Innensenator Geisel - Berliner Senat erarbeitet Lockerungsplan - und fasst Mitte Februar ins Auge

Klassenraum in Corona-Zeiten - Schülerin mit Mundschutz (Bild: imago images/Michael Weber)
Bild: imago images/Michael Weber

Bislang gilt der Lockdown in Berlin bis Mitte Februar, doch was kommt danach? Der Innensenator bestätigt inzwischen, dass Pläne für Lockerungen "in der Schublade" liegen. Demnach könnten zunächst Schulen an der Reihe sein.

Der Berliner Senat hat nach den Worten von Innensenator Andreas Geisel konkrete Pläne für den Ausstieg aus dem Corona-Lockdown. "Ja klar gibt es solche Pläne. Wir machen uns natürlich Gedanken darüber", sagte der SPD-Politiker am Donnerstag bei einer digitalen Diskussionsveranstaltung der Industrie- und Handelskammer (IHK).

"Genauso, wie wir uns über die Frage Lockdown Gedanken machen, was fahren wir in welcher Reihenfolge zurück, gibt es natürlich eine Reihe von Plänen, die wir schon in der Schublade haben, was fahren wir in welcher Reihenfolge wieder hoch."

Den Anfang sollen Schulen machen

Details zu einem möglichen Fahrplan nannte Geisel nicht, skizzierte aber ein grobes Szenario. "Der erste Schritt - 15. Februar ist das Datum, was wir im Moment ins Auge gefasst haben - ist, wieder Schule in Anfängen zu ermöglichen", sagte er. "Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie sind so die nächsten Schritte. Auch im Bereich des Sportes müssen wir einfach wieder Möglichkeiten geben, Stück für Stück wieder hochzufahren." Geisel machte deutlich, dass Öffnungsschritte von der Entwicklung des Infektionsgeschehens abhängig sind.

"Wir wollen keine gegenteiligen Signale herausgeben", sagte er. "Ein gegenteiliges Signal wäre ja, wenn ich jetzt einen Plan anhand von Inzidenzen und Daten präsentiere, und gleichzeitig die Situation nach wie vor so unsicher ist, dass wir sagen müssen, dass die schnellen Lockerungshoffnungen, die damit verbunden sind, nicht eintreten."

Entscheidungen über Lockerungen müssten "vertretbar" sein und dürften keine "Rückschläge" bei den Infektionszahlen zur Folge haben. "Und in dem Augenblick, in dem es verantwortbar ist, werden wir diese Entscheidungen auch treffen", so Geisel. "Vielleicht werden wir auch ein gewisses Risiko eingehen müssen. Weil absolute Sicherheit haben wir bei diesen Entscheidungen überhaupt nicht", fügte er hinzu. "Aber ich glaube schon, dass wir den Menschen nicht immer sagen können, dass die Situation in einem fort weiter so bleibt, wie sie ist."

Müller warnt vor zu schnellen Lockerungen

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte am Dienstag nach der Senatssitzung vor vorschnellen Lockerungsdiskussionen gewarnt. Angesichts der unkalkulierbaren Gefahr durch mutierte Coronaviren, die auch in Berlin schon zirkulieren, komme dies zu früh, so Müller: "Wir haben in Berlin eine 30er-Inzidenz beschlossen als Warnlinie. Und sind jetzt bei gut 80", sagte er am Dienstag. "Das heißt, ich kann im Moment noch nicht guten Gewissens von Öffnungsszenarien reden und von Lockerungen, weil wir noch einen Weg vor uns haben."

Klar sei aber grundsätzlich, dass zunächst Lockerungen in Schulen und Kitas vorgenommen werden müssten, sobald die Zeit dafür reif sei, so Müller weiter. Als nächstes seien dann Einzelhandel, Gastronomie und Hotellerie an der Reihe.

Niedersachsen legt Stufenplan vor

Zuletzt hatten mehrere Bundesländer, darunter Schleswig-Holstein, Fahrpläne für Lockerungen ins Gespräch gebracht. Am Dienstag hatte die niedersächsische Landesregierung einen Stufenplan vorgelegt. Er sieht sechs Stufen vor, in denen abhängig von der Inzidenzzahl festgelegt wird, ob die Corona-Beschränkungen gelockert oder weiter verschärft werden. Dem Plan zufolge könnten zum Beispiel Wechselunterricht an den Schulen und uneingeschränkte Trauerfeiern wieder stattfinden, wenn die 7-Tage-Inzidenz unter 100 sinke. Sinke der Wert unter 50, könnten Hotels und Gastronomie den Betrieb wieder aufnehmen, auch der Einzelhandel dürfte mit Hygienekonzepten öffnen, und an den Schulen könnte Präsenzunterricht stattfinden.

Bei einem Wert unter 25 dürften Theater und Kinos wieder öffnen, und 10 Personen aus zwei Haushalten könnten sich treffen. Sinke die Inzidenz unter zehn, wäre sogar eine Öffnung von Diskotheken mit Hygienekonzept denkbar, heißt es in dem niedersächsischen Modell.

Bislang ist der Lockdown mit vielen geschlossenen Geschäften und Schulen sowie Kitas im Notbetrieb bis zum 14. Februar terminiert. Am kommenden Mittwoch (10. Februar) wollen Bund und Länder beraten, wie es danach weitergehen soll.

Sendung: Inforadio, 04.02.2021, 12 Uhr

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58 Kommentare

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  1. 58.

    Und Sie scheinen nicht differenzieren zu können zwischen Infektionsgeschehen und Zustand des Gesundheitssystems. Wenn massenhaft Menschen krank werden durch das Virus, liegt das nicht am Gesundheitssystem. Wenn Menschen nicht adäquat behandelt werden können, dann schon.

  2. 57.

    "Der ständige Verweis auf mögliche Gefahren durch die existierenden Mutationen ist für mich kein Argument, um Kinder weiterhin in Isolation und Bildungsabstinenz zu verdammen. "

    "Bildungsabstinenz", köstlich! Als ob überhaupt keine Form von Unterricht stattfinden würde. Es liegt wohl eher an Bildungsunfähigkeit. Und Isolation kann abhärten und einen schon mal aufs weitere Leben vorbereiten. Denn Freunde hat man immer nur dann, wenn es einem gut geht und man Geld hat, sonst kennt einen keiner.

  3. 56.

    Wenn wir eine Generation von Bildungsverlierer*innen vermeiden wollen, dann muss der Präsenzunterricht schnell wieder ausgeweitet werden!

  4. 55.

    Auch wenn es viele nicht hören wollen: Sobald Kitas und Schulen wieder öffnen, werden die Zahlen erneut steigen und der ganze Mist geht von vorne los.

  5. 54.

    Yeah! Die Werte sinken! Schnell die Maßnahmen lockern damit wir in vier Wochen wieder auf dem Stand von Mitte Januar haben!
    *Ironiemodus-off*

  6. 53.

    "Sobald die Risikogruppe (alten-Pflegeheime, behinderte und Schwerkranke Menschen) geimpft ist, gibt keinerlei Grund mehr für irgendwelche Einschränkungen."

    Sie scheinen auch nicht auf dem neuesten Stand zu sein. Post oder Long Covid bei noch relativ jungen Menschen können zu einer ernsten Bedrohung für unsere Volkswirtschaft werden, eventuell sogar eine noch größere als die derzeitigen Maßnahmen. Einfach mal lesen:

    https://www.tagesschau.de/faktenfinder/covid-folgen-101.html

    https://www.n-tv.de/wissen/Long-Covid-wird-dramatisch-unterschaetzt-article22328147.html

  7. 52.

    Ich glaube es geht nicht darum was Sie da schreiben sondern schlicht um Existenzen der Gastronomie, Friseure, Sportstudio und letztlich um die Kinder. Sie machen es da zu einfach. Und wenn man nun immer auf Zahlen schaut oder was in Portugal ist, wird das nicht weil man das überhaupt nicht vergleichen kann schon vom Gesundheitswesen her. Was is Ihnen lieber, eine Wirtschaftskrise samt Jobverlust oder eine Zahl Null?. Wahrscheinlich beides bricht und deswegen verlange ich Augenmaß von den Politikern dazu war genug Zeit da .

  8. 51.

    Na ja, seien wir doch mal ehrlich: Das Volk der Dichter und Denker sind wir schon lange nicht mehr.

  9. 50.

    Ich halte das auch für viel zu verfrüht, wie viele der Kommentatoren hier. Was soll das? Das ist doch wieder nur eine Flucht vor dringenden Aufgaben. Warum erarbeitet man immer noch nicht an Konzepten für den Umgang mit benachteiligten Haushalten? Warum verschlampt man die Digitalisierung? Ich versteh es einfach nicht! Ich finde eine Verlängerung bis in den März, wenn es wieder wärmer wird, geboten! Wollen wir wieder, dass die Zahlen hochschießen?

  10. 49.

    Ach ist nur das verboten ?
    Na dann kann ich ja ins Kino, oder mich mit Freunden treffen oder oder oder.....
    Ironie off

  11. 48.

    Nein, alles falsch. Das soll lediglich heißen, dass zunächst mal die Türen der Schulen geöffnet werden, einfach um zu lüften und die Scharniere der Türen nicht einrosten zu lassen. Vielleicht geht eine Reinigungskraft auch mal mit dem Wischmopp durch die Flure und Klassenzimmer, die allerdings erst zwei Wochen später geöffnet werden. Unterricht findet in ihnen aber zunächst nicht statt.*




    ______
    *Ein gewisser Sarkasmus ist meinen Ausführungen womöglich immanent.

  12. 47.

    Was soll das denn, kann man nicht wenigstens warten, bis die Gefährdetsten und deren Behandelnde geimpft sind. Man fühlt sich echt verarscht.

  13. 46.

    Sie vergleichen Äpfel mit Birnen und lassen Sich wieder nur von den Bildern mit Krankenwagen die Schlange stehen beeinflussen. Sie wissen schon das Portugal schon immer ein schlechtes Gesundheitssystem hat inkl. viel zu weniger Intensivbetten für die Bevölkerung. Da muss nicht viel passieren und schon sind die Betten überfüllt. Also wenn dann bitte die Zahlen richtig vergleichen.

  14. 45.

    definieren Sie ein paar Wochen. Weihnachten hatte man uns auch versprochen. Mein Bruder als Beispiel ist Seit April 2020
    auf Kurzarbeit Null. Von den finanziellen Folgen mal abgesehen macht da der Körper inkl. Gehirn einfach nicht mehr mit. Auf gut Deutsch es macht einen verrückt. Und so geht es tausenden von Menschen. Also kommen Sie nicht mit dem Spruch nur noch ein paar Wochen durchhalten. Denken Sie das Leben besteht nur aus Saufen wenn Corona vorbei ist?

  15. 44.

    Erste Studien bei Kindern laufen.

    Vermutung: Teenager vielleicht noch in diesem Jahr möglich, bei Kleinsten dauert es Im schlechtesten Fall noch zwei Jahre

    https://www.rbb24.de/panorama/thema/podcast/impfen-gegen-corona/covid-19-impfen-reihenfolge-risiken-astrazeneca-kinder-fragen-antworten.html

  16. 43.

    Genau Uwe und du wirst unsere Wirtschaft dann mit einer riesen Summe vor dem Ruin retten!! Und den Kindern und Jugendlichen Nachhilfe Unterricht geben oder wie? Weil die Sprüche haltet die Läden usw noch geschlossen kann man nicht mehr hören mit ordentlichen und vorallen strengen Maßnahmen kann alles klappen die Gastronomie hat genug Geld dafür ausgegeben wie zB.Lüftungsanlagen usw.

  17. 42.

    Schauen wir nach Portugal, es sollte jedem Land eine Warnung sein!

  18. 41.

    @ Hellboy, schon mal auf die Anzahl der Intensivbetten in Portugal geschaut? Aber Hauptsache ein neues Land mit Schreckfunktion wird gefunden! Hätten die anteilig an die Bevölkerung genauso viele ITS-Betten wie in Deutschland, gäbe es dort keine Probleme.

  19. 40.

    @neri, besonders die Menschen mit Trisomie. Ich finde diese Risikogruppe wird vollkommen vergessen. Wenn diese Menschen alle durch sind, sinken die Zahlen der Toten immens... war nicht erst kürzlich hier zu lesen, dass mehr als 60% der Toten in Pflegeheimen lebt? Und das durchschnittliche Sterbealter von ca. 80 Jahren wurde auch nicht nach unten korrigiert.

  20. 39.

    Das Leben ist an sich lebensgefährlich und endet 100 %-ig tödlich. Dieser Gefahr sind wir alle jeden Tag ausgesetzt und sie kann nicht per App gesteuert werden. Ein wenig mehr Vertrauen in das Leben und weniger Gegrübel was alles passieren kann, würde vieles erleichtern.

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