Archivbild: Der Eingansbereich des Ernst von Bergmann Klinikums. (Quelle: dpa/F. Sommer)
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Hilferuf im Netz - Brandenburger Krankenhäuser bitten dringend um Unterstützung

Wegen der sich zuspitzenden Corona-Lage sind mehrere Brandenburger Krankenhäuser am Limit. Potsdams Oberbürgermeister sieht sogar eine Verschärfung der Situation aufkommen. Im Netz haben Stadt und Kliniken einen Aufruf gestartet, um Helfer und Helferinnen zu finden.

Die beiden größten Krankenhäuser in Potsdam haben um Unterstützung bei der Behandlung von Corona-Patienten gebeten. Die Stadt Potsdam twitterte am Samstag, das Klinikum Ernst von Bergmann und das St. Josefs-Krankenhaus suchten Helferinnen und Helfer, Studierende der Medizin, ausgebildete Pflegekräfte, Notfallsanitäter und Rettungsassistenten, "die sich mit uns gegen das Coronavirus stellen".

"Jede helfende Hand wird gebraucht", hieß es auf der Internetseite der Landeshauptstadt. Potsdam rief am Freitag einen Massenanfall von Erkrankten aus. Damit kann die Koordination besser gesteuert werden, es ist die letzte Stufe vor dem Katastrophenfall.

Schubert rechnet mit Verschlimmerung

Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) rechnet noch mit einer Verschlimmerung. "Die aktuelle Situation in den Krankenhäusern ist nur der Blick in den Rückspiegel. Wir haben jetzt so viele aktuelle Neuinfektionen, dass es tatsächlich sehr eng wird", sagte Schubert der "Märkischen Allgemeinen" (Samstag). Er schlug vor, dass Sanitätskräfte der Bundeswehr, die in Berlin stationiert sind, auch in Brandenburg aushelfen könnten. "Damit wäre uns eher geholfen als mit Menschen ohne medizinische Vorbildung."

Patienten werden nach Berlin verlegt

Die Lage im Klinikum Niederlausitz in Senftenberg im Landkreis Oberspreewald-Lausitz ist weiter angespannt. Die steigenden Zahlen von Covid-19-Patienten seien nur durch Verlegungen zu bewältigen, hatte das Klinikum am Freitag mitgeteilt. Zwölf der 16 Intensivbetten seien mit Covid-19-Patienten belegt. Bisher waren Patienten unter anderem nach Berlin und Frankfurt (Oder) verlegt worden.

Im Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus werden derzeit 57 Patienten behandelt, die an Covid-19 erkrankt sind, davon 17 auf der Intensivstation. Die Zahlen seien trotz einer Verlegung von Patienten anhaltend hoch, teilte die Stadt am Samstag mit.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 19.12.2020, 19:30 Uhr

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29 Kommentare

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  1. 29.

    Ich bin per "Profession" zuständig für die Maschinen. Das ist kompliziert genug! Jedem "Humanisten" meine höchste Hochachtung für das, was sie/er/es an "humanen Maschinen" leistet"!

    Maschinen lassen sich wundervoll für jede nur denkliche Aufgabe programmieren - und ich bin der Situation, genau diese Arbeit leisten zu können - doch haben diese "dumpfen" Maschinen immer diesen Nachteil, daß sie "sich nur programmieren" lassen. Die Arbeit eines "Menschen" werde ich durch meine niemals ersetzen können - das wurde mir spätestens klar seit Eintritt in die "Corona-Situation". Wenn ich "alle" nur programmieren könnte, wäre die Pandemie in ca. 0.00012 sec gelöst.

    Doch leider lassen sich Menschen nicht so leicht "programmieren". LEIDER, LEIDER, LEIDER... ;-(

  2. 28.

    Ich bin Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin und habe meinen Job schon vor Jahren an den Nagel gehängt, und noch keine Sekunde bereut, und bleiben Sie gesund Hr. Kollege

  3. 27.

    "Hat denn keiner der Regierenden mal mit einem Virus gerechnet?" --- Doch! Aber nicht in der Art und Weise, wie Sie sich das vorstellen. ;-)

  4. 26.

    Hat denn keiner der Regierenden mal mit einem Virus gerechnet?
    Börsen boomen.
    Steuerparadiese auch.
    Schere zwischen Arm & Reich wird immer größer.
    Aber Personalvorsorge Fehlanzeige.
    Nicht auszudenken, wenn mal ein wirklich gefährlicher Virus kommt bzw. die Mutation aus Großbritannien zu uns rüberschwappt (70% höheres Ansteckungsrisiko).

  5. 25.

    Natürlich wird zuerst Fachpersonal gesucht, es hat sich aber schon vor Corona gezeigt, daß dieses nicht ausreicht. Schon vor Corona konnten aus Personalmangel dringende Operationen bei Kindern nicht durchgeführt werden, mit tragischem Ausgang. Die Kliniken haben versäumt, nach Abklingen der ersten Welle Personaloffensiven zu starten und sich zB einen Pool an Fachkräften aufzubauen, das rächt sich jetzt. Jede Klinik hätte mich zB im Sommer fit machen können für Intensiv, zumal ich in der Pflege auf Intensiv tätig gewesen bin. Es ist nichts passiert. Statt dessen werden aus Personalmangel Stationen geschlossen. Gesundheit und Bildung sind unser höchstes Gut, leider kapieren das die Politiker nicht. In den DRK Kliniken Berlin wollte die Leitung Leute ohne Bezahlung beschäftigen, auch Ärzte, das ist nichts anderes als Ausbeutung.

  6. 24.

    Ich habe 14 Jahre lang als Krankenpfleger in einem großen Berliner Universitätskrankenhaus gearbeitet und nichts hat sich in dieser Zeit an den Arbeitsbedingungen verbessert. Im Gegenteil es wurde jedes Jahr schlimmer. Ich bin fertig mit der Pflege. Soll sich die Zivilgesellschaft doch freiwillig für die Unterstützung der Pflegenden melden. Pandemie hin oder her die Zustände in den Krankenhäusern und Pflegeheimen waren schon vorher ein Katastrophenfall und es wird sich auch in fünf Jahren an den Zuständigen nichts verändert haben.

  7. 23.

    Werden die medizinischen „Helfer“ versichert und bezahlt?
    Oder dürfen sie sich auf eigene Kappe dem Infektionsrisiko aussetzen, während andere fürs Nichtstun fürstlich entlohnt werden?

  8. 22.

    Die letzten Jahrzehnte wurde das Gesundheitssystem gerade in Brandenburg des Geldes wegen runtergefahren. Es wurden bettenkapazitäten und Personal drastisch abgebaut. Jetzt bekommt man die Quittung. Und nach Corona wird es trotzdem so weiter gehen mit dem Sparen.

  9. 21.

    So einfach ist das nicht, denn es wird Fachpersonal gesucht und nicht jeder --ich auch nicht-- hat diese Qualifikation. Damit fallen viele prinzipiell Hilfsbereite durchs Raster.

  10. 20.

    Hallo Rita, das ist aber schade, denn ich finde, wer die Qualifikation und ja eigentlich auch die Bereitschaft hat, sollte um der Sache willen --- die unendliche Dankbarkeit der Betroffenen und Ihrer Familien wäre Ihnen sicher für die Fürsorge, die Sie den Patienten zukommen lassen können und jeder, der mit Cov19 nicht aus Personalmangel von einer Klinik abgewiesen werden muss, auch. Ganz zu schweigen von den Beschäftigten in den Kliniken selber, die wohl alle kurz vorm Zusammenbruch stehen und schon längst auf Reserve laufen.. Geben Sie sich doch einen Ruck- für die Menschen... Seien Sie nicht mehr gekränkt und nachtragend, dass im Frühjahr anscheinend da jemand gepennt bzw. nicht auf Sie zurückgegriffen hat. Die Hütte brennt lichterloh, heute mehr denn je und weitaus mehr als damals. Ich bitte Sie. Genau SIE werden jetzt gesucht-- und so dringend gebraucht.

  11. 19.

    Gute Idee, bin ganz mit Ihnen. Aber wer wüßte nicht: "gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens".

  12. 18.

    Keine schlechte Idee, aber ob dafür der Impfstoff ausreicht?

  13. 17.

    Hallo Rita,
    nach dem Hilferuf auf rbb text habe ich mich beim Klinikum Senftenberg beworben, bin dort hin gefahren am letzten Freitag vor 1 Woche zum Kennenlernen. Ich arbeite seit über 20 Jahren in meinem Beruf als Ärztin und kann mir da ich stoßweise freiberuflich arbeite vieles einteilen, habe viel Berufserfahrung. Ich sollte kurz vor 14 Uhr da sein, da das Testzentrum um 14 Uhr schließt und ich einen Test abgeben sollte, das ist mir nach einer Fahrt von 3,5 Stunden gelungen, ich war vor 14 Uhr da um zu erfahren, daß das Testzentrum schon geschlossen ist. Mich hat eine Arztsekretärin empfangen und zum Test in die Notaufnahme gebracht. Ich fand den Test erst nach Betreten der Klinik unpassend, da die Klinik bei einem positiven Test Probleme bekommen hätte. Die Sekretärin dachte, daß ich gleich am nächsten Tag anfange, obwohl noch nichts geregelt war. Sprechen konnte ich nur einen Oberarzt. Bei mir hat sich obwohl ich Lust hätte keiner mehr gemeldet nach Rückkehr, 770 km insg

  14. 16.

    Naja, es ist weniger der Staat, sondern der Bürger ist nicht bereit mehr für Gesundheit auszugeben. Ständig rennt man den niedrigsten Tarifen hinterher, als wäre Gesundheit im Angebot zu haben.

    Wenn wir doppelt so viel KVbeitrag bezahlen müssten, wäre der Teufel los.

  15. 15.

    Gut beobachtet. Die jüngeren vollpfosten fahren mit dem eigenen Auto und laden in Brandenburg noch ein paar idioten ein

  16. 13.

    Hm, erst spart der Staat das Gesundheitssystem zu Tode und nun werden freiwillige Helfer gesucht.
    Die Pflegekräfte haben ein anständiges Entgelt und würdige Arbeitsbedingungen verdient.
    Da sollte mal investiert werden. Alternativ schlage ich vor, dass die Politker Helfer aus ihrer Verwandtschaft schicken oder etwas von ihrem Gehalt abgeben.

  17. 12.



    ...da haben Sie mich leider aber völlig falsch verstanden...meine Frau arbeitet auch im Krankenhaus. Dass, was da läuft möchte ich hier nicht ausbreiten. Das kann man mit Geld gar nicht mehr gutmachen...

  18. 11.

    https://www.drk-eberswalde.de/aktuelles/172-gemeinsam-stark-verlegung-von-51-covid-19-patienten-von-s%C3%BCdbrandenburg-nach-berlin.html

  19. 10.

    Der Lockdown ist Wochen zu spät. Es ist nun so wie es ist und die Krankenhäuser müssen die Versäumnisse ausbaden.
    Hoffentlich melden sich viele fachkundige Helfer.
    Querdenker scheint dies alles nicht zu jucken und Sperrstunden werden nicht eingehalten.
    Imbisse haben bis weit nach Mitternacht geöffnet. Die Ausgangssperre von 22 - 6 Uhr ist für Einige ein Fremdwort.
    Was nützen denn die ganzen Regeln wenn die Hygiene nicht eingehalten wird.
    Die Leidtragenden sind die Angehörigen der Toten.

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