Päarchen in Miami Beach, Juni 2020 (Quelle: dpa)
Bild: dpa

"Coronik" für Berlin und Brandenburg - Wie sich das Coronavirus in der Welt verbreitet

Ende 2019 treten erste Fälle einer rätselhaften Lungenkrankheit im chinesischen Wuhan auf. Von dort breitet sich das neue Coronavirus über die ganze Welt aus - und verändert auch Berlin und Brandenburg. Ein Protokoll.

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Februar 2020

  • 29. Februar: Der japanische Premierminister Shinzo Abe sagt, er rechne damit, dass die Olympischen Spiele im Sommer in Tokio stattfinden werden.
  • 29. Februar: Partygäste feiern im Berliner Club "Trompete" am Lützowplatz in Mitte. 17 Besucher werden nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, darunter auch zwei Polizisten - Dutzende Kollegen müssen in Quarantäne. Neun weitere Infizierte hatten am 27. Februar im Club "The Reed" nahe des Alexanderplatzes gefeiert. Das alles stellt sich erst am 10. März heraus.

"Es wird verschwinden. Eines Tages, es ist wie ein Wunder, wird es verschwinden."

US-Präsident Donald Trump am 24. Februar über das Coronavirus. Zu diesem Zeitpunkt sind 68 infizierte US-Bürger gemeldet.
  • 28. Februar: Die Tourismusmesse ITB in Berlin wird abgesagt - zum ersten Mal in ihrer Geschichte. Der Geschäftsführer des offiziellen Berliner Reiseportals "Visit Berlin" fordert staatliche Ausgleichszahlungen. "Allein bei den Hotels prasseln jetzt die Stornierungen herein", sagt er.
  • 26. Februar: Bundesgesundheitsminister Spahn sagt, Deutschland befinde sich am Beginn einer Corona-Epidemie. Neue Fälle, die seit dem Vortag bekannt geworden seien, hätten eine neue Qualität. Die Infektionskette sei teilweise nicht nachvollziehbar, und die Kontakte der infizierten Personen ließen sich nicht zurückverfolgen.

26. Februar: Erstmals werden Corona-Infektionen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg gemeldet. In Nordrhein-Westfalen ist die Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg besonders stark betroffen. Dort breitete sich das Virus nach einer Karnevalssitzung am 15. Februar aus. Bis Anfang März werden auch aus den meisten anderen Bundesländern Fälle gemeldet.

  • 24. Februar: In Nordrhein-Westfalen wird wie üblich Karneval gefeiert. Etwa eineinhalb Millionen Jecken säumen an Rosenmontag die Zugwege in Köln und Düsseldorf [wdr.de].
Bergamo, 16.03.20: Bestatter laden einen Sarg in ihr Fahrzeug. Die Stadt ist im Zentrum der Coronavirus-Pandemie in Europa, alle 30 Minuten wird hier momentan ein Mensch beerdigt (Quelle: dpa / ZUMA Press / Claudio Furlan).
Italien wird binnen weniger Wochen zum Zentrum der Pandemie: Städte wie Bergamo sind besonders schwer betroffen und werden abgeriegelt, es gelten strenge Ausgangssperren.Bild: LaPresse via ZUMA Press
  • 22. Februar: Im Norden Italiens werden die ersten Corona-Todesfälle in einem europäischen Land gemeldet. Einen Tag später riegelt die Regierung mehrere norditalienische Städte komplett ab. Bewohner dürfen weder ein- noch ausreisen. In den nächsten Wochen steigt die Zahl der Infizierten in Italien stark.
  • 11. Februar: Die Lungenerkrankung aus China wird von der WHO nun Covid-19 genannt. Das neuartige Coronavirus erhält den Namen Sars-CoV-2.
  • 9. Februar: 20 Deutsche und ihre Familienangehörigen werden in einer Bundeswehrmaschine von Wuhan nach Berlin geflogen. Vom Flughafen Tegel aus bringt man sie für zwei Wochen auf eine Quarantäne-Station in Köpenick. Erste Corona-Tests sind bei allen Betroffenen negativ.
  • 7. Februar: Der chinesische Arzt Li Wenliang stirbt an den Folgen seiner Covid-19-Erkrankung. Er hatte bereits früh im Januar versucht, auf die Gefahren durch das Virus aufmerksam zu machen, wurde aber von chinesischen Behörden zum Schweigen aufgefordert. Das Bild von Li Wenliang in seinem Krankenhausbett geht um die Welt. Er wird zum ersten "Gesicht" dieser Pandemie.
  • 5. Februar: Mitarbeiter der chinesischen Botschaft in Berlin beklagen "Anfeindungsfälle und die fremdenfeindlichen Äußerungen in einzelnen Medien" gegenüber chinesischen Bürgern. Diese hätten nach dem Coronavirus-Ausbruch zugenommen und seien "besorgniserregend". Berliner, die aus asiatischen Ländern stammen, berichten von Anfeindungen in Zusammenhang mit dem Virus. Eine Chinesin ist in der Beusselstraße von zwei Frauen rassistisch beleidigt, bespuckt, an den Haaren zu Boden gerissen, geschlagen und getreten worden.
  • 2. Februar: In den ersten Berliner Apotheken sind Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel ausverkauft. Dass die Ware jetzt auch in Deutschland knapp werde - "das hat uns überrascht", sagt ein Charlottenburger Apotheker.

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15 Kommentare

  1. 15.

    Danke fürs Aktualisieren. Vor allem dafür, die 1.Mai-Demos korrekt zu beschreiben: Gaffer ohne Abstand und ohne Mundschutz, tausende...

  2. 14.

    Friede dem Lagerkoller! Wir wünschen Ihnen allen frohe Ostern - und putzen ab und an unsere Fenster, können die Bude langsam aber auch nicht mehr sehen.

    Beste Grüße und alles Gute,

    Ihre Redaktion

  3. 13.

    icke bins, warum so verbissen? Kündigt sich ein Lagerkoller an?

    Die Ironie zum Fensterputzen haben Sie auch nicht verstanden?

  4. 12.

    Doch, ich habe die atuell geltenden Regeln sehr wohl verstanden! Ich kritisierte nur Ihre Verallgemeinerung: 2 Polizisten verhalten sich nicht korrekt und schon heißt es "Nur die Polizei muss sie [die Regeln] nicht einhalten."

    Und dass die Kripo Fenster putzt - wen interessiert`s? Vielleicht haben die Ihre Mittagspause oder den Feierabend dafür genutzt, wer weiß das schon?

  5. 11.

    Sie haben die zur Zeit gültigen Regeln offenbar nicht verstanden. Sie dürfen Ihre privaten Fenster putzen. Jeden Tag. Zur Not auch mehrmals.

    "Gestichel" kann ich in meiner klaren Schilderung nicht entdecken.

  6. 10.

    Was soll das Gestichel gegen die Polizei? Nur, weil vielleicht zwei sich nicht korrekt verhalten haben, gleich auf alle schließen?
    Ich habe übrigens auch während meiner Homeoffice-Arbeitszeit Fenster geputzt. Auweia! Hoffentlich verpfeift mich niemand!

  7. 9.

    Die Abstandsregeln scheinen für alle Menschen zu gelten. Nur die Polizei muss sie nicht einhalten. Auf dem Markt am Wittenbergplatz kommen mir 2 junge Polizisten auf "meiner" Seite entgegen. Platz machen? Fehlanzeige. Ich bleibe also stehen und der eine Polizist merkt wohl sein Fehlverhalten. Ergebnis: Er pöbelt irgend etwas hinter mir her. Bravo, solche Schnösel haben Achtung und Rückhalt der Bevölkerung verdient. *ironieoff*

    Aber macht ja nichts, bei der Mordkommission in der Keithstraße werden Fenster geputzt. Das ist sicher systemrelevant. Schließlich muss die Kripo den Durchblick haben. Und schon wieder *ironieoff"

  8. 8.

    Ja, sehe ich auch so.... auch andere Dinge könnten erledigt werden z.b. schneller Radwege bauen, leere Schulen reparieren, müßte alles flexibler koordiniert werden....

  9. 7.

    Ich finde ja, wir könnten die Zeit nutzen und gesamtgesellschaftlich zu diskutieren, welche Art von Gesundheitswesen wir in Zukunft haben möchten. Kaputtsparen und marktwirtschaftlich gewinnbringend führen ist offensichtlich der falsche Weg.

  10. 6.

    Genau das finde ich auch. Interessant ist, dass vor allem die Parteien, welche für Mangel und jahrelange Nicht-Vorbereitung verantwortlich sind, sich jetzt als Krisenmanager profilieren und dafür in den Umfragen Zulauf bekommen. So ist der Wähler halt...

  11. 5.

    Sehr interessanter Überblick - zeigt es doch sehr deutlich, dass die Brandenburger Landesregierung im Januar noch völlig andere Prioritäten hatte - Wirtschaftsansiedlung um jeden Preis, statt einer wirklich wichtigen Task Force zur Gesundheitsvorsorge. Dann wären jetzt vielleicht ausreichend Schutzausrüstungen da...für mich ein komplettes Versagen der Politik.

  12. 4.

    Hallo,

    Sie haben recht, die "Trompete"-Episode hat in unserer Coronik noch gefehlt - wir haben sie jetzt samt Link eingearbeitet. Danke für den Hinweis.

    Beste Grüße,

    Ihre Redaktion

  13. 3.

    Eine interessante und kritische Auflistung, vielen Dank an den RBB.
    Bezüglich der "Hamsterkäufe": Gaststätten, Betriebskantinen, Schulen und Kindergärten haben geschlossen. Von denen kaufen die wenigsten bei Aldi oder Rewe ein. Die vielen Menschen, die sich jetzt stärker selbst versorgen müssen, schon. Man hört nie, dass der Umsatz im Großhandel zurück ging. Warum wohl hatte Selgros angekündigt, auch für Privatpersonen zu öffnen? Die stärkere Nachfrage im Einzelhandel ist doch genau, was zu erwarten war. Zumal anfangs eine stärkere Ausgangssperre im Raum stand, jeder jederzeit mit 2 Wochen Quarantäne rechnen muss und die Regierung stärkere Bevorratung empfohlen hat. Dass Liefer-LKW an geschlossenen Grenzen im Stau standen, kam noch hinzu. Einige haben es schon übertrieben, aber insgesamt verstehe ich das Gejammer nicht. Dass den Einzelhandel an den Problemen mit der plötzlich gestiegene Nachfrage nicht die Schuld trifft, ist auch klar.

  14. 2.

    Und wie kam das Virus nun in die Welt? - Das erklärt der Artikel m.E. nicht. Wo kann sich denn der Patient Null, der schon am 1. Dezember erkrankt ist, angesteckt haben? Vielleicht könnte rbb24 mal die vielen Theorien, die über die Herkunft bzw. den Ausbruch des Virus (z.B. Laborunfall) kursieren, mal kritisch durchleuchten. China ist ja nun nicht gerade für Pressefreiheit und korrekte Berichterstattung bekannt.

    Wieso ist Südtirol so stark betroffen?
    Dass in vielen Regionen Deutschlands estmal noch munter Karneval gefeiert wurde, wird leider auch nicht erwähnt.

  15. 1.

    Am 29.2.20 war ein Spreader im Club Trompete feiern, Folge waren 17 Infizierte incl. 2 Polizisten. Damit ist er noch vor dem Praktikanten aus dem Büro in Mitte als Multiplikator aufgetreten. Öffentlich kommuniziert wurde es zögerlich, spätestens eine Woche danach wusste es aber ganz Berlin...

    Er taucht aber nirgends mehr auf.

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