Ein Mitarbeiter schließt im Impfzentrum den Vorhang einer Kabine, in der gegen das Coronavirus geimpft wird. (Bild: dpa/Jens Büttner)
Bild: dpa/Jens Büttner

"Coronik" einer Pandemie - Wie das Virus über Berlin und Brandenburg kam

Ende 2019 treten erste Fälle einer rätselhaften Lungenkrankheit im chinesischen Wuhan auf. Von dort breitet sich das Coronavirus über die ganze Welt aus - und verändert Berlin und Brandenburg nachhaltig. Eine "Coronik" der Ereignisse.

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Dezember 2019

  • 31. Dezember: Die dpa meldet erstmals, dass eine "mysteriöse Lungenkrankheit in der zentralchinesischen Metropole Wuhan ausgebrochen" ist. Die chinesische Regierung meldet das an diesem Tag der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Zu den Symptomen der behandelten Patienten zählten vor allem Fieber und Atemprobleme. Die Fälle würden als virale Lungenentzündung unbekannter Ursache behandelt. Es gibt keine Reisebeschränkungen für Bürger der Region Wuhan.
  • 27. Dezember: Zhang Jixian, Direktorin der Station für Lungen- und Intensivmedizin des Krankenhauses der Provinz Hubei, sieht sich CT-Bilder von zwei Patienten an [xinhuanet.com]. Das ältere Ehepaar war am Tag zuvor mit Symptomen wie hohem Fieber und trockenem Husten in die Klinik gekommen. Die Scans der Lungen weichen von denen üblicher Grippepatienten ab. Zhang Jixian fordert auch den Sohn des Paares auf, sich durchleuchten zu lassen. Dieser verspürt keine Symptome. Aber seine Lunge zeigt die gleichen Auffälligkeiten wie die seiner Eltern. Das gilt auch für einen weiteren Patienten im Krankenhaus, der nichts mit der Familie zu tun hat. Zhang ist eine erfahrene Ärztin, sie hat 2003 den Ausbruch von SARS miterlebt. Sie meldet den chinesischen Gesundheitsbehörden, in der Region sei eine "Viruserkrankung" aufgetreten, "wahrscheinlich ansteckend".
  • Die Mitarbeiter eines Labors, das bereits die Proben mehrerer Patienten ausgewertet hat, kommen zu dem Schluss: Es handelt sich um ein neuartiges Coronavirus. Zu diesem Zeitpunkt sind mindestens 180 Menschen infiziert. Obwohl die chinesischen Behörden davon wissen, geben sie keine öffentliche Warnung heraus, sondern nur intern an Krankenhäuser: Die Mitarbeiter sollten auf Verbindungen zwischen Patienten und dem Huanan-Großmarkt achten.
  • 27. Dezember: In einem französischen Krankenhaus wird ein Mann behandelt, der mit dem heute bekannten neuartigen Coronavirus infiziert ist [tagesschau.de]. Doch zu diesem Zeitpunkt ist das weder ihm noch den Ärzten bewusst - sie halten seine Krankheit für eine schwere Lungenentzündung. Erst spätere, erneute Tests alter Gewebeproben ergeben Anfang Mai 2020, dass der Mann in Wahrheit an Covid-19 erkrankt war. Inzwischen gehen Forscher von einem noch früheren Beginn des Ausbruchs in Frankreich aus.
Wuhan am 17.01.20: Der drei Tage später geschlossene Huanan-Markt für Meeresfrüchte und Fisch. Er gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Corona-Pandemie (Quelle: dpa / Kyodo News/AP Photo).
Der Markt für Fisch und Meeresfrüchte in Wuhan wird wenige Tage nach dem festgestellten Ausbruch der Pandemie geschlossen. | Bild: Kyodo News/AP Photo
  • 8. Dezember: Auf dem Huanan-Großmarkt für Meeresfrüchte und Wildtiere in der chinesischen Stadt Wuhan haben sich in den letzten Tagen nachweislich mindestens 27 Menschen mit einem unbekannten Virus angesteckt. Es sind Verkäufer, Kunden und deren Angehörige. Sie leiden an hohem Fieber, trockenem Husten, Kopfschmerzen - aber die Ausprägung der Symptome unterscheidet sich von Patient zu Patient. Der Erreger ähnelt dem der 2002 in Südchina ausgebrochenen Krankheit SARS. Er hat noch keinen Namen.
  • Zunächst dringt nichts davon an die Öffentlichkeit. Der Großmarkt in der Elf-Millionen-Metropole wird erst drei Wochen später geschlossen und desinfiziert. Die Stadt im Zentrum des Landes ist eines der wichtigsten Verkehrsdrehkreuze. Man nennt sie das "Chicago Chinas".
  • 1. Dezember: Wer der wirkliche "Patient Null" ist, lässt sich später kaum noch nachvollziehen. Zunächst gehen Forscher von einem Mann aus, der bereits am 1. Dezember 2019 krank wurde und gar nicht auf dem Wildtiermarkt war, der später als Ausbruchsherd in die Schlagzeilen gerät.
  • Laut Recherchen der "South China Morning Post" in Hongkong, die sich auf interne Regierungsunterlagen bezieht, erwähnt die Staatsführung einen ersten Infizierten am 17. November. Es soll ein 55 Jahre alter Mann aus der Provinz Hubei sein [scmp.com]. Die Informationen legen nahe, dass Chinas Regierung zu diesem Zeitpunkt versucht, die Infektion und deren Ausbreitung zu verharmlosen.
  • Eine medizinische Untersuchung des Albert-Schweitzer-Krankenhauses im elsässischen Colmar kommt später sogar zu dem Schluss, dass es bereits am 16. November "erste Fälle" in Frankreich gegeben hat und sich das Virus demzufolge viel früher weit um die Welt verbreitete. Dafür werteten die Forscher computertomografische Bilder der Lungen von gut 2.450 Verdachtspatienten nachträglich ein weiteres Mal aus.

29 Kommentare

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  1. 29.

    Was wollen Sie eigentlich mit Ihrem ziemlich respektlosen Kommentar zum Thema des Artikels beitragen?
    "Coronik" einer Pandemie
    Wie das Virus über Berlin und Brandenburg kam"
    Was hat Ihre persönliche Antipatie gegen die Polizei/Kripo damit zu tun?
    Haben Sie Langeweile und müssen Ihren Pandemie- Frust loswerden.Da hilft auch kein Ironiehinweis.
    "Die Abstandsregeln scheinen für alle Menschen zu gelten. Nur die Polizei muss sie nicht einhalten. "
    1. Polizisten sind auch Menschen.
    2.Auf dem Markt wäre ich einfach an den Polizisten vorbeigegangen,hätte mich nicht provoziert gefühlt.
    3.Fensterputzende Kripobeamte sind eben multitaskfähig. Wenn das überhaupt Kripobeamte waren.
    Also,kommen Sie wieder runter und bleiben Sie gesund.

  2. 28.

    Wenn ich Ihr Kommentar richtig verstehe, dann liefen Sie und und zwei Polizisten aufeinander zu und Sie erwarteten, dass die Polizisten ausweichen, damit Sie es nicht tun müssen. Die Polizisten erwarteten vieleicht das selbe von Ihnen.
    Ergo, könnten Sie sich " auf eigenen Nase fassen ".

  3. 27.

    Ein informativer Bericht der durch eine Überschrift im Boulevard-Stil viel verliert. Ein Virus kommt über Berlin? Also, wenn das mal nicht Niveau einer Zeitung mit vier Buchstaben ist.... Gehts nicht einfach sachlich?

  4. 26.

    Jetzt mal jammern
    auf allerhöchstem Niveau, denn die Zusammenstellung ist schon sehr interessant und informativ. Auch die Öffnung nach vorne/„zukünftig“ ist logisch. Aber das ich erst nach unten scrollen, nach oben lesen, wieder nach unten scrollen (um „umzublättern“) muss, ist etwas störend. Hätte man vielleicht nutzerfreundlicher lösen können.

  5. 25.

    Machen sie doch Vorschläge, und warten Sie auf Antworten von anderen Usern.
    Politiker haben jetzt genug zur aktueller Corona - Lage zu besprechen, und das bleibt noch lange so.

  6. 24.

    "...so muss ich bei Seite 12 anfangen und mich rückwärts..."
    ist inzwischen schon bei 13.

    Vielleicht folgender Versuch einer Erklärung, der mir in Teilen bestimmt keine Freunde schaffen wird:
    Es handelt sich hierbei um eine Geschichte, die noch nicht abgeschlossen ist und in absehbarer Zeit auch nicht abgeschlossen wird, also eine "never ending story", die uns mittelfristig (bis Ende 2021 ?) auch weiter begleiten kann und wird.
    Die Fortschreibung und das Lesen angefügter neuer "Kapitel" ist einfacher, wenn man die vorne anhängen kann, woraus sich zwangsläufig ergibt, dass Kapitel 1 am Ende steht.

  7. 23.

    Es wäre bei dieser "CORONIK" hilfreicher, wenn auf Seite 1 der Beginn dieser Chronik starten würde, so muss ich bei Seite 12 anfangen und mich rückwärts durchklicken ...

    Ist vielleicht nicht wirklich wichtig ...

  8. 22.

    Genau! Und so allumfassend bis in das letzte Gebirgsdorf ist die Überwachung dort auch nicht. Da sterben Menschen ohne ärztliche Versorgung und mithin ohne jede Untersuchtung, an welcher Krankheit die armen Leute dort gestorben sind. Bei totalitären zentralistischen Staatsformen sind alle öffentlichen Zahlen immer als sehr relativ zu sehen.

  9. 21.

    " warum hat China seit März kaum noch Zunahme an Toten? "

    Ihre Meinung in allen Ehren aber gerade bei Zahlen aus Ländern wie China währe ich etwas vorsichtiger denn Wahrheit und Realität liegen dort nicht selten weit auseinander !!

  10. 20.

    Und doch wird immer nur über Infizierte geschrieben und gesprochen. Ist denn nicht hinlänglich bekannt, dass diese Zahl überhaupt nichts über eine Erkrankung aussagt? Lieber RBB Ihre journalistische Pflicht wäre es, bei jeder Infektionszahl zu erwähnen, dass sich die Anzahl der Tests erheblich erhöht hat, aber die Zahl der Infizierten nahezu bei 1% liegt. Es gibt kaum Zunahme an Erkrankten und keine Zunahme bei Belegung von Intensivbetten. Es wird immer nur die hohe Infektionszahl genannt. Warum? Wieso steht Schweden so gut da und warum hat China seit März kaum noch Zunahme an Toten? In Ihrer Aufzählung zur Demo am 29.08., wo entgegen Ihrer Zählweise ca. 100.000 Menschen teilnahmen, fehlt der Hinweis, dass sich danach die Infektionszahlen überhaupt nicht verändert haben. Objektiver Journalismus sieht anders aus.

  11. 19.

    "Wie sich das Coronavirus in der Welt verbreitet" 25.09.20 | 13:52 Uhr

    Lieber rbb,
    Kommentar 18 war von mir, den 18.09.2020. Mein Kommentar 18 passt nicht zu diesem Bild. Es war ein anderes Bild zu sehen, voller Dampfer mit Rentnern. Unter einem anderen Titel, Rentnerclub mit Masken.



  12. 18.

    Dieser Rentner Club, möchte eben noch ein bisschen Spaß vom Leben haben. Würden sie Abstand halten, bräuchten sie keine Nasen- Mundbedeckung im Freien. Auch Risikogruppen dürfen sich mit "AHA" regeln sich draußen frei bewegen.

  13. 17.

    Das Bild ist wirklich schockierend, dass Risikogruppen mit dem A* nicht zu hause bleiben.

  14. 16.

    Also dieses Bild ist wirklich schockierend. Schockierender als die Raucherlungen Bilder auf den Drogenpackungen .

    Schlimmer kann man nicht zeigen wie einem der Spaß verdorben wird.

  15. 15.

    Danke fürs Aktualisieren. Vor allem dafür, die 1.Mai-Demos korrekt zu beschreiben: Gaffer ohne Abstand und ohne Mundschutz, tausende...

  16. 14.

    Friede dem Lagerkoller! Wir wünschen Ihnen allen frohe Ostern - und putzen ab und an unsere Fenster, können die Bude langsam aber auch nicht mehr sehen.

    Beste Grüße und alles Gute,

    Ihre Redaktion

  17. 13.

    icke bins, warum so verbissen? Kündigt sich ein Lagerkoller an?

    Die Ironie zum Fensterputzen haben Sie auch nicht verstanden?

  18. 12.

    Doch, ich habe die atuell geltenden Regeln sehr wohl verstanden! Ich kritisierte nur Ihre Verallgemeinerung: 2 Polizisten verhalten sich nicht korrekt und schon heißt es "Nur die Polizei muss sie [die Regeln] nicht einhalten."

    Und dass die Kripo Fenster putzt - wen interessiert`s? Vielleicht haben die Ihre Mittagspause oder den Feierabend dafür genutzt, wer weiß das schon?

  19. 11.

    Sie haben die zur Zeit gültigen Regeln offenbar nicht verstanden. Sie dürfen Ihre privaten Fenster putzen. Jeden Tag. Zur Not auch mehrmals.

    "Gestichel" kann ich in meiner klaren Schilderung nicht entdecken.

  20. 10.

    Was soll das Gestichel gegen die Polizei? Nur, weil vielleicht zwei sich nicht korrekt verhalten haben, gleich auf alle schließen?
    Ich habe übrigens auch während meiner Homeoffice-Arbeitszeit Fenster geputzt. Auweia! Hoffentlich verpfeift mich niemand!

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