Symbolbild: Mit Absperrband umwickelt sind Tische und Bänke vor einer Bäckerei. (Quelle: dpa/Hendrik Schmidt)
Audio: Inforadio | 05.01.2021 | Jan Menzel | Bild: dpa/Hendrik Schmidt

Infektionszahlen immer noch hoch - Bund und Länder beraten über Lockdown-Verlängerung

Seit dem 16. Dezember ist das öffentliche Leben heruntergefahren. Bislang gilt die Maßnahme bis zum 10. Januar. Am Dienstag werden Kanzlerin Merkel und die Länderchefs aller Voraussicht nach die Corona-Beschränkungen verlängern.

Bei ihrer ersten Schaltkonferenz des neuen Jahres beraten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Bundesländer am Dienstag über eine Verlängerung des Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Die Konferenz sollte ursprünglich um 11 Uhr beginnen. Medienberichten vom Dienstagmorgen zufolge starten die Gespräche aber erst um 13 Uhr; Grund sei noch noch weiterer Klärungsbedarf zwischen Bund und Ländern, berichten "Bild" und "Business Insider". Umstritten seien die Regelungen für die Schulen.

In den vergangenen Tagen deutete sich bereits an, dass das öffentliche Leben wegen hoher
Infektionszahlen
vorerst noch nicht wieder hochgefahren wird. Die Mehrheit der Ministerpräsidenten und der Bund sind für eine Verlängerung der Corona-Maßnahmen um drei Wochen bis Ende Januar. Der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte am Montag dem rbb, er rechne mit einer Verlängerung der Beschränkungen bis zum 31. Januar.

Gaststätten, Kultur- und Freizeiteinrichtungen schon länger dicht

Seit 16. Dezember sind viele Geschäfte in Deutschland, aber auch die Schulen und Kitas dicht. Es gelten zudem strenge Beschränkungen etwa für private Treffen. Gaststätten, Kultur- und Freizeiteinrichtungen mussten bereits mehrere Wochen vorher schließen. Ziel der Maßnahmen
ist es, Kontakte zwischen Menschen und damit Ansteckungen mit dem Coronavirus zu vermeiden.

Bund und Länder hatten den harten Lockdown Mitte Dezember zunächst bis zum 10. Januar beschlossen. Schon damals gab es Stimmen, die eine Verlängerung mit Blick auf die Corona-Lage für wahrscheinlich hielten.

Kultusminister wollen Schulen schrittweise öffnen

Nach dem Willen der Kultusminister sollen Schulen schrittweise öffnen dürfen, wenn die Situation in dem jeweiligen Land dies zulasse. Das beschlossen sie am Montag. Endgültig entschieden wird über weitere politische Maßnahmen in der Corona-Krise aber erst bei der Schalte Merkels mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten.

Sendung: Abendschau, 04.01.2021, 19:30 Uhr

Was Sie jetzt wissen müssen

67 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 67.

    Das wir keine Mallorquiner sind? Doch, da bin ich mir sehr sicher. Und in welchen Schulfächern haben sie noch geschwänzt?

  2. 65.

    @NachFragender: sehen Sie, genau das ist das Problem. Es gibt unterschiedliche Ebenen. Das Eine ist die persönliche und emotionale Ebene. Es gibt aber auch noch eine andere Ebene und das ist die Metaebene, auf der man versucht, die Auswirkungen, die welche Maßnahmen auch immer haben werden, langfristig zu betrachen und wie vielen Menschen das dann zu Leid verhilft. Die Ansichten darüber sind freilich unterschiedlich.
    Dass persönliches Leid immer schwer wiegt, ist klar. Ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass man eben auch über die eigene Haustüre mal hinausdenken sollte.
    Ich lebe auch ohne Corona völlig corona-konform. Daher betreffen mich die Maßnahmen persönlich praktisch gar nicht. Und viel mehr als das Virus selbst müsste ich fürchten, dass eine Infektion als Trigger für meine Grunderkrankung fungiert, die mich dann per Schub ins Jenseits befördern könnte. Aber mit dem Risiko lebe ich schon lange. Denn das betrifft jede Art Infektion.

  3. 64.

    Wir sind aber keine Mallorquiner, die ihre Insel nur auf einen Wirtschaftszweig aufgebaut haben. Aber sowas kommt dabei heraus wenn man versucht sein Leben mit Posiealbumsprüchen und abwegigen Vergleichen zu meistern, statt den Verstand einzusetzen.

  4. 63.

    Ich glaube Ihnen gerne, dass Sie traurig und wütend sind.
    Meine Vater hat vor 5 Jahren einen Herzinfarkt erlitten und ist innerhalb von 24 Stunden verstorben.
    Das war ein Schock, er war knapp über 70, hätte also locker noch ein paar schöne Jahre haben können.
    Ich konnte mich auch nicht verabschieden.
    Der Schmerz bleibt, wenn man einen lieben Menschen verliert. Und der Schmerz wird auch nicht weniger.

    Aber ... wir kommen irgendwann auf die Welt um auch irgendwann zu sterben.

    Mir hilft immer ein Gedanke:

    Ich bin froh über die Zeit, die wir zusammen verbringen konnten und nicht traurig über die Zeit, die wir nicht hatten.
    Der Tod gehört zum Leben.
    Ich wünsche Ihnen alles Gute !

  5. 62.

    Wird die Unterhsltspflicht nicht am Einkommen berechnet? Und die Grundsicherung kommt meines Wissens auch für Wohnkosten auf. Wären da also nicht Hilfen bzw. Erleichterungen?

  6. 61.

    Danke für Ihren Beitrag. Kann dem nur zustimmen. Die Anzahl der Krebserkrankungen wird in den nächsten Jahren rapide zunehmen.

    Lockdown erzeugt Armut und Krankheit, das werden wir noch ganz deutlich merken ... Einfach mal alle Lockdowner nach Mallorca schauen.

  7. 60.

    Die Versager tagen. Na servus.

  8. 59.

    "...wenn man nur vorbeigeht und den Mindestabstand einhält."

    blöd nur, dass das die meisten gar nicht tun. Immer wieder "lustig", wenn man den Abstand selber einhält und sich dann irgendein Witzbold an der Schlange, Ampel, Straße in die freigelassene Lücke drängelt. Oder den Absatnd nur in eine Richtig beachtet (übrigens auch gerne im Supermarkt bei direkt nebeneinanderliegenden Kassen- nach hinten ewig viel Platz lassen, aber Schulter an Schulter mit dem an der anderen Kasse.

    "Um das Virus zu übertragen muss man schon mindestens 10 Minuten nah mit jemanden zusammenstehen"

    nö, nicht unbedingt. Es ist letztendlich eine Frage der Wahrscheinlichkeit. Wie beschrieben ist die nahe 100%, anders eben geringer, aber vorhanden. Und 100 mal 1% ergibt eben auch nahe 100%.

  9. 58.

    Horst, das ist sicher tragisch, aber ich kann ihnen auch sagen, dass wir durch einen Suizid ein Familienmitglied verloren haben. Die ganze Existenz wurde zerstört, Kredite konnten nicht mehr bezahlt werden, die Altersvorsorge war aufgebraucht, um dann die Worte; ‚beantragen Sie doch hartz 4 oder melden einfach privatinsolvenz an!‘ zu hören! Und dazu kenne ich mittlerweile 8 Leute, die außer einen Schnupfen nichts hatten mit dem Virus und 7 Leute, deren Existenzen auf der Kippe stehen, zwei davon sind depressiv geworden. Was hier passiert ist nicht gesund, für keinen und mein Bruder ist im übrigen Leitender Oberarzt in einer Klinik und sagte: ich habe in diesem Jahr noch nie so viele Menschen an Krebs sterben sehen wie noch nie, da viele Op‘s oder Vorsorgeuntersuchungen verschoben wurden. Was sagt man den Angehörigen? Sorry, aber Corona-Kranke sind mehr wert?
    Dieser Lockdownwahnsinn ist vollkommen unverhältnismäßig und statt die Taktik zu überdenken und sich mal andere Virologen anzuhören, wie Prof. Streek oder von mir aus auch den Bürgermeister von Tübingen, wird gnadenlos von Menschen, die mehrere 10.000€ monatlich verdienen, erhaben mit dem Finger auf den Steuerzahler gezeigt und ihm das jeglicher Verstand aberkannt. Herr Söder kann ja mal 4 Wochen nur im Umkreis von 2 km vor seine Tür geben. Stattdessen reist er durch die Republik oder ein Herr Lauterbach, der keine Talkshow auslässt. Ich kann diese angeblichen Volksvertreter nicht mehr ernst nehmen!

  10. 57.

    Es tut ihnen "von Herzen leid", aber selbst betroffen sind sie nicht.

  11. 56.

    Ich sehe es in der Tendenz ähnlich. Die Verlängerung ist aktuell schon eine gute Lösung, aber länger als zwei Wochen nicht! Wir müssen die Zahlen beobachten und Gegenwärtig sind die neuen Infektion nicht so hoch, sie entwickeln sich in eine gute Richtung.
    In Gegenzug entwickeln sich die Zahlen für die Intensivmedizin nicht positiv, die Werte stagnieren und Grenzen sind erreicht. Daher ist es auch für mich das naheliegende, auf lange Sicht ( bis Ostern),die Bevölkerung aus dem logdown zu nehmen und bestimme Gruppen zu schützen. Aber nicht dadurch, dass alle zu Hause bleiben.
    Besuchsverbot in Krankenhaus/ Schnelltests für Altersheim (pfleger und Besucher)/ Einkaufszeiten für Rentner.... da gibt's bestimmt viel. Anstatt Restaurant zu schließen ,sollten diese vielleicht für Leute Ü70 nicht zugänglich sein. Klar ist das blöd, aber hier geht es ja darum Menschen zu schützen. Den Weg müssen wir dann auch in einer Demokratie einschlagen dürfen und die Politik muss sich das auch trauen

  12. 55.

    Falsch, Maskenpflicht besteht eben auch auf Straßen von Berlin, wo man sich ausweichen kann, es überhaupt gar kein Gedränge gibt und zudem abends und morgens kaum jemand unterwegs ist. Damit ist diese Maßnahme unverhältnismäßig und sinnlos. Es gibt viele Experten, die sagen, dass eine Maskenpflicht im Freien nicht wirkungsvoll ist, wenn man nur vorbeigeht und den Mindestabstand einhält. Um das Virus zu übertragen muss man schon mindestens 10 Minuten nah mit jemanden zusammenstehen. Selbst das RKI hat keine Empfehlung dafür ausgesprochen. Und wenn es hier so eifrige Maskenträger gibt, können sie das Tag und Nacht gerne tun, aber nicht von anderen verlangen, unsinnigen Maßnahmen einzuhalten. Die Zahlen gehen davon auch nicht zurück.

  13. 54.

    Heute gibt es in den Medien einen interessanten Bericht zu den Auswirkungen des Lockdown auf Mallorca. Einfach mal lesen.

  14. 53.

    https://www.berlin.de/corona/massnahmen/abstands-und-hygieneregeln/
    "Das Tragen eines entsprechenden Schutzes ist verpflichtend:
    ...Auf Märkten, auf Parkplätzen, in Warteschlangen sowie auf Gehwegen vor Gebäuden mit Einzelhandelsgeschäften oder Dienstleistungs- bzw. Handwerksbetrieben..."

    (Teilweise) Maskenpflicht also auf fast allen Gehwegen mit Gewerbeanbindung.

  15. 52.

    Lächerlich. Einfach nur lächerlich. Ich höre nicht panisch auf Virologen und andere, zumeist des Kapitals anhängende Zahlenverdreher - sondern höre dass, was ich im mehrtägigen Telefonkontakt mit einem Oberarzt eines Klinikums, in dem eine Familienangehörige liegt, anhören muss und demnächst aufgrund des Verlaufs der covidbezogenen Lungenentzündung und der involvierten inneren Organe ein Entscheidung treffen muss.
    Daher bin ich mir bewusst, dass, solange nicht eine Grundimmunisierung der Bevölkerung erreicht ist, alles lächerlich ist, was Sie und andere hier in relativierender Reinstform absondern.
    Ich denke an die vielen anderen Angehörigen, die sich nichtmal verabschieden durften und an die, denen so kurz vor der Chance einer Impfung, dank irgendwelcher Egoisten und freiheitsliebenden Menschen, die nur ihr eigenes kleines Ego befriedigen vermeinen zu müssen, das eigene Leben zuende gehen darf.Ich bin einfach nur ein trauernder und wütender Mensch - nicht mehr, nicht weniger.

  16. 51.

    Also Länder wie Frankreich oder Österreich zeigen, dass ein lockdown etwas bringt. Dort sind die Zahlen zurückgegangen.

    Es gibt halt zur Eindämmung der Pandemie nur zwei Maßnahmen: Lockdown oder staatliche Überwachung in digitaler Form inkl. Einsperren bei Infektionen (wie z.B. in Südkorea).

  17. 50.

    Es ist Quatsch, dass die Maßnahmen "ohne mit der Wimper zu zucken" getroffen wurden / werden.

  18. 49.

    Stimmt, hat ja Herr Spahn gestern im ZDF gesagt, allerdings sind nach seiner Aussage 90% der Schwerbetroffenen über 80 Jahre alt. Und für diese Personengruppe kann man ja Spezialprogramme auflegen (z.B. Einkaufsservice), aber man muss nicht die halbe Wirtschaft in die Pleite treiben, zumal diese Maßnahmen ja bisher auch nichts gebracht haben. - Meine Meinung, Sie können gerne eine andere haben, natürlich.

  19. 48.

    Lock Down bis die Zahlen unter 50 pro 100000 Einwohner sind. Den jetzigen Lock Down gleich mit Ausgangssperre daß der endlich mal Wirkung zeigt. Bei Verstößen deftige Geldstrafen.

Das könnte Sie auch interessieren

Berlins Union-Spieler Christopher Trimmel (l) kämpft gegen Yussuf Poulsen von RB Leipzig um den Ball beim Hinspiel 2019(Bild: dpa)
dpa

Union Berlin zu Gast bei RB Leipzig - Unruhiger Hinrunden-Abschluss

Der 1. FC Union hat intensive Stunden hinter und vor sich: Nach dem Sieg gegen Leverkusen ermittelt der DFB-Kontrollausschuss - wegen des Verdachts einer rassistischen Äußerung eines Union-Profis. Und der nächste Gegner ist Titelkandidat RB Leipzig. Von Stephanie Baczyk