Brauhaus Neulich in Neukölln (Quelle: rbb|24)
Bild: rbb|24/Mitya

Corona-Ausbruch - Kneipenbesucher melden sich beim Bezirk Neukölln

Nach dem Bekanntwerden von Corona-Infektionen in einer Kneipe in Berlin-Neukölln haben sich bereits einige Besucher gemeldet. Darunter sind auch Gäste aus anderen Bezirken. Derweil haben die Betreiber in einer Mitteilung selbstkritisch Stellung genommen.

Trotz falsch oder unvollständig hinterlegter Kontaktdaten haben sich nach dem Bekanntwerden von Corona-Infektionen in einer Neuköllner Kneipe weitere Besucher bei Behörden gemeldet. Es hätten einige Menschen, auch aus anderen Bezirken, angerufen, sagte ein Mitarbeiter des Bezirksamts Neukölln am Mittwoch auf Anfrage. Die Zahl der positiv getesteten Menschen habe sich bisher nicht weiter erhöht, es dauere bis zum Vorliegen der Ergebnisse.

Das Gesundheitsamt hatte am Dienstag erklärt, 18 Fälle stünden mit dem Brauhaus Neulich im Schillerkiez in Zusammenhang. Menschen, die zwischen dem 16. und 18. Juli dort waren, wurden um Kontaktaufnahme zum Gesundheitsamt gebeten. In dem Fall ist nach Bezirksangaben unklar, wer wen angesteckt hat: Aufgefallen sei die Häufung, weil ein Gast aus Friedrichshain-Kreuzberg Symptome entwickelt hatte. Auch ein Mitarbeiter der Kneipe wurde nach Bezirksangaben positiv getestet.

"Auf Eigenverantwortung der Gäste gesetzt"

Das Brauhaus erklärte in einer Stellungnahme im Internet, Gäste auf die Registrierung per QR-Code oder Link hingewiesen zu haben. "Dabei haben wir sehr stark auf die Eigenverantwortung der Gäste gesetzt - was sich im Nachhinein nun leider als Fehler erwiesen hat", hieß es. "Durch die vielen Lockerungen der letzten Zeit und die allgemeine Stimmung in Berlin ist wohl auch in unserer Location sehr schnell ein falsches Bild entstanden", das den Ernst der Lage untergraben habe. "Wir möchten uns deshalb auch noch mal aus tiefstem Herzen bei allen entschuldigen, die dadurch gefährdet worden sind!" Nach freiwilliger Schließung wolle man mit einem strengeren Konzept weitermachen.

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9 Kommentare

  1. 9.

    Das Brauhaus Neulich ist leider negativ bekannt in der Nachbarschaft. Mit Corona alles noch schlimmer, nur ohne Hygienekonzept. Aber egal: Die Tische vorm Brauhaus sind seit gestern schon wieder belegt vom Imbiss Han West nebenan. Gleiche Gäste, keine Information zu den Corona-Fällen. Und das Neulich freut sich auch schon, dass es bald wieder aufmachen kann, heißt es online. Na dann. Alles wie gehabt.

  2. 8.

    Und welches Klientel geht ins "Mio" am Fernsehturm? Da war ja auch ein Infektionsherd...Mann oh Mann, die die teils rücksichtslose Feierlaune geht durch alle Schichten. Und, ein "wirklich großer Biergarten" bietet nun auch mal mehr die Möglichkeit Abstand zu halten. Schon schräg Ihr Vergleich und Ihre politische Haltung zu einem Thema einzubringen. Genau diese User forderten dieser Tag noch das Ende der Maskenpflicht, alle dürfen feiern usw, in Zusammenhang mit den illegalen Partys in den Parks, die übrigens auch in den Sommern vor Corona illegal waren.

  3. 7.

    Leider kein Einzelfall und nicht nur in Berlin.
    Habe ich leider auch schon erlebt. Solche Läden müssen sofort geschlossen werden, denn sie gefährden nicht nur die Gesundheit anderer Menschen sonder schaden auch den Einrichtungen, die sich an die Regeln halten.
    Die Gier nach Umsatz ist eben stärker als der gesunde Menschenverstand. Sich auf die Vernunft der Gäste zu verlassen ist auch naiv. Es gibt leider immer mehr Ignoranten, die meinen, dass es sich bei Corona um einen Schnupfen handelt.

  4. 6.

    Da sich in Berlin gerade jüngere Menschen weder um Mundschutz noch an Abstandsregeln halten und auch Inhaber von Gastrobetrieben selbst die einfachsten Hygieneregeln nicht befolgen, sollte man die Lokale schließen. Im Winter wird es in dieser Branche eine Pleitewelle geben. Das schönste Essen und Bier kann eine mögliche Übertragung einer so schweren Erkrankung wohl kaum gerecht werden! Auch volle Schulen und Fußballstadien sind unverantwortlich!

  5. 5.

    Ich komme gerade aus einem Biergarten in Zehlendorf. Alle Gäste in dem wirklich großen Garten haben sich an die Regeln gehalten. Was will ich sagen: Sieh nach welches Klientel sich dort bewegt.

  6. 4.

    Na ist doch ok, immerhin haben sich die Personen nun gemeldet. Am Airport klappt ja auch nicht Alles, wie geplant.... Seltsam Berlin bekommts irgendwie nicht hinich wundere mich über so einige Dinge, aber auch die Zeit geht vorüber.

  7. 3.

    "Durch die vielen Lockerungen der letzten Zeit und die allgemeine Stimmung in Berlin ist wohl auch in unserer Location sehr schnell ein falsches Bild entstanden", das den Ernst der Lage untergraben habe. "
    Das ist nicht zu entschuldigen,wenn man als Betreiber die Verantwortung für die Sicherheit in Pandemiezeiten in seiner Location hat und auch nur dann öffnen und Geld verdienen darf. Hört sich für mich an wie: " Ach,leider erwischt worden,sonst hätten wir so weitergemacht. Die Stimmung ist ja so in Berlin".
    Damit schadet dieser Laden allen "Kollegen", die das ernster nehmen und umsetzen.

  8. 2.

    Solche Kneipen ziehen die gesamte Branche in Verruf, laut Augenzeugen wurde weder auf den Mindestabstand hingewiesen, noch wurde auf das Masketragen bei Gästen und Personal geachtet, bis zB Gäste ab Tisch sitzen. Andere Kneipen haben sich wochenlang den Kopf zerbrochen, wie sie ein gutes Hygienekonzept auch umsetzen können, aber hier scheint man nichts dergleichen gemacht zu haben.
    Wenn nun Kneipen wieder härter von Vorgaben/Einschränkungen getroffen werden, ist das die Schuld von diesen Menschen, die zwar vorher nicht nachdenken können, aber sich hinterher umso lauter entschuldigen.
    Zu dieser "Entschuldigung" bleibt zu sagen "Hätte hätte Fahrradkette".

  9. 1.

    "Dabei haben wir sehr stark auf die Eigenverantwortung der Gäste gesetzt"

    dass das nicht funktioniert, liegt an der Unvernunft der Menschen. Nicht aller- aber es reichen ja schon 10-20% Unvernünftige. Und dies sieht man immer wieder und überall. Egal ob in den Öffentlichen ohne Maske oder im Supermarkt, ebenfalls ohne oder mit falsch getragener Maske. Und in Kneipen wird eben erst gar nicht oder aber mit falscher Adresse unterschrieben. Und Abstand auch nur noch selten eingehalten.

    Alle, die hier meinen mit Appellen arbeiten zu können, sind naiv und scheuen meistens eher die Verantwortung, wirksame Maßnahmen durchzuführen. Und das zum Leidwesen der Vernünftigen.
    Aber da ist dieser Wirt hier nicht alleine- vorgemacht wird ihnen das ja von den Politikern.

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