Kostenpflichtig ab 11. Oktober - Was das Ende der Gratis-Corona-Tests bedeutet

Mobile Teststation für Bürgertest (Quelle: imago images/Emmanuele Contini)
Bild: imago images/Emmanuele Contini

Restaurant, Fitness-Studio, Kino, Friseur: Wer nicht gegen Corona geimpft oder davon genesen ist, braucht dafür einen aktuellen Schnelltest. Bislang waren die sogenannten Bürgertests kostenlos - ab Montag nicht mehr. Was Ungeimpfte nun beachten müssen.

Mit welcher Begründung werden die Schnelltests nun kostenpflichtig?

Inzwischen wurde jedem, der geimpft werden darf, ein Impfangebot gemacht, argumentieren die Verantwortlichen im zuständigen Bundesgesundheitsministerium. "Daher ist eine dauerhafte Übernahme der Kosten für alle Tests durch den Bund und damit den Steuerzahler nicht länger erforderlich", heißt es auf der Homepage des Ministeriums.

Ein Grund ist aber auch: Die Impfquote stagniert, der Fortschritt ist aus Sicht der Gesundheitsbehörden unzureichend. Nach Ansicht von Experten des RKI wäre wegen der deutlich ansteckenderen Delta-Variante eine Impfquote von mehr als 85 Prozent nötig.

In Berlin sind bisher laut offiziellen Erhebungen 65 Prozent der Bürgerinnen und Bürger vollständig geimpft, in Brandenburg 59 Prozent. Das Robert-Koch-Institut geht neuesten Schätzungen vom vergangenen Donnerstag zufolge allerdings inzwischen von einer höheren Impfquote aus. Demnach seien knapp 80 Prozent der impffähigen Erwachsenen in Deutschland geimpft [tagesschau.de].

Schnelltests kostenpflichtig zu machen, soll auch den Druck auf freiwillig Ungeimpfte erhöhen - denn durch die geltenden 3G- und 2G-Regelungen ist ein Besuch in Restaurants oder von Veranstaltungen nur für Geimpfte, Genesene oder eben Getestete möglich.

Wo in Berlin brauche ich als Ungeimpfter künftig einen Test?

Seit dem 20. August gilt in Berlin 3G - unabhängig von der Inzidenz. Wer nicht geimpft oder von einer Corona-Infektion genesen ist, benötigt einen tagesaktuellen Test für folgende Zwecke in Innenräumen: Gastronomie, touristische Übernachtungen, Sport, Versammlungen mit mehr als 50 Personen, Konzerte, Kino- und Clubbesuche, Friseurbesuche und andere körpernahe Dienstleistungen, Besuche in Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen oder Einrichtungen für behinderte Menschen. Auch für Veranstaltungen im Freien gilt 3G, falls mehr als 100 Personen gleichzeitig anwesend sind.

Die strengere 2G-Regel, also Zutritt nur für Geimpfte und Genesene, gilt in Clubs, Diskotheken, Saunen, Thermen und Dampfbädern. Darüber hinaus können Betreiber von Gastronomie, Einrichtungen, Veranstaltungen und ähnlichen Unternehmungen selbst entscheiden, ob 2G anwenden. Gilt 2G, entfällt die Maskenpflicht, auch die Mindestabstände müssen nicht mehr eingehalten werden, die Personenobergrenze entfällt.

Ausnahmen gibt es ab 9. Oktober aber für Menschen, die nicht geimpft werden können - sie brauchen neben einer ärztlichen Bescheinigung allerdings einen negativen PCR-Test. Diesen PCR-Test müssen sie selbst bezahlen. Die Geltungsdauer eines solchen Tests wurde von 24 auf 48 Stunden verlängert.

Wo in Brandenburg brauche ich als Ungeimpfter künftig einen Test?

In Brandenburg gilt für Ungeimpfte und Nicht-Genesene noch eine Testpflicht ab einer lokalen Inzidenz von 20. Ab dem 13. Oktober wird diese Schwelle auf 35 erhöht. Heißt: In den kreisfreien Städten und Landkreisen, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz an mindestens fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter dieser Inzidenz liegt, ist in vielen gesellschaftlichen Bereichen die Vorlage eines negativen Testergebnisses nicht mehr nötig.

Liegt sie über der Schwelle von 35, gilt die Testpflicht unter anderem in der Innengastronomie, in Hotels und Pensionen, bei Busreisen, in Innen-Sportanlagen wie Fitnessstudios, in Theatern, Konzerthäusern und anderen Veranstaltungsräumen, sowie in Schwimmbädern, Thermen und Saunen.

Unabhängig von der Inzidenz vor Ort brauchen Ungeimpfte weiterhin einen Test in Schulen und Kitas, als Besucher in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Einrichtungen für behinderte Menschen, Diskos, Clubs und Festivals (sowohl innen als auch außen) sowie bei sexuellen Dienstleistungen.

Veranstalter und Gastronomen haben aber auch die Möglichkeit, ein strengeres 2G-Modell zu verfolgen. Heißt: Dann haben nur Geimpfte, Genesene und Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren Zutritt. Alle Infos dazu finden Sie auch hier.

Momentan liegt die Inzidenz in Brandenburg bei etwa 42 bestätigten Neuinfektionen je 100.000 Einwohner, sie ist in den vergangenen Tagen gestiegen. Cottbus hat mit 70 die höchste Inzidenz, gefolgt von Potsdam (67).

Wer darf sich auch weiterhin kostenlos testen lassen?

- Kinder, die höchstens zwölf Jahre und drei Monate alt sind.

- Jugendliche von zwölf bis 17 Jahren und Schwangere – dieser Anspruch gilt allerdings nur bis Ende 2021.

- Stillende haben bis einschließlich 17. Dezember einen Anspruch auf kostenlose Testung [bundesgesundheitsministerium.de].

- Studierende aus dem Ausland, die mit einem anderen Impfstoff geimpft wurden, als den in Deutschland zugelassenen von Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson [pei.de]. Auch für diese Gruppe endet der Anspruch auf Gratis-Tests Ende dieses Jahres.

- Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, und nachweislich Infizierte, die in Quarantäne sind, dürfen sich weiterhin kostenlos freitesten.

- Menschen, die zum Zeitpunkt des Tests an klinischen Studien zur Wirksamkeit von Corona-Impfstoffen teilnehmen oder in den letzten drei Monaten an solchen Studien teilgenommen haben.

- All diese Personen dürfen sich auch künftig mindestens einmal pro Woche gratis testen lassen.

Die Pflicht für Arbeitgeber, ihren Beschäftigten, die nicht ausschließlich zuhause arbeiten, kostenlose Schnelltests zur Verfügung zu stellen, bleibt weiterhin bestehen. Demnach müssen die Arbeitgeber ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zweimal pro Woche ein Testangebot zur Verfügung stellen.

Was kosten die Schnelltests künftig, für diejenigen, die sich nicht kostenfrei testen lassen können?

Noch zahlt der Bund den privaten Testanbietern 11,50 Euro pro Schnelltest und 52 Euro pro PCR-Test. Diese Pauschale fällt ab Montag weg. Es gibt danach keine staatliche Preisvorgabe. Heißt: Der Markt regelt. Größere Testanbieter in Berlin und Brandenburg kalkulieren künftig mit Preisen zwischen etwa zwölf und 25 Euro je Schnelltest. Das ergaben Anfragen von rbb|24 bei mehreren Unternehmen in der Region. Bei PCR-Tests dürften die Preise laut Anbietern zwischen etwa 60 und 120 Euro variieren. Die Preise könnten allerdings steigen, weil voraussichtlich weniger private Betreiber übrig bleiben werden.

Wie weist man nach, dass man auch weiterhin einen Anspruch auf einen kostenlosen Test hat?

Für Kinder und Jugendliche genügt ein Ausweis mit Foto. Wer aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden kann, muss ein Zeugnis vom Arzt vorweisen. Darauf muss nicht die jeweilige Diagnose stehen, es genügt die Bestätigung, dass eine medizinische Kontraindikation gegen eine Corona-Schutzimpfung vorliegt. Schwangere und Stillende können ihren Mutterpass als Nachweis vorlegen. Studierende können ihre Studienbescheinigung zusammen mit ihrem Impfpass zeigen. Und Studienteilnehmer schließlich können sich einen Teilnahmenachweis an der Studie ausstellen lassen.

Was wird aus den Teststellen und Testzentren?

In Berlin gibt es noch mehr als 1.000 Teststellen, fast alle privat. Wie viele nun schließen werden, lässt sich noch nicht sagen. Es gibt immer weniger Betreiber, weil die Nachfrage in den vergangenen Monaten stetig zurückgegangen ist. Die Drogeriemarktkette "dm" beispielsweise hat bereits im August entschieden, ab Oktober keine Tests mehr anzubieten.

Laut der Gesundheitsverwaltung wird der Berliner Senat zwölf landeseigene Testzentren geöffnet halten, davon je eins in jedem Bezirk. Diese sind nur für die Menschen vorgesehen, die weiterhin Anspruch auf kostenlose Tests haben. Ab dem 11. Oktober findet man alle Anbieter nicht mehr auf der Webseite test-to-go.berlin [externer Link], sondern unter direkttesten.berlin [externer Link].

Welche Probleme könnten aus dem Ende der Gratis-Tests entstehen?

Dass mehr Menschen, die das Geld für einen Test nicht ausgeben wollen, ihr Testzertifikat fälschen - davon gehen laut Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" mehrere kommunale Gesundheitsbehörden aus [tagesschau.de]. Die Kunden können selber entscheiden, in welchem Format sie ihr Testergebnis übermittelt bekommen. Viele Ergebnisse werden noch immer als PDF-Dateien ausgestellt. Hierbei lassen sich allerdings vergleichsweise einfach Datum, Name und sogar Ergebnis manipulieren.

Die Kommunikationsabteilung des zuständigen Bundesgesundheitsministeriums reagiert hier ausweichend. Mittlerweile würden immer mehr Schnelltestergebnisse über die Cov-Pass-App und die Corona-Warn-App ausgegeben, heißt es aus dem Ministerium. Manipulationen seien hier sehr viel schwerer möglich. Noch gibt es laut Bundeskriminalamt keine Anzeichen für verbreitete Fälschungen von Testergebnissen.

Ein weiteres Problem: Wenn sich weniger Menschen testen lassen, wird automatisch das Dunkelfeld von Infektionen größer - die Gesundheitsbehörden haben dann einen weniger genauen Überblick über das tatsächliche Infektionsgeschehen [rki.de].

Wieviel haben die Bürgertests bislang insgesamt gekostet?

Laut Bundesamt für Soziale Sicherung mehr als 3,7 Milliarden Euro. Bundesweit haben bislang 15.000 Teststellen kostenlose Schnelltests angeboten. Deutschland ist eines der letzten Länder, die diese Tests gratis angeboten haben.

Sendung: Abendschau, 06.10.2021, 19:30 Uhr

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116 Kommentare

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  1. 116.

    -> "Wenige (Unternehmen) verdienen hier viel an der Angst und dem Frust der Menschheit, so denn beides konstant geschürt wird."

    Der Firmensitz von BioNTech "an der Goldgrube 12" sagt doch schon alles, selbsterfüllende Prophezeiung bei der Immobilienwahl vor etlichen Jahren? ;-)

    Hier mal ein interessanter Artikel zum Thema "Regieren durch Angst" und da ist schon einiges dran, denn mit Ängsten bestätigen oder gar aktiv schüren lässt sich eben besser Politik machen, Positionen sichern, weil man ja zugleich die Lösung für entstandene Ängste anbieten kann. Und bevor jemand unkt, nee das hat hier nix mit Verschwörern zu tun, sondern mit altbekanntem psychologischem Phänomen.

    https://www.zeit.de/politik/deutschland/2020-10/corona-politik-demokratie-angela-merkel-regierung-pandemie-wolfang-merkel

  2. 115.

    -> "der Tag kommen wo alle Be - Einschränkungen aufgehoben werden. Dann liegt es an ihnen sich selbst zu schützen oder impfen zu lassen"

    Genau DAS, wieso überlässt man es denn nicht endlich den Menschen in ihrer eigenen Verantwortung, ob sich sich per Impfung schützen oder nicht schützen wollen. Und dies dann bitte OHNE Gängeleien. Jeder sollte für sich entscheiden, abwägen usw., worin er das grössere Risiko empfindet, anstatt bevormundet zu werden.

  3. 114.

    -> "dass für alle gesundheitlichen Schäden, die im Zusammenhang mit Schutzimpfungen eingetreten sind, die auf Grundlage der Coronavirus-Impfverordnung seit 27. Dezember 2020 vorgenommen wurden, bundeseinheitlich ein Anspruch auf Entschädigung besteht."

    Soweit so gut, aber hat sich mal jemand im Detail angeschaut, wie schwer es ist, überhaupt einen möglichen Impfschaden anerkannt zu bekommen + die hohen Hürden, dass daraus eine finanzielle Entschädigung - anhängig von möglicher Einschränkung der Arbeitsfähigkeit - resultiert? Und selbst wenn, Anerkennung/Geld bringen die Gesundheit auch nicht zurück....

    https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/panorama/entschaedigung-corona-impfschaeden-100.html

  4. 113.

    So eine dumme Antwort, haben sie wohl von Söder oder Altmeier gehört?, schonmal über Fettleibige adipöse, Alkoholiker,
    Drogensüchtige usw nachgedacht ??? Wer bezahlt denn diese Belastung der KK u Steuersysteme? Ah richtig die
    Gemeinschaft !!!!!!
    Also sorry aber so dumme Antworten benötigt niemand

  5. 112.

    Ich würde mich gerne impfen lassen, nur halt nicht mit dem mRNA Zeug. Totimpfstoff wird nur komischerweise nicht zugelassen.

  6. 111.

    Schon jetzt treffe ich Entscheidungen, trage sie mit allen Konsequenzen und zahle auch für Tests, allein schon für die Gewissheit, nicht infiziert und ansteckend zu sein. Erkranke ich, könnte der geimpfte Super-Spreader irgendwo neben mir durchaus die Ursache sein. Sicher ist niemand, zu keiner Zeit. Dieses Virus verlässt die Welt nicht so schnell wie die Schutzwirkung den Geimpften.

  7. 110.

    Ob privat oder gesetzlich versichert ist hierbei doch egal. Es handelt sich nicht um eine Erkrankung also warum soll das Gesundheitssystem hier mit den Josten belastet werden? Verstehe diese Denke nicht. Es heisst doch zu Recht Kranken-Versicherung!

  8. 109.

    Die Testkosten muss man einfach zu den Reisekosten mit dazu rechnen wie eine Kurtaxe oder ähnliches. Wer Urlaub machen kann kann sich das dann die Kosten auch noch zusätzlich leisten.

  9. 108.

    Dieser Tag wird vermutlich nicht so schnell kommen.
    Spätestens, wenn Genesene und Geimpfte ihren Status wegen der nachlassenden Schutzwirkung verlieren und die Infektionszahlen wieder steigen, fängt der Beschränkungsspaß von vorn an. Das kann man Jahre aufrecht erhalten. Wenige (Unternehmen) verdienen hier viel an der Angst und dem Frust der Menschheit, so denn beides konstant geschürt wird.

    Es ist schon jetzt meine Entscheidung, in Anbetracht der Tatsache, dass dieses Virus die Welt nicht mehr verlassen wird. Bis zu einem Tag X muss ich nicht warten. Ich zahle liebend gern für die Gewissheit, nicht infiziert und ansteckend zu sein, aber werde mich überraschen lassen müssen, ob neben mir irgendwo der geimpfte Super-Spreader saß, wenn bei mir Symptome einsetzen. Dann ist das so.
    Bis dahin angstfreie Grüße

  10. 107.

    "Meine Entscheidung gegen die Impfung beruht auf mehreren gesundheitlichen und persönlichen Gründen. Es konnte mich bisher kein Arzt vom Gegenteil überzeugen. Ich denke "gerade" und halte die Regeln ein, werde trotzdem verteufelt. Wie solidarisch ist das?"
    Ihre Entscheidung ist völlig legitim und zu akzeptieren.
    Es wird aber, hoffentlich bald, der Tag kommen wo alle Be - Einschränkungen aufgehoben werden. Dann liegt es an ihnen sich selbst zu schützen oder impfen zu lassen.
    Ich hoffe sie treffen die richtige Entscheidung. Alles Gute!

  11. 106.

    Und weiter die Augen gerade aus und noch tiefer spalten. Gesunde müssen sich testen und potentiell infizierte Geimpfte nicht ... bravo, so viel Logik muss man erst einmal haben:

    Gesundheitsminister wollen über bundesweite Testpflicht am Arbeitsplatz beraten

    Am Montag beraten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern laut „Business Insider“ erneut über eine bundesweite Testpflicht von Beschäftigten mit Kundenkontakt. Wie das Onlineportal berichtet, heißt es in einem Beschlussentwurf dazu: „Die Länder sind sich einig, dass die mittlerweile in vielen Bundesländern geregelte 3G-Nachweispflicht als Voraussetzung zum Zugang zu Betrieben, Einrichtungen oder sonstigen Angeboten mit direktem Kundenkontakt nicht nur für Kundinnen und Kunden, Be­sucherinnen und Besucher oder sonstige externen Personen, sondern auch für Be­schäftigte gelten soll.“

    https://www.businessinsider.de/politik/deutschland/bund-laender-runde-3g-regel-auch-fuer-beschaeftigte-am-arbeitsplatz/

  12. 105.

    Tja, da können diel ange warten. Mein Kind wird nicht geimpft! Ich hatte so massive NW und bin seit Mai krank geschrieben. Da bezahle ich lieber Testkosten für mein Kind

  13. 104.

    In den Herbstferien „wage“ ich mit meinem 10 Jahre alten Kind eine Kurz-Reise nach MeckPomm. Der Ferienwohnunganbieter verlangt eine Negativbescheinigung. Ich bin geimpft. Das Kind natürlich nicht. Das lässt ein Arzt neben seinen eigenen Kosten von etwa 30 Euro im Labor für sage und schreibe 128 Euro! gern testen. Wir haben es letztes Jahr - vor den kostenlosen Testmöglichkeiten - durch. Die Kasse zahlts nicht, logisch, denn keine Krankheit. Da privat auf der Karte steht, kostets gleich noch mehr.
    Und nun?
    Pech, weil ich einmal ein paar Tage mit meinem Kind aus meinem Bundesland herauswill? Grün, weil ich mit der Bahn fahre und trotzdem „dekadent“, weil ich für ein paar Tage innerhalb der Bundesrepublik reise?
    Ich bin dankbar für die kostenlose Testmöglichkeit. Denn privat versichert heißt nicht immer gutsituiert...

  14. 102.

    Danke für diesen Kommentar! Spricht mir aus der Seele.
    Mir soll niemand mit ungebildet und unsolidarisch daherkommen. Der Bund bezahlt die Impfdosen. Wer bezahlt den Bund? Der Steuerzahler, unüberraschenderweise auch der ungeimpfte. So viel zum "kostenlosen" Angebot.
    Meine Entscheidung gegen die Impfung beruht auf mehreren gesundheitlichen und persönlichen Gründen. Es konnte mich bisher kein Arzt vom Gegenteil überzeugen. Ich denke "gerade" und halte die Regeln ein, werde trotzdem verteufelt. Wie solidarisch ist das?

  15. 101.

    Die Impfquote von 80-85% reicht bei weitem nicht aus, daher muss alles so weitergehen. Daher werden wir uns auch im nächsten Jahr noch testen lassen müssen ...

    "Eine Entwarnung bedeutet diese Nachricht allerdings nicht: Um das Infektionsgeschehen zu beherrschen, ist dem Institut zufolge eine Impfquote von mindestens 85 Prozent nötig – und das nicht nur bei den Erwachsenen, sondern bei allen Menschen ab zwölf Jahren. Bei über 60-Jährigen liegt die notwendige Schutzquote sogar bei 90 Prozent."

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article234299174/Sinkende-Impfquote-Koennen-es-uns-nicht-leisten-weiterzumachen-wie-bisher.html

  16. 100.

    Liebe Hilde: keine Sorge, ich verzichte sogar gern auf Impfung und ebenso auf's Testen. :) Testungen habe ich bisher nicht benötigt, da ich statt Restaurants und anderer sonstiger Bespaßungen, welche für Geld zu haben sind, eher das gemütliche Miteinander im Privaten vorziehe. ;)
    Und die Beobachtung der stetig wachsenden, allgegenwärtigen Doppelmoral und Pseudosolidarität in Deutschland und der westlichen Welt insgesamt ist sehr aufschlussreich.
    Deutschlands Kinderunfreundlichkeit sucht zudem wirklich seinesgleichen.
    Alles Gute den "Jägern der Ungeimpften"!
    Mich kriegt ihr nicht.

  17. 99.

    Guter Punkt!

    Und wann genau haben Covid-Patienten die dt. ITS überlastet?
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1246685/umfrage/auslastung-von-intensivbetten-in-deutschland/

  18. 98.

    Neuköllns Amtsarzt, aber will Tests weiterhin auch gebührenfrei anbieten. Behörden sollten nicht gängeln, findet er.

    Die Gebühren sollen bei 20 bis 30 Euro liegen. Eine vierköpfige Familie wird demnach pro Test 80 bis 120 Euro zahlen müssen. Wer kann diese Summe mehrmals pro Woche aufbringen?

  19. 97.

    Wirklich? 2G ist schwer nutzlos wegen nachlassendem Immunschutz nach ein paar Monaten. Und siehe Münster und Hamburg, wieviel es wert ist. Alles falsche Sicherheit, die da von "oben" vermittelt wird.

    Da zahle ich lieber für ein paar Tests im Jahr und mache mit dem eingesparten Geld 2022 einen schönen Urlaub in einem Land, welches einzig sinnhaft einen PCR Test für die Einreise verlangt. Denn mit 2G werden Kino, Restaurant und sonstige Aktivitäten sicherlich nicht günstiger. Geimpfte und Genesene werden die Verluste durch den Wegfall der Getesteten "durch die Hintertür" ausgleichen.

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