Knappe Niederlage in Berlin-Pankow - Lederer fordert Nachzählung der Stimmen in seinem Wahlbezirk

Klaus Lederer am 26.09.2021 bei der Wahlparty der Partei Die Linke zur Bundestagswahl 2021 im Festsaal Kreuzberg. (Quelle: imago images/Thomas Bartilla )
Audio: Radioeins | 28.09.2021 | Klaus Lederer im Interview | Bild: imago images/Thomas Bartilla

30 Stimmen trennen Linken-Spitzenkandidat Lederer von einem Direktmandat für das Abgeordnetenhaus. Er zog in Pankow gegen die Mitbewerberin der Grünen den Kürzeren. Im rbb fordert Lederer, der Sache nachzugehen.

Der noch amtierende Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Linke) fordert eine Nachzählung der abgegebenen Stimmen in seinem Pankower Wahlbezirk. Bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus am Sonntag war er dort knapp der Grünen-Politikerin Oda Hassepaß unterlegen und verlor mit 0,1 Prozent Rückstand das Rennen um ein Direktmandat für das Berliner Landesparlament. Über die Listenplätze rückt Lederer aber trotzdem ins Parlament ein.

Lederer, der schon 2016 Spitzenkandidat seiner Partei bei der Abgeordnetenhauswahl war, zählt zu den bekanntesten Politikern der Linken in der Hauptstadt. Er zog bereits 2003 ins Abgeordnetenhaus ein, dem er bis 2017 angehörte. Von 2005 bis 2016 war er Landesvorsitzender seiner Partei. Seit 2017 ist er Kultursenator.

Es geht um 30 Stimmen

Zwar habe er noch nie ein solches Direktmandat erhalten, aber klar sei trotzdem: "Da fehlen 30 Stimmen, das kann man nochmal nachzählen", sagte Lederer am Dienstagmorgen im rbb-Programm Radioeins. Bei 30 Stimmen Rückstand in einem Wahlkreis werde "normalerweise immer nachgezählt", so Lederer weiter.

Er wüsste auch gerne, ob es auch in den WahlIokalen seines Wahlbezirks in Pankow so wie andernorts Probleme gegeben habe, fügte Lederer hinzu. In manchen Berliner Wahllokalen waren am Sonntag schon frühzeitig Wahlzettel ausgegangen, zudem bildeten sich lange Warteschlangen. Auch in Pankow gaben einige Wählerinnen und Wähler erst nach 18 Uhr ihre Stimmen ab, teilweise gingen Wartende auch unverrichteter Dinge wieder nach Hause.

"Ich erwarte heute im Senat von Innensenator Geisel einen genauen Bericht darüber, in welchen Wahllokalen was wie schiefgelaufen ist. Ich denke, das hat uns alle geschockt", so Lederer.

Lederer warnt Giffey vor Koalition mit FDP

Der Linken-Politiker äußerte sich auch zu den bevorstehenden Sondierungsgesprächen mit der SPD. Für ihn sei klar, dass es ein rot-grün-rotes Bündnis geben müsse, schon allein die klare Befürwortung des Volksentscheids zur Enteignung großer Immobilienkonzerne lasse gar keine andere Option zu, so Lederer: "Wie man mit einer FDP allen Ernstes diesem Volksentscheid jetzt gerecht werden will, das müsste die SPD jetzt erstmal der Öffentlichkeit erklären." Die FDP in einem Berliner Senat werde alles dafür tun, um den Volksentscheid zum Scheitern zu bringen, so Lederer. 56,4 Prozent der Berliner hatten sich am Sonntag für eine Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne ausgesprochen, 39 Prozent dagegen.

Die Berliner Linke hat bei der Abgeordnetenhauswahl am Sonntag 14 Prozent erreicht und 1,6 Prozentpunkte im Verglech zur letzten Landeswahl verloren. Lederer betonte im Radioeins-Interview, damit sei es der Berliner Linken gelungen, aus der Regierungsverantwortung heraus ein stabiles Ergebnis zu erzielen. Bei der Bundestagswahl sind die Linken dagegen auf 4,9 Prozent eingebrochen und ziehen nur dank dreier Direktmandate, davon zwei in Berlin (Gregor Gysi in Treptow-Köpenick und Gesine Lötzsch in Lichtenberg), in den Bundestag ein.

Auf Berliner Landesebene will die Wahlsiegerin und SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey ab Freitag zunächst mit den bisherigen Koalitionspartnern Grüne und Linke in Sondierungsgespräche gehen, danach mit CDU und FDP.

Sendung: Radioeins, 28.09.2021, 9:40 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 29.09.2021 um 22:44 Uhr geschlossen. Die Kommentare dienen zum Austausch der Nutzerinnen und Nutzer und der Redaktion über die berichteten Themen. Wir schließen die Kommentarfunktion unter anderem, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt.

64 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 64.

    Schmeißt die Grünen und die Linken aus dem Senat und Berlin wird wieder salonfähig.

  2. 63.

    Konkret enthält Lederer's Begründung auf Neuauszählung keine Fakten, die den Aufwand einer Neuauszählung begründen könnten. Nur allgemein gehaltenen Vorhaltungen, die man auch in den Medien lesen kann, sind da nicht ausreichend. Lederer müßte darlegen, dass in seinem Wahlbezirk konkret benannte Unregelmäßigkeiten eine Neuauszählung erforderlich machen.

  3. 62.

    Lernen sie lesen oder nehmen sie ihre braungefärbte Brille ab. Der Einzige, der enttäuscht ist und das Ergebnis nicht akzeptieren kann, ist ja wohl Herr "Steffen". Weil seine AfD eine deutliche Klatsche bekommen hat.

    Was sich die rechtsextremen Wähler der AfD so alles einfallen lassen, nur weil sie über das Ergebnis ihrer "Partei" enttäuscht sind ist immer wieder erstaunlich.

    Bei ihnen ist das sehr offensichtlich.

  4. 61.

    Eben Sie haben nicht verstanden das Nachzählen auch ohne eine Panne erfolgen kann und üblich ist, aber sowas passt sicher nicht in ihr Feindbild. "Herr Lederer autet sich als schlechter Verlierer, er möchte die Berliner - Panne benutzen und eine Nachzählung haben. "

  5. 60.

    Ich schrieb, dass Herr Lederer eine Nachzählung möchte, und so steht es im Berichicht.
    Die Begründung stand ebenso im Bericht und dazu habe ich mich geäußert.
    Ich vermute, Ihnen gefällt es nicht und deswegen diese Reaktion..

  6. 59.

    Artikell lesen und verstehen kann auch bei diesem Thema von Vorteil sein.

  7. 58.

    Meine Güte! Da muss der Genosse halt 3000 Stimmen mehr holen und den Sack souverän zumachen anstatt Erbsen zu zählen. Ist natürlich sein gutes Recht, wirkt aber …. kleinbürgerlich.

  8. 57.

    Sie glauben doch selbst nicht, dass sich dieser eine Wahllkreis um satte 30 Stimmen zu Ungunsten des Herrn Lederer verzählt hat? Wir sprechen hier nicht von bundes- oder Berlinweit. Das ist einfach lächerlich und Lederer sollte schlicht und einfach die Niederlage akzeptieren. Andere bekommen das auch hin.

  9. 56.

    " Lederer möchte eine Nachzählung, keine Neuwahl! Das ist sein Recht. " Es ist sein Recht, dieses zu fordern. Ob seinem Wunsche stattgegeben wird, steht auf einem anderen Blatt. Dazu müsste Lederer schon mehr begründen, wo er Anlass zu Unregelmäßigkeiten sieht. Doch ausser seiner Enttäuschung, nicht den Wahlkreis gewonnen zu haben, konnte ich bisher nichts lesen. Grundsätzlich ist die Linkspartei auf Schrumpfungskurs. Genossin Kipping beispielsweise wurde von den Sachsen nicht wieder in den Bundestag gewählt und mit unter 5 % bei den Bundestagswahlen kam die Linkspartei nur rein wegen einer Sonderregelung.

  10. 55.

    Der Einzige, der enttäuscht ist und das Ergebnis nicht akzeptieren kann, ist ja wohl Herr Lederer. Und natürlich sein größter Fan hier im Forum. Selbst daran soll dann wieder die AfD Schuld sein, wie lächerlich ist das denn!?

  11. 54.

    Ich sprach in meinem Kommentar von Nachzählung, erst lesen dann kommentieren.
    Wie gesagt, Ihre AfD können Sie stecken Lassen
    Als EU- Bürger hat man kein Wahlrecht, und diese Bürger haben bestimmt die AfD nicht als Lieblinkspartei, hier beruht die Antipathie auf Gegenseitigkeit.

  12. 53.

    Und der nächste der nicht lesen kann und nur das versteht, was er verstehen will. Lederer möchte eine Nachzählung, keine Neuwahl! Das ist sein Recht.

    Das ist in der Tat "Peinlich. Oberpeinlich." was sie hier schwafeln. Und schwafeln sie bitte von "Die Bürger scheinen langsam zu merken" wenn sie von einer rechtsextremen Minderheit reden.

    Ja rechtsextrem. Wer von "Die Linken können ihren Sozialismus in Kuba, Korea oder China machen." schwafelt, der ist rechtsextrem. Andere setzen sich sachlich mit einer demokratischen Partei auseinander.

  13. 52.

    Vielleicht sollte man bei den 3 Direktmandaten der Linken in Deutschland auch noch mal genauer nachzählen, ob das wirklich so stimmt. Vielleicht fällt ja da dann noch einer wieder weg. Oder 2

  14. 51.

    Ungereimtheiten bei dieser Wahl hat nicht nur Pankow und die Linken und diesen Herren getroffen, auch in Chalottenburg und anderen Bezirken kam es zu komischen Vorfaellen und Gegebenheiten, die zu Wahlungereimheiten führten.

  15. 50.

    Sehr geehrter hakenfelder, das überprüfen ob es richtig oder falsch ist ist für Sie also kein anzweifeln? Erstaunliche Sichtweise.

  16. 49.

    Peinlich. Oberpeinlich. Die Linken haben überall verloren, auch Pau ist weg.., 5% Hürde verhauen, 3 Direktmandate in gesamt Deutschland und trotzdem mit 39 Leuten als Fraktion im Bundestag. Die entsprechenden Kandidaten sollten wie jeder andere die Konsequenzen ziehen und abtreten.
    Herr Lederer kann ja in seinem eigenen Senat Neuwahlen durchsetzen. Vielleicht diesmal ohne Marathon Genehmigung.
    Die Linken können ihren Sozialismus in Kuba, Korea oder China machen. In Deutschland ist das vom Wähler offensichtlich nicht gewünscht und deswegen sollte mit denen auch niemand koalieren. Die Linke hat in Berlin genug Spaltung betrieben. Die Bürger scheinen langsam zu merken, dass sie für deren Ideologie missbraucht und gegeneinander ausgespielt werden.

  17. 48.

    Was genau haben sie an "Der noch amtierende Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Linke) fordert eine Nachzählung der abgegebenen Stimmen in seinem Pankower Wahlbezirk." und "Über die Listenplätze rückt Lederer aber trotzdem ins Parlament ein." nicht verstanden?

  18. 47.

    Sie vertreten hier ständig die Positionen ihrer "Partei", der rechtsextremen AfD. So auch hier. Fakten ignorieren sie einfach, wie die rechtsextreme AfD.

    "Auch in Pankow gaben einige Wählerinnen und Wähler erst nach 18 Uhr ihre Stimmen ab, teilweise gingen Wartende auch unverrichteter Dinge wieder nach Hause."

    Lederer möchte eine Nachzählung, keine Neuwahl!

  19. 46.

    "Interessant, dass Sie mit diesem Kommentar durchgekommen sind, ich mit einem sehr ähnlichen mal wieder nicht. "

    Das ist bei den vielen "Kommentaren" ihrer Sockenpuppen und Claqueure doch völlig egal. An den Fake News, Lügen und Verdrehungen aus ideologischer Verblendung ändert das nichts.

  20. 45.

    Herr Lederer hat verloren! Anerkennen und auf Wiedersehen!

Nächster Artikel