Ein Gebäude am Flughafen BER. (Bild: imago/Reiner Zensen)
Bild: imago/Reiner Zensen

Der Absacker - Und was kostet Ihr Flughafen so?

Nach anfänglichem Sonnenschein hat das Wetter sich dann doch entschieden, jegliche Wochenendpläne zu durchnässen. Was also im Trockenen zu Hause tun? Vielleicht ist es Zeit, ein kleines Rechenrätsel zu lösen, denkt sich Haluka Maier-Borst 

Wissen Sie, so ein Sommerregen kann auch gute Seiten haben. Es riecht danach besser, die Luft wird sauberer und irgendwie wird der eigene Kopf klarer. Ja, man kann dem Regen mit etwas Sturheit sogar Schönes abtrotzen. Ich stand zum Beispiel mit Begleitung für 30 Minuten draußen im Park und wir sind etwas hippiesk barfuß über den Rasen gestapft. Wir haben den Regen genossen und haben akzeptiert, dass wir klitschnass wurden – wohl wissend, dass die rettende warme Dusche nur zwei Straßen weiter war. Aber solchen Unsinn können Sie natürlich nicht den ganzen Nachmittag und Abend machen. Was also tun?

1. Was vom Tag bleibt

Ich hätte da einen Vorschlag. Rechnen Sie doch mal aus, was so ein Berliner Flughafen Ihrer Meinung nach kostet. Denn irgendwie scheint das zurzeit ein Ding zu sein. Und ich darf Sie gleich beruhigen, so richtig nachvollziehbar und sinnvoll muss die Rechnung auch nicht sein. Jedenfalls ist das mein Eindruck als Außenstehender.

Die rbb|24-Recherche-Kollegen konnten Mitte der Woche bei ihren Berechnungen nicht ganz nachvollziehen, inwiefern ohne Corona der BER eine Erfolgsstory sein soll. Dann hat der Kollege Sebastian Schöbel aber aus meiner Sicht ein noch größeres Kuriosum ausgebuddelt. Das Gutachten, das den Flughafen Tegel selbst bei geringerem Betrieb als profitabel ausweist, hat eine interessante Grundannahme: "Von Anfang an wurde der Flughafen Tegel so analysiert, als gebe es weder den Flughafen Schönefeld, noch den künftigen Flughafen BER."  Da fällt mir als Kommentar nur ein vielseitig einsetzbares, stets präzises deutsches Wort ein: Nuja.

Aktuell ist jedenfalls nur eins klar: Mit Corona wird es nun wirklich für den BER ein düsteres Jahr. Wie düster, das lässt sich noch nicht sagen. Bevor wir aber hier nur rummosern: Es gab auch gute Nachrichten heute. Die Grenze zu Polen ist wieder offen und somit ist in Brandenburg wieder ein bisschen mehr Normalität zu erwarten.

2. Abschalten.

Ach, 2020, es ist schon nicht ganz einfach mit dir. Da ist natürlich Corona, in­fol­ge­des­sen sich hierzulande Fernsehköche als Allwissende outeten und anderswo Regierungschefs sich vor allem durch Missmanagment der Lage hervortaten [spiegel.de]. Aber natürlich beschäftigt uns auch das, was in den USA rund um den Tod von George Floyd geschieht. Wobei man nicht so weit schauen muss, um die hässliche Fratze des Rassismus zu sehen. Genau genommen reicht ein Blick bis nach Charlottenburg. Und dann haben wir noch gar nicht über die Lage an der türkisch-griechischen Grenze geredet. Es ist einfach viel [twitter.com].

Entsprechend fällt es mir gerade schwer, Ihnen ein Rezept zum Abschalten zu bieten außer meinen schwarzen Humor. Aber vielleicht hilft es Ihnen zu wissen, dass nicht nur Sie manchmal angesichts der Lage schreien könnten. Sondern auch Vertreter der Tierwelt [facebook.com].

3. Und, wie geht's?

Der Aufruf vom Kollege Johannes Mohren war erfolgreich und so hatten wir einige Zuschriften. Und Rosi hat eine zweischneidige Geschichte in Corona-Zeiten zu erzählen.

Wir haben seit dem Herbst einen Hund und der hätte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können. Ich habe jeden Tag einen Grund, raus zu gehen, und ich habe immer jemanden, der mich zum Lachen bringt. Zum anderen bin ich Softwareentwicklerin und außer dem kompletten Umzug ins Homeoffice hat sich mein Arbeiten nicht verändert. Nur dass jetzt an meinem Nachbarschreibtisch mein Freund sitzt und nicht meine Kollegen. 

Zu guter Letzt darf ich aber sagen, dass meine Depression durch Corona besser geworden ist. Für mich sind soziale Interaktion oft sehr belastend, da ich mir immer Sorgen mache. Das Gefühl, sozialen Verpflichtungen nicht entkommen zu können, hat mich mitgenommen und bislang in depressive Phasen gestürzt. Durch Corona sind schlagartig die meisten meiner Depressions-Trigger weggefallen und es geht mir so gut wie lange nicht. Der Gedanke, dass alles irgendwann wieder "normal" werden könnte, macht mir sogar Angst.

Gleichzeitig fühle ich mich dadurch ein wenig schuldig. Immer wenn Familie, Freunde oder Bekannte fragen, wie es mir geht - und ich sage, dass es mir gut geht. Wohlwissend, dass sie selber in Kurzarbeit geschickt wurden oder meine aus Südafrika sammende Mutter gerade sehr viele Freunde an Corona verliert.

Was beschäftigt Sie zurzeit, sei es bezogen auf Corona oder auch alles andere? Wie unterscheidet sich Ihr Alltag von dem Ihrer Bekannten? Was wollen Sie loswerden? Schreiben Sie uns bitte weiterhin an absacker@rbb-online.de.

4. Ein weites Feld...

Ich tippe gerade diese letzten Zeilen und es pladdert, dröppelt und schifft immer noch. Falls es also heute und morgen noch weiter so regnet und Sie mit Ihrer Flughafen-Rechnung durch sein sollten, können Sie auch noch ein anderes Hobby ausprobieren: Haikus schreiben. Wie das geht, steht hier [lustauflesen.de]. Sie müssen sich aber nicht sklavisch an alle Regeln halten.

Mein Lieblingshaiku ist übrigens jenes vom Frosch, der in einen alten Teich springt [teeweg.de]. Wobei es gar nicht mal so klar ist, ob da nun ein Frosch springt oder eine ganze Horde, weil das Japanische kein richtiges Plural kennt. Aber dazu vielleicht mehr ein anderes Mal.

Schreibt und sitzt in Shorts,

weil es regnet immerfort:

Haluka Maier-Borst

Alle Absacker

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    Der Absacker 

    Ach Sommerloch, wo bist du?

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    Der Absacker 

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    dpa/Kay Nietfeld

    Der Absacker 

    Der Ball ist rund und eine Infektion dauert 14 Tage

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    dpa/Poetsch

    Absacker 

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    In Brandenburg gibt es ab Montag weitgehende Corona-Lockerungen. Ein weiterer Schritt in die Normalität, der Johannes Mohren freut. Dennoch hadert er. Mit seinem fehlenden fußballerischen Abendprogramm aus Italien - und einem neuerdings verhassten Wort.

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    Der Absacker 

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    Vor Corona war die Menschheit zum ersten Mal in ihrer Angst vereint. Doch das Virus machte uns nicht plötzlich alle gleich. Die Probleme, die es vorher gab, haben sich nicht in Luft aufgelöst. Nur wie wir sie angehen, muss sich ändern, findet Efthymis Angeloudis.

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    Heiliger Yinyang!

    Ein beliebtes Tätowierermotiv könnte zum Logo des Corona-Jahres werden: Das chinesische Konzept von Yin und Yang beschreibt die aktuelle Krise nämlich ganz gut. Überall wo Licht ist, ist auch Schatten, alles Gute hat auch sein Schlechtes. Es philosophiert für Sie Sebastian Schöbel.

  • Symbolbild: Orang-Utan brüllt im Nationalpark Tanjung Puting auf der Insel Borneo.
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    Der Absacker 

    HERGOTT, SEIN SIE GEFÄLIGST SACHLCH UND DIFFRENZIRT!1!

    Leserinnen und Leser sollen Journalisten kritisieren, verbessern und widersprechen. Natürlich. Unbedingt. Aber muss es mit so viel Großbuchstaben, Fehlern und verbalen Sturmgeschützen sein? Ein Hoffen auf sprachliches Abrüsten von Haluka Maier-Borst

  • Eine Frau in New York mit einer modischen Maske (Quelle: imago images/Sonia Moskowitz).
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    Der Absacker 

    Zeig' mir deine Maske und ich sag' dir, wer du bist

    Tschüss, Modehauptstadt! Die Messen der Fashion Week ziehen weiter und hinterlassen nicht nur ein wirtschaftliches Loch im Geldbeutel Berlins. Aber der modebewusste Hauptstädter weiß sich auch auf andere Art zu entfalten, wie Lisa Schwesig beobachtet.

  • Silent-Demo zum Tode von George Floyd Black Lives Matters
    Eventpress Porikys

    Der Absacker 

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2 Kommentare

  1. 2.

    Rosi‘s Sicht der Dinge bzw. ihre persönliche Situation wirkt auf mich sehr friedlich - es ist doch schön, wenn es ihr damit grad besser geht - vielleicht ist die Option auf Homeoffice auch „nach Corona“ gegeben... der Hund würd sich sicher freuen. :)
    ____ Ein Haiku probier‘ ich nicht,
    dass Ergebnis schauerlich,
    Talent gibt‘s hier nich‘.

  2. 1.

    Wie lustig!! Ha ha

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