Laura Kingston
Bild: rbb|24

Der Absacker - Ein Appell ans schlechte Gewissen

Fünf Jahre, nachdem Deutschland Vorzeigeobjekt in Sachen Flüchtlingspolitik wurde, diskutiert die Politik wieder über die Aufnahme von Geflüchteten in Deutschland - diesmal im kleineren Rahmen. Laura Kingston fragt sich: Was ist aus "Wir schaffen das!" geworden?

"Wir schaffen das." Der berüchtigte Satz, den Angela Merkel vor etwas mehr als fünf Jahren gesagt hat, spukt mir heute im Kopf herum. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat ihn in Erinnerung gerufen, als er heute verkündete, Deutschland sei bereit, 100 bis 150 minderjährige Geflüchtete aus dem abgebrannten Flüchtlingslager "Moria" in Deutschland aufzunehmen. Kritik hagelte es von allen Seiten.

1. Was vom Tag bleibt

Besonders stark hagelt es aus Berlin. Der Innenminister der Hauptstadt, Andreas Geisel (SPD), nannte Seehofers Angebot "beschämend gering" und kündigte an, sich am Montag selbst in den Flieger nach Lesbos zu setzen, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu verschaffen.

Außerdem boten Potsdam und neun weitere deutsche Städte an, Geflüchtete aufzunehmen. Das geht aus einem Brief von Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeistern an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hervor, der rbb|24 vorliegt.

Das Thema "Umgang mit Geflüchteten" war gefühlt lange nicht mehr ernsthaft Thema in Medien und Politik, sogar die AfD hat sich in den letzten Jahren andere Themen gesucht. Ob die Zeichen aus den Städten und von Berlins Innenminister Geisel einen Diskurs anregen, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Es wird sicherlich weitere Appelle ans schlechte Gewissen geben. Dass in Deutschland über diese Größenordnung, 100 bis 150 Minderjährige, gesprochen wird, macht eine Frage für mich unumumgänglich: Was ist ist aus "Wir schaffen das!" geworden?

2. Abschalten

Ich bin gerade an diesem Punkt im Spätsommer angelangt, an dem ich das Ende meiner Lieblingsjahreszeit leugne. Wenn mir jemand etwas von "Wie herbstlich es geworden ist." erzählt oder "Brrr, wie kalt es ist", entgegne ich: "Hier, die Sonne scheint doch!" oder "Nächste Woche soll es noch einmal warm werden." Dass sich der Sommer wirklich dem Ende zuneigt, wird mir dann allerdings doch jeden Abend schmerzlich bewusst, wenn ich um 20 Uhr im Dunkeln sitze.

Aber auch an dieser Front gibt es einen kleinen Trost: Die Filme im Freiluftkino beginnen nicht mehr so spät. Und die Berliner Wahrzeichen können länger bestrahlt werden - beim Festival of Lights. Nicht, dass das persönlich mein Ding wäre, aber ich denke, es kann nicht schaden, etwa den Reichstag mal wieder in einem anderen Licht zu sehen, als noch vor ein paar Wochen während der sogenannten "Sturm auf Berlin"-Demo.

3. Und, wie geht's?

"Ehrlich gesagt, gerade nicht so gut. Ich habe mich schon wieder mit den Sozialarbeitern gestritten." Dieser Satz stammt von Mirza*, einem jungen Mann aus Afghanistan, der seit einigen Jahren in der Sammelunterkunft "Zeppelinstraße" in Potsdam lebt. Grund für die Auseinandersetzung: Die Küche, die er sich mit 18 anderen Bewohner*innen teilen muss, ist geschlossen, also muss er in ein anderes Stockwerk gehen. Außerdem gebe es gerade nur zwei Waschmaschinen für 141 Menschen.

Mirza* hat gerade seinen dritten Antrag auf eine sogenannte Auszugserlaubnis gestellt, durch sein laufendes Asylverfahren hat er wenig Chancen - trotz seines festen 40-Stunden-Jobs und seiner guten Deutschkenntnisse.

Immerhin wird er sich in Zukunft kein Zimmer mehr mit anderen teilen. Potsdam will die Unterkunft umbauen, sodass eine "wohnungsähnliche" Unterbringung entsteht.

4. Ein weites Feld

Mir kam neulich - natürlich im Urlaub, denn dafür ist vermutlich etwas Abstand zum Alltag nötig - der Gedanke: Ist das eigentlich der Job, den ich bis zum Ruhestand ausüben werde? Journalistin? Oder sollte ich etwas anderes ausprobieren? Als ich wieder zurück in Berlin war, und dementsprechend auch wieder unterwegs auf Twitter, sprang mir ein Tweet von einem gewissen Herrn Musk entgegen:

"Bitte arbeiten Sie bei Tesla Giga Berlin! Es wird super Spaß machen!!"

Ein Zeichen?

Darüber sinnierend verabschiede ich mich an dieser Stelle. Passen Sie auf sich auf und bewahren Sie ein Lächeln (unter der Schutzmaske)!

Ihre Laura Kingston

Alle Absacker

RSS-Feed
  • Der Absacker 

    Hauptsache irgendwas tun – ist das der Berliner Weg?

    Dass im Zuge der steigenden Neuinfektionen wieder mehr Regeln verschärft werden, macht Sinn. Trotzdem ärgert sich Haluka Maier-Borst darüber, dass einzelne Maßnahmen eher nach meinungsstarkem Aktionismus riechen.

  • Absacker 

    Carpe den verdammten Diem!

    Der Corona-Gipfel von Bund und Ländern bedeutet neue Beschränkungen für alle. Das fühlt sich für Laura Kingston zuweilen an wie Elternsprechtag. Und aus dem geht sie nicht sonderlich hoffnungsvoll hervor.

  • Der Absacker 

    Entscheidungen mit Strahlkraft

    Seit der Corona-Pandemie teilt sich die Gesellschaft für Lisa Schwesig in zwei Teile. Die einen sind einsam, die anderen nicht einsam genug. Daneben warten politische Entscheidungen, die uns jahrzehntelang beschäftigen könnten.

  • Der Absacker 

    Punkt, Punkt, Koma, Strich, fertig ist das Kürbisgesicht

    Wenn sich die schlechten Nachrichten stapeln, schaut Lisa Schwesig in die Weite der Kürbisfelder. Mit den Hosentaschen voller Kastanien blickt sie dem Herbst entgegen - mit all seinen Vor- und Nachteilen.

  • Der Absacker 

    Friedhof der Pilzkulturen

    Weder formschön, noch effizient – aber wohl eine der wenigen Alternativen für die Gastronomie in Herbst und Winter. Heizpilze erleben durch Corona ein Comeback. Aber was wird mit den Dingern nach der Pandemie? Haluka Maier-Borst hat da eine Idee.

  • Der Absacker 

    Darf es noch ein Schuss Skepsis sein?

    Dass Bürgerinnen und Bürger kritisch sind, auch uns gegenüber, ist unglaublich wichtig. Dass aber manche einem sogar Grundkenntnisse in Mathematik absprechen, ist dann doch vielleicht etwas viel des Guten, findet Haluka Maier-Borst.

  • Der Absacker 

    Es war einmal in Berlin

    Anfang des 20. Jahrhunderts kämpften strenggläubige Christen in den USA gegen das "Teufelszeug" Alkohol. Nun wird auch in Berlin über ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen gesprochen. Geht das an der Realität vorbei, fragt sich Efthymis Angeloudis.

  • Der Absacker 

    Bei grün darfst du gehen, bei gelb ...

    Lange konnte man fast vergessen, dass Berlin mit der Corona-Ampel seine ganz eigene Regelung hat. Doch jetzt, wo der Sommer zu Ende geht, wird das Ganze auf einmal aktuell. Haluka Maier-Borst fragt sich: Was kann man jetzt tun?

  • Der Absacker 

    Alles auf Durchzug!

    Die Temperaturen sinken, aber die Fenster bleiben geöffnet. Das sorgt an der Grundschule Christian-Morgenstern in Spandau für Krankheitsfälle - viele erkälten sich wegen des permanenten Durchzugs. Auch Laura Kingston ist ein bisschen kalt (ums Herz).

  • Der Absacker 

    Krokodil dringend gesucht

    Das Känguru Skippy, die Kuh Yvonne und der Problembär Bruno: Sie werden uns immer in Erinnerung bleiben. Und das Sommerloch-Tier 2020? Gab es nicht. Woran hat das nur gelegen, fragt sich Kira Pieper.

  • Der Absacker 

    Kein Schwein ruft mich an

    Die Schweinepest bahnt sich ihren Weg entlang der polnischen Grenze. Mit Isolation versucht man, den Erreger einzudämmen. Das ganze Szenario ähnelt den Corona-Maßnahmen. Auch das Leben von Lisa Schwesig fühlt sich allmählich wie in Kernzonen aufgeteilt an.

  • Der Absacker 

    Abwarten, aber gerne ohne Tee trinken

    Jeder warme Tag fühlt sich an, als könnte er der letzte sein. Und aus verschiedenen Gründen graut einem vor dem Herbst. Trotzdem versucht Haluka Maier-Borst ruhig zu bleiben und nicht zu pessimistisch in die Zukunft zu blicken.

  • Der Absacker 

    Jetzt schon für den Winter planen (Serientipps von rbb|24)

    Spontaneität schön und gut, aber es macht (mich) so aggressiv: Vor der Glotze sitzen und dann nicht wissen, was man gucken soll. Wir bereiten Sie deshalb jetzt schon auf die Binge-Phase vor. Die aktuellsten News des Tages gibt's natürlich auch. Von Tim Schwiesau

  • Der Absacker 

    Dann halt auch noch Schweinepest

    Sechs Monate nach dem Ausbruch von Corona kommt nun die Afrikanische Schweinepest in die Region. Haluka Maier-Borst ist entnervt und möchte das Jahr 2020 jetzt einfach nur noch schnell abhaken.

  • Der Absacker 

    Ist das jetzt der Weltuntergang? Nicht ganz.

    Dank dem Bundesamt für Katastrophenschutz haben Sie am Donnerstag die Möglichkeit, in die Rolle Ihres Lebens zu schlüpfen. Einen Oscar gibt es dafür aber sicherlich nicht - und eigentlich ist die ganze Übung auch keine gute Idee, findet Lisa Schwesig.

  • Der Absacker 

    Ein schmerzvolles Geständnis

    Noch gibt es Uneinigkeit, doch bald könnte die Berliner City-Maut bereits Realität werden. Aber sind autofreie Städte nicht nur ein Thema für Besserverdiener? Und wie kann man seine Waden für das ganze Radfahren auf Vordermann bringen, fragt sich Efthymis Angeloudis.

  • Der Absacker 

    Mit Rechtsabbiegern ist vermehrt zu rechnen

    Wer geglaubt hat, dass der Sturm auf die Reichstagstreppe ein Einzelfall war, wird heute eines Besseren belehrt. Zwei aktuelle Geschehnisse zeigen, dass es an allen Ecken und Enden Probleme mit Rechtsextremen gibt. Von Haluka Maier-Borst

  • Der Absacker 

    Und Ruhe kehrte ein

    Es war eine hektische Woche mit den Nachwehen der Anti-Corona-Maßnahmen-Demo und dem großen Elon-Musk-Rummel. Haluka Maier-Borst hofft, dass es am Wochenende etwas weniger turbulent zugeht.

  • Der Absacker 

    Der wichtigste Besucher Brandenburgs aller Zeiten

    Tesla-Chef Elon Musk war auf der Baustelle des neuen Werks in Grünheide. Er macht die Gemeinde in der Mark zu Hollywood - und sucht nach einer Steigerungsform des Superlativs, vermutet Johannes Mohren. Gleichzeitig liefert er einen Ersatz-Tipp für Trash-TV.

  • Der Absacker 

    Wenn es scheppert, dann ist nix mehr mit Tee trinken

    "Covidioten" ist also laut Staatsanwaltschaft zumindest rechtlich gesehen keine Beleidigung. Trotzdem macht sich Haluka Maier-Borst Gedanken darüber, wie hilfreich ein solcher Ton in politischen Diskussionen ist.

  • Der Absacker 

    Mit Handschuhen im Büro

    Der Herbst kommt so langsam und damit kommen harte Zeiten auf uns zu. Die Politik trifft schon mal Vorkehrungen und ordnet wieder strengere Corona-Regeln an. Und auch Kira Pieper macht sich schon mal Gedanken, wie es mit der einbrechenden Kälte werden könnte.

  • Der Absacker 

    Wer unterwandert hier eigentlich wen?

    Die Bilder vom Samstag lassen einen nach wie vor nicht kalt, mit Migrationshintergrund erst recht nicht. Aber vielleicht helfen da die örtlichen Tugenden aus Berlin und Brandenburg: stoische Ruhe und trockener Humor. Von Haluka Maier-Borst

  • Der Absacker 

    Die Schwaben kommen!

    Am Samstag soll wieder gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie demonstriert werden. Anmelder der Demo ist die Initiative "Querdenken 711" aus Stuttgart. Warum wurde gerade das brave Stuttgart zur Hochburg der "Rebellen", fragt sich Efthymis Angeloudis.

  • Der Absacker 

    Boris trainiert den Pessimismus weg

    Kaum naht der Herbst, steuert die Corona-Krise auf zwei Szenarien zu: Ende in Sicht oder alles auf Anfang? Zumindest empfindet es Lisa Schwesig so. Zum Pessimismus kommen Fernweh und die Ungewissheit einer US-Wahl. Aber Boris Johnson wirft einen Rettungsanker.

  • Der Absacker 

    Wenn es regnet, dann schüttet es

    Corona-Demo verboten, Flip-Flop-Bankräuber gefasst, Liebig34 vor der Räumung. Und das alles vor 12 Uhr mittags. Ein Nachrichtentag, an dem die Meldungen nur so reinprasselten. Und dann auch noch Wetter. Von Sarah Mühlberger

  • Der Absacker 

    Wenn es blau blinkt, ist's Berlin

    Crime-City, Ganoven-Stadt – heute hat die Hauptstadt ihrem anrüchigen Image alle Ehre gemacht. Aber abseits davon wundert sich Haluka Maier-Borst über die ganz neue Offenheit der Senatsverwaltung für Kultur.

  • Der Absacker 

    Zuschauen und lernen – wen n es niht zu seh rruckelt

    Nicht einmal in der Hälfte aller Brandenburger Schulen ist angemessener Digitalunterricht möglich, weil das Internet zu langsam ist. Was aber, wenn aufgrund von Corona-Fällen doch wieder Home-Schooling nötig wird, fragt sich Haluka Maier-Borst.

  • Der Absacker 

    Ich bin ok, du bist ok – und die Giraffe auch

    "Er will doch nur...!", "Was denkt die sich eigentlich!?" Bei hitzigen Themen wird der Gegenseite viel unterstellt und ausgiebig in den Kopf geguckt. Haluka Maier-Borst erinnert sich in solchen Momenten dann vor allem an Konflikttraining – und afrikanische Tiere.

  • Der Absacker 

    Travelling with Deutsche Bahn

    Was für ein Corona-Sommer! Warum in die Ferne schweifen, wenn das Schöne doch so nah ist? Aber ob Auslandsreise oder Urlaub in bekannten Gefilden - Kira Pieper befürchtet: Das Virus lauert eh überall. Auch oder vielleicht gerade in der Deutschen Bahn.

  • Der Absacker 

    Aller Anfang ist leicht

    Manchmal beginnt die Katastrophe ganz leise und schleichend. Alles wirkt harmlos und wie gewohnt. Doch dann nehmen die Ereignisse eine ganz andere Wendung. Das gilt für den Anschlag auf der A100, aber auch für die Corona-Pandemie, findet Lisa Schwesig.

Was Sie jetzt wissen müssen

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

25 Kommentare

  1. 25.

    Meine Auusage soll nicht mehr Vergütung fordern, sondern darstellen, dass hier schon gespart werden muss durch das Land. Das Geld liegt eben nicht auf der Straße und allein kann das Land Berlin dies niemals leisten ohne zusätzliche Mittel. Die Einnahmen aus Steuern in Berlin decken niemals den tatsächlichen Bedarf. Andere Bundesländer und der Bund Steuern hier bei. Es wäre schön auf den Zusammenhang zu achten.

  2. 24.

    Was ich von meinen Freunden in der Verwaltung höre ist erstens, dass Organisationsstrukturen oft schlecht und unnötig kompliziert sind und dass es ewig dauert oder teils unmöglich ist, Vereinfachungen und Veränderungen durchzusetzen. Wenn Sie das mit schlechten Bedingungen meinen, wäre mir das durchaus wichtig. Und da ich weder geduldig noch allzu zäh bin, werde ich mich da nicht bewerben. Was ich zwotens höre ist, dass bei moderater Arbeitsbelastung die Bezahlung zwar nicht top, aber durchaus auch nicht 'bottom' ist. Und diese Frage war es ja, die "Han." aus BRB aufgeworfen hat: Sollen wir die Aufnahme Geflüchteter verweigern, um Verwaltungsleute besser bezahlen zu können? Und da sag ich nach wie vor 'Nein'. Was sagen SIE zu DIESEM Thema?

  3. 23.

    Ihren Neid auf den Dienst beim Land Berlin können Sie dadurch lösen, in dem Sie sich dort bewerben, es gibt leider zu wenig Personal. Immer bewerben. Dann sitzen sie auch warm und trocken. Bezahlung und Bedingungen sind zwar nicht so gut, aber das erscheint Ihnen ja nicht so wichtig.

  4. 22.

    Da stimme ich Ihnen vollkommen zu. Dieses Problem haben wir aber ohnehin seit Jahren (wenn nicht Jahrzehnten) auch mit Kindern, denen unser Kulturraum nicht fremd ist: Wir brauchen mehr Lehrer, Sozialarbeiter und Psychologen! Extreme Konzentrationsschwächen, Mobbing, Bullying, übermäßiger Leistungsdruck, Misshandlung, Minderwertigkeitsgefühle, Depressionen bereits im Grundschulalter, uswusf... sind auch (und vllt gerade?) bei Kindern verbreitet, die nicht auf extremen Wegen nach Deutschland gekommen sind. Sondern deren Familien hier seit Generationen leben. Viele Pädagogen müssen also täglich absolut am Limit arbeiten. Geflüchtete Kinder sind dabei tatsächlich eine zusätzliche, aber eben wahrlich nicht die einzige Herausforderung.

  5. 21.

    wenn wir Flüchtlinge aufnehmen wollen, sollten wir fairerweise genügend Ressourcen an Pädagogen, Sozialarbeitern, Psychologen sowie Polizei und Staatsanwälte bereitstellen können, die wir in einem für uns völlig fremden Kulturraum auch benötigen würden

  6. 20.

    Was immer die Bezirke leisten müssten, könnten sie auch mit LANDESmitteln. Vom LAND Berlin. - Eine wichtige Ursache der hiesigen Mittelknappheit ist die sprichwörtlich langsame Berliner Verwaltung: Gut bezahlte Leute in gut geheizten Büros, die sich oft VIIEL Zeit mit der Erfüllung ihrer Aufgaben lassen. Und ich kenne Leute aus der Verwaltung persönlich: Schlecht geht's da keinem. Sorgen mache ich mir also weit eher, wenn in einer humanitären Krise mit apokalyptischen Zuständen jemand beklagt, dass kein Geld für bessere Dotierungen oder Beförderungen der Verwaltungsangestellten da ist. Kaum zu glauben.

  7. 19.

    Es ging um Steuereinnahmen. Über den Haushalt bestimmt der Gesetzgeber, sprich das AH. Die Bezirksämter haben keine Rechtspersönlichkeit, sind also keine eigenständigen Kommunen. Berlin ist Land und Stadt. Die Bezirksämter sind nur Teil der Verwaltung.

  8. 18.

    Haben wir aus den alten Fehlern gelernt ?
    oder sind wir immer noch blind vor den Problemen.

  9. 17.

    Die Antwort lautet: Die Bezirke können dies nicht leisten ohne Mittel vom Bund oder EU. Viele Fachbereiche sind so knapp mit finanziellen Mitteln bestückt, dass im Sommer schon Schluß ist mit der Umsetzung von geplanten Maßnahmen. Die Schulbauoffensive wird ebenfalls schon so zusammen gestrichen, durch den Senat, so dass die Bezirke die großen Versprechen gar nicht erst umsetzten können! Eine höhere dotierte Stelle und Beförderungen sind aufgrund der finanziellen Lage bis auf weiteres nicht umzusetzen und so weiter. Berlin hängt so schon in allem hinterher. Jetzt kommt noch die Krise. Womöglich droht ein Stellenabbau. Ich denke nicht das Raum und Geld für solche Diskussionen wie im Artikel angebracht sind.
    Ich habe kein schlechtes Gewissen, ich mache mir ernsthaft Sorgen über Menschen die mir dies einreden wollen.

  10. 16.

    "Wir schaffen das."

    Das wesentlichste Problem liegt für mich darin, dass aus einer rein abschließenden Bemerkung, die allenfalls verhaltene Quintessenz war, medienseitig, keineswegs regierungsseitig, eine griffige Parole gemacht wurde. Das hat die Schieflage wesentlich mit verursacht.

    Es gibt keinen Gradmesser, ob "wir" das schaffen oder nicht schaffen. Das war auch nie die Frage seitens des Menschen, der diesen Satz geprägt hat. Vielmehr ginge es erstmal unabhängig von Größenordnungen darum, auf welche Weise Behörden, die mit derlei nicht vertraut sind, einschlägig und anschaulich nachgeschult werden. Wer ein gut gestaltetes Gebäude errichtet, misst seine Qualität auch nicht unbedingt an der Zahl der Besuchenden, die dort ein- und ausgehen.

    Klaus Wowereit ist das derweil erspart geblieben. Das "Und das ist gut so" machte zwar übertriebenerweise hier und da die Runde, als rechnerischer Gradmesser wurde der Satz hingegen nie genommen.

  11. 15.

    Wie kommen Sie zu dieser Aussage? Natürlich erhalten auch die Bezirke Steuermittel. Jedenfalls aber hat das Land Berlin finanzielle Mittel über die es bestimmen kann, da sind wir uns vermutlich einig. Und die Frage, die für mich aus Carlos' Beitrag entstand war, ob das Land Berlin die Aufnahme von Geflüchteten finanzieren könnte, ohne Bundes- oder EU-Mittel beanspruchen zu müssen.

  12. 13.

    Ich finde den Herbst toll. Der Sommer kann oft brutal heiße Tage haben. Das Frühjahr bringt für mich lästige Pollen mit ;-) Und der Winter ... na ja, kann ziemlich nervig sein, wenn es schneit und glatt ist. Okay, gibt es im späten Herbst auch mal, Aber alles negativ zu sehen macht ja auch keinen Spaß. Deswegen ist der Herbst ein guter Kompromiss:-)))

  13. 12.

    Berlin ist im föderalen Prinzip aber ein Land und keine Kommune. Die finanziellen Spielräume von Kommunen (hier: den Berliner Bezirken) sind tatsächlich eng begrenzt. Auf der Landesebene sieht das schon ganz anders aus. Ich kann nicht beurteilen, wie viel finanzielle Hoheit das Land Berlin hier tatsächlich hat. Aber eben deutlich mehr als ein einzelner Bezirk.

  14. 11.

    "Was ist ist aus "Wir schaffen das!" geworden?"
    Was soll daraus geworden sein ? Soll uns jetzt dieser eine so harmlose Satz nun ewig bis ans ende unser Tage verfolgen und soll er uns jetzt bei jeder passenden Gelegenheit um die Ohren "gehauen" werden ?
    Dieser eine Satz hatte eine gewisse Gültigkeit, den unsere Bundeskanzlerin sicher hätte vermieden, hätte sie damals ihre Glaskugel dabei gehabt, was die Medien daraus machten.
    Auf diesem Satz gibt es kein Copyright, dass er nur für die damalige Flüchtlings Misere gilt. Es ist eben nur ein geflügelter Satz, wie so viele andere. Mehr nicht.

  15. 10.

    Tja, dann sollte EU und Bund an erster Stelle vielleicht nicht in anderen Ländern rumbomben und Revolutionen anzetteln wenn nicht mal paar Lehrer und nicht wissen, dass Krieg mehr beinhaltet als nur mit Hammer irgendwo drauf zu hauen, huh? Unterdessen war es in Preußen so, dass Viertel gebaut wurden, z.B. als Protestanten aus Böhmen oder Hugenotten aus Frankreich zuzogen (wobei z.B. in Ostpreußen in den Jahren 1713-1740 zugezogene mehr als 25% der Bevölkerung 1740), und in modernen Umständen könnte eigenstaatliches auch kleines Preußen locker zumindest Dinge anbieten wie z.B. Platz für Ausbildung afghanischer Polizisten (wozu man auch paar Afghanen in Griechenland längst hätte rekrutieren hätte können), vertiefte Zusammenarbeit mit Türkei zum Bau von Wohngegenden (statt dass dort wie vor Jahrzehnt Millionen in Slums), Internatsschulen für syrische Waisenkindern mit syrischen Lehrern, generell mal Vertretung von Leuten einbeziehen, statt selbsternannten Flüchtlingshilfefürsten, u.ä.

  16. 9.

    Und wie ist es im Zusammenhang mit christlichen Werten zu verstehen? Z.B. Lukas 16:19-31 sagt doch, dass man in Hölle landet wenn man als Reicher den Armen vor der Tür läßt, oder? Sollte sich da insbesondere AfD, als doch so christliche Fundamentalisten, nicht noch mehr als Herr Geisel aufregen? Oder ist Christentum in DE nicht mehr als womit man sich in Wahlen als guter Mensch darstellt, während man sich zuhause mit der Bibel den Hintern abwischt?

    Ich selber bin übrigens nicht für einfach so offene Staatsgrenze, aber abgesehen von im anderem Kommentar genannten lokalen Dingen, welche man anbieten könnte, außenpolitisch bin ich auch für bißel was anderes. Spezifisch bin ich zwar für freien Markt (wenn auch nicht in dem Sinne, dass überhaupt keine Kontrolle, wenn z.B. Raubmord an Volk um dortige Rohstoffe aufm Weltmarkt zu verkaufen, u.ä.), aber Wirtschaft allgemein sollte eher als was gemeinsames gesehen werden, statt so zu tun als ob Fußballliga wo Armut anderswo hieriger Gewinn.

  17. 8.

    Wir schaffen es eben nicht, jedenfalls nicht alleine. Und speziell Berlin nicht. Und die Kommunalpolitiker verschweigen gerne bestimmte Themen. Finanzierung. Lehrermangel, Kitaplätzemangel und besonders Freizügigkeit. Sobald Flüchtlinge als anerkannt gelten, genießen sie Freizügigkeit und können auch woanders hingehen. So wollen Kommunen zwar helfen, rufen aber hinterher nach Geld vom Bund. Und die Freizügigkeit führt durch Wohnungsmangel auch zu Obdachlosigkeit. Kinder finden keinen Platz in Kitas. Den Schulen fehlen Lehrer. Es macht keinen Sinn, das Problem durch kommunale Politiker lösen zu wollen. Die schaffen das eben nicht. EU und Bund sind es. Und da ist keine Einigung in Sicht, die den Kommunalpolitikern gefällt. Sich hinstellen und Hilfe anbieten ist nur eine Seite, die Folgen zu bedenken eine andere. Letztendlich tragen EU und Bund die Verantwortung.

  18. 7.

    Icke erinnere mich im September auch immer wieder an vergangene Zeiten! September war, nach 8 Wochen Ferien, immer Schulanfang! Sportstunde früh um sieben bei nasskalter frischer Luft. Mittags Sommerwetter. Jacke an, Jacke aus. Buntes Laub, Nebel am Morgen, Tautropfen an den Gräsern. Hm, könnte nen Gedicht werden......

  19. 6.

    Icke erinnere mich im September auch immer wieder an vergangene Zeiten! September war, nach 8 Wochen Ferien, immer Schulanfang! Sportstunde früh um sieben bei nasskalter frischer Luft. Mittags Sommerwetter. Jacke an, Jacke aus. Buntes Laub, Nebel am Morgen, Tautropfen an den Gräsern. Hm, könnte nen Gedicht werden......

Das könnte Sie auch interessieren