Eine Bewohnerin des Altenheims geht mit seinem Rollator über einen Flur. (Quelle: dpa/Sven Hoppe)
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Video: Abendschau | 17.11.2020 | Anja Herr | Bild: dpa/Sven Hoppe

Hunderte Bewohner und Mitarbeiter infiziert - Über ein Drittel der Berliner Corona-Toten waren Bewohner von Pflegeheimen

In Berlin sind 132 Bewohner von Pflegeheimen, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten, gestorben. Das ist ein Drittel der gesamten registrierten Corona-Toten. Viele Opfer gab es in einem Lichtenberger Heim.

In Berlin sind bislang 132 Covid-19-infizierte Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen gestorben. Das teilte die Berliner Gesundheitsverwaltung dem rbb am Dienstag auf Anfrage mit.

Das sind gut ein Drittel der Berliner Corona-Toten insgesamt. Aktuell zählt Berlin 393 mit dem Coronavirus infizierte gestorbene Menschen

Allein am Dienstag wurden 22 Corona-Tote innerhalb von 24 Stunden gemeldet.

Von den insgesamt knapp 300 Pflegeheimen in Berlin hatten seit Ausbruch der Pandemie im Frühjahr knapp zwei Drittel bestätigte Corona-Fälle. Am Montag galten in Berlin 494 Bewohnerinnen und Bewohner dieser Heime und 272 Mitarbeitende aktuell positiv auf Corona getestet.

Mehr als 1.000 Bewohner positiv getestet

Berlin hat gut 31.000 Plätze in Pflegeheimen. 1.021 Bewohnerinnen und Bewohner dieser Heime haben sich in Berlin seit Ausbruch der Pandemie nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Von den Pflegekräften der Heime sind seit Beginn der Pandemie insgesamt 603 positiv auf Corona getestet worden.

Zuletzt war es in einem Pflegeheim in Lichtenberg zu einem massiven Corona-Ausbruch gekommen. Nach jüngsten Angaben vom Dienstag sind inzwischen 15 Bewohner gestorben. Zurzeit gibt es dort nach Behördenangaben 30 infizierte Bewohner in der Einrichtung sowie 17 infizierte Mitarbeiter in Quarantäne.

Anders sieht es in der ambulanten Pflege aus. Dort zählte die Senatsverwaltung bislang 19 Pflegebedürftige, die an oder mit Corona gestorben sind. Aktuell infiziert sind den Angaben zufolge 70 Menschen, die ambulant gepflegt werden, und 26 Pflegekräfte.

Sendung: Abendschau, 17.11.2020, 19:30 Uhr

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7 Kommentare

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  1. 7.

    Die Situation in Heimen ist meist völlig anders, als dargestellt. Bei uns verdient eine ungelernte Pflegekraft zwischen 1800 und 2100 Netto , examinierte Fachkraft um die 2500. Sicherlich mehr geht immer. Auch ist nicht das Problem, dass zu wenig Personal eingestellt wird, sondern es gibt keins. Weder ungelernt, noch gelernt. Heut zu Tage möchte keiner mehr in 3 Schichten arbeiten und schon garnicht am Wochenende. Hinzu kommt, das die Arbeit physisch und psychisch schwer ist. Jetzt noch 24 h mit MNS . Seit Corona hat sich die Situation weiter verschärft, wir sollen die Zutrittsregelung überwachen, Besucher einweisen, Hygienschutzmaßnahmen erhöhen und jeden der die Einrichtung betritt, arbeitet oder wohnt, - testen. Die Bewohner müssen zusätzlich mehr betreut werden. Wer bitte soll das alles machen, wir können das überhaupt nicht alles zusätzlich erbringen. Wenn dann noch ein Ausbruch kommt, ist alles zu spät. Wir stecken uns an, wer schützt uns eigentlich.

  2. 6.

    In der Krise offenbart sich das System - so auch im Alten- und Pflegebereich dieses Landes. Da bekommt Frau Kalayci ja nun mal was zu tun, nämlich das Wächteramt ihrer Behörde als Kontollinstanz endlich tiefgreifend wirksam werden zu lassen. Bis dahin sollte der Dame verboten werden, ihr Gesicht in eine Kamera zu halten.

  3. 5.

    Arbeitgeber zahlen zu geringe Löhne und dadurch Stellen nicht besetzen zu können. Zudem seien nötige Pflegestellen nicht geschaffen worden, was die vorhandenen Mitarbeiter belaste. Erst seien sie als Helden beklatscht worden, dann seien sie an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gestoßen. Hygienekonzepte, Besucherregeln, Corona-Schnelltest bedeuteten mehr Aufwand für die Pflegerinnen und Pfleger. Außerdem müssten sie fehlende Sozialkontakte der Menschen in den Heimen ausgleichen. Bessere Bedingungen in der stationären und ambulanten Pflege durch flexiblere Arbeitszeiten, reduzierte Arbeitsbelastung und höhere Gehälter. Wieviel Corona-Tote müssen in Pflegeheimen noch sein. Herr Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Pflegefachkräfte in der Corona-Krise einstellen.

  4. 4.

    Solange Pflegekräfte zu den Geringverdiener*innen gehören und sich somit tagtäglich von ihren bezahlbaren Wohnungen quer durch die Stadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewegen müssen, dafür auch keine der teuren ffp3 Masken gestellt bekommen, solange wird es auch eingeschleppte Infektionen und Krankheiten in Heimen und Krankenhäusern geben.
    Früher gab es mal Wohnungen in der Nähe der Krankenhäuser für Angestellte. Heute wäre ich schon glücklich über genügend Sterilium, Masken und Schnelltests.

  5. 3.

    Na, wenn das in anbetracht des Artikels ihre einzige Sorge ist....

  6. 2.

    Zu Ihrem Kommentar hinsichtlich der Sprache meine volle Zustimmung!

    Zum Artikel:
    Das ist doch nicht wirklich überraschend. War im Lagebericht des Senats sehr gut zu verfolgen - erst gingen die Zahlen der positiv getesteten über 80-Jährigen nach oben, zeitversetzt folgte die Erhöhung der Todeszahlen. Korreliert auch mit der Sterbestatistik, die keine übertrieben großen Ausschläge zeigt, da die statistisch durchschnittliche Verweildauer eines Menschen im Pflegeheim unter einem Jahr liegt.

    Erschreckend ist doch, dass der Schutz in Pflegeheimen nicht funktioniert. Wozu gibt es eigentlich die Antigen-Schnelltests? Jeden, der das Pflegeheim betritt, testen, und man hätte das Problem ganz gut im Griff. Und könnte zudem darauf verzichten, die Senioren wieder in die Einsamkeit zu quälen.

  7. 1.

    Mitarbeitende? Na ich hoffe doch, dass diese Leute auch mal frei haben und nicht 24h täglich arbeiten müssen.
    Was sind sie eigentlich dann, Malfreihabende oder Krankseiende?
    Von diesem unsachgemäßen Gendern bekommt man ja richtig Kopfweh.

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