Ein Behälter mit Desinfektionsmittel hängt vor dem Eingang der Coronavirus-Teststelle für symptomfreie Mitglieder definierter Personengruppen im Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) in Berlin-Lichtenberg (Bild: dpa/Bernd von Jutrczenka)
Video: Abendschau | 12.02.2021 | Timo Fabian Nicolas | Bild: dpa/Bernd von Jutrczenka

Keine Haus-Quarantäne - Klinikum Spandau stoppt Patientenaufnahme wegen Corona-Variante

Bereits 55 Infektionen mit der Coronavirus-Mutation B.1.1.7 sind am Klinikum Spandau festgestellt worden. Die Klinikleitung reagiert und schließt die Notaufnahme fast komplett. Aber das Haus betont: Es handele sich nicht um eine Haus-Quarantäne.

Das Berliner Vivantes Klinikum Spandau nimmt aufgrund der Ausbreitung der zuerst in Großbritannien festgestellten Coronavirus-Variante B 1.1.7 derzeit keine stationären Patienten mehr auf. Das teilte der Klinikkonzern am Donnerstagabend mit.

Unternehmenssprecherin Kristina Tschenett betonte aber, dass man damit die Rettungstelle des Hauses zwar von dem sogenannten Ivena-Rettungsdienstverteillsystem abgemeldet habe, dass man aber nicht - wie vor Kurzem das Humboldt-Klinikum - das gesamte Haus schließe. "Nein, es werden nicht alle Mitarbeiter und Patienten in Quarantäne geschickt", sagte sie am Freitag rbb|24. Das Klinikum begrenze aber die Aufnahme.

Ausnahme für Schlaganfallpatienten

Bislang seien 55 Infektionen mit der Virusvariante bestätigt worden, davon 17 bei Mitarbeitern. Dies sei der Stand vom Donnerstag. Das Virus sei in mehreren Fachbereichen des Hauses nachgewiesen worden.

Die Rettungsstelle bleibe nur für die Erstversorgung von Schlaganfallpatienten geöffnet. Für eine stationäre Versorgung würden diese Patienten dann bei Bedarf verlegt. Der Konzern teilte mit, das Klinikum sei nicht unter Quarantäne gestellt worden. Auch eine sogenannte Pendelquarantäne wie zuletzt im Humboldt-Klinikum sei nicht verhängt worden.

"Nach derzeitigen Erkenntnissen spricht alles dafür, dass das Virus durch einen Patienten mit Reise-Anamnese in das Klinikum eingetragen wurde", erklärte das Klinikum weiter in seiner Mitteilung.

Um das Infektionsgeschehen am Klinikum weiter engmaschig zu beobachten, gebe es tägliche Schnelltests für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zudem erhalten sowohl Mitarbeitende wie Patientinnen und Patienten zwei Mal wöchentlich einen sogenannten PCR-Test.

Sendung: rbb88,8, 12. 2.2 2021, 7 Uhr

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27 Kommentare

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  1. 27.

    Hatten Sie schon mal so einen Abstrich? Das ist nicht mal so kurz Stäbchen rein und fertig, das ist 20 Sekunden darin rumrühren und einen tut noch Stunden später die Nase weh oder man bekommt Nasenbluten.
    Wenn einem ferner gesagt wird, man dürfte positiv und asymptomatisch weiter arbeiten, weiß ich nicht, was das Testen bringen soll.

    Aber Sie haben Recht, es war sehr verantwortungslos mit mangelhafter Schutzausrüstung an diesen Patienten zu arbeiten und sich dabei selbst zu infizieren und sich dann am Ende noch dafür beschimpfen zu lassen. Wird mir und meinen Kollegen bestimmt nicht nochmal passieren.

    Jaja, jeder will bessere Pflege und Hygiene, aber bezahlen will es keiner.

  2. 26.

    Stäbchen in der Nase ist unangenehm ?Wie unangenehm ist dann erst eine ernsthafte Coronaerkrankung?
    Bei dieser Einstellung beim Klinikpersonal wundert mich gar nichts mehr.
    DAS sollte auch bei Ihnen eine Selbstverständlichkeit sein, so wie in verantwortungsvollen Pflegeheimen.
    Da funktioniert es schon.

    Da bekommt man wirklich Angst ins Krankenhaus zu müssen. Die Hygiene war schon vor Corona grauenhaft !

  3. 25.

    Die erste Info zu einem Coronafall gab es hier bei RBB24 bereits am 25.01.2021 im Zusammenhang mit dem Ausbruch im Humboldtkrankenhaus in Reinickendorf das dann auch vorübergehend für Neuzugänge geschlossen wurde.
    "Laut einem Bericht des "Tagesspiegel" ist inzwischen auch ein Patient im Vivantes-Klinikum Spandau von B.1.1.7 betroffen: Der Mann sei aus Reinickendorf dorthin verlegt worden und sei seitdem isoliert."

  4. 23.

    Gebe Ihnen natürlich recht, aber ....
    wenn aus diesem Grund die Hygiene an Krankenhäusern mangelhaft ist, sollte man doch einen Kompromiss finden!
    M.E. ist es auch ein Unterschied, wenn ich aus einem anderen Land komme, meinen Alltag auf Deutsch zu meistern und den Einsatz besondere Reinigungsmittel zu erlernen bzw. erklärt zu bekommen.
    Natürlich geht es nur mit der Bereitschaft(und/oder einem gewissen Zwang) der Angestellten ... sonst sollten die Verantwortlichen eine anderen Ort für die Betreffenden finden oder ...

  5. 22.

    Hallo jasa, den Beitrag kann man auch ganz einfach angucken, indem man oben auf das Foto klickt ;-D

  6. 21.

    M.E. ist es der falsche Weg, wenn verlangt wird,die Sprache der Arbeitskräfte zu sprechen,statt Deutschkenntnisse zu verlangen. Die Landessprache zu erlernen ist Teil der Intergaration für alle Lebensbereiche und ganz besonders für den Arbeitsplatz. Das sollte selbstverständlich sein.

  7. 20.

    Also bei uns auf der Station möchte sich keiner gerne sich täglich so ein Stäbchen in die Nase stecken lassen, das ist nämlich sehr unangenehm.
    Und stellen Sie sich das vor mit mehreren hundert Tests am Tag, wer soll die machen? Dafür muss Personal aus der Patientenversorgung abgezogen werden und wer kommt für die 30 bis 45 Minuten vor jedem Dienst auf, die man auf das Ergebnis warten muss, das macht man doch nicht in seiner Freizeit.

  8. 19.

    Es gibt ja entsprechende Vorschriften zur Hygiene in Krankenhäusern und schon lange vor Corona wurde bemängelt,dass in vielen Krankenhäusern die Stellen von Hygieneärzten- und Fachkräften unbesetzt sind. Wie das heute ist,kann ich nicht veurteilen. Was ich aber schon lange aufgrund persönlicher Erfahrung bemängele ist, das Reinigungskräfte kaum über Deutschkenntnisse verfügen und über Firmen trotzdem beim Land Berlin eingesetzt werden. Das mag ja in Ämtern noch zur Not halbwegs klappen aber keinesfalls im medizinischen Bereich. Als der Senat noch selbst Reinigubgskräfte beschöftigte, waren Deutschkenntnisse Voraussetzung und dann wurde auch dieser Bereich ausgelagert und an Firmen vergeben,die möglichst preiswert arbeiten sollen. Das war der Anfang vom Niedergang der Qualität,denn es stimmt nicht, dass ich nur zum putzen die Landessprache nicht beherrschen muss.
    Krankenhaushygiene
    https://www.berlin.de/sen/gesundheit/themen/gesundheitsschutz-und-umwelt/krankenhaushygiene/

  9. 18.

    Eine sehr schlechte Ausrede ... schlecht deutsch sprechen!
    Nach den ganzen Jahren, in denen Menschen aus aller Welt, bei der Reinigung beschäftigt sind, sollten doch die Verantwortlichen/Schichtleiter der "Reinigungskolonnen" endlich auch einmal ihre Anweisungen in verschiedenen Sprachen umsetzen können!!!
    Ist es denen nicht zuzumuten oder müssen DIE endlich mal deutsch lernen?

  10. 17.

    Der Beitrag gestern in der Abendschau war leider nicht sehr überzeugend!
    https://www.rbb-online.de/abendschau/videos/20210212_1930/vivantes.html

    Die Amtsärztin, bei der die ganze Chose bereits seit einer Woche bekannt ist, will nun schauen, wie die Abläufe sind beim Reinigungs- und Servicepersonal usw. Sind wohl auf der Suche nach einem Buhmann?
    Seit einer Woche wird intensiv getestet - flächendeckende Quarantäne ist nicht geplant - Besucher dürfen rein und raus
    Hoffentlich geht das gut!

  11. 16.

    Die Hygiene in dem Krkh lässt sehr zu wünschen übrig.
    Die meisten der Reinigungskräfte sprechen kein richtiges Deutsch, folgedessen können Anweisungen nicht Folge geleistet werden z.B. wenn Keime ect.mit unterschiedlichen Materialien behandelt werden müssen.
    Solange wie Menschen dort eingestellt werden die nur als Reinigungskraft ohne Erfahrungen im Klinikbereich haben , wird sich von der Hygiene nichts ändern.

  12. 15.

    Ja,das stimmt aber diese Erkenntnis scheint sich noch immer nicht mehrheitlich durchzusetzen.
    Viele glauben leider auch, dass die Impfung den normalen Alltag zurückbringen wird. Das dauert aber noch, denn es ist ja nicht klar, ob Geimpfte das Virus trotzdem weitergeben können, wielange die Impfung wirkt und ob BEIDES evtl. vom Impfstoff abhängig ist. Also bleiben uns allen die AHA-L Regeln mit Maske und Abstand etc. erhalten. Vorsicht und Rücksicht bleibt oberstes Gebot.

  13. 14.

    Deswegen, das müssen die Leute endlich mal begreifen, man kann sich überall anstecken, es gibt nicht den einen Ort wo das passiert, im Krankenhaus fällt es nur eher auf, weil dort eben viel getestet wird!

  14. 13.

    Gott sei Dank bleibt die Schlaganfall-Einheit geöffnet. Würde die dicht machen, würde Corona auf indirektem Wege noch viele weitere Opfer fordern.

  15. 12.

    Ich bin vor 10 Tagen mit einer 08/15 Krankheit aus den Khs Spandau entlassen worden, hatte auf der Station einen Corona-Fall. Seit heute ist meine Quaratäne beendet und ich bin Coronafrei.
    Es muss also nicht sein, das man sich dort ansteckt, es kann einem überall passieren.

  16. 11.

    Ich muss dir da leider wiedersprechen,es passiert das Patienten mit"ganz normalen Krankheiten"ins Krankenhaus Spandau eingeliefert werden und dort werden sie eine Woche später mit Corona infiziert, kommen dort in Karantäne,10 Tage, zwei Tage später entlassen nach Hause, drei Tage später Tod.... keine Nachversorgung , keine Fürsorge, nichts.,...
    Das kann nicht richtig sein.. ...

  17. 10.

    Die Haus-Quarantäne wird bestimmt wieder von einem Richter aufgehoben, die kennen sich besser mit dem Virus aus.

  18. 9.

    Das tut mir sehr leid - mein Beileid.

    Schade, dass die Eindämmungsmaßnahmen scheinbar so unterschiedlich sind.
    Kommentar 4 von @Ralf.
    Dann können wir alle nur auf das Beste hoffen!

  19. 8.

    Also weder ins KKH Neukölln noch ins KKH Köpenick kam rein. Absoluter Besuchsstop. Nicht einmal der Pförtner durfte die abgegebenen Sachen für die Patienten nach oben bringen!

    Das Testen wurde auch alle zwei Tage erledigt.

    Generell fraglich ist für mich nur, warum im letzten Jahr 20 Kliniken in D schließen mussten und das Bundesgesundheitsministerium davon nichts weiß. Aber wir dürfen auf keinen Fall das Gesundheitssystem überlasten und daher ganz Deutschland lahmlegen.

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