Paris Haute Couture Fashion Week 2020 (Quelle: dpa)
Bild: dpa

Der Absacker - Love and Peace, please

Gewalt hat viele fiese Gesichter und an manchen Tagen begegnen sie einem besonders oft. Wie kann da überhaupt noch irgendeine positive Stimmung aufkommen? Kira Pieper versucht es mit schönen Künsten, die dank Corona teilweise völlig neue Dimensionen annehmen.

Gewalt, Gewalt, Gewalt. Überall wo man hinguckt und leider traurig vielschichtig. Manche Formen der Gewalt dauern schon Jahrhunderte an, manche sind Taten im Affekt, andere passieren kaum sichtbar hinter verschlossenen Türen.

Früh in der Coronakrise fragten Journalisten: Hat die Gewalt in der Coronakrise zugenommen? Ja antworteten Experten: Zumindest die Zahlen der häuslichen Gewalt sprechen eine ganz eindeutige Sprache. Sowohl in Berlin als auch in Brandenburg.

1. Was vom Tag bleibt

Wie komme ich gerade jetzt auf dieses schwere Thema? Ganz einfach: Gewalt schien am Donnerstag in Berlin und Brandenburg Hauptakteur zu sein. Auch wenn sie in allen Fällen ausnahmsweise nicht mit der Corona-Pandemie in Verbindung zu bringen ist.

So offenbaren die neuen Zahlen des Verfassungsschutzberichts: Das Ausmaß der Gewalt von Links- und Rechtsextremisten hat in Berlin im vergangenen Jahr so stark zugenommen, wie in keinem anderen Bundesland. Und auch Brandenburg spielt vorne mit.

Ebenfalls weiter geht die Diskussion um die Umbenennung des U-Bahnhofs "Mohrenstraße". Und wie passt das jetzt in den Gewaltkontext? Ganz einfach: Auch Rassismus ist eine Form von Gewalt und auf vielen Ebenen schmerzhaft. Der Begriff "Mohr" gilt bereits seit den 1960er-Jahren als diskriminierend, deswegen wurde immer wieder über den Straßennamen diskutiert. So auch jetzt. Wann und ob die Straße und damit die U-Bahn-Station jemals umbenannt werden? Keine Ahnung. Die Behörden-Mühlen mahlen langsam.

Und: In der Rigaer Straße gab es am Donnerstag eine Hausdurchsuchung in einem linksradikalen Wohnprojekt. Der Anlass der Durchsuchung war unter anderem: Zuvor hatte es Gewalt an einem Menschen gegeben. Die Polizei verschaffte sich mit Gewalt Zutritt zu dem Objekt und wurde mit Gewalt begrüßt.

2. Abschalten

Immerhin, es gab auch noch gute Nachrichten am Donnerstag: Dr. Motte ist 60 Jahre alt geworden. Glückwunsch, Mr. Loveparade! Und nun folgt die galante Überleitung zum Thema Abschalten: Seit Jahrhunderten halten sich die Menschen vor allem in schweren Zeiten mit schönen Künsten über Wasser. Als Ausgleich für die Seele. Techno ist schöne Kunst? - Das dürfen Sie entscheiden.

Zu Zeiten von Corona werden die Künste vermutlich neue Wege gehen. Denn so viel ist sicher: Immer, wenn die Menschheit durch besondere Krisenzeiten ging, entstanden neue Ströme und Ideen. So wird es auch dieses Mal sein. Auch wenn wir aktuell noch nicht so viel davon sehen können, vereinzelte Veränderungen sind bereits ersichtlich.

Zum Beispiel die Fashion Week in Paris. Sie muss derzeit ohne Laufstege, Showrooms und Empfänge auskommen. Aber das hat einen entscheidenden Vorteil: Denn jetzt kann jeder die Haute-Couture-Präsentationen im Video ansehen. Ob die Designer mittlerweile auch den Mundschutz als modisches It-Piece in ihre Kollektionen integrieren?

Und da das Reisen noch eingeschränkt ist, müssen auch die Besuche internationaler Museen erst einmal warten. Aber auch das stimmt nicht so ganz. Denn einige Museen bieten virtuelle Führungen an. Wie wäre es mit einem Blick ins Museé d’Orsay in Paris [Externer Link]? Oder eine Besichtigung des Museo Frida Kahlo in Mexiko City [Externer Link]?

3. Und wie geht’s?

Nach meinem Empfinden geht es durchwachsen. Mich erreichen derzeit immer mehr Nachrichten von frustrierten Verwandten und Freunden, die nun eigentlich ihren Sommerurlaub irgendwo im Ausland genießen wollten. Aber hey, besser zu Hause auf dem Balkon festsitzen, als über 100 Tage auf dem Flughafen von Manila.

Dort musste nämlich Roman Trofimov seinen "Urlaub" verbringen [spiegel.de]. Der Mann aus Estland wollte eigentlich eine Südostasienreise machen. Doch während seiner Reise ins weit entfernte Land, verschärften die Philippinen wegen Corona ihre Einreisebestimmungen. Trofimov durfte nicht einreisen. Und die Flüge zurück waren gestrichen. Trofimov musste also im Terminal ausharren - mehr als 100 Tage lang. Irgendwann bat er über Social-Media-Kanäle um Hilfe. Mit Erfolg: Mittlerweile ist er wieder in Estland. Wenn er wieder zu Hause ist, wird er Balkonien sicher ganz anders zu schätzen wissen.

Was beschäftigt Sie? Wie verbringen Sie in diesem Jahr Ihren Urlaub? Schreiben Sie uns: absacker@rbb-online.de

4. Ein weites Feld

Ja, die Zeit gerade ist für alle nicht ganz einfach. Aber beim genaueren Nachdenken fällt auch auf: Viele Sorgen sind First-World-Problems. Mit ein bisschen Fantasie und Genügsamkeit, bekommt man selbst den Urlaub in der Heimat rum. Und falls Sie einen Anflug von Aggressivität verspüren: Bitte tief durchatmen.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Kira Pieper

Was Sie jetzt wissen müssen

Alle Absacker

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  • Symbolbild: 27.05.2020, Frankreich, Paris: Ein Mann und eine Frau demonstrieren in einem Pariser Restaurant das Speisen unter Plastikhauben (Quelle: dpa/Thibault Camus)
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    Mit gebührendem Abstand bitte!

    Seit das neue Corona-Virus da ist, haben wir einen sechsten Sinn für eine Sache bekommen: Nähe. Wie schwierig es ist, sie zu umgehen und wie sehr wir sie brauchen, haben wir in den letzten Monaten gemerkt. Hoffentlich vergessen wir das nicht, findet Haluka Maier-Borst

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    Alle reden über das Wetter – auch wir. Aber die Frage nach Sonne und Wolken ist noch das kleinste Problem, wenn man sich anschaut, wie sich die (politische) Großwetterlage entwickelt. Von Haluka Maier-Borst

  • Eine Wespe auf Nahrungssuche. (Quelle: dpa/Klaus Nowottnick)
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    Zum Wochenausklang nochmal Raser, Betrüger, Proteste: In diesem Sommer ist alles ein bisschen anders als sonst. Nicht nur, weil es ständig regnet. Zum Glück gibt es auch in diesen Zeiten noch Konstanten. Von Sarah Mühlberger

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    Was? Wie bitte? Die Maske soll uns im Corona-Alltag helfen, aber sie macht unserer Leben auch komplizierter. Kira Pieper hat sich auf die Suche nach Experten begeben, die gute Kommunikation mit Gesichts-Accessoire lehren.

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    Sehnsucht nach der Saure-Gurken-Zeit

    Eigentlich wäre gerade allerbeste Saure-Gurken-Zeit. Doch die redensartliche Ruhe will sich einfach nicht einstellen. Und auch bei den wahren Gurken im Spreewald läuft es nicht. Dabei wäre es so schön, sich nur mit Söder und Co. vergnügen zu können, findet Johannes Mohren.

  • Symbolbild: Eine Frau mit Atemschutzmaske steht vor dem Schloss Charlottenburg und macht ein Selfie. (Quelle: dpa/C. Klose)
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    Für einen Tag kein C.

    Heute sah es lange danach aus, als ob Corona kein Thema wäre. Ein ruhiger Tag? Wohl kaum. Was folgte, war die schmerzhafte Erkenntnis, dass wir vor, während und nach der Pandemie mit einem ganz anderen Virus zu kämpfen haben, glaubt Efthymis Angeloudis.

  • Archivbild: Gretsche beim Spiel Hertha BSC Berlin gegen Fortuna Düsseldorf. (Quelle: dpa/S. Simon)
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    Endlich wieder auf die Schnauze

    Nun, da Kontaktsport in Berlin wieder erlaubt wird, können alle künftig mehr machen als nur durch die Gegend joggen. Entsprechend sollten wir beim ersten schmerzhaften Rumms nicht gleich all zu laut aufheulen, sagen Haluka Maier-Borst und sein Gewissen.

  • Neben den üblichen Dingen, kommen während der Coronapandemie noch viele weitere Dinge in den Koffer (Quelle: imago images/Sven Hagolani).
    imago images/Sven Hagolani

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    Die Urlaubszeit löst normalerweise Freude und Entspannung aus. In Corona-Zeiten ist aber alles anders. Da beschleunigt Sie zumindest bei Lisa Schwesig die Faltenbildung. Denn neben den üblichen Sorgen, wie das Wetter wird, gesellen sich viel unangenehmere.

  • Symbolbild: Eine Frau singt zu hause (Quelle: imago images)
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    Auf Fliesen und Dielen, die die Welt bedeuten

    Zwar ist viel Normalität wieder eingekehrt, das kulturelle Leben leidet aber unter Corona nach wie vor. Haluka Maier-Borst macht sich Gedanken um sein eigenes Kulturkonzept – für zu Hause und die Szene, die es gerade nicht leicht hat.

  • Touristen besuchen die Stadt Pompeji (Quelle: dpa/Alvise Armellini)
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    Ein Ende ohne Schrecken

    Die Forschung des Untergangs vergangener Zivilisationen könnte uns helfen die aktuelle Gefahr durch das Coronavirus oder die akute Gefahr durch den Klimawandel besser einzuschätzen, findet Efthymis Angeloudis. Oder wir können Augen und Ohren verschließen und lalalala.

  • Verkehrsschilder - Abbiegen rechts (Quelle: imago/Kai Bienert)
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    Hart rechts abbiegen in die Sackgasse

    Rechtsextreme Umtriebe in Brandenburg und Berliner Straßennamen, die noch an Kolonialherren erinnern: die aktuellen Themen sind leider wenig heiter, aber müssen im Diskurs bleiben, findet Haluka Maier-Borst

  • Eine Gesichtsmaske liegt auf der Strasse. (Quelle: dpa/Oliver Hurst)
    dpa/Oliver Hurst

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    Ist Corona jetzt vorbei oder was?

    So nachrichtenreich war der Abschluss einer Woche lange nicht mehr. Und was noch bemerkenswerter ist: Mit Corona hatte das wenig zu tun. Coro-was? Ja, das fiese Virus, das alles verändert hat, scheint mmer mehr in Vergessenheit zu geraten. Von Kira Pieper

  • Mehr Berlin geht kaum: Schauspieler Harald Juhnke isst bei Konnopke eine Currywurst (Quelle: imago images/Gueffroy).
    imago images/Gueffroy

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    Entschuldijen Se, dit heißt Schrippe!

    Inne Pandemie kann man uff de blödesten Ideen kommen. Da juckt dit hinten im Kopp und dann muss dit raus. So jeht es Lisa Schwesig, die Se mit uffe Reise inne Verjangenheit nimmt und mit Ihnen durchn Tierpark flaniert.

  • Schäferhundwelpe (Quelle: imago images)
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    Tierisches Transfer-Theater

    Sommerzeit ist im Sport Transferzeit. Doch wegen Corona gilt es, bei Neuverpflichtungen kreativ zu werden. Johannes Mohren hat deshalb Ball-Virtuosen mit Schnauze und Geweih gescoutet - und er freut sich über einen Paketboten, der ihn eigentlich geärgert hat.

  • THEMENBILD - Mitarbeiter des Roten Kreuzes nimmt mit einem Staebchen einen Abstrich bei Personen mit Erkrankungsverdacht (Quelle: imago-images)
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    Der Absacker 

    Freiwillig ins Hirn pieksen wie die Bayern?

    Der Wettstreit der Bundesländer bekommt nun eine neue Disziplin. Erst ging es darum, wessen Lockdown am rigidesten ist, nun geht es um Tests für alle. Aber ist es sinnvoll, immer den Bayern nachzueifern? Von Haluka Maier-Borst

  • Larry, the 10 Downing Street Cat (Quelle: imago-images)
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    Der Absacker 

    Mit Katzen kommt man durch jede Krise

    Jetzt wird jeder Einkauf zur Schnäppchenjagd. Denn am 1. Juli sinkt die Mehrwertsteuer. Oder ist das alles etwa eine große Lüge? Oh nee, nicht schon wieder eine schlechte Nachricht. Da muss schnell Abhilfe her. Und die kommt aus Großbritannien. Von Kira Pieper

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Beitrag von Kira Pieper

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Ist es wirklich dramatisch, mal EINEN Sommer lang keinen Urlaub in die Ferne zu starten...? Ja, viele haben sich drauf gefreut, einige haben es bitter nötig und wenige können ihn nie nachholen. Schön ist anders, aber so etwas - solang man das Geld wieder bekommt natürlich - fällt dann eher in die Kategorie der “Luxusprobleme”.

    Und zum Thema Gewalt fehlt die digitale Gewalt, das, was hier jeden Tag auf sämtlichen (a)sozialen Medien passiert, das verbale Rundumschlagen, das aggressive und bedrohliche Pöbeln, das Frust ablassen.

    Im Netz staut sich die Gewalt. Jeder scheint voll davon zu sein, in einer solchen Masse tritt das auf. Mir wird übel bei einigen Kommentaren, triefend vor Hass.

    Und auch die Straßengewalt scheint mir, nimmt stetig zu und wird brutaler.
    Früher, da gab es Kneipenschlägereien, die endeten mit der Faust auf der Nase und einem blauen Auge.

    Heutzutage wird nicht mehr abgelassen, tollwütig wird auf Köpfen rumgesprungen, es wird nicht mehr abgelassen vom Opfer, es wird nicht aufgehört bis es (halb)tot ist.
    Diese Verrohung von Menschen wird stetig schlimmer. Was ist schuld? Die Medien? Die Ego-Shooter? Die Filme, die immer detailreicher Blutgemetzel zeigen? YouTube, mit Inhalten die nicht ausreichend geprüft werden...?

    Es gibt Tage, da widert mich diese Welt so an...

  2. 1.

    Super Absacker (fast) zum Arbeits-Wochenausklang! Total easy diese bisherigen Tage zusammengefasst.
    zu Punkt 1. Was vom Tag bleibt: Sehe ich auch so. Egal! Ich nehme das zur Kenntnis und hake das als Geschichte ab.
    zu Punkt 2. Abschalten: Sehe ich auch so. Egal! Ich nehme das zur Kenntnis und hake das als Geschichte ab.
    zu Punkt 3. Und wie geht’s?: Egal! Ich mache schon seit 20 Jahren Urlaub nicht weiter als 200 km entfernt. Total easy... egal in welcher Krise.
    zu Punkt 4. Ein weites Feld: Absolut!
    Ne wirklich werte Kira Pieper... "Bitte tief durchatmen." Sollte der Schlachtruf in diesem Sommer werden. Mal alle Aufgeregtheit von sich abperlen lassen wie der derzeitige Regen am Ostfriesennerz.

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