nach ersten Problemen halten sich immer mehr Leute an das Kontaktverbot und achten draußen auf Abstand. | Bild: dpa
  • 28. März: Sich bewegen ist ok, picknicken, grillen oder einfach in der Sonne liegen aber nicht mehr - das warme Frühlingswochenende treibt die Berliner trotzdem raus in die Parks. Den Boxhagener Platz muss die Polizei wegen Überfüllung schließen. Nach Anfangsschwierigkeiten aber beobachten die Beamten, dass sich die Mehrheit der Leute weitgehend an das Kontaktverbot hält.
  • 28. März: Der Ansturm auf die Soforthilfen für Selbständige und Kleinunternehmer lässt den Server der Investitionsbank Berlin-Brandenburg (IBB) sofort zusammenbrechen. Am Abend sind immer noch fast 100.000 Menschen in der digitalen Warteschlange. Der Senat stellt pro Antrag bis zu 5.000 Euro Soforthilfe für Solo-Selbständige und Kleinunternehmer bereit. Den Mitarbeitern der Bank seien die zahlreiche Anträge mutmaßlicher Betrüger aufgefallen, unter anderem durch fehlende oder ungültige Angaben, sagt ein Sprecher.
  • 27. März: Papst Franziskus spendet in einem ungewöhnlichen Gebet auf dem leeren Petersplatz in Rom den Segen "Urbi et Orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis). Üblicherweise erteilt das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche diesen Segen nur zwei mal im Jahr - zu Ostern und Weihnachten.
  • 26. März: Die Potsdamer Stadtverwaltung meldet den ersten Todesfall in Verbindung mit dem Coronavirus. In Berlin sind inzwischen acht Infizierte gestorben.
27.03.2020, Vatikan, Vatikanstadt: Papst Franziskus erteilt auf dem wegen der Coronavirus-Pandemie leeren Petersplatz den Sondersegen "Urbi et Orbi" (Quelle: Yara Nardi/REUTERS/AP/dpa).
Der Papst spricht den Segen - der verregnete Petersplatz in Rom ist leer. | Bild: REUTERS/AP
  • 26. März: Die Finanzministerin appelliert an die polnischen Arbeitspendler, in Brandenburg zu bleiben. Ab Freitag würden sie pro Tag 65 Euro aus der Landeskasse erhalten. Die polnische Regierung hat verfügt, dass alle Rückkehrer in Polen 14 Tage in Quarantäne gehen müssen - auch Arbeitspendler. Viele kommen der neuen Regel zuvor und verlassen Brandenburg.
  • 25. März: Der Bundestag beschließt ein Hilfspaket zur Bekämpfung der Corona-Krise: Dafür sieht die Regierung 156 Milliarden Euro neue Schulden vor. Der Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) sagt, die jetzige Krise sei ohne Vorbild, eine schicksalhafte Herausforderung für die ganze Menschheit. "Dafür gibt es kein Drehbuch." Die Brandenburger Regierung hatte zunächst mit 500 Millionen Euro Hilfen für das Bundesland kalkuliert - wenige Tage später erhöht sie auf zwei Milliarden Euro.
  • 25. März: Inzwischen sind in Berlin 101 Arztpraxen geschlossen. In rund zwei Drittel der Fälle, weil Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter in Quarantäne sind, da sie Kontakt zu einem oder einer bestätigten Infizierten hatten. Weitere 31 Praxen geben an, wegen fehlender Schutzausrüstung geschlossen zu haben.
Symbolfoto zum Thema Corona-Pandemie, Covid-19: Eine FFP2-Atemschutzmaske der Firma LUX, aufgenommen am 24.03.2020 in Leipzig (Quelle: dpa / Kirsten Nijhof).
Bild: dpa-Zentralbild
  • 24. März: Die Verkaufsplattform Ebay schränkt den Handel mit Atemschutzmasken und Desinfektionsmitteln ein, um angesichts des deutschlandweiten Mangels an solchen Schutzmitteln Wucherpreise zu verhindern. In Cottbus geben sich Betrüger als Mitarbeiter des Ordnungsamtes aus und verlangen vermeintliche "Passierscheine" von Bürgern. Wer keinen vorweisen könne, müsse direkt Strafe zahlen.
  • 24. März: An einem Flughafen in Kenia sind angeblich sechs Millionen Schutzmasken verschwunden, die für Deutschland bestimmt waren. Die deutschen Behörden bemühen sich um Aufklärung. Ein finanzieller Schaden sei nicht entstanden, da die Masken noch nicht bezahlt gewesen seien, sagt ein Sprecher. Verifizieren lässt sich die Story nicht. Spätere Recherchen legen nahe, dass die Masken nie existiert haben - Zwischenhändler sollen versucht haben das Geld zu kassieren und die Regierung zu betrügen.

Wenn jemand behauptet, 'Made in China' sei giftig, kann er ja aufhören, in China hergestellte Masken und Schutzkleidung zu tragen. Und auch keine Beatmungsgeräte nutzen, die China exportiert hat."

Der chinesische Außenamtssprecher Geng Shuang am 24.März als Antwort auf Donald Trumps Bezeichnung von Corona als "chinesisches Virus"
  • 24. März: US-Präsident Donald Trump rechnet damit, dass die Beschränkungen in den USA schon bald wieder aufgehoben werden können. Er würde sich freuen, wenn dies bis Ostern der Fall sei, sagt Trump dem Fernsehsender Fox News. Die USA seien nicht für eine Schließung gemacht. Sechs Tage später verlängert er die Schutzmaßnahmen bis zum 30. April. Da sind die USA bereits das Land mit den meisten Corona-Infektionen weltweit.
  • 24. März: Die Olympischen Spiele in Tokio werden wegen der Corona-Pandemie auf 2021 verschoben. Sportler aus Berlin und Brandenburg reagieren erleichtert.
Berlin, 23.03.20: Der leere Pariser Platz mit dem Brandenburger Tor im Hintergrund (Quelle: dpa / Christian Mang).
Ist da jemand? Der Pariser Platz und das Brandenburger Tor am 23. März. | Bild: imageBROKER
  • 22. März: Die Online-Videothek Netflix will in ganz Europa ihre Übertragungsgeschwindigkeiten drosseln, um die wegen der Corona-Krise besonders belasteten Internet-Kapazitäten zu schonen.
  • 22. März: Bund und Länder ziehen die Regeln nochmal an: Sie einigen sich auf ein Kontaktverbot als Alternative zu Ausgangssperren. Man darf sich im öffentlichen Raum nur noch mit maximal einer Person aufhalten, die nicht im gleichen Haushalt lebt und muss mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen halten. Restaurants und Gaststätten dürfen nur noch Essen zum Mitnehmen anbieten. Friseursalons müssen schließen - gerade das war von vielen Bürgern gefordert worden.
  • 21. März: Mietschuldnern darf in den nächsten Monaten nicht gekündigt werden, entscheidet die Bundesregierung. Gelten soll das für Mietschulden aus dem Zeitraum vom 1. April bis 30. September 2020. Auch andere Mieter werden stärker geschützt. Die Regelung endet zum 1. Juli.
  • 20. März: Bayern verhängt landesweite Ausgangsbeschränkungen. Dies gilt für vorläufig zwei Wochen, kündigt der Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in München an. Zu viele Menschen seien noch immer draußen in Gruppen unterwegs.
  • 19. März: Italien meldet mehr Corona-Tote als China. Europa ist das neue Zentrum der Pandemie.
  • 19. März: In Tegel und Schönefeld sind die Passagierzahlen um rund drei Viertel gesunken, später sinken sie um 90 Prozent. Um die Verluste aufzufangen, sollen die Flughäfen 300 Millionen Euro Staatshilfe bekommen.

Die große Leere

  • 19. März: Die Berliner Krankenhäuser bereiten sich mit allen Kräften auf erwartete hohe Patientenzahlen vor. "Wir rufen alle Berlinerinnen und Berliner mit einer medizinischen Ausbildung auf, sich an Einrichtungen (die zu ihrem Qualifikationsprofil passen) zu wenden", teilt eine Sprecherin der Krankenhausgesellschaft mit. Mehr als 160 Ärztinnen und Ärzte melden sich in den folgenden Tagen freiwillig.
  • 18. März: Die EU schließt ihre Außengrenzen für Nicht-EU-Bürger - sie dürfen zunächst für 30 Tage nicht mehr einreisen. Der Flugverkehr hat längst drastisch abgenommen. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appelliert in einer Fernsehansprache an die Disziplin der Bevölkerung. Es komme in der Corona-Krise auf jeden Einzelnen an, sagt sie. Sie bezeichnet diese Krise als "größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg".
05.03.2020, Brandenburg, Kremmen: Arbeiter entfernen Plastikplanen von einem Spargelfeld (Quelle: dpa / Paul Zinken).In Brandenburg fehlen die Erntehelfer aus Osteuropa - ohne Helfer aus Polen und Rumänien funktioniert das derzeitige Wirtschaftsmodell nicht.
  • 18. März: Trauerfeiern werden in Berlin eingeschränkt. Nur noch die engsten Angehörigen sollen kommen, auf den meisten Friedhöfen sind die Kapellen und Feierhallen komplett gesperrt. Viele Urnenbeisetzungen werden verschoben. Auch standesamtliche Trauungen werden verkleinert oder ganz abgesagt.
  • 18. März: Immer mehr Verbraucher stehen in Supermärkten vor leeren Regalen. Sogenannte Hamsterkäufer decken sich weit über ihren Haushaltsbedarf ein, vor allem kaufen sie Klopapier. Der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagt auf einer Pressekonferenz: "Es ist richtig, dass Hamsterkäufe als asozial bezeichnet werden." Die Nachfrage nach manchen Lebensmitteln ist doppelt so hoch wie vor Weihnachten. Der Handelsverband spricht in diesen Tagen von "surrealem" Kaufverhalten.
  • 17. März: Durch die Grenzschließungen fehlen den Brandenburger Landwirten plötzlich die Saisonarbeitskräfte - ohne Polen und Rumänen ist Beelitzer Spargel in den Supermärkten schon lange nicht mehr denkbar. Laut örtlichem Spargelverein sind erst 20 Prozent der erwarteten Helfer angereist. Die Betriebe fordern "Passierscheine" und Sonderregeln für Erntehelfer. Auch ungelernte Arbeiter, sofern motiviert, sind nun willkommen. Es gibt Mindestlohn plus Mengenzulage.
  • 17. März: Berlin soll ein eigenes Krankenhaus für Covid-19-Patienten bekommen. Es soll auf dem Messegelände Platz für bis zu 1.000 Patienten bieten, als Ergänzung zu anderen Kliniken in der Stadt. Das Krankenhaus soll innerhalb weniger Wochen in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr entstehen. Projektleiter wird Albrecht Broemme, ehemaliger Feuerwehrchef und THW-Präsident. Er zeigt sich optimistisch, den Zeitplan einzuhalten. Ende April ist das Krankenhaus tatsächlich fertig.
  • 17. März: Die UEFA verschiebt die Fußball-EM um ein Jahr.
  • 16. März: Der deutsche Profifußball will sich aus finanziellen Motiven noch übers Wochenende retten, nach öffentlichem Protest aber sagt die DFL den 26. Spieltag in der Bundesliga und 2. Liga kurz darauf komplett ab. Die Alternative wären sogenannte "Geisterspiele" gewesen. Darüber hinaus soll auf Empfehlung des Gremiums der Spielbetrieb bis zum 2. April ruhen. Das letzte Mal wurde der Spielbetrieb in den höchsten deutschen Fußballligen 1944/45 während des Zweiten Weltkrieges unterbrochen.
16.03.2020, Brandenburg, Schönefeld/Ot Waßmannsdorf: Maschinen der Fluggesellschaft Lufthansa stehen auf dem Areal des Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg abseits der Start- und Landebahn (Quelle: dpa / Sören Stache).Jetzt wenigstens mehr als nur Baustelle: Der BER wird in der Krise zum Parkplatz für ungenutzte Lufthansa-Maschinen.
  • 16. März: Die Lufthansa parkt zwölf Maschinen vom Typ Airbus 321 und sieben A 320-Flugzeuge am BER. Sie werden momentan nicht gebraucht. 90 Prozent der Langstreckenflüge und 80 Prozent der Kurzstreckenflüge in Europa fallen aus. Der BER soll aber laut dem Chef Engelbert Lütke-Daldrup wie geplant im Oktober 2020 eröffnen.
  • 16. März: Bund und Länder einigen sich auf weitere Verschärfungen - zum ersten Mal während dieser Krise stimmen sie ihr Vorgehen wirklich ab. Zahlreiche Läden sollen schließen, ausgenommen sind unter anderem Supermärkte, Apotheken, Drogerien, Tankstellen und Frisöre. Restaurants dürfen nur zwischen 6 und 18 Uhr öffnen. Gotteshäuser, Sportstätten, Kneipen, Bars, Clubs, Diskos, Theater, Opern, Kinos, Konzerthäuser und Museen werden komplett geschlossen, unabhängig von der Besucherzahl.

    Auch der Tourismus ist stark betroffen: Nicht-EU-Bürger dürfen für 30 Tage nicht nach Deutschland einreisen, Übernachtungen zu touristischen Zwecken werden verboten. Der Berliner Senat will entgegen der Empfehlung des Bundes die Spielplätze nicht schließen. Nach und nach aber widersetzen sich aber alle Berliner Bezirke und sperren sämtliche Plätze.
  • 16. März: Schulen und Kitas in Berlin werden geschlossen: Zuerst die Oberstufenzentren, einen Tag später alle anderen Schulen und Kitas. Allerdings soll es an jeder Schule für Kinder von Eltern aus sogenannten systemrelevanten Berufsgruppen wie etwa Polizei, Feuerwehr oder Krankenpflege eine Notbetreuung geben. Die Regel gilt erst einmal bis zum Ende der Osterferien. Brandenburg zieht am 18. März nach.
Polizisten und Zollbeamte kontrollieren am 16.03.20 den Grenzübergang zwischen Frankfurt (Oder) und Slubice, ein polnischer Zollbeamter misst bei einem Einreisenden Fieber (Quelle: dpa / Geisler-Fotopress).
An der polnischen Grenze werden Einreisende von Beamten in Schutzanzügen kontrolliert - bei jedem wird die Temperatur gemessen. | Bild: Geisler-Fotopress
  • 15. März: Polen schließt seine Grenzen zu Deutschland, Tschechien, Litauen und der Slowakei. Dies gelte für alle Ausländer, teilt der Ministerpräsident Mateusz Morawiecki mit. An den Brandenburger Grenzübergängen bilden sich bis zu 60 Kilometer lange Staus. Einen Tag später schränkt auch Deutschland den Grenzverkehr von und nach Österreich, Frankreich, Luxemburg und Dänemark drastisch ein. Nur noch Berufspendler und Waren dürfen durch.
  • 14. März: "Shutdown" im Berliner Nachtleben. Alle Veranstaltungen mit mehr als 50 Menschen sind ab sofort verboten. Clubs, Kneipen und Kinos müssen schließen. Aber ebenfalls betroffen sind Konzerthäuser, Museen, Ausstellungen sowie Gotteshäuser wie Kirchen, Moscheen und Synagogen. Kommen weniger als 50 Teilnehmer, müssen die Veranstalter eine Besucherliste führen und mindestens vier Wochen lang aufbewahren.

    Der Senat gibt die Entscheidung am Samstagnachmittag bekannt und lässt deren Einhaltung sofort von der Polizei durchsetzen. Viele Gastronomen sind von der Entscheidung überrumpelt.
  • 13. März: Die Stadt Cottbus verbietet alle Veranstaltungen mit mehr als 100 Besuchern. Damit ist sie zu diesem Zeitpunkt konsequenter als die Landesregierung.
Staatsoper Berlin: "Carmen"-Aufführung vor leerem Zuschauerraum; © Peter Adamik
Man sagt, der Applaus sei das Brot des Künstlers: Auch für die Sängerinnen und Sänger der Berliner Staatsoper müssen sich diese Zeiten schwer anfühlen. Die Oper "Carmen" führen sie vor leeren Rängen auf. Aber Menschen in der ganzen Welt sehen zu. | Bild: Peter Adamik
  • 13. März: Der rbb überträgt "Carmen" live aus der Staatsoper Unter den Linden im Internet und im Radio. Die Zuschauerränge sind leer. 160.000 Menschen aus der ganzen Welt schauen sich die Aufführung an. Es ist die erste von mehreren Kultur-Übertragungen während der Corona-Krise. Zwei Tage später folgt ein Konzert der Berliner Philharmoniker, dirigiert von Sir Simon Rattle.
  • 11. März: Der Berliner Senat untersagt vorerst bis zum Ende der Osterferien am 19. April Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern. Der Beginn der Vorlesungszeit an den Universitäten wird um rund eine Woche auf den 20. April verschoben. Am Tag darauf sagt der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg sowohl das Myfest am 1. Mai, als auch den Karneval der Kulturen Ende Mai ab. Zuvor hatten die Berliner Amtsärzte Alarm geschlagen. Einen Tag nach Berlin beschließt auch Brandenburg das Verbot von Großveranstaltungen.
  • 10. März: Die Eishockey-Saison in der DEL wird wegen des Coronavirus zum ersten Mal vorzeitig abgebrochen. Es wird in dieser Serie keinen Meister geben. Die Eisbären wären in der Woche darauf in die Playoffs gestartet.

    In der Folge stoppt auch der Spielbetrieb in nahezu allen anderen wichtigen Ligen wie im Handball oder Basketball. Spieler müssen aus ihren Verträgen entlassen werden, Klubs melden Kurzarbeit an. Nur im Fußball wird noch ernsthaft diskutiert, die Saison weiterlaufen zu lassen. Am 11. März spielen Borussia Mönchengladbach und der 1. FC Köln in einem leeren Stadion gegeneinander.
  • 10. März: Der Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Linke) verkündet den Entschluss, "in den staatlichen Theater-, Opern- und Konzerthäusern die Veranstaltungen in den großen Sälen nicht mehr stattfinden zu lassen." Die Absagen gelten vorerst bis Ende der Osterferien.
  • 9. März: Wegen eines Corona-Verdachts im brandenburgischen Neustadt (Dosse) müssen knapp 2.250 Menschen für zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Vorerst werden alle Schulen der Stadt sowie ein Hort geschlossen.
  • 8. März: Bundesgesundheitsminister Spahn schlägteine Absage aller Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern vor.
15.03.2020, Berlin: Ein Schild im Schaufenster einer Apotheke weist darauf hin, dass Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel ausverkauft sind (Quelle: dpa / Soeren Stache).
In den Apotheken sind Desinfektonsmittel schnell ausverkauft. Verbrecher schrecken auch vor Diebstählen in Krankenhäusern nicht zurück. | Bild: ZB
  • 7. März: Unbekannte stehlen große Mengen Desinfektionsmittel, Atemschutzmasken, Handschuhe und Schutzkleidung aus der Kinderintensivstation des Virchow-Klinikums der Charité. Betroffen ist eine Station, in der schwer krebskranke Kinder behandelt werden. Auch in den städtischen Vivantes-Kliniken werden Desinfektionsmittel und Schutzmasken gestohlen.
  • 2. März: Ein Mann aus Hohen Neuendorf im Kreis Oberhavel ist der erste bestätigte Coronavirus-Fall in Brandenburg. Der 51-Jährige war mit seiner Frau sowie einem befreundeten Ehepaar aus Berlin aus Südtirol vom Skiurlaub zurückgekehrt.
  • 1. März: In Berlin wird die erste Person positiv getestet: Der Berliner "Patient Null" ist ein 22-Jähriger aus dem Bezirk Mitte. Einen Tag später erklärt der zuständige Amtsarzt, dass insgesamt 60 Personen ermittelt worden seien, die mit dem Mann in letzter Zeit in Kontakt standen. Er wird auf einer Station der Charité isoliert und behandelt, seine WG kommt in Quarantäne. Wo er sich angesteckt hat, bleibt unklar - er war in den Wochen zuvor nicht verreist.

23 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 23.

    Eine der Herstellerinnen eines Chinesisches Labors hat längst in den US Fernsehen zugegeben, das sie dem Virus mit Fledermaus Genen mitentwickelte. Deswegen hat der Virus in den USA den Spitznamen China Virus.

    Dank der neuen DCD Zahlen wissen wir das der neue Corona Virus (Corona Varianten gibt es viele) nicht schlimmer als eine Grippe ist. Also hatte Ärzte für Aufklärung zu schon Anfang des Jahres recht.

    Die Frage ist wer schneller fällt die Masken oder der nicht validierte PCR Test, dessen Grundlage nicht der isolierte Corona Virus war sondern größtenteils eine Computer Berechnung.

    Würde mich nicht wundern wenn ab 04.11.2020 die Militär Tribunale für alle Corona Verschwörer in den USA beginnen.

  2. 22.

    Genau! Und so allumfassend bis in das letzte Gebirgsdorf ist die Überwachung dort auch nicht. Da sterben Menschen ohne ärztliche Versorgung und mithin ohne jede Untersuchtung, an welcher Krankheit die armen Leute dort gestorben sind. Bei totalitären zentralistischen Staatsformen sind alle öffentlichen Zahlen immer als sehr relativ zu sehen.

  3. 21.

    " warum hat China seit März kaum noch Zunahme an Toten? "

    Ihre Meinung in allen Ehren aber gerade bei Zahlen aus Ländern wie China währe ich etwas vorsichtiger denn Wahrheit und Realität liegen dort nicht selten weit auseinander !!

  4. 20.

    Und doch wird immer nur über Infizierte geschrieben und gesprochen. Ist denn nicht hinlänglich bekannt, dass diese Zahl überhaupt nichts über eine Erkrankung aussagt? Lieber RBB Ihre journalistische Pflicht wäre es, bei jeder Infektionszahl zu erwähnen, dass sich die Anzahl der Tests erheblich erhöht hat, aber die Zahl der Infizierten nahezu bei 1% liegt. Es gibt kaum Zunahme an Erkrankten und keine Zunahme bei Belegung von Intensivbetten. Es wird immer nur die hohe Infektionszahl genannt. Warum? Wieso steht Schweden so gut da und warum hat China seit März kaum noch Zunahme an Toten? In Ihrer Aufzählung zur Demo am 29.08., wo entgegen Ihrer Zählweise ca. 100.000 Menschen teilnahmen, fehlt der Hinweis, dass sich danach die Infektionszahlen überhaupt nicht verändert haben. Objektiver Journalismus sieht anders aus.

  5. 19.

    "Wie sich das Coronavirus in der Welt verbreitet" 25.09.20 | 13:52 Uhr

    Lieber rbb,
    Kommentar 18 war von mir, den 18.09.2020. Mein Kommentar 18 passt nicht zu diesem Bild. Es war ein anderes Bild zu sehen, voller Dampfer mit Rentnern. Unter einem anderen Titel, Rentnerclub mit Masken.



  6. 18.

    Dieser Rentner Club, möchte eben noch ein bisschen Spaß vom Leben haben. Würden sie Abstand halten, bräuchten sie keine Nasen- Mundbedeckung im Freien. Auch Risikogruppen dürfen sich mit "AHA" regeln sich draußen frei bewegen.

  7. 17.

    Das Bild ist wirklich schockierend, dass Risikogruppen mit dem A* nicht zu hause bleiben.

  8. 16.

    Also dieses Bild ist wirklich schockierend. Schockierender als die Raucherlungen Bilder auf den Drogenpackungen .

    Schlimmer kann man nicht zeigen wie einem der Spaß verdorben wird.

  9. 15.

    Danke fürs Aktualisieren. Vor allem dafür, die 1.Mai-Demos korrekt zu beschreiben: Gaffer ohne Abstand und ohne Mundschutz, tausende...

  10. 14.

    Friede dem Lagerkoller! Wir wünschen Ihnen allen frohe Ostern - und putzen ab und an unsere Fenster, können die Bude langsam aber auch nicht mehr sehen.

    Beste Grüße und alles Gute,

    Ihre Redaktion

  11. 13.

    icke bins, warum so verbissen? Kündigt sich ein Lagerkoller an?

    Die Ironie zum Fensterputzen haben Sie auch nicht verstanden?

  12. 12.

    Doch, ich habe die atuell geltenden Regeln sehr wohl verstanden! Ich kritisierte nur Ihre Verallgemeinerung: 2 Polizisten verhalten sich nicht korrekt und schon heißt es "Nur die Polizei muss sie [die Regeln] nicht einhalten."

    Und dass die Kripo Fenster putzt - wen interessiert`s? Vielleicht haben die Ihre Mittagspause oder den Feierabend dafür genutzt, wer weiß das schon?

  13. 11.

    Sie haben die zur Zeit gültigen Regeln offenbar nicht verstanden. Sie dürfen Ihre privaten Fenster putzen. Jeden Tag. Zur Not auch mehrmals.

    "Gestichel" kann ich in meiner klaren Schilderung nicht entdecken.

  14. 10.

    Was soll das Gestichel gegen die Polizei? Nur, weil vielleicht zwei sich nicht korrekt verhalten haben, gleich auf alle schließen?
    Ich habe übrigens auch während meiner Homeoffice-Arbeitszeit Fenster geputzt. Auweia! Hoffentlich verpfeift mich niemand!

  15. 9.

    Die Abstandsregeln scheinen für alle Menschen zu gelten. Nur die Polizei muss sie nicht einhalten. Auf dem Markt am Wittenbergplatz kommen mir 2 junge Polizisten auf "meiner" Seite entgegen. Platz machen? Fehlanzeige. Ich bleibe also stehen und der eine Polizist merkt wohl sein Fehlverhalten. Ergebnis: Er pöbelt irgend etwas hinter mir her. Bravo, solche Schnösel haben Achtung und Rückhalt der Bevölkerung verdient. *ironieoff*

    Aber macht ja nichts, bei der Mordkommission in der Keithstraße werden Fenster geputzt. Das ist sicher systemrelevant. Schließlich muss die Kripo den Durchblick haben. Und schon wieder *ironieoff"

  16. 8.

    Ja, sehe ich auch so.... auch andere Dinge könnten erledigt werden z.b. schneller Radwege bauen, leere Schulen reparieren, müßte alles flexibler koordiniert werden....

  17. 7.

    Ich finde ja, wir könnten die Zeit nutzen und gesamtgesellschaftlich zu diskutieren, welche Art von Gesundheitswesen wir in Zukunft haben möchten. Kaputtsparen und marktwirtschaftlich gewinnbringend führen ist offensichtlich der falsche Weg.

  18. 6.

    Genau das finde ich auch. Interessant ist, dass vor allem die Parteien, welche für Mangel und jahrelange Nicht-Vorbereitung verantwortlich sind, sich jetzt als Krisenmanager profilieren und dafür in den Umfragen Zulauf bekommen. So ist der Wähler halt...

  19. 5.

    Sehr interessanter Überblick - zeigt es doch sehr deutlich, dass die Brandenburger Landesregierung im Januar noch völlig andere Prioritäten hatte - Wirtschaftsansiedlung um jeden Preis, statt einer wirklich wichtigen Task Force zur Gesundheitsvorsorge. Dann wären jetzt vielleicht ausreichend Schutzausrüstungen da...für mich ein komplettes Versagen der Politik.

  20. 4.

    Hallo,

    Sie haben recht, die "Trompete"-Episode hat in unserer Coronik noch gefehlt - wir haben sie jetzt samt Link eingearbeitet. Danke für den Hinweis.

    Beste Grüße,

    Ihre Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren