Ein Mitglied der Bundeswehr telefoniert vor dem Gesundheitsamt (Quelle: dpa/Marijan Murat)
Video: Abendschau | 27.11.2020 | 19:30 Uhr | Bild: dpa/Marijan Murat

Ärzte und Pandemie-Team in Quarantäne - Corona-Ausbruch im Gesundheitsamt Mitte

Zwei Bundeswehrsoldaten, die das Gesundheitsamt Mitte unterstützen, sind positiv getestet worden. Drei Ärzte sowie zehn Mitglieder des Pandemie-Teams sind nun in Quarantäne. Ein schlechter Zeitpunkt, denn in Wedding gibt es auch einen Ausbruch in einem Pflegeheim.

Im Gesundheitsamt Mitte gibt es mindestens zwei Corona-Infektionen. Das bestätigte der Bezirk am Freitag der rbb Abendschau. Zwei Bundeswehrsoldaten, die das Testteam sowie die Corona-Hotline unterstützen, sollen positiv getestet worden sein. Deshalb sind nach Abendschau-Informationen drei von vier Ärzten sowie etwa zehn weitere Angehörige des Pandemie-Teams in häuslicher Quarantäne.

Mittes Gesundheitsstadtrat Ephraim Gothe (SPD) bestätigte, dass die Kontaktverfolgung noch nicht abgeschlossen sei. "Das Ausmaß der Einschränkungen ist noch nicht abschließend zu beschreiben", sagte Gothe dem rbb am Freitag.

Ausbruch auch in Pflegeheim in Wedding

Wie die Abendschau berichtet, sind die Kontaktverfolgung, die Corona-Hotline und das Krisenmangement für Pflegeheime in Mitte stark beeinträchtigt. Weiterhin seien keine organisatorischen Vorkehrungen für die Fortsetzung der Arbeit von Zuhause getroffen worden. Es fehlten Online-Zugänge zur Behörde, so dass die Arbeit im Homeoffice für medizinische Fachangestellte gar nicht möglich sei.

Währenddessen wird in einem Pflegeheim in Wedding ein weiterer Corona-Ausbruch befürchtet. Ein Notarzt hatte Alarm geschlagen. Die Feuerwehr alarmierte daraufhin den Corona-Krisenstab. "Aufgrund der örtlichen Situation hat unser Rettungswagen den Oberarzt vom Dienst zu dieser Einsatzstelle angefordert", sagte Thomas Kirstein, Sprecher der Berliner Feuerwehr, dem rbb.

"Unser Oberarzt vor Ort hat die Situation so bewertet, dass dort auch Abstände teilweise nicht eingehalten wurden", so Feuerwehr-Sprecher Kirstein, "und dass es sehr viele Patienten gab, die positiv getestet wurden." Rund 200 teils demente Bewohner wurden am Donnerstag auf Corona getestet. Die Ergebnisse stehen noch aus.

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29 Kommentare

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  1. 29.

    Is' 'ne Erbkrankheit - sie müssten mal meine alte Dame mit zarten 86 erleben :-D.
    Sonst - ja- Touché.

  2. 27.

    Das ist keine PR für die Bundeswehr, sondern ein Einsatz des medizinischen Personals (Kommando innerhalb der BW) und wenn Sie jemals gedient hätten, wüssten Sie dass das medizinisches Personal in Kasernen als auch extern nicht ständig an der Waffe präsent ist.
    Ihre destruktiven Thesen tun hier nichts zur Sache. Die Bundeswehr untersteht der Regierung, und wenn die Regierung es als wichtig und notwendig erachtet, und nicht das THW oder den Katastrophenschutz bemüht, ist das so.
    Und Ihre energische politische Auffassung ist hier nicht relevant.

  3. 26.

    Kürzungen beim THW etc. pp. haben ja dazu geführt, daß es nun zu einer Situation gekommen ist, in der die BW im Inneren helfen muß - und kann!! Nicht zu hart mit den Jungs: die müssen Gewehre teilen und Hubschrauber anschieben!

  4. 25.

    Es bleibt trotzdem PR für die Bundeswehr (und Einfallstor für weitere BW-Einsätze im Inneren). In früheren Zeiten hätte man für solche Fälle ziviles medizinisches Personal (das gab es mal in ausreichender Zahl), das Technische Hilfswerk und Mitarbeiter aus dem Katastrophenschutz als Unterstützung gehabt. Aber in diesem Bereich ist ja in den letzten Jahrzehnten immer nur gekürzt worden, während die Ausgaben für die Bundeswehr (die laut Grundgesetz außerhalb des BRD-Territoriums übrigens nichts verloren hat, aber immer her mit dem kostspieligen Kriegspielen in aller Welt) steigen und steigen. Priorität 1: Mitmischen in Kriegen und Konflikten weltweit. Priorität 287: Bevölkerung im Katastrophenfall schützen. Und falls jetzt jemand schreit: Aber die anderen! Und die sind böse! Und wir müssen doch draufhauen können! - Nein, müssen wir nicht. Diplomatie, ziviler Friedensdienste, soziale Verteidigung. Schwerter zu Pflugscharen.

  5. 24.

    Jo wahrscheinlich illegale Partys gefeiert.
    Ich glaube es zwar nicht,aber wenn man Politiker oder Kommentarschreiber hört-gehts wohl nicht anders mit den Ansteckungen.

  6. 22.

    Das bezog sich auf .... homeoffice geht nicht.....
    Mit der Software wäre es kein Problem.

  7. 21.

    "Der absolute Lacher ist aber ... die Software Sormas wird sehr erfolgreich in Afrika eingesetzt ... ist eine deutsche Software. "
    Aha und die berichtet dann in Afrika darüber, dass sich in Berlin-Mitte zwei Bundeswehrhelfer angesteckt haben.

    naja, kann nachts um halb zwölf schon mal passieren - don't drink and write

  8. 20.

    "Alles nur PR für die Bundeswehr" sehen Sie dort irgendwelche Kampfpiloten, Gebirgsjäger oder U-Boot Kommandeure sitzen? Nein sehen Sie nicht.
    Bundeswehrpersonal vom zentralen Sanitätsdienst ist dort im Einsatz. Haben Sie davon schon mal etwas gehört?

  9. 19.

    "...Darf man mal fragen, was die Ämter den Sommer über eigentlich getan haben? We hat dort für dieses Disaster die Verantwortung?..."

    Es gab gar keine Notwendigkeit, irgend etwas vorzubereiten (in allen Bereichen!). schließlich war in den Augen der Politik die Aktion "Maske auf" völlig ausreichend.

  10. 18.

    Das Helfer selber Hilfe brauchen passiert. jeder kennt Beispiele dafür. Der Klassiker ist das verunfallte Fahrzeug, dass mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs war um anderen Menschen zu helfen. Das passiert und es ist tragisch, auch für diese beiden Bundeswehrkameraden. Ich wünsche den Beiden, dass sie alles so schnell wie möglich und ohne Komplikationen überstehen und hoffe, dass sie dann trotzdem wieder "einsteigen".

  11. 17.

    DIe Expertise und den professionellen Umgang der dort Arbeitenden wird wohl niemand in Frage stellen wollen - und trotzdem kam zu dem "Ausbruch: 2 positive Getestete". Mein Mitgefühl und Dank an all die, die sich im Angesicht dieser Gefahr "Trotz dem" tagtäglich diesem "Fronteinsatz" stellen.

    "Homeoffice für medizinische Fachangestellte"... ohne Frage sinnvoll - zumind. für die, die nicht "an der Front" eingesetzt sind. Ein "Notarzt im Homeoffice" benötigt wohl doch noch einige Jahre Roboterentwicklung, im Einsatz heutzutage jedoch eben auch mal "ein paar Leute, die von der Arbeit etwas verstehen".

    Wer diese Menschen unterstützen will, beschränkt sich in diesen Zeiten auf das Nötigste (sic!) und unterläßt zeitraubende, weil längst beantwortete Fragen:
    "Darf ich meine Omi aus Brandenburg einladen?" - "Nein, darfst Du nicht!"

  12. 16.

    Was ist das für ein Blödsinn den Sie hier schreiben. Diese Bundeswehrmitarbeiter sind aus dem Gesundheitswesen zur Unterstützung dort und die Kleidung die sie tragen nennt sich Dienstkleidung. Volle Kampfmontur sieht anders aus.
    Aber Sie scheinen an sich ein Problem mit der Bundeswehr zu haben, ansonsten würden Sie sich nicht so aufregen.

  13. 15.

    Vielleicht tragen die ja auch ihren "Arbeitsanzug" mit Stolz. Warum auch nicht.
    Käme wohl auch keiner auf die Idee, das sich ein Maurer in einen Anzug wirft, wenn er bei Beamten was ausbessert.

  14. 14.

    Da kann man ja nur hoffen das die Älteren nicht wieder in andere Pflegeheime verteilt werden.
    Ist das jemand aus Lichtenberg?

    Vielleicht sind ja die Verteiler diesmal schlauer.

  15. 13.

    Die haben so viel Zeit verbraucht Faxe abzutippen, da blieb einfach keine Arbeitskraft übrig. #neuland und so.

  16. 12.

    OMG! Unser Betrieb hat dann auch einen Ausbruch! 2 Infizierte! Und im Frühjahr waren es sogar noch mehr. Kleiner Tip, der das Infizieren erleichtert: Bildet wegen schlechter Öffis Fahrgemeinschaften! Da holt man es sich noch schneller weg als im BVG-Bus ;-) und dann fehlt gleich nen ganzes Büro oder Abteilung...

  17. 11.

    Hm glaube es war Panorama wo darüber berichtet wurde. Allein in Bayern sind 15 verschiedene Software im Einsatz.
    Der absolute Lacher ist aber ... die Software Sormas wird sehr erfolgreich in Afrika eingesetzt ... ist eine deutsche Software.
    https://www.rundblick-niedersachsen.de/neue-corona-software/
    https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/digitalisierung-corona-103.html
    Die Software gibt es bereits seit 2014.

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