20. Juni - GEW ruft zu erneutem Warnstreik an Berliner Schulen auf

Mi 05.06.24 | 11:43 Uhr
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Symbolbild: Schüler einer Grundschule arbeiten in einem Klassenzimmer an Mathematikaufgaben. (Quelle: dpa/Weißbrod)
Bild: dpa/Weißbrod

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) lässt bei ihrer Forderung nach kleineren Klassen an den Berliner Schulen nicht locker. Am Mittwoch rief sie Lehrkräfte, Sozialpädagogen und Schulpsychologen für den 20. Juni zu einem erneuten Warnstreik auf.

"Wir kündigen diesen Streiktag langfristig an, um dem Berliner Finanzsenator Zeit zu geben, sich endlich zu Verhandlungen durchzuringen", sagte die Leiterin des Vorstandsbereichs Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik der GEW Berlin, Anne Albers. Der 20. Juni als Streiktag sei nicht zufällig gewählt, denn an diesem Tag debattiere voraussichtlich das Berliner Abgeordnetenhaus über das Thema.

Berliner Senat lehnt Gespräche ab

Seit 2021 verlangt die GEW einen Tarifvertrag Gesundheitsschutz, in dem Klassengrößen und weitere personelle Unterstützung geregelt werden. Auf diese Weise könnten gesündere Arbeitsbedingungen für die mehr als 34.000 Lehrkräfte und andere Schulbeschäftigte und gleichzeitig eine höhere Unterrichtsqualität erreicht werden, argumentiert die GEW.

Der Berliner Senat lehnt solche Gespräche ab und verweist auf die Tarifgemeinschaft der Länder (TDL). Ohne deren Zustimmung könne Berlin keine Tarifverhandlungen über Klassengrößen aufnehmen.

Die GEW lässt dieses Argument nicht gelten und organisierte seit 2021 immer wieder Warnstreiks, um ihr Ziel zu erreichen. Am letzten Ausstand am 22. Mai beteiligten sich laut Gewerkschaft etwa 2.500 Beschäftigte, an manchen Schulen fiel in der Folge Unterricht aus.

Sendung: rbb|24 Inforadio, 05.06.2024, 12:05 Uhr

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8 Kommentare

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  1. 8.

    Leider ist der Beitrag nicht gut recherchiert, in der E-Mail zum Streikaufruf steht folgendes: "Liebe Kolleg*innen, wie ihr wisst bereiten wir uns mit der Tarifkommission für den Sozial- und Erziehungsdienst seit Herbst 2023 darauf vor, mit den Beschäftigten um SuE-Bereich ebenfalls Forderungen für Gesundheitsschutz und Entlastung zu erheben. Die Vorbereitungen sind nahezu abgeschlossen. Falls der Finanzsenator auch hierzu nicht verhandeln will, könnte es sein, dass wir am 20.6. bereits alle gemeinsam [soll heißen GEW-Lehrkräfte + verdi-Erzieher*innen] auf der Straße stehen werden! Für den 6.6. rufen wir die Beschäftigten in den KiTa-Eigenbetrieben bereits zu einem Solidaritätsstreik zu einer ähnlichen Auseinandersetzung der ver.di auf."
    Würde sich für den rbb vllt mal lohnen, sich diese E-Mails zukommen zu lassen.

  2. 7.

    Die GEW vertritt wie immer fast ausschließlich nur die Interessen der Lehrkräfte. Das Erzieher *innen mit genau den gleichen Bedingungen an den Schulen kämpfen müssen, dabei in der EFöB (Ergänzende Förderung und Betreuung- früher Hortzeit)aber ohne zusätzliche Unterstützung von z.B. Schulhelfern eine ganze Klasse bzw. mehrere Klassen betreuen. Auch bekommen Erzieher *innen keinen " Altersbonus". Wir müssen bis zur Rente Vollzeit arbeiten, wenn wir uns Teilzeit nicht leisten können.

  3. 6.

    Diese Aussage ist schlichtweg falsch! Schon am Montag wurde kommuniziert, dass die GEW den Streik unterstützt. Wer über Begebenheiten unsicher ist muss sich informieren. Gewerkschaftliche Grüße

  4. 5.

    Die GEW hat sich mit ach und Krach dazu durchgerungen den morgigen Warnstreik der Erzieher*innen zu Unterstützen den Verdi ausgerufen hat. Für die Lehrkräfte erscheint die GEW engagierter.

  5. 4.

    @Frank:

    Ja und damit ist es noch unattraktiver, in Berlin angestellte Lehrkraft zu sein. Wenn man nämlich zu alt ist, um noch verbeamtet zu werden, dann ist es dem Senat auch egal, ob man Jahrzehnte den Betrieb dort mitgetragen hat.
    Mein neuer Arbeitsplatz ist in Brandenburg, da spare ich mir wenigstens die Schlaglochpisten in Berlin und habe ein gut ausgestattetes Arbeitsumfeld.

  6. 3.

    Ja, Berlin hat sich mal gegen die TDL gestellt. Doch da ja auch seit Anfang 2023 wieder verbeamtet wird ist diese Opposition zur TDL recht sicher Geschichte. Immerhin gibt es wohl auch keine Berlinzulagen für angestellte Lehrer ohne Verbeamtung mehr, die ja dazu diente, den wirthschaftlichen Nachteil ggü. einer Verbeamtung auszugleichen und an der sich die TDL so störte.

  7. 2.

    Gut, dass die GEW hier so am Ball bleibt. Ich habe sehr viele Lehrkräfte um mich und es hören immer mehr auf. Eine Freundin meinte die Tage, dass ihre neue erste Klasse ab dem kommenden Schuljahr die größte ist, die sie jemals hatte. Und sie arbeitet in dem Job seit 12 Jahren. Der Organisationsaufwand pro Kind hat sich auch massiv verändert. Die umfangreichen Gespräche mit Therapeutinnen, dem Jugendamt, außerschulischen Trägern, dazu auch keinerlei Unterstützung bei sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten. Es ist mittlerweile normal, dass bei Elterngesprächen Handys auf dem Tisch liegen und irgendwelche Bekannten live am Telefon das Elterngespräch dolmetschen. Wichtige sonderpädagogische Stunden fallen aufgrund von Personalmangel überall als erstes aus. Es braucht eine Bildungswende, mit kleineren Klassen und viel mehr Ressourcen - stattdessen lese ich heute, dass der Senat nocht mehr bei der Bildung sparen will. In ein paar Jahren wird niemand mehr diesen Job machen wollen.

  8. 1.

    Ist Berlin nicht mal aus der Ländertarifgemeinschaft ausgetreten um die Bedingungen für die Lehrer zu verschlechtern? Wenn man austritt, dann kann die Gegenseite ja wohl für einen Tarifvertrag streiten? Was mich wundert? Das die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Schlüssel für die Lehrervollzeit sind, einschließlich (verdienter) Privilegien für Seniorlehrer. Es muss ja nicht der Wallboxparkplatz sein... Obwohl?