GEW-Aufforderung - Berliner Lehrer am 5. Dezember zu Warnstreik aufgerufen

Di 26.11.24 | 16:03 Uhr
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Warnstreikder Lehrkräfte vor Rotem Rathaus. (Quelle: dpa/Caro/Trappe)
Bild: dpa/Caro/Trappe

Lehrkräfte und andere Beschäftigte an Berliner Schulen sind für kommende Woche Donnerstag (5. Dezember) zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) will damit die Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen untermauern, wie sie am Dienstag mitteilte.

Ein neuer Streik sei notwendig, weil der Finanzsenator mit Verweis auf seinen Arbeitgeberverband noch immer keine Verhandlungen aufnehme, hieß es in dem Streikaufruf. Wer eine Hauptstadtzulage regeln könne, könne auch die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte regeln, so die GEW. Der Senat hingegen verweist auf die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL). Berlin könne ohne deren Zustimmung keine Tarifverhandlungen aufnehmen.

"Berliner Lehrkräfte sind hohen körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt", sagte GEW-Verhandlungsführerin Anne Albers. Das habe die Arbeitsbelastungsstudie der Universität Göttingen "in aller Drastik belegt". Der Studie zufolge sind Lehrkräfte in Berlin einem erhöhten Gesundheitsrisiko ausgesetzt. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) habe mit Kürzungen im Bildungsbereich weitere Verschlechterungen angekündigt, kritisiert die GEW.

Die Gewerkschaft fordert unter anderem kleinere Klassen und besseren Gesundheitsschutz für tarifbeschäftigte Berliner Lehrkräfte. Zum ersten Mal rufe die Gewerkschaft auch die Erzieherinnen und Erzieher zum Solidaritätsstreik auf, hieß es. Sie kämpft bereits seit 2021 für einen Tarifvertrag "Gesundheitsschutz", in dem Klassengrößen und weitere personelle Unterstützung geregelt werden.

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11 Kommentare

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  1. 10.

    Meine volle Solidarität mit den streikenden Lehrkräften. Es braucht unbedingt ein Umdenken in der Bildungspolitik und die bisherige Ignoranz der Verantwortlichen wird langfristig zu viel mehr Ausfall und deutlich schlechterer Bildubg führen als es jetzt durch die Streiks geschieht.
    Ich würde es sehr begrüßen, wenn auch Eltern wie @2 sich solidarisch zeigen und dem Streik anschließen würden, denn die Untätigkeit des Senats geht auf Kosten unserer Zukunft und der Zukunft unserer Kinder.

  2. 9.

    1 Tag kein Unterricht. Das ist ein schwerer Schlag für das künftige Bildungsniveau der Beschulten.

  3. 8.

    Die Forderungen nach kleineren Klassen sind eben nicht unrealistisch. Es geht bei der Forderung ja nicht darum, dass diese nächste Woche umgesetzt sein muss. Vielmehr braucht es einen Plan, wie man die kurz vor der Rente stehenden Lehrer*innen und Erzieher*innen adäquat ersetzt. Man wundert seit 25 Jahren herum, warum wir in internationalen Vergleichen so beschissen abschneiden, dabei könnten wir uns bei so vielen anderen Ländern und deren Bildungssystemen etwas abgucken. Nur, es kostet eben Geld, was man lieber in die Bundeswehr steckt oder eben an Steuern erst gar nicht kassiert, wie bei google, amazon usw. Unsere Antwort auf den Pädagog*innen-Mangel ist lediglich die Senkung der Zugangsvoraussetzungen. Erzieher*innen sollen von Ungelernten unterstützt werden und mehr als jede 2. neue Lehrkraft hat keinerlei pädagogische und/oder didaktische Ausbildung. Daran muss sich langfristig etwas ändern und dafür wird nächste Woche mal wieder, leider nur einen Tag lang, gestreikt.

  4. 7.

    „Ständig Zeitdruck, zu große Klassen, digitaler Stress: Die Arbeit in unseren Schulen geht für Lehrkräfte auf Kosten der Gesundheit. Dem Land werden sehr viele weitere Lehrkräfte verloren gehen, wenn sich an diesen gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen nicht schnell etwas ändert. Der Berliner Senat ist als Arbeitgeber in der Verantwortung, zu handeln“.
    „Der nie endende Stress, die fehlende Unterstützung, das ständige Gefühl, den Anforderungen nicht gerecht werden zu können – das alles macht viele von uns so müde. Dabei mögen die allermeisten von uns ihren Beruf eigentlich sehr gerne. Dass sich diese Situation auch negativ auf die Bildung der Kinder- und Jugendlichen auswirkt, müsste den Verantwortlichen bewusst sein“. GEW

  5. 6.

    Bildung ist eben wichtig, erkennt man doch auch an vielen Kommentaren, wo es hapert.

  6. 5.

    Wie ich diese Komnentare schon wieder liebe "Dadurch fällt Unterricht aus". Wenn sich die Arbeitsbedingungen an den Schulen nicht bessern, wird diesen Job einfach keiner mehr machen wollen. DANN fällt so richtig Unterricht aus. Dann könnt ihr eurer Kinder/Enkel usw. ja gerne selber betreuen und unterrichten... Ich wünschte diese Kommentierer*innen müssten selbst mal ein paar Tage an Berliner Schulen unterrichten....

  7. 4.

    Da könnte Berlin noch so viel Geld aufwenden. Die Forderung nach kleineren Schulklassen, wird sich nicht erfüllen lassen, Schon mal aufgrund fehlender Lehrkräfte. Mein Tipp: Wer körperliche und psychische Belastungen reduzieren will und damit seine Gesundheit erhalten möchte, sollte das Bundesland wechseln. Meiner Meinung nach wird es hier in Berlin noch chaotischer werden und die jungen Lehrkräfte werden sich nach dieser Zeit zurücksehnen.

  8. 3.

    " Lehrkräfte in Berlin einem erhöhten Gesundheitsrisiko ausgesetzt "

    was worin besteht ? und nicht nur in Berlin

  9. 2.

    Liebe Eltern, lasst uns auch mal generalstreiken. Ich habe das Gefühl, wir sind die Einzigen, die es nicht tun. Zur GEW werde ich mich nicht weiter äußern, wäre verschwendet.

  10. 1.

    Wo nehmen wir denn zusätzliche Lehrkräfte her, um Entlastung zu schaffen. Selbst wenn die Finanzierung gesichert ist, die Lehrer müssen ja auch noch zu den Fächern passen. Asylbewerber kommen auch nicht in Frage, da man bei der Anerkennung bummelt oder die Hürden zu hoch ansetzt.
    Fa sind die Forderungen der Gewerkschaften zwar verständlich aber vom Grundsatz her auch lächerlich. Durch die Streiks fällt weiterer Unterricht aus