Symbolbild: Corona-Teststation. (Quelle: imago images/D. Jäptner)
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Märkisch-Oderland über 50er-Inzidenz - Ganz Brandenburg ist jetzt Risikogebiet

Mehr als 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in einer Woche - dieser Wert schien noch vor wenigen Wochen vielerorts undenkbar. Nun haben alle Landkreise und kreisfreie Städte in Brandenburg diese kritische Marke erreicht.

Alle 14 Landkreise und vier kreisfreien Städte in Brandenburg sind nun Corona-Risikogebiet. Als letzter Kreis übersprang der Kreis Märkisch-Oderland mit einem Inzidenzwert von 61,8 neuen Ansteckungen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche die Marke von 50, wie aus Zahlen des Gesundheitsministeriums vom Montag hervorgeht.

Landesweit kamen von Sonntag auf Montag 162 neue Infektionen hinzu; von Samstag auf Sonntag wurden 280 neue Fälle gezählt. Wegen des Wochenendes können die Meldungen der Kommunen zeitverzögert sein - so wurden aus sechs Kreisen am Montag keine neuen Fälle gemeldet.

8.890 nachgewiesene Fälle in Brandenburg

Im Krankenhaus werden den Angaben zufolge derzeit 224 Patienten wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt, 26 müssen künstlich beatmet werden. Seit März wurden in Brandenburg 8.890 Corona-Fälle erfasst, 207 Patienten starben im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung.

Seit diesem Montag gelten schärfere Regeln für das öffentliche Leben: So sind Gaststätten, Kinos, Theater und Museen zu und es dürfen sich höchstens zehn Menschen aus zwei Hausständen treffen. Hotels und Pensionen dürfen keine Touristen beherbergen. Schulen und Kitas sind offen, die Maskenpflicht gilt in der gymnasialen Oberstufe und an Oberstufenzentren aber auch im Unterricht.

Bund und Länder hatten zuvor schärfere Beschränkungen vereinbart, die zunächst bis Ende November gelten sollen.

Hotels und Gaststätten: "Brauchen schnelle Hilfen"

Der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Brandenburg, Olaf Schöpe, warnte vor einem Kollaps der Branche. "Wir brauchen schnelle Hilfen", sagte Schöpe nach einem Austausch der Tourismusverbände mit Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD). Es könne sein, dass sich Betriebe vom Markt verabschieden müssten. Dabei habe die Branche die Hygieneregeln "vorbildlich umgesetzt".

Der Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Markus Aspetzberger, forderte, dass mehr Infektionen nachvollziehbar werden müssen. Dieter Hütte, Chef von Tourismus-Marketing Brandenburg, sagte, es gebe allerdings auch Gewinner der Corona-Krise wie etwa Campingplätze.

100.000 Beschäftige in der Tourismusbranche

Steinbach gab den Verbänden mit Blick auf die Schließung von Gaststätten und dem vorläufigen Übernachtungsverbot für Touristen die Botschaft mit: "Ihr seid nicht schuld."

Nach den bisherigen Plänen der Bundesregierung sollen Solo-Selbstständige und Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern ihre Umsatzausfälle im Umfang von 75 Prozent des Umsatzes aus dem November 2019 ersetzt bekommen, bei größeren Unternehmen soll es etwas weniger sein.

Im Brandenburger Gastgewerbe arbeiten der Dehoga zufolge bis zu 60.000 Menschen, im gesamten Tourismus laut der Marketinggesellschaft 100.000 Beschäftigte.

Sendung: Brandenburg aktuell, 02.11.2020, 19.30 Uhr

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17 Kommentare

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  1. 17.

    Hey Frank; in China blüht wieder die Wirtschaft; man kann sich kundig machen warum das so ist. Bis auf wenige Fälle durch Kontakte mit der Geschäftswelt haben di corona in Griff bekommen. Über das politische System müssen wir nicht streiten. Ich bin allerdings schon lange für mehr Disziplin und wenn es da Probleme gibt muss der Staat die Zügel straffer anziehen. Solch Mätzchen wie nächtliche Parkpartys gäbe es bei mir nicht. Was haben wir denn jetzt am Hals ? Die 2. Welle, die es nie geben dürfte und nun eher zur Dauerwelle wird. Wer ist wohl schuldig, dass jetzt wieder so viele Gewerbe untätig sein müssen ? Die Rechnung kommt für alle. Alles Geld ist nur gepumpt.

  2. 16.

    Also wenn das jetzt Sarkasmus sein soll ist er nicht geglückt. Es gibt Themen, wo er ganz einfach unangebracht ist und das ist so eins.

  3. 15.

    Ich bin ich erschüttert über die Zustände in Brandenburg. Sie sollten unbedingt Strafanzeige gegen die Ministerin stellen, am besten bei der Generalstaatsanwaltschaft und Strafantrag nicht vergessen. Wieso macht Woidke als SPD-Mitglied da mit? Na ja, er ist wahrscheinlich kein Stolpe.
    Wenden sie sich doch mal an die rbb-Redaktion. Manchmal hat eine öffentliche Darstellung schon geholfen. Auf keinen Fall dürfen sie sich das gefallen lassen. Die verdienen gutes Geld und tragen Verantwortung.

  4. 14.

    Mindestens wie in China, ich meine bei 207 Toten in neun Monaten Corona müssen wir anfangen die Türen zu zuschweißen und Leuten wie Tram88 eigentlich komplett das Leben verbieten, außer arbeiten natürlich.
    Vielleicht noch für ungehorsame ein paar HaftlingsLager einrichten, wo die denn zusammengepfercht werden.

  5. 13.

    @Kurt Wilhelm:
    Von den Grenzen einmal abgesehen kann man ein Land nicht eben mal so runterfahren und jeder bliebe dann einfach für zwei Wochen zuhause.
    Was ist mit der Polizei, der Feuerwehr, den Krankenhäusern, Strom- und Wasserversorgung etc.?
    Und wie würde es in den Supermärkten wohl zugehen, wenn die Meldung rausginge, dass in wenigen Tagen alles für zwei Wochen dichtgemacht wird?
    Was sollten pflegebedürftige Menschen in einer solchen "Pause" machen, die zuhause auf Hilfe angewiesen sind?
    Es gibt noch sehr viel mehr Einrichtungen, welche am Laufen gehalten werden müssen, sofern das möglich ist. Alles in allem ist ein tatsächliches komplettes Herunterfahren also keine Option.

  6. 12.

    Wenn das MSGIV Strafvereitelung begeht sollten Sie Strafanzeigen stellen. Vor dem Gesetz sind alle gleich auch eine Frau Nonnemacher.
    Ich habe jetzt schon mehrfach gelesen, dass sie sich beschwert haben und wohl auch bei den Fraktionen.
    Machen die den nichts? Sind denn Wolke und Stohn nicht in einer Fraktion? Vielleicht sollten Sie sich mal an die politischen Gegner oder Frau Merkel wenden. Oder sie nutzen Youtube.
    Das sind Zustände wie in Timbuktu hier. Es wird immer schlimmer.

  7. 11.

    Meine ich auch; wenn man nur Zeit hätte zuvor in eine Schwimmhalle zu gehen. Warum machen wir es nicht so wie in CHINA ? Darf man das überhaupt schreiben ?

  8. 10.

    Er hat geschrieben, dass die Gesundheitsministerin die Menschen nicht schütz sondern deren Gesundheit gefährdet.

  9. 9.

    "Brandenburg hat bei einigen Sachen absulut keinen Plan."
    Stimmt auffallend. Wenn ich so gearbeitet hätte wäre ich gefeuert worden. Das kann ja nichts werden mit diesem Land.

    "Und warum sollen Verstöße geandet werden"
    Weil wir nicht in einer Bananenrepublik leben. Kleine Verstöße kann man abmahnen. Aber vorsätzliche Verstöße gegen Hochrisikogruppen sind abzustrafen. Wozu gibt es Bußgeldkataloge? Durch die Nichtahndung vorsätzlicher Verstöße werden Risikogruppen gefährdet, die Akzeptanz unter der Bevölkerung nimmt ab, das Vertrauen in die Politik unseres Landes und sein Rechts- und Wertesystem geht verloren, die AfD erhält Zulauf und die Verantwortlichen im MSGIV machen sich sogar strafbar.
    Man kann sich nicht hinstellen und etwas vom Schutz der Bevölkerung faseln und gleichzeitig gegen den Schutz der Menschen arbeiten. In Berlin nimmt die Polizei fest in BB vertuscht die Politik. Deshalb nochmal zum Nachlesen der Beitrag #6.

  10. 8.

    Brandenburg hat bei einigen Sachen absulut keinen Plan. Und warum sollen Verstöße geandet werden ?Seit Monaten geht es doch mit ermahnen. Wir sind doch extrem gut damit gefahren.

  11. 7.

    Wie schaut es mit den Zahlen des RKI und des RBB24 aus? Woher kommen die Unterschiede?

    Fälle letzte 7 Tage/100.000 EW > 31,6 > Landkreis Dahme-Spreewald
    Hier auf der Seite vom RBB > 94,3 > Landkreis Dahme-Spreewald

    Fälle letzte 7 Tage/100.000 EW > 30,0 > Landkreis Teltow Fläming
    Hier auf der Seite vom RBB > 81,8 > Landkreis Teltow Fläming

    Kann mir das jemand erklären? Danke.

  12. 6.

    "...Ich behaupte mal,das Pendeln hat uns das eingebracht...“
    Na, na, na, Nonnemacher und Woidke waren sich (auch nach Hinweisen an die Fraktionen) einig, dass Tagestouristen und Berufspendler keine Infektionskette verursachen können, zumindest nicht zwischen Berlin-Brandenburg. Die Fachwelt streitet noch, ob das an der natürlichen Stadtgrenze oder den vorhandenen OE-/OA_Schildern liegen könnte. Vermutungen, wonach es an der Stadtgrenze eine Coronadesinfektionsanlage geben könnte, haben sich nicht bestätigt.
    Übrigens ist man im MSGIV (Resort Nonnemacher) unverändert der Meinung, dass angezeigte vorsätzliche Verstöße nicht geahndet werden müssen, solange die Opfer dabei nicht infiziert wurden. Vermutlich macht man das erst, wenn sie dabei versterben oder klappt man dann, nach dem Motto "Hat sich im Selbstlauf erledigt", den Vorgang zu?
    Ach so, Brandenburg hat immer noch kein Konzept zum Schutz der Risikogruppen, insbesondere der ca. 90% außerhalb von Altenheimen.
    Gott schütze uns.

  13. 5.

    Ich hab’s nicht selbst überprüft aber aus erster Hand und auch in den Medien belegt. In Polen sind die Gaststätten seit 2 Wochen zu und zwar ohne Vorlaufzeit von einem Tag zum nächsten also mit vollen Kühlschränken und Speisekammern.

  14. 4.

    Sehe ich genauso. Fliegen darf ich und im Inland darf ich nicht reisen. Die Gaststätten in Deutschland sind zu und die in Polen nicht. Einfach unausgegoren und ineffektiv.
    Die Grenzen müssen auch dicht, sonst bringt das nichts. Ruiniert nur die kleinen Gaststätten und Hotels.
    Mal sehen was draus wird. Bleibt alle gesund.

  15. 2.

    Wenn dieser Virus schlimmer ist, wie die Grippewelle 2018 mit 25 Tausend Toten, dann begreife ich nicht, daß man nicht die harte Tour fährt und das Leben für 2 Wochen völlig einschränkt. Erst einmal wäre es für alle billiger und der Spuk hätte ein Ende. Aber man möchte ja aus gutem Grunde nicht die Grenzen schließen und somit wird die ganze Aktion teuer und aussichtslos sein!

  16. 1.

    Ich glaube kaum das die alle unverantwortlich waren.
    Ich behaupte mal,das Pendeln hat uns das eingebracht.

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