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Der Absacker - Wie ein winziger Erreger neue Dimensionen schafft

Seitdem das Coronavirus unseren Alltag beherrscht, haben sich die Maßstäbe verschoben. Das gilt sowohl für ganze Bundesländer, als auch Krethi und Plethi auf der Straße. Was macht das mit uns? Von Haluka Maier-Borst

Man muss sich das mal vorstellen. Das Coronavirus ist nicht mal ein Lebewesen und gerade mal 0,05 bis 0,2 Mikrometer groß. Das heißt, größentechnisch verhält es sich ungefähr zu einem Blütenpollen so, wie ein jeder von uns zum Fernsehturm am Alex. Und doch hat dieses kleine Ding selbst die größten Dinge ins Wanken gebracht. Indien fordert seine 1,3 Milliarden Bewohner auf, zu Hause zu bleiben [tagesschau.de]. Die Grenzen in der EU sind weitestgehend dicht. Und auch in weiteren Größenordnungen zeigte der Tag, wieviel dieses Virus verändert.

1. Was vom Tag bleibt

Noch lange bevor die Corona-Fallzahlen ihren Höhepunkt wohl erreicht haben, kann eine Krankenschwester schon über die Herausforderung berichten: "Schon in normalen Zeiten arbeiten wir viel. Jetzt ist es doppelt so viel", sagt sie. Klagen tut sie dabei kein bisschen. Sondern sie spricht davon, dass es für sie und ihre Kollegen selbstverständlich sei, jetzt eine Schippe draufzulegen. Und dass hoffentlich genügend Schutzanzüge, Handschuhe und Mundschutz nachgeliefert kommen.

Übrigens, wo wir beim Verdoppeln sind: In Brandenburg will die Regierung den Corona-Rettungsschirm deutlich vergrößern und von 500 Millionen auf eine Milliarde aufstocken. Und das, während Soforthilfen für die Wirtschaft bereits anlaufen.

Das Wichtigste ist aber wohl für Sie als Leser ein anderer Artikel: In dem hier verlinkten Beitrag versuchen wir laufend Ihre drängendsten Fragen zur Corona-Krise zu beantworten.

2. Abschalten.

Mehr lesen, das nehme ich mir jedes Jahr aufs Neue vor. Auch vor der Quarantäne hatte ich mir das nochmal gesondert zum Ziel gemacht - und bin bisher gescheitert. Nichtsdestotrotz habe ich mich mal nach Leseempfehlungen umgeschaut, vor allem jenseits der Grenzen, die zwar gerade dicht sind, wo man aber auch Deutsch spricht.

Das "Tagblatt" aus St.Gallen [tagblatt.ch] fängt düster an: mit einem Buch mit dem Titel "Gefangen in vier Wänden". Aber die Tipps zum Lesen in der Corona-Krise werden in diesem Artikel besser, versprochen. Ansonsten kann ich aus meiner Zeit in der Schweiz noch vom "Schweizer Rundfunk [srf.de] die Sendung "52 beste Bücher" empfehlen.

In Österreich dagegen habe ich noch die Lesetipps der "Kleinen Zeitung" gefunden - mit zum Beispiel einem Buch, über das die Redaktion schreibt: "Mehr Österreich geht nicht"[kleinezeitung.at]. Und dann habe ich noch einen besondere Tipp: Das Literaturhaus Graz lässt Schriftsteller Corona-Tagebücher führen und veröffentlicht die Einträge der Autoren jeden Freitag.[literaturhaus-graz.at]

3. Und, wie geht’s?

Heute sind wir mal dran, zu sagen, wie es uns geht und das übernimmt heute meine Kollegin Vanessa Klüber. Wenn Vanessa normalerweise draußen ist, dann sieht das so aus:

vanessa klüber beim dreh

Nah dran an den Menschen. Zurzeit hingegen ist aber Abstand und etwas andere Ausrüstung Pflicht. Das heißt wahlweise wird mit einem Teleskopstab das Mikro von ganz weit weg zu den Gesprächpartnern gehalten. Oder gleich das hier um das Mikro gehüllt.

Gefrierbeutel

Wie funktioniert das zurzeit noch, raus zu gehen und Videos zu machen?

Vanessa: "Angst vor Ansteckung habe ich keine - wir improvisieren mit Brottüten und Tonangeln, um die 1,50 Meter einzuhalten. Beobachten und informieren ist unser Job. Und es muss Journalisten geben, die das Geschehen auch draußen beobachten, auch im (fast) direkten Kontakt mit anderen Menschen."

Auch die Gesprächspartner hätten Verständnis für die Vorsichtsmaßnahmen, sagt Vanessa. Zumal eh immer das Thema "Corona" oben anstünde. Und doch sei etwas in letzter Zeit anders, sagt Vanessa:

"Was ich erlebt habe, dass sich viele über mich weiter informieren wollten, ins Gespräch über das Virus kommen wollten. Da kommen dann so Fragen wie: 'Auf welche Spielplätze dürfen wir nicht mehr gehen? Seit wann?'" Und das auch, wenn sie nicht ins Bild wollen."

Morgen sind Sie wieder dran, uns zu sagen, wie es Ihnen gerade geht. Schicken Sie uns also Ihre Erfahrungen als Text oder Bild oder Video an haluka.maier-borst@rbb-online.de.

4. Ein weites Feld...

Es ist schon wieder deutlich nach neun und entsprechend will ich gar nicht lange noch schreiben. Das soll ja auch keine staatstragende Kolumne sein. Zumindest versuche ich das zu vermeiden. Aber eins möchte ich doch sagen:

Ja, es ist gut, dass wir versuchen, das Ganze auch als Herausforderung zu sehen.

Ja, es stimmt, in Krisen kann auch Neues entstehen.

Aber ich werde hier nicht anfangen zu schreiben, wie toll Krisen seien. Dass doch nach der Pest die Renaissance kam. Dass auf Kriege wirtschaftlicher Aufschwung folgt. Krisen sind keine dornigen Chancen oder eine Zeit, um Manager-Buzzwords rauszuhauen. Eine Krise bedeutet, dass Leute Jobs verlieren, dass Leute sich fragen, wie sie durch den Monat kommen, dass Leute vielleicht einen ihrer Liebsten verlieren werden.

Ich werde nicht jeden Tag darüber sprechen, weil am Ende auch ich Abstand von all dem brauche. Und jeder hat eine andere Art damit umzugehen. Und sicher schaut auch jeder einzelne jeden Tag anders darauf. Muss man wahrscheinlich sogar. Aber ich möchte nur sagen, dass ich Respekt vor all jenen habe, die den besondes harten Teil von all dem hier durchmachen. Und ich hoffe, dass ich und wir alle das nicht vergessen.

Bis morgen, bleiben Sie drinnen und Prost, sagt

Haluka Maier-Borst

Alle Absacker

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    Absacker 

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    dpa/Oliver Berg

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    Die AfD hat Andreas Kalbitz die Parteimitgliedschaft entzogen, weil er Mitglied einer rechtsextremen Organisation gewesen sein soll. Diese Nachricht machte Efthymis Angeloudis am Freitag einen Strich durch die Rechnung, er hatte sich auf anderes eingestellt.

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    Tischlein deck dich, Abstand halt ich

    Ab morgen sollen Restaurants wieder öffnen können, allerdings eben unter besonderen Vorgaben. Was dadurch wohl fehlen wird, ist die geliebte Spontaneität beim Auswärtsessen. Ein bisschen Wehmut verspürt dabei Haluka Maier-Borst

  • Ein Waschbär krabbelt aus seinem Versteck auf dem Dach. Jeden Abend verlässt er seinen Schlafplatz, um auf Nahrungssuche zu gehen (Quelle: dpa/Britta Pedersen).
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    Es könnte so schön sein mit den Kindern, wären da nicht die Arbeit, der Haushalt, der Lockdown. Die Corona-Krise ist wahrlich nicht die Zeit der großen Familienpolitik. Das hat Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach wieder bewiesen, findet Lisa Schwesig.

  • Eine Ampel in der Dämmerung. / imago images/imagebroker
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    Die Gefahr der niedrigen Zahl

    Berlin hat die Corona-Ampeln eingeschaltet. Stehen die auf gelb oder gar rot, drohen Stopp oder Rücknahme von Lockerungen. Schneller als im Bundesvergleich. Aktuell steht aber alles auf grün. Und Johannes Mohren spürt, wie er sich wegen niedriger Zahlen bremsen muss.

  • Der Schwedter Steg im Prenzlauer Berg im Regen mit einem Jogger im roten Dress und der Zionskirche (Bild: imago-images/Rolf Zöllner)
    imago-images/Rolf Zöllner

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    Wenn das Wetter die Gemüter abkühlt

    Die sogenannten Eisheiligen versetzen Berlin nach kurzen Sommergefühlen wieder zurück in einen milden Winter. Nervig? Nö, eigentlich nicht, findet Laura Kingston. Sie sieht in den Eisheiligen eine Chance, dass sich die Gemüter endlich wieder ein bisschen abkühlen.

  • Loriot auf einer Parkbank in Bremen. /imago images/Winfried Rothermel
    imago images/Winfried Rothermel

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    Wo laufen sie denn hin? Wenn die sich nur nicht verlaufen!

    Es schien ein ruhiger Tag zu sein. Einer zum Durchschnaufen, ehe die neue Woche beginnt. Doch dann stieg über Tegel eine Rauchwolke auf, Hertha BSC zeigte Johannes Mohren einmal mehr, dass Showbiz nun Programm ist - und nicht zuletzt war da noch Loriot.

  • Ein Mann trägt während einer Protestkundgebung der Initiative "Querdenken 711"
    Sebastian Gollnow/dpa

    Der Absacker 

    Macht euch locker!

    Na, spüren Sie es schon? Wie sich die harte Hand der Corona-Beschränkungen von unserer kollektiven Gurgel löst? Bei einigen offenbar nicht, ihnen ist im Würgegriff der Kontaktverbote das Blut in den Kopf geschossen. Was bei Sebastian Schöbel trotzdem auf gewisses Verständnis stößt.

  • Menschen sitzen am 8. Mai im Volkspark am Weinberg in Berlin-Mitte. (Quelle: imago/
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    Der Absacker  

    Eine Frage des Glaubens

    In den letzten Tagen ging es fast nur um Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Manche atmen unter ihrer Schutzmaske auf, andere bemängeln, dass die neuen Bestimmungen zu locker sind. Vieles scheint im Moment eine Frage des Glaubens zu sein. Von Laura Kingston

  • Der offizielle Ball der Fußball-Bundesliga. Quelle: imago images/foto2press
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    Der Absacker 

    Ich glaube, uns sind die Prioritäten verrutscht

    Auf einmal werden fast überall die Maßnahmen gelockert. Sogar die Bundesliga läuft wieder an. Nur ob wir damit nicht viel riskieren und ob am Ende nicht die immer gleichen in die Röhre schauen, das fragt sich etwas bedrückt Haluka Maier-Borst

  • Das einsame Schaukeln hat ein Ende (Quelle; dpa/Christoph Soeder).
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    Der Absacker 

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  • Prater Biergarten, Kastanienallee, Prenzlauer Berg, Pankow, Berlin (Quelle: dpa/Schoening)
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    Wann sind wir endlich daaaaaaaaaaa?

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2 Kommentare

  1. 2.

    Liebe rbb-Redaktion, ich bin entsetzt über diese Wortwahl.
    Danke, Jörg!

  2. 1.

    Hey schreiben sie nicht so beleidigend über Menschen auf der Straße ( kretie und ... )!

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