BVV-Wahlen 2021 - So wurde in den Berliner Bezirken gewählt

Das Rathaus Pankow in Berlin (Quelle: imago/Schöning)
Bild: imago/Schöning

Mehrere Machtwechsel in Bezirksparlamenten, oft zugunsten der Grünen, teils starke Verluste für Linke und AfD - und eine kleine Partei, die überraschend stark abgeschnitten hat. Die Ergebnisse der Berliner BVV-Wahlen im Überblick.

Die Grünen haben bei den Berliner Bezirksverordnetenwahlen deutlich zugelegt und sind in fast der Hälfte der Bezirke stärkste Kraft geworden. Die CDU hat einen Bezirk hinzugewonnen, SPD und Linke verloren in je zwei Bezirken ihre Mehrheit.

In fünf Bezirken stellen die Grünen in Zukunft den Bezirksbürgermeister, insofern sie dafür in den jeweiligen Parlamenten Mehrheiten erringen: In Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte wie bisher. Hinzu kommen Pankow, Charlottenburg-Wilmersdorf und Tempelhof-Schöneberg.

CDU und SPD können noch jeweils drei Bezirksämter anführen. Die SPD wird voraussichtlich die Bezirksbürgermeister in Neukölln, Treptow-Köpenick und Spandau stellen, die CDU in den Bezirken Steglitz-Zehlendorf, Reinickendorf und Marzahn-Hellersdorf. Die CDU hätte damit jetzt ein Bezirksamt mehr als bisher, weil sie der Linken die Mehrheit in der Bezirksverordnetenversammlung von Marzahn-Hellersdorf abgejagt hat. Die Linke ist damit nur noch in Lichtenberg die stärkste Kraft.

Während die AfD in allen Bezirken Verluste von mindestens rund fünf Prozentpunkten hinnehmen musste, haben die kleineren Parteien fast überall deutlich mehr Stimmen bekommen. In Friedrichshain-Kreuzberg schaffte es Die Partei wieder ins Bezirksparlament, in gleich vier Bezirken (Spandau, Treptow-Köpenick, Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg) die Tierschutzpartei.

Die Bezirke im Einzelnen:

Pankow

Im bevölkerungsreichsten Bezirk Pankow standen die Ergebnisse erst am Montagmorgen fest. Letztlich gewannen hier die Grünen die Mehrheit im Bezirksparlament – sie landeten bei 24,7 Prozent und konnten 4,1 Prozentpunkte zulegen. Die bisher stärkste Kraft im Pankower Parlament, die Linke, verlor 1,7 Prozentpunkte und kam auf 19,4 Prozent. Noch stärker verlor die Pankower SPD – sie liegt nun bei 17,1 Prozent und sank um drei Prozentpunkte.

Amtsinhaber Sören Benn (Die Linke) verliert damit den Bürgermeisterposten und wird voraussichtlich an die Grüne Cordelia Koch übergeben müssen.

Die CDU erreichte 12,4 Prozent (-0,4). Leicht hinzugewinnen konnte in Pankow die FDP (plus 1,0 Prozentpunkt auf 5,8 Prozent), die AfD verlor stark (minus 5,5 Prozentpunkte auf 7,8 Prozent). Auffallend ist, dass die sonstigen Parteien mit 12,8 Prozent deutlich zulegten. Stärkste kleine Partei ist wie in vielen anderen Bezirken auch die Tierschutzpartei (2,6 Prozent), gefolgt von Die Partei (2,3 Prozent). Die Wahlbeteiligung stieg deutlich um fast neun Prozentpunkte auf nun 75,5 Prozent.

Mitte

Amtsinhaber Stephan von Dassel (Grüne) kann Bezirksbürgermeister von Mitte bleiben. "Ich bin froh, dass das Ergebnis so klar ist", sagte er bereits am Sonntagabend. In Prognosen vor der Wahl hatten die Grünen in Mitte nur knapp vor der SPD gelegen.

Die Ergebnisse im Einzelnen: SPD 18,5 Prozent (-5,3), Grüne 28,5 Prozent (+4,6), CDU 12,8 Prozent (-0,7), Linke 16,8 Prozent (-1,1), AfD 4,8 Prozent (-5,1), FDP 6,7 Prozent (+0,6). Wie in allen anderen Bezirken auch können die sonstigen Parteien stark zulegen und kommen zusammen auf 11,8 Prozent. Am stärksten schnitt die Partei Volt mit 2,3 Prozent ab. Die Wahlbeteiligung stieg um mehr als zehn Prozentpunkte auf 64,1 Prozent.

Friedrichshain-Kreuzberg

Die bisherige Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) kann an ihre Namensvetterin Clara Herrmann übergeben, insofern dem das neu gewählte Bezirksparlament mehrheitlich zustimmt. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg bleibt eine Grünen-Hochburg - sie kommen in den BVV-Wahlen auf 34,6 Prozent und können um einen Prozentpunkt zulegen. Zweitstärkste Kraft ist wieder die Linke, die ebenfalls einen Prozentpunkt zulegt und bislang auf 21,6 Prozent kommt.

Die übrigen Ergebnisse: SPD 14,8 Prozent (-2,5), CDU 7,9 (+0,2), AfD 3,1 Prozent (-3,0) FDP 4,7 Prozent (+1,5). Die Sonstigen erreichen 13,2 Prozent der Stimmen, die meisten Die Partei (3,7 Prozent), die mehr als die AfD erhält und wie schon 2016 ins Bezirksparlament einzieht, gefolgt von der Tierschutzpartei mit 2,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung in Friedrichshain-Kreuzberg steigt um mehr als acht Prozentpunkte auf 70,6 Prozent.

Charlottenburg-Wilmersdorf

Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD) wollte ins Berliner Abgeordnetenhaus wechseln – und wird sein Amt nun an die Grünen übergeben müssen. Die Öko-Partei trat in Charlottenburg-Wilmersdorf mit einem Trio an: der bisherige Bau-, Verkehr- und Umweltbezirksstadtrat Oliver Schruoffenegger ist das prominenteste Mitglied. Vor der Wahl hatten die Grünen angekündigt, nach einem Wahlsieg zu entscheiden, wer von den drei Spitzenkandidat:innen die Bezirksregierung anführen soll.

Die Ergebnisse im Einzelnen: SPD 22,2 Prozent (-2,9), CDU 21,9 Prozent (+0,3), Grüne 24,8 Prozent (+5), Linke 7,5 Prozent (-0,3), AfD 4,7 Prozent (-5), FDP 9,9 Prozent (-0,5), Sonstige 9,0 Prozent (+3,5). Die Wahlbeteiligung stieg um mehr als sieben Prozentpunkte auf 70,1 Prozent.

Spandau

Nach zwei Amtszeiten wollte der bisherige Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank in den Bundestag wechseln - und hat es auch per Direktmandat geschafft. Der Bezirk Spandau wird auch weiterhin in SPD-Händen bleiben: Die SPD fuhr zwar deutliche Verluste ein, brachte aber einen hauchdünnen Vorsprung vor der CDU über die Ziellinie. Die BVV-Abgeordnete Carola Brückner könnte die erste Frau auf dem Chefsessel im Spandauer Rathaus sein, wenn dem das neu gewählte Bezirksparlament zustimmt.

Die Ergebnisse im Einzelnen: SPD 27,6 Prozent (-5,6), CDU 27,3 Prozent (+1,5), Grüne 11,9 Prozent (+4,3), Linke 5,4 Prozent (-0,2), AfD 10,2 Prozent (-5,8), FDP 7,5 Prozent (+1,1), Sonstige 10,1 Prozent (+4,6). Bemerkenswert stark hat hierbei die Tierschutzpartei mit 4,5 Prozent abgeschnitten, die auf Anhieb den Einzug ins Bezirksparlament schaffte. Die Wahlbeteiligung stieg um fünf Prozentpunkte auf 64,5 Prozent.

Steglitz-Zehlendorf

Die CDU kann auch weiterhin das Amt der Bezirksbürgermeisterin in Steglitz-Zehlendorf stellen: Spitzenkandidatin Cerstin Richter-Kotowski errang trotz leichter Verluste die Mehrheit im Bezirksparlament (27,2 Prozent). Als Bezirksbürgermeisterin und Stadträtin hat sie die vergangenen fünf Jahre die Abteilungen Finanzen, Personal, Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung geleitet.

Die Ergebnisse im Einzelnen: SPD 21,7 Prozent (-0,8), CDU 27,2 Prozent (-1,2), Grüne 22,4 Prozent (+2,7), Linke 5,0 Prozent (-1), AfD 5,1 Prozent (-5,4), FDP 9,5 Prozent (-0,4), Sonstige 9,0 Prozent (+6,2). Die Wahlbeteiligung stieg um mehr als sechs Prozentpunkte auf 77,5 Prozent.

Tempelhof-Schöneberg

Mit hauchdünnem Vorsprung sind die Grünen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg neue stärkste Kraft (23,6 Prozent), denkbar knapp gefolgt von der bisherigen Mehrheitsführerin im Bezirk, der SPD (23,5 Prozent). Damit wird Amtsinhaberin Angelika Schöttler keine dritte Amtszeit antreten können und wird voraussichtlich an den bisherigen Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bauen, Jörn Oltmann von den Grünen, übergeben müssen.

Die Ergebnisse im Einzelnen:
SPD 23,5 Prozent (-1,2), CDU 20,8 Prozent (-0,3), Grüne 23,6 Prozent (+1,7), Linke 8,8 Prozent (+0,1), AfD 5,8 Prozent (-5,3), FDP 7 Prozent (+0,3), Sonstige 10,6 Prozent (+4,8). Die Wahlbeteiligung stieg um mehr als acht Prozentpunkte auf 72,2 Prozent.

Neukölln

Buschkowsky, Giffey, Hikel: Seit 20 Jahren stellt die SPD den Bezirksbürgermeister in Neukölln, und das wird wohl auch in den kommenden fünf Jahren so bleiben. Martin Hikel ist schon seit Franziska Giffeys Wechsel in das Bundesfamilienministerium amtierender Bezirksbürgermeister, seine SPD errang mit leichten Verlusten 28,7 Prozent und bleibt in Neukölln stärkste Kraft.

Die Ergebnisse im Einzelnen: SPD 28,7 Prozent (-1,7), CDU 16,9 Prozent (+0,6), Grüne 17.6 Prozent (+2,7), Linke 14,9 Prozent (+2,7), AfD 7,1 Prozent (-5,7), FDP 4,9 Prozent (+0,7), Sonstige 9,8 Prozent (+0,6). Die Wahlbeteiligung stieg um sieben Prozentpunkte auf 64,7 Prozent.

Treptow-Köpenick

Oliver Igel (SPD) kann Bezirksbürgermeister in Treptow-Köpenick bleiben. Er konnte leicht zulegen und brachte seine Partei auf 25,2 Prozent. Große Verlierer der Wahlen des hiesigen Bezirksparlaments sind die Linken und die AfD.

Die Ergebnisse im Einzelnen: SPD 25,2 Prozent (+0,4), CDU 13,2 Prozent (+0,7), Grüne 13,7 Prozent (+4,3), Linke 17,7 Prozent (-5), AfD 11,9 Prozent (-8,2), FDP 6,1 Prozent (+2,5), Sonstige 12,2 Prozent (+5,4), wobei die Tierschutzpartei mit 3,7 Prozent am stärksten abschnitt und auf Anhieb ins Bezirksparlament einzieht. Die Wahlbeteiligung lag mit 73,7 Prozent um mehr als sieben Prozentpunkte höher als bei der letzten Bezirkswahl im Jahr 2016.

Marzahn-Hellersdorf

Die dienstälteste Bezirksbürgermeisterin Berlins, Dagmar Pohle (Die Linke) ist in Marzahn-Hellersdorf dieses Mal nicht mehr angetreten – und wird ihr Amt wohl an die CDU abgeben müssen, die knapp vor der SPD als Wahlsieger den Platz verlässt. Neue Bezirksbürgermeisterin wird voraussichtlich die bisherige CDU-Bezirksstadträtin für Wirtschaft, Straßen und Grünflächen Nadja Zivkovic. Die Linke muss starke Verluste hinnehmen.

Die Ergebnisse im Einzelnen: SPD 20,3 Prozent (+2), CDU 20,8 Prozent (+3,5), Grüne 6,9 Prozent (+2,3), Linke 19,9 Prozent (-6,1), AfD 16,9 Prozent (-6,3), FDP 5,3 Prozent (+2,8), Sonstige 10 Prozent (+1,8), wobei die Tierschutzpartei hier mit 5,0 Prozent ihr stärkstes Ergebnis erzielt und in die Bezirksverordnetenversammlung einziehen wird. Die Wahlbeteiligung stieg um knapp sieben Prozentpunkte auf jetzt 65,9 Prozent.

Lichtenberg

Der amtierende Bezirksbürgermeister Michael Grunst (die Linke) kann trotz starker Verluste seiner Partei im Bezirk das Amt in Lichtenberg behalten. Trotz deutlicher Verluste bleibt seine Partei die stärkste Fraktion im Bezirksparlament. Noch stärker als die Linke verloren hat hier die AfD.

Die Ergebnisse im Einzelnen: SPD 19,6 Prozent (-2), CDU 13,2 Prozent (+0,5), Grüne 13 Prozent (+4,8), Linke 24,8 Prozent (-5), AfD 12,9 Prozent (-7,2), FDP 5,5 Prozent (+2,5), Sonstige 11,9 Prozent (+6,4). Die Tierschutzpartei erreichte in Lichtenberg 4,5 Prozent und zog ins Bezirksparlament ein. Die Wahlbeteiligung stieg um mehr als acht Prozentpunkte auf 68,6 Prozent.

Reinickendorf

Frank Balzer, der CDU-Bezirksbürgermeister von Reinickendorf, kann trotz starker Verluste seiner Partei sein Amt an einen Parteifreund übergeben. Balzers handverlesener Nachfolge wird voraussichtlich Michael Wegner, der von 1999 bis 2006 schon einmal Reinickendorfs Stadtrat für Bau-, Grundstücks- und Gebäudemanagement war. Kontrahent Uwe Brockhausen (SPD) konnte seine Partei zwar zu Gewinnen führen, blieb dennoch klar hinter der CDU, die traditionell im Bezirk Mehrheiten einfährt.

Die Ergebnisse im Einzelnen: SPD 23,8 Prozent (+2,4), CDU 29 Prozent (-6,6), Grüne 14,3 Prozent (+3,9), Linke 5,2 Prozent (-0,2), AfD 9,5 Prozent (-4,9), FDP 7,3 Prozent (+0,7), Sonstige 10,9 Prozent (+4,7). Die Wahlbeteiligung stieg um knapp fünf Prozentpunkte auf 67,4 Prozent.

Sendung: Inforadio, 27.09.2021, 9:00 Uhr

35 Kommentare

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  1. 35.

    Wer von allen hier ist wie ich der Meinung, dass der gesamte Berliner Teil dieser Wahl wegen der offensichtlich weitgehend chaotischen Organisation angefochten werden sollte?

  2. 34.

    Uns ist mittlerweile egal wer Berlin regiert. Hauptsache es sind Personen die Berlin als eine Stadt begreifen und dieses gegenseitige Behindern der einzelnen Bezirke nun endlich aufhört. Wir hoffen u.a. auf ein ! Bezirksübergreifendes Verkehrskonzept.

  3. 33.

    Die Nicci und inhaltslere Polemiken?

    Da habe ich ein Beispiel, dass Ihre These widerlegt: "Der Prenzlauer Berg vor 30 Jahren und heute. Vor 30 Jahren ein Arbeiter - Kiez und heute? Von Zugezogenen, vorwiegend aus den Westen, zum Hipp - und Teuer Kiez mutiert. Selbsverständlich kam man gut ausgebildet mit entsprechenden Finanzen nach Berlin um diesen Kiez nach eigenen Vorstellungen zu formen, und den Grünen auf die "Sprünge" zu verhelfen. Für diese Leute, alles kein Problem, Gelder sind vorhanden.

  4. 32.

    Sie sprechen mir aus der Seele. Wenn nur 38% (Zahl kommt vom RBB) der Berliner mit dem Senat zufrieden waren und diesen trotzdem bestätigen fragt man sich dann schon was ist in den Köpfen los. Gerade die innerstädtischen Bezirke verkommen immer mehr und das wird wohl auch so bleiben. Die Leute wollen günstig wohnen, Party machen aber nichts zur allgemeinen Entwicklung der Stadt beitragen. Der Glaube das können ja Die Reichen (wo fängt reich an? Wenn einer mehr hat als der Andere?)zahlen ist hier wohl im irrglaube, jeder ist für sich selbst verantwortlich und Gestaltung.

  5. 31.

    @ Olaf: Mehrheit und absolute Mehrheit. Ihre AfD hat zumindest noch weniger und auch noch mehr verloren. Das ist für Berlin der größte Erfolg

  6. 30.

    @ Hans:...und über 90% haben nicht braun - äh blau - also nicht AfD gewählt. Ist doch schön dass Berlin in dieser Sache halbwegs sauber bleibt.

  7. 29.

    Ihre Frage betreffend: Meiner Vermutung nach gab es keine Auseinandersetzung mit den von Ihnen aufgeführten, sogenannten "echten Schgründen", da den Forist*innen hier, die sich zu Ihren Beiträgen äußerten, die von Ihnen vorgetragenen Worthülsen und Falschaussagen wohl bekannt sind, und ein Eingehen auf diesen kornblumenblau-gelben Nebelkerzenrauch müßig ist. Wie Eingangs erwähnt ist das nur meine Vermutung, und sollte sich Eine oder Einer der von mir benannten Forist*innen in meinem Statement inhaltlich überhaupt nicht wiederfinden, so bitte ich um Verzeihung.

  8. 28.

    Die unsachlichen und unbelegten Klischees einer/eines Nicci sind nur etwas für Menschen mit einem unterkomplexen Denkvermögen. Mich jedenfalls unterfordert solch ein primitives Schwarz-Weiß-Denken, das eine Kausalität allein zwischen Geburtsort und politischer Intelligenz behauptet.

    Nicci sollte versuchen, sich allein auf sachliche Argumentation aufgrund belegter Tatsachen ohne jegliche Polemik zu konzentrieren, falls sie/er hier ernst genommen werden will.

  9. 27.

    Offensichtlich gründen die inhaltsleeren Polemiken dieser/s Nicci allein auf der These, es gäbe eine signifikante Korrelation zwischen dem Politikverständnis gebürtiger Berliner und Zugezogener. Diese gewagte These ist durch NICHTS belegt und auch Nicci belegt diese These NICHT!

    Wer für ein sich änderndes Politikverständnis der Berliner allein die Weg- und Zuzüge von Menschen als Ursache sieht, der setzt voraus, dass sich ohne Weg- und Zuzüge das Politikverständnis nicht wesentlich geändert hätte. Solch eine statische Theorie der Menschen spricht den Berlinern zum einen ab, dass nachfolgende Generatione eine andere politische Meinung haben könnten, und negiert zum anderen die Möglichkeit, dass Menschen ihre Meinung ändern, sieht damit also die Berliner als nicht entwicklungsfähig an.

    Als Berliner sehe ich jedenfalls im Gegensatz zum eingeschränkten Erfahrungshorizont der/des Nicci KEINERLEI Korrelation zwischen politischer Meinung und Herkunft!

  10. 26.

    Ich finde es insgesamt erstaunlich, dass sich zwar einige zu meiner initial polemischen Ausdrucksweise äußern, jedoch kein einziger Forumteilnehmer auch nur eines der nun auch mehrfach aufgeführten echten Sachgründe für meine Wut & Frustration aufgreift. Habe ich die Berliner Hipsteria angegangen? Ja, und ich stehe weiterhin dazu. Mir missfällt die mittlerweile durch zunehmende Gentrifiezierung der inneren Stadtteile nicht mehr wiederzuerkennende Kiezstruktur & die hieraus nicht zum positiven verändernden demographischen Bezirksstrukturen. Es missfällt mir, dass die Berliner (Un)Bildungspolitik junge Menschen durch Bildungsferne (Bsp. Modell "Schreiben-nach-Gehör", in anderen Bundesländern n. 10J gescheitert, Berliner Senat führte diese Methode "neu" ein) in die Perspektivlosigkeit entlässt. Und solche Missstände frustrieren, da dies von entsprechenden Wählergruppen, wie unter Amnesie leidend, vergessen wird. Zum Whg-Markt habe ich mich bereit mehrfach geäußert.

  11. 25.

    Liebe Erna, sicherlich ist Ihnen entgangen, dass sich die Beiträge, Stück für Stück, wieder einer für mich sonst auch normalen sachlich-argumentativen Ebene nähern.
    Auch bestreite ich nicht, dass auch, gerade in vormals DDR-Gebieten (s. Köpenick, Hohenschöhnhause, Marzahn...), gestrige Wahlergebnisse eher zur Freude, denn Wut/Frustration geführt haben. Ausgenommen jene eher Nordost-Gebiete, dessen Wahlkreise verstärkt AfD gewählt haben. Diese dürften insbesondere nach gestrigem fatalen Wahlorganisationsversagen seitens Berlinder Verwaltung, weiter in ihren "Theorien" bestärkt worden sein - leider.
    Das sich-vertreten-fühlen ist daher auch, stark regional abhängig. Und es mag sein, dass die Grünen hinzugewonnen haben, jedoch nicht so stark wie Sie es hier suggerieren -wir reden von weiterhin <20%. Sehen Sie sich die Stimmverteilung auf Bezirks- & Wk-Ebene & insbesondere den Außenring an. Da werden Sie weder eine gehäufte 2-stellige Zahl finden, geschweige eine Mehrheit für RRG.

  12. 24.

    Nun, agieren und verändern kann man in der Politik nicht alleine. Spätestens ab diesem Punkt wäre auch nur der Versuch sich auf Berliner Parkett zu engagieren, vergebene Liebesmüh'. Die Ansichten der "mehrheitlichen (Nicht)Berliner" (jetzt nur noch als Überzeichnung genutzt - akute "Wut" ist für heute abgeklungen) und derer Agenda, ist mit meiner Tendenz zum Pragmatismus mit Ziel der Situationsverbesserung für viele, statt reine Symbol- und/oder ideologisch-fundamentalistischer Klientelpolitik für einige wenige bessergestelten Rot-Grün-HH in Berlins Mitte, nicht vereinbar.

    Da bleibe ich lieber in der freien Wirtschaft und versuche diese im Rahmen meiner Möglichkeiten mitzugestalten sowie meine freie Zeit sinnvoll, an entsprechenden Tatkraft benötigenden Stellen (privat & Ehrenamt) einzusetzen. Ist zwar im kleineren Kreis, jedoch kann ich so besser meinen Beitrag zur verträglicheren Gesellschaft leisten.

  13. 23.

    Sehr gerne: eine Anspielung auf den doppelt roten Anstrich des alternativbegabten Senats. Und bevor jmd. vorwitziges noch fragt warum nicht "Rot mal 2"? Nun, leider stiegen mit jeder zusätzlichen Legislaturperiode mit Beteiligung vorgenannter Farbgebung, die Missstände Berlins (Bildung, Infrastruktur, Verwaltung - Höhepunkt gestern, Digitalisierung, etc.) exponentiell an. Ergo, Rot² = "Rot zum Quadrat" = "quadriertes Rot" = "quadrierte Rot-Grün-Wähler". Richtigerweise natürlich als "quadrierte Rot+Grün Wähler" zu betiteln. Es gilt ja, "Punkt vor Strichrechnung".

    Ich bin davon ausgegangen, dass mit ein wenig Humor (Ironie & Sarkasmus als dessen Stilmittel) & Phantasie der eine oder andere selbst hätte darauf kommen können. Nun ja, im analogen gab es diesbezüglich seit Jahren keine Verständnisschwierigkeiten. In Textform erscheint es ggf. uneindeutig, aufgrund Fehlens sonst vorhandener Komponenten d. Gestikulation/Mimik/Ton. Zumindest unterstelle ich es mal.

  14. 22.

    Hmm,ist ja komisch.
    Ich als gebürtige Berlinerin bin weder wütend noch frustriert nach diesem Wahlergebnis. Auch fühle mich durch Ihre generalisierten Aussagen weder angesprochen noch vertreten.
    Mir fällt auch auf Anhieb niemand aus meinem Bekanntenkreis ein, die oder der darauf einstimmen würde- ob gebürtig oder zugezogen.

    Hipsterbashing - ernsthaft? Soll das eine konstruktive Auseinandersetzung mit der Sache sein?
    Dem aufmerksamen Beobachter sollte nicht entgangen sein, dass die Grünen in allen Berliner Bezirken an Stimmen dazugewonnen haben. Wahlsieger sind zudem die Kleinparteien, allen voran die Tierschutzpartei. Auch die Wahlbeteiligung ist gestiegen, es sollte doch also von einem soliden Ergebnis der Berliner Bevölkerung auszugehen sein.

    Ich bitte um weniger Polemik und Selbstreferenzialität, dann klappts bestimmt auch wieder mit dem Blutdruck.

  15. 21.

    Vielen Dank für den Hinweis. Wir haben die Passage insofern geändert, als dass Herr Naumann ins Abgeordnetenhaus wechseln wollte. Viele Grüße aus der rbb|24-Redaktion

  16. 20.

    Gesagt haben sie das nicht, das habe ich auch nicht behauptet, aber durch die Blume kam es so an. "... wie sich dieser "besondere" Anteil der (Nicht) "Berliner" anmaßt..." Aber wenn im Senat nur Dilettanten sitzen, gehen Sie in die Politik, lassen sich wählen, und machen was draus.
    Und ja, ich halte Ihre Meinung aus. Aber erklären Sie mir doch bitte, was ist quadriert?

  17. 19.

    Nicci:
    "quadrierten Rot-Grün-Wähler"

    Sie sind hier wohl der am meisten "quadrierte" Wähler - was immer das auch sein soll!

  18. 18.

    Auch habe ich aufgeführt, dass ich es anmaßend finde, wenn besagte Grünen-"Spitzen"kandidatin mit <20% am Berliner Gesamtergebnis, für sich reklamiert für ALLE Berliner zu sprechen. Hierfür reichen die Grundrechenarten - simple Verhältnisrechnung, wird sogar (noch) in Berliner Mittelstufen gelehrt - um mit sogar grober Überschlagsrechnung festzustellen, dass diese Aussage schlichtweg allein schin rein rechnerisch falsch ist. Gegenteilig, die überwältigende Mehrheit >80% hat besagte Grünen nämlich abgelehnt & eben NICHT gewählt!

    Diesen kumulierten Gründen & Anmaßungen entsprang & entspringt meine temporär sehr große Wut. Nicht mehr, nicht weniger. Und da ich Sie, trotz unserer sich unterscheidenden Ansichten, dem demokratischen Teil unserer Gesellschaft zurechne, so wie mich selbst auch, gehe ich davon aus, dass auch Sie, ggf. zähneknirschend, meine Beiträge ertragen. So wie ich Ihre aushalte, welche auch nicht gerade zur Abkühlung meines bereits kochenden Blutes beitragen.;)

  19. 17.

    Nein, in einer gelebten Demokratie, noch bezeichne ich unser Land glücklicherweise als solche, müssen AUCH SIE meine Meinung aushalten können. Sie dürfen jedoch selbstverständlich nicht mit dieser übereinstimmen. Desweiteren habe ich an keiner Stelle meiner beiden Beiträge - der 2. erreicht auch fast wieder unpolemisches Sachniveau - gesagt wer was zu wählen hätte.

    Vielmehr habe ich (versucht) Ihnen zumindest im 2. Beitrag zu erklären woher bei vielen (auch nicht gebürtigen) Berlinern, welche sich nicht zum Milieu & Kiez schädigenden Hipsteria-Zirkel zählen, die aufgestaute Wut & Frustration herrührt. Nämlich die anscheinende Amnesie der quadrierten Rot-Grün-Wähler, welche dann im Besten Fall noch groß nach Enteignung verlangen, OBWOHL der Mangel an Kommunalwhg-Beständen NACHWEISLICH auf die Regierungsverweigerungspolitik des Senats zurückzuführen ist. Da helfen keine Symbolrückkäufe für neuerlich läppische >2.4Mrd; dafür hätte man min das Doppelte an ZUSÄTZL. Whg erbauen können!

  20. 16.

    Das kann ich bestätigen ! Mario Czaja hat Marzahn mit Wahlwerbung regelrecht zugeschüttet ! Mich interessiert es auch woher das Geld dafür kam - von den Genossenschaften ?!

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