Vor 20 Jahren verschwunden - Polizei sucht vergeblich in Berlin-Wannsee nach lange Vermisstem

Vor 20 Jahren verschwindet der Berliner Reporter Alexander Luchterhandt spurlos, der Fall ist seitdem ungelöst. Nun gab es einen neuen Tipp und die Polizei suchte in Wannsee nach einer Leiche. Allerdings ohne Erfolg.
- Alexander Luchterhandt verschwindet im Mai 2005 spurlos
- hörte Polizeifunk ab und gab Informationen an verschiedene Stellen weiter
- Polizei geht von Tötungsdelikt aus
- 2008 wurde Verfahren gegen fünf Männer geführt
- keine Verurteilung aus Mangel an Beweisen und Leiche
Ein Polizeieinsatz in einem fast 20 Jahre lang ungelösten Vermisstenfall auf einem Grundstück in Berlin-Wannsee ist ohne Ergebnis beendet worden. Das teilte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Sebastian Büchner, am Dienstag mit. Es sei dort zunächst auch keine weitere Suche geplant.
Zuvor bestätigte die Staatsanwaltschaft dem rbb, dass Beamte der Mordkommission unter anderem mit Spürhunden ein Grundstück an der Ecke Alsenstraße Charlottenstraße untersuchen.
Neue Spur in "Cold Case" Alexander Luchterhandt
Nach rbb-Informationen soll es neue Hinweise zum Fall des vor fast 20 Jahren verschwundenen Journalisten und Informanten Alexander Luchterhandt gegeben haben. Dieser war im Mai 2005 verschwunden, der Fall ist seitdem ungelöst - ein sogenannter "Cold Case".
Ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft sagte dem rbb, es habe Anfang Dezember einen Hinweis eines alten Bekannten des Vermissten gegeben, dass die Leiche auf dem Grundstück oder im Haus abgelegt worden sein soll. Seit dem frühen Morgen durchsuchte die Polizei dann das Gelände. Auch ein Team des Bundeskriminalamts (BKA) war in die Suche involviert.
Zwei Tatverdächtige zeitweise in Untersuchungshaft
Die Strafverfolgungsbehörden gehen in dem Fall von Luchterhandt von einem Tötungsdelikt aus. In einem Verfahren im Jahr 2008 wurden insgesamt fünf Männer als Beschuldigte geführt, zwei von ihnen befanden sich wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes auch zwischenzeitlich in Untersuchungshaft.
Zu einer Verurteilung kam es aus Mangel an Beweisen nicht, vor allem auch weil keine Leiche gefunden wurde. Das Ermittlungsverfahren gegen die Beschuldigten wurde im Oktober 2008 eingestellt. Einer der ehemals Beschuldigten sei inzwischen bereits verstorben, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft mit.
Da bei der Suche am Dienstag weder etwaige Beweise noch eine Leiche gefunden wurden, sei die Beweislage unverändert, teilten die Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft mit, sodass das Verfahren eingestellt bleibe und nicht wieder neu aufgenommen werde.
Polizeifunk illegal abgehört, Infos verkauft
So viel ist bekannt: Alexander Luchterhand arbeitete für mehrere Berliner Medien, auch für den rbb. Er hörte in seiner Wohnung im 23. Stock eines Hochhauses am Anton-Saefkow-Platz in Berlin-Lichtenberg den Polizeifunk ab - was heute technisch kaum mehr möglich ist. Auf diese Weise war er früh am Tatort und versorgte so die Journalisten in den Redaktionen mit Informationen.
Außerdem verkaufte er die Informationen, die er illegal durch das Abhören erhielt, teuer an Interessenten, mutmaßlich auch an Kriminelle. Pro Jahr soll er Polizeiquellen zufolge eine Viertelmillion Euro verdient haben.

Seit dem 8. Mai 2005 fehlt jede Spur
Sein letzter Tipp ging am 8. Mai 2005 bei einer Berliner Zeitung ein. Er war am Abend in seinem Lieblingsimbiss in Neukölln verabredet, kam dort aber nie an - er sagte die Verabredung auch nicht ab, was für ihn untypisch war, weil er damaligen Ermittlern zufolge als zuverlässig galt. Anschließend verlor sich seine Spur. Aus seiner Wohnung verschwand mutmaßlich eine große Menge Bargeld, die Luchterhandt dort aufbewahrt haben soll.
Theorien zu Alexander Luchterhandts Verschwinden gab es einige: Er könnte Opfer eines Raubmordes geworden sein, möglicherweise in illegale Geschäfte verwickelt und von dubiosen Geschäftspartnern ermordet oder sich sogar abgesetzt haben. Alles bislang nicht erhärtet oder gar bewiesen.
Schon 2010, als der rbb in der Sendung "Täter, Opfer, Polizei" über den Fall berichtete, hieß es: Die bisherigen Spuren hätten nichts Konkretes ergeben. Zum damaligen Zeitpunkt gab es keine aktuellen Hinweise, die eine Wiederaufnahme des Verfahrens erfordert hätten. Ob Luchterhandt tot oder nur verschwunden ist, ist bis heute nicht bekannt. Bei einem Leichenfund 2014 in Jungfernheide stand kurzzeitig der Verdacht im Raum, es könne sich um Luchterhandt handeln. Das stellte sich aber als falsch heraus.

Sendung: rbb24 Abendschau, 07.01.2025, 19:45 Uhr
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