Collage: Karneval der Kulturen/Myfest in Kreuzberg (Quelle: dpa)
Audio: Inforadio | 12.02.2020 | Ute Schuhmacher | Bild: dpa

Ausbreitung des Coronavirus - Myfest und Karneval der Kulturen fallen aus

Wegen der Corona-Krise werden das Myfest und der Karneval der Kulturen in Berlin in diesem Jahr nicht stattfinden. Grund für die frühzeitige Absage ist nach exklusiven rbb-Informationen die aufwändige Vorbereitung der beiden Großveranstaltungen.

Was Sie jetzt wissen müssen

Eine weitere gravierende Absage als Reaktion auf das sich ausbreitende Coronavirus: In diesem Jahr wird es weder das Myfest am 1. Mai noch den Karneval der Kulturen an Pfingsten in Kreuzberg geben. Das erfuhr der rbb aus Bezirkskreisen.

Der Bezirk reagiert damit unter anderem auf Empfehlungen des Amtsarztes. Auch wenn die Veranstaltungen erst im Mai stattgefunden hätten, hat sich der Bezirk schon jetzt zu der Absage entschieden, da die Vorbereitung der beiden Feste sehr aufwändig sei.

Der Karneval der Kulturen wird seit 1996 jedes Jahr gefeiert. Er litt zwischenzeitlich immer mal an Geldmangel, stattgefunden hat er trotzdem bislang jedes Mal. Das Myfest gibt es seit 2003.

Auch der CSD wackelt

Auch der Berliner Christopher Street Days (CSD) könnte verschoben oder abgesagt werden. "Wir beobachten die Lage weltweit sehr genau", sagte CSD-Vorstandsmitglied Ralph Ehrlich am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Das Organisationsteam sei in engem Kontakt mit den Behörden. Mit anderen Paraden in Deutschland und in anderen Ländern bestehe ebenfalls reger Austausch.

Die Parade in Berlin ist für den 25. Juli geplant. Im vergangenen Jahr lockte der CSD laut Veranstaltern eine Million Feiernde an - so viele wie nie zuvor. 

Sämtliche Großveranstaltungen bis 19. April untersagt

Am Mittwoch hatte das Land Berlin bereits sämtliche Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern bis zum Ende der Osterferien am 19. April untersagt. Zur Begründung sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD): "Das Coronavirus breitet sich weiter aus. In so einer Phase muss das öffentliche Leben Einschränkungen erfahren." Durch die Reduzierung von Großveranstaltungen könne die Ausbreitung des Virus entschleunigt werden. Auch in Brandenburg gilt eine entsprechende Regelung.

Zudem kündigte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) an, der Beginn der Vorlesungszeit an den Berliner Universitäten werde um rund eine Woche auf den 20. April verschoben.

Amtsärzte schlugen Alarm

Zuvor hatten die Berliner Amtsärzte Alarm geschlagen. In einem gemeinsamen Brief an die Gesundheitsverwaltung erklärten sie, dass es "aus infektionsepidemologischer Sicht" unerlässlich sei, "dass alle Veranstaltungen mit einem höheren Risiko für Infektionsübertragungen, insbesondere Sportveranstaltungen sowie kulturelle Veranstaltungen inklusive Clubs, ab sofort nicht mehr stattfinden dürfen". Damit fordern sie sogar noch weitreichendere Maßnahmen, denn eine konkrete Besucherzahl als Begrenzung für Veranstaltungen, nennen die Ärzte selbst nicht. 

Bereits am Dienstag waren alle Aufführungen in den großen Sälen der staatlichen Theater, Opern- und Konzerthäuser bis 19. April abgesagt worden.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Coronavirus-Verbreitung am Mittwoch als Pandemie eingestuft. Deutschland steuert derzeit auf eine Epidemie zu.

FAQ zum Umgang mit dem Coronavirus

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  • Wie kann ich mich anstecken?

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  • Wie funktioniert der Test?

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  • Wie kann ich mich schützen?

  • Welche Behandlung gibt es für Infizierte?

  • Gibt es Immunität gegen das Virus?

  • Wie hoch ist die Sterberate?

Kommentarfunktion am 12.03.2020, 16.25 Uhr geschlossen. Die Kommentare dienen zum Austausch der Nutzerinnen und Nutzer und der Redaktion über die berichteten Themen. Wir schließen die Kommentarfunktion unter anderem, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt.

23 Kommentare

  1. 22.

    Das schließt sich aus. Da ich nämlich im Gegensatz zu Ihrem Pseudonym der Nachdenker hier bin. Mit meiner Oma würde ich zur Zeit nicht mit den Öffentlichen fahren. Und warum? Weil ich nachdenke. Meine Eltern fahren aufgrund von Vorerkrankungen zur Zeit auch lieber nicht. Und soll ich Ihnen noch etwas sagen? Ich bin froh, dass der Karneval abgesagt wurde. Damit wird nämlich ausgeschlossen, dass Sie dort rumhampeln und sich anstecken, danach womöglich mich bei einer zufälligen Begegnung anstecken und ich dann meine Oma anstecke die extra Zuhause geblieben ist um das Risiko zu vermeiden. Und nun würde sie im Krankenhaus mit einer geringen Überlebenschance liegen, nur weil irgendwelche Hansels nicht mal für lumpige 3-4 Wochen mit Ihrem Hintern zu Hause bleiben können. Man kann sich auch ohne Halligalli entspannen. Zur Not einfach Joko und Klaas schauen ;-) Sorry für die deutlichen Worte, aber ich kann die Rumeierei von einigen bezüglich der Einschränkung Ihrer individuell, egoistischer Wünsche in einer Krisensituation nicht mehr hören.

  2. 21.

    Sehen Sie,besser kann man meinen Kommentar nicht bekräftigen . .danke dafür

  3. 19.

    Wenn immerfortes, unaufhörkliches Tun nicht nur Erleichterung, sondern irgendwann auch ein Gefängnis sein kann, dann sind die Absagen nicht nur dieser beiden Feste ein Ausbruch aus einem selbstgebastelten Gefängnis.

    Musik fällt vor allem dann noch auf, wenn der immerwährende Klangteppich einmal NICHT da ist: der Wert jahreszeitbedingten Obstes und Gemüses wird dann erkannt, wenn es augenblicklich noch nicht in den Regalen liegt.

    Ich bitte eindringlich darum, diese von mir beschriebene Logik nicht umzudrehen und das als Predigen von Armut zu begreifen.

  4. 18.

    Das Myfest ist doch so überflüssig wie ein Kropf ,verkommen zum saufen und kiffen. Da war doch nur noch Party angesagt. 80 Prozent von denen,die da jährlich hingehen, kennen doch die Bedeutung des 1.Mai überhaupt nicht. Na und den Karneval der Kulturen, den braucht auch niemand wirklich. Von daher wurde eine konsequente aber richtige Entscheidung getroffen.

  5. 17.

    Mit einem Tuch vor dem Gesucht dürfen die demonstrieren. Da war aber schon immer so.

  6. 16.

    Denken Sie nochmal, dann erkennen Sie den Widerspruch in Ihrer Aussage. Berufsverkehr. Oma+Opa. Veranstaltungen abgesagt, Verssammlung vor dem Stadion. Merken Sie es? Es gubt Dinge, die muss man "riskieren" und andere, auf die man einfach mal verzichten sollte.

  7. 15.

    Berichtigung: zustimmung zu Wolfgang und falk

  8. 14.

    Danke für Ihren Kommentar. Er hebt sich sehr wohltuend von vielen anderen Posts ab.

  9. 13.

    Was sie mir hier unterstellen ist einfach nur frech. Wie wäre denn mit etwas Solidarität und Empathie für die Leistungsträger dieser Gesellschaft? Die leben eben nicht wie unterstellt ein Leben in der Spaßgesellschaft führen, sondern schlicht und ergreifend Erholung und Entspannung von der täglichen Arbeit brauchen. Dass es gewisse Notwendigkeiten gibt ist völlig klar. Nur wirken diese teilweise recht halbherzig und uneinheitlich. Und das ist eben eine Belastung, nicht nur für Alte und Schwache.

  10. 11.

    "Myfest und Karneval der Kulturen fallen aus". Die erste gute Nachricht im Zusammenhang mit dem Virus.

  11. 10.

    Lesen Sie bitte diesen Beitrag (dessen Inhalt sich leider problemlos auf andere Branchen und Regionen übertragen lässt):
    https://www.tagesschau.de/inland/reportage-coronavirus-nrw-101.html

    Aber Vorsicht: Er könnte Sie dabei stören, sich so schön wohlig als besserer Mensch zu fühlen.

    P.S.: Das Geld, um Kranken und Schwächeren zu helfen, wächst übrigens nicht auf den Bäumen, sondern muss von irgendwem verdient werden.

  12. 9.

    Warum soll ich Ihnen nicht mit " vollen S - Bahn Zügen" kommen? Stellen Sie vor Sie fahren mit Ihren Großeltern ins Grüne und diese stecken sich in der S - Bahn an und werden krank. Machen Sie sich dann keine Vorwürfe?

  13. 8.

    Ich habe jetzt schon mal das kommende Weihnachtsfest abgesagt. Alle Geschenke lasse ich mir per Post schicken. Omma und Opa sehen mich vor 2022 sowieso nicht mehr. Gesundheit geht vor!

  14. 7.

    Vorab bitte ich meinen Kommentar nicht falsch zu verstehen. Auch wenn der Grund für die ganzen Absagen natürlich einen sehr ernsten Hintergrund hat, bin ich der Meinung, dass eine gewisse Entschleunigung der Gesellschaft gut tun wird. Man muss nicht ständig zu Events rennen, auf After-Work-Partys abhängen oder schnell noch hier und dort hin um bloß nichts vermeintlich wichtiges zu vepassen. Mir ist der wirtschaftliche Schaden der Veranstalter aber durchaus bewusst. Dennoch kann man auch ohne diese Veranstaltungen sehr schön in den Mai feiern. Vielleicht einfach mal nur mit der Familie spazieren gehen? Beispielsweise andere Berzirke erkunden. Versuchen wir das Gesamtpaket zu sehen, welches uns jetzt vom Virus diktiert wird. Besinnen wir uns auf unsere Mitmenschen, denen durch diese Absagen unter Umständen das Leben gerettet wird. Und kommt jetzt bitte nicht wieder mit dem Argument der vollen S-Bahn. Ich habe in meinem Umfeld viele Menschen mit Vorerkrankungen (Krebs-OPs, Lungenkrankheiten, Herzkrankheiten, Chemotherapie-Patienten...) und so wird es ja schließlich einigen von uns gehen. Denkt an die Kranken und die alten Eltern oder Großeltern. Glaubt mir, es ist den Preis der Absagen wert!

  15. 6.

    Wenn ich den Kommentar von Denis lese, wird die traurige Wirklichkeit in unserer Gesellschaft sichtbar.
    Mitverantwortung für das Gemeinwohl = Null.
    Solidarität = Null. Emphatie für Kranke und Schwächere = Null.
    Es zählt nur der eigene Spaß und das eigene Ego.
    „Schöne neue Welt“? Pfui Teufel!

  16. 5.

    Wenn diese Festivals tatsächlich das einzige sind, um keine Depression zu bekommen, empfehle ich sowieso und unabhängig von irgendwelchen Vieren mal das eigene Leben ordentlich zu überdenken... :0
    Leute gibt's...

    Das ist nun verkraftbar für die Menschheit...

  17. 4.

    Ich finde es eigenartig und auch bedenklich, dass jetzt z.B. der Admiralspalast sich vorbehält, nur 999 Gäste in Vorstellungen einzulassen, welche aber mit 1.700 Karten ausverkauft sind. Das ist erstens unfair gegenüber den 701 Gästen, die nicht rein dürfen und zweitens finde ich es unverantwortlich; wenn bei den 999 Gästen einer dabei ist, der andere infiziert, wird es sehr schwierig, das nachzuverfolgen und letztendlich gefährtdet man die gesamte Stadt damit - nur damit vermutlich keine bzw. weniger Kartenkosten zurückerstattet werden müsssen.
    Ich denke mal, so war das nicht gedacht mit dem Veranstaltungsverbot ab 1.000 Menschen.

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